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Der Telebasel News Beitrag vom 16. Juli 2021.
Basel

Abrutschender Hang lässt Fischergalgen in Rhein stürzen

Das Hochwasser im Rhein brachte beim Rankhof einen Hang ins Rutschen. In der Folge stürzten zwei Fischergalgen ins Wasser. Weitere könnten folgen.

Am Freitagmorgen musste die Grenzacherstrasse in Basel gesperrt werden. Das Rheinufer wurde auf Höhe Rankhof unterspült und ein Galgen weggeschwemmt.

Der Präsident der Basler Galgenfischer, Richard Stammherr, befürchtet, dass der nächste Galgen wegen des Hochwassers in Kürze in den Rhein stürzen wird. «Wir sind verantwortlich dafür, dass die Galgen in einwandfreiem Zustand sind. Nicht aber für den Zustand des Hangs, das können wir nicht beeinflussen», sagt Stammherr gegenüber Telebasel. Am Freitagnachmittag stürzt dann ein zweiter Galgen hinunter. Ein Dritter befindet sich zudem in Schieflage.

Galgenfischer fühlen sich ignoriert – Kanton wehrt sich

Seit Jahren hätte der Verein bereits die zuständigen Behörden auf den rutschenden Hang aufmerksam gemacht. Es sei aber nie etwas dagegen unternommen worden, man habe andere Projekte als wichtiger eingestuft. Dies habe nun Konsequenzen: «Das ist die Folge von jahrelangem Nicht-Beachten unserer Hinweise», sagt der Präsident der Basler Galgenfischer weiter.

Das Interview mit dem Präsidenten der Basler Galgenfischer, Richard Stammherr. (Video: Telebasel)

Das Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement wehrt sich gegen die Vorwürfe. Man sei mit der Bevölkerung in Kontakt wegen Massnahmen entlang des Rheinufers, so Sprecher Toprak Yerguz gegenüber Telebasel. «Nach dem Hochwasser 1999 wurden immer wieder verschiedene Massnahmen getroffen. Man muss allerdings wissen, dass man sich hier in einem Naturschutzgebiet befindet. Das heisst, man macht immer wieder punktuelle Massnahmen. Man schaut, was möglich ist.» Aber man müsse immer verschiedene Faktoren abwägen. «Nach 1999 hat man Massnahmen getroffen und jetzt muss man schauen, ob nach diesem Jahr weitere Massnahmen nötig sind», so Yerguz.

Das Tiefbauamt habe zudem Sensoren im Hang installiert, diese messen die Erdbewegungen. Die Auswertung dieser Daten habe nicht auf einen Hangrutsch hingewiesen, heisst es auf Anfrage. Ob die weggespülten Fischergalgen wieder aufgebaut werden und wer dies bezahlen würde, sei noch nicht klar. Jetzt müssen erst einmal Versicherungsfragen geklärt werden.

Grenzacherstrasse mehrere Tage gesperrt

Weil das Rheinufer auf der Höhe Rankhof unterspült wurde, musste die Kantonspolizei Basel-Stadt am Freitagmorgen die Grenzacherstrasse zwischen Rankstrasse und Hörnliallee vorübergehend sperren. Nun laufen Sicherungsarbeiten, wie der Kanton mitteilt: «Die Abbruchstelle wird derzeit mit Gesteinsblöcken gesichert, die per Kranwagen platziert werden». Die Wirkung dieser Massnahme werde laufend überprüft. Deshalb muss die Grenzacherstrasse noch mehrere Tage für den motorisierten Verkehr gesperrt bleiben.

2 Kommentare

  1. Es ist doch immer wieder «komisch», dass nach jedem Unwetter/Unglück die Behörden Gebetsmühlenartig Verbesserungen ankündigen. Und dann geht doch wieder nichts!!!Report

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