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Der Telebasel News-Beitrag vom 28. Juli 2021.
Baselland

Baumaterial in der Region wird knapp und immer teurer

Die Baufirmen in der Region kämpfen mit diversen Enpässen beim Baumaterial. Lieferungen verzögern sich, und wegen der hohen Nachfrage steigen die Preise.

Während sich der grösste Teil der Wirtschaft so langsam von der Corona-Krise erholt, steckt die Bauwirtschaft noch mittendrin. Zuerst wurde die Produktion wichtiger Rohstoffe heruntergefahren, um die Arbeiter zu schützen – und auch weil mit einem Einbruch der Wirtschaft gerechnet wurde. Mittlerweile läuft die Produktion wieder, aber der Nachholbedarf ist gross. Dazu kommen Hilfsprogramme in diversen Staaten, die Bauinvestitionen fördern. Die Folge ist ein weltweiter Bauboom.

Dies führt zu einer hohen Nachfrage auf den globalen Baustoffmärkten. Und das bekommen auch die Bauunternehmen in der Region zu spüren. Darunter ist zum Beispiel auch die Stamm Bau AG in Arlesheim. Die rund 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Stamm betreuen in der Regel 800 bis 1’000 Baustellen gleichzeitig. Einige davon haben gegenwärtig eine Verspätung von zwei bis drei Monaten auf den ursprünglichen Terminplan.

Beschaffungsmarkt für Baumaterial ist angespannt

Stark trifft es die Holzwerkstatt. Hier werden einzelne Bauteile, ganze Dachstühle oder gleich komplette Häuser aus Holz gefertigt. Wie der Spartenleiter Holzbau David Lenzen sagt, seien aber alle Sparten des Unternehmens betroffen. Die Lage auf dem Beschaffungsmarkt sei angespannt und die Einkaufspreise seien klar gestiegen. Selbst Gips sei inzwischen schwerer zu beschaffen.

Um mit den neuen und wechselnden Bedingungen besser umgehen zu können, musste das Unternehmen seine Abläufe anpassen. So wird das benötigte Material nun schon sehr früh bestellt, damit es dann rechtzeitig zur Verfügung steht. Und die Preise für die Leistungen des Unternehmens werden bei Vertragsabschluss an einen Index gebunden. Preissteigerungen bei den Rohmaterialien können so leichter weitergegeben werden.

Es gab bereits Verluste

Bei Verträgen aus den Vorjahren ist dies nicht möglich. Diese wurden zu einem fixen Preis vereinbart. Die massiv steigenden Baumaterial-Preise hätten dazu geführt, dass die Stamm Bau AG bei einigen solchen Geschäften Verluste eingefahren hat, sagt David Lenzen. Dies sei das unternehmerische Risiko, das man damals noch eingegangen sei. Die Preise seien seit Januar regelrecht explodiert. David Lenzen spricht von einer Teuerung von 100 bis 120 Prozent. Bei einzelnen Produkten sei der Preis sogar um 200 bis 300 Prozent gestiegen. Die Marge im Baubereich sei nicht gross genug, um diese Kostensteigerung abzufangen.

Auch die Abteilung Metall- und Stahlbau kämpft mit der neuen Situation auf den Beschaffungsmärkten. Hier werden Stahlkonstruktionen für Gebäude und Brücken hergestellt. Daneben auch Türen oder sicherheitsrelevante Geländer und Absperrungen. Wenn es hier zu Verzögerungen kommt, kann dies den ganzen Bauplan durcheinanderbringen. Rolf Affolter leitet die Sparte Metall- und Stahlbau der Stamm Bau AG. Er sagt, guter Kontakt zu den Bauherren sei deshalb jetzt besonders wichtig. Die Kunden müssten transparent über Lieferengpässe und Preissteigerungen informiert werden.

In gewissen Fällen sei es auch möglich, auf einen alternativen Baustoff umzusteigen, der schneller verfügbar ist. Dies gehe aber nur, wenn es die Statik und auch die Optik zulassen. «Manchmal geht das», sagt Rolf Affolter. «Da braucht es aber auch wieder die Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft oder mit den Vertretern der Bauherrschaften.»

Im Moment ist noch kein Ende absehbar. Niemand weiss, wie lange die Situation anhält. Auch ob der Höhepunkt bereits erreicht ist, oder ob noch mit weiteren Engpässen zu rechnen ist, kann niemand sagen.

1 Kommentar

  1. Ach die armen Baugeschäfte! Haben sich jahrzehntelang eine goldige Nase verdient und jetzt jammern sie wie die Bauern. Bald werden die Supersportwagen der Bauunternehmer vom Steuerzahler subventioniert werden müssen…Report

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