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Der Telebasel News-Beitrag vom 15. Juli 2021.
Region

Unwetter tut Camping-Freude in Kaiseraugst keinen Abbruch

Ob «gestrandete» Kajakfahrer auf der Flucht vor dem Hochwasser oder Familienferien im Zelt: Der Campingplatz Kaiseraugst ist trotz des Regens gut besucht.

Michel Tigges hatte Glück im Unglück. Auf dem Campingplatz von Kaiseraugst landete er unplanmässig. Zusammen mit seinem Sohn wollte er eine Kajak-Tour vom Bodensee bis Düsseldorf in Angriff nehmen. Das Zelt auf dem Boot befestigt, stürzten sich die beiden ins Abenteuer.

Dabei machte das Hochwasser den Kajakfahrern aus Lippstadt (D) einen Strich durch die Rechnung. «Es war sehr anstrengend und bei den Brücken auch sehr gefährlich», sagt Michel Tigges. Schliesslich blieb keine andere Möglichkeit mehr, als auszusteigen. «Wir sind in einem Garten gelandet, wo uns dann zwei freundliche Herren mit einem Auto und Anhänger hierher gebracht haben – wir wollten nicht mehr weiterfahren und wären fast abgesoffen.» Bis der Rhein wieder für die Schifffahrt passierbar ist, wollen die beiden nun in Kaiseraugst bleiben.

Ferienziel ein Katzensprung von zu Hause entfernt

Die beiden «gestrandeten» Flussabenteurer sind nicht die Einzigen, die hier ihr Lager aufgeschlagen haben. Trotz Regenwetters reihen sich am Rheinufer Zelt an Zelt. Die Plätze sind gut gebucht. Tagsüber ist aber nicht viel los. Das Ufer gehört am späteren Morgen ganz den Schwänen, Enten, Störchen und Blässhühnern. Wie der Leiter des Campingplatzes erklärt, unternähmen viele Gäste bei diesem Wetter Tagesausflüge ins Aquabasilea oder ins Sole Uno. Da viele BesucherInnen aus der Region kommen, ziehe es manche auch zwischendurch wieder nach Hause. Die Zelte aber liessen sie stehen, um wiederzukommen.

Nicht so Janina Holzner und ihrer Tochter Avinja aus Basel. Sie campen schon seit anderthalb Wochen in Kaiseraugst und wollen nochmals zehn Tage anhängen. Der Regen schreckt die Familie keineswegs ab. Selbst wenn Eltern und Kinder während eines Gewitters im Zelt bleiben müssen, werde es nie langweilig. Dann sei halt Kuscheln, Spielen, «Rumblödeln» und Geschichten erzählen angesagt, wie Janina Holzner freudig erzählt.

Die Sommerstürme hätten das Zelt tüchtig durchgeschüttelt. Aber auch das war kein Problem. «Wir haben gehofft, dass die Zelte dicht sind – sie sind es, wie wir herausfanden.» Einzig die Heringe, die in der schlammigen Wiese verrutschen, müssen immer wieder kontrolliert werden.

Weihnachtswunsch geht in Erfüllung

Auch Conny «Coco» Sorg nimmt es locker mit dem Regen. Ihr Anreiseweg war noch kürzer: Sie wohnt in Kaiseraugst selbst. Zusammen mit Sophia, der Tochter ihres Patenkindes, hat sie sich für Urlaub gleich vor der Haustür entschieden. Schliesslich sei es am Rheinufer von Kaiseraugst einfach am schönsten. «Eigentlich sind wir wegen dir hier», meint Coco und lächelt Sophia zu. «Sie wünscht sich das immer zu Weihnachten von mir, dass wir hier unten campen, seit drei Jahren», erklärt sie.

Dieses Jahr ist es wegen des Regenwetters ein bisschen anders. «Wir konnten improvisieren und vom Schwager den Wohnwagen leihen». Sichtlich zufrieden sind die beiden mit ihrem Urlaubsziel. «Zuhause regnet es schliesslich auch», scherzt Coco Sorg.

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