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Telebasel Sommerserie «Vo Schönebuech bis Ammel» vom 19. Juli 2021.
Baselland

«Vo Schönebuech bis Ammel»: Auf dem Chirsiweg zur Kantonsgrenze

In unserer Sommerserie «Von Schönebuch bis Ammel» nehmen wir Sie mit auf eine Reise durch das Baselbiet. Die fünfte Etappe führt von Sissach nach Anwil.

Meine Etappe ist insgesamt 20 Kilometer lang und enthält eine Steigung von 580 Metern. Das sollte in etwa fünfeinhalb Stunden machbar sein. Unser erster Halt ist dann aber unweit vom Bahnhof Sissach weg. In der General Sutter Distillery werden wir vom Brennmeister Roland Buser empfangen.

Er erklärt mir, dass das Gebäude im Jahre 1854 gebaut wurde, damals war es noch ein Stall. Seit den Achtzigerjahren befindet sich die Brennerei hier drin. Davor ging man mit fahrbaren Brennereien direkt zu den Bauern auf den Hof.

Er brennt fürs Baselbiet

Auch heute macht Lohnbrand ein Grossteil seiner Arbeit aus. Äpfel, Zwetschgen, Quitten aber eben auch «Chirsi», bringen die Bauern in blauen Plastikfässern vorbei, um sie brennen zu lassen. Wegen der abgesagten Fasnacht 2020 waren in letzter Zeit aber auch immer wieder Orangen dabei. «Die Cliquen hatten natürlich eine Menge Orangen eingekauft. Was wollte man mit den Orangen machen? So viel konnte man ja nicht essen», erzählt Buser.

Diverse Cliquen haben so ihren eigenen Orangen-Schnaps brennen lassen. Ich bin aber eigentlich wegen des berühmten Baselbieter Kirschs hier. Roland Buser zeigt mir, wie dieser gemacht wird. Der klare Brand, der aus der Destillerie läuft, hat aber noch 80 Volumenprozent, er muss noch verdünnt und gelagert werden. Etwas probieren darf ich dann aber trotzdem noch.

Wiesen, Wälder und ein Wasserfall

Dann geht meine Wanderung aber wirklich los, weit bin ich zugegebenermassen ja noch nicht gekommen. Von Sissach wandere ich über den «Via Gottardo» nach Sommerau. Bis hier könnte man auch mit dem «Läufelfingerli» fahren. Bei dieser Station beginnt der «Baselbieter Chirsiweg», welcher immer wieder als Wanderroute 471 ausgeschildert ist.

Ich gehe durch das Chrindeltal und komme an einem 18 Meter hohen Wasserfall vorbei. Der Rünenberger Giessen ist einer der typischen Wasserfälle im Tafeljura, die sich über flache Gesteinsschichten ins Tal «ergiessen». Von hier machen wir einen Abstecher nach Kilchberg.

Familie Sutter betreibt hier ihr «Chirsihüsli», ein beliebter Ort um ein Mitbringsel aus der Region zu kaufen. Die Regale sind gefüllt mit verschiedensten Produkten aus Kirschen: Konfitüre, Schaumwein, Tee oder Pasta. Doch begonnen hat alles mit vor 35 Jahren mit dem ersten Kirschwein, erinnert sich Margrit Sutter.

Gestärkt nach Oltingen

Über das 750-Seelen-Dorf Rünenberg gelange ich wieder zurück auf den «Chirsiweg». Der führt übers enge Eital, an eindrücklichen Felswänden und zwei Höhlen vorbei. Oberhalb der Bruderloch-Höhle «brötle» ich einen «Glöpfer», Glut ist zum Glück bereits vorhanden.

Frisch gestärkt geht es weiter  über Wenslingen nach Oltingen. Ein typisches Baselbieter Dorf und das Ende des «Chirsiweges». Bekannt ist Oltingen auch für die Kirche aus dem Jahre 1296. Christian Bühler ist der Pfarrer hier, er führt mich auf dem Gelände herum und zeigt mir die Highlights des Ensembles. Ebenfalls erfahre ich, wo Wanderer hier ein schattiges Plätzchen zum Picknicken finden.

Endspurt

In Oltingen interessiert mich aber auch noch die Sägemühle aus dem Jahre 1826. Ich treffe den ehrenamtlichen Helfer Ruedi Waldmeier, welcher uns die letzte Nordwestschweizer Säge ihrer Art vorführt. Die laute «Sagi» werde aber nicht nur von Touristen geschätzt: «Die Leute in der Nachbarschaft finden das Geräusch der Säge beruhigend und die kleinen Kinder können angeblich besser schlafen», meint der Schreiner verschmitzt.

Auch die letzten Meter nehme ich noch in Angriff, schliesslich heisst es «Vo Schönebuech bis Ammel». Im Jägerstübli von Anwil komme ich dann erschöpft an. Für mich endet die Wanderung hier. Doch für Sie geht die Reise morgen weiter, wenn Hansjörg Wilhelm vom Belchen Richtung Rhein wandert.

Telebasel Sommerserie «Vo Schönebuech bis Ammel» vom 20. Juli 2021.

1 Kommentar

  1. Vo schönäbuch bis ammel isch immer guet, wenn mä en gueti lungä get u. guets schuäwerk het u. dr schnaps liebt a la sutter. im wilhelm si bricht isch guet.Report

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