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Der Telebasel News Beitrag vom 21. Juli 2021.
Region

Neuer Krankenwagen für Vierbeiner im Einsatz

Seit Montag ist in der Region ein neuer Krankenwagen unterwegs. Dieser rückt jedoch nicht bei Menschen aus, sondern bei Notfällen von Kleintieren.

Seit Montag ist auf den Strassen der Region ein neuer Krankenwagen unterwegs. Er transportiert aber keine Menschen, sondern schwer kranke und verletzte Kleintiere. Ermöglicht wird die Dienstleistung durch eine Spende von Gigi Oeri und durch die VetTrust Tierklinik Basel.

So eine Dienstleistung gab es bisher noch nicht in der Schweiz, ist Gabrielle Brunner überzeugt. Sie ist die Leitende Tierärztin der VetTrust Tierklinik Basel, welche in Münchenstein domiziliert ist. Der Tierrettungsdienst ist nicht bloss ein Taxi für kranke Tiere, wie es schon bisher von diversen Stellen angeboten wurde. Es ist eine richtige kleine Intensivstation, vergleichbar mit einem Krankenwagen für Menschen.

«Der Tierrettungsdienst ist ausdrücklich für den Notfall gedacht», sagt Brunner. «Dies kann analog zum Menschen ein Unfall oder eine ganz schwere Erkrankung sein.» Der Rettungswagen für Kleintiere ist rund um die Uhr einsatzbereit. Er ist der VetTrust Tierklinik angegliedert. Diese ist 24 Stunden am Tag geöffnet und auf Notfälle vorbereitet. Hier wird auch die Telefonzentrale betrieben. Mit einem elektronischen Alarmierungssystem werden bei Bedarf innert kürzester Zeit Tierärzte und Tierärztinnen sowie Tierrettungssanitäter und Tierrettungssanitäterinnen aufgeboten.

Ehemaliger Krankenwagen für Tierpflege umgerüstet

Der Tierrettungswagen kommt aus Deutschland und war dort früher für den Rettungsdienst für Menschen im Einsatz. Die Krankenwagen müssen dort nach einer gewissen Zeit ausgemustert werden. Für die Rettung von Kleintieren ist das Fahrzeug aber weiterhin nutzbar, sagt Thomas Mandler. Er leitete den Tierrettungsdienst.

Grosse Umbauten seien nicht nötig gewesen. Viele Utensilien könne man für die Pflege von Menschen und Tieren gleichermassen benutzen. An Bord ist etwa eine Spezialtrage für die Tiere. Entfernt man diese, kommt darunter die alte Trage für Menschen zum Vorschein. Andere Einsatzmittel sind spezieller, zum Beispiel Netze, die dabei helfen sollen, verletze Tiere einfacher einzufangen.

Die Tierambulanz soll nicht nur für Haustiere zum Einsatz kommen. Auf der Trage hätten Tiere bis zur Grösse eines Schafes Platz. Auch die Rettung eines angefahrenen Wildtieres sei möglich. In diesem Fall sei man auf die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden angewiesen.

Das Team habe sich zudem intensiv überlegt, in welchem Gebiet die Dienstleistung angeboten werden soll. Ab einer gewissen Distanz mache es keinen Sinn mehr. Aktuell ist ein Einsatzradius von bis zu 30 Kilometern um die Basis in Münchenstein vorgesehen.


Das Einsatzgebiet des Rettungswagens für Kleintiere. Das Team rückt zu Standorten im Umkreis von rund 30 Kilometern um die Zentrale in Münchenstein aus. (Grafik: Telebasel, Quelle: VetTrust Tierklinik)

Der Rettungswagen soll aber keineswegs nur als Zulieferer zur eigenen Tierklinik fungieren, meint Gabrielle Brunner. Man sei offen zur Zusammenarbeit mit anderen Tierkliniken und Tierärzten. Es mache keinen Sinn, einen Notfall bis nach Münchenstein zu transportieren, wenn eine andere Klinik viel näher liege, sagt Brunner.

Hilfe soll nicht am Geld scheitern

Einen solchen Ambulanzdienst zu finanzieren, wäre für die Klinik allein oder durch Gebühren der Nutzer nicht möglich, meint Gabrielle Brunner. Sie sei deshalb äusserst dankbar für die Unterstützung durch Gigi Oeri. Die bekannte Mäzenin und frühere Präsidentin des FC Basels ist eine langjährige Kundin der Tierärztin. Die beiden seien lange zusammengesessen und hätten sich überlegt, was machbar ist, um die Situation für Tiere mit einem Notfall zu verbessern.

Oeri hat im Januar 2021 die Stiftung Anton gegründet, welche das Tierwohl und die Tiermedizin fördern soll. Diese Stiftung finanziert nun den Tierrettungsdienst. Und damit niemand im Notfall vor einem Anruf zurückschreckt, arbeiten die Mitarbeiter der Tierklinik während des Einsatzes zum Selbstkostenpreis, sagt Brunner. Was das Projekt genau kostet, will die Tierärztin nicht sagen. Nur so viel: Trotz vielen Synergien mit der Klinik sind für den Ambulanzdienst zwischen sechs und neun Stellen nötig.

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