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Der Telebasel News-Beitrag vom 14. Juli 2021.
Baselland

Hochwasser sorgt für Hochbetrieb im Kraftwerk Birsfelden

Die gewaltigen Wassermassen, die sich den Rhein runterdrücken, stellen auch das Kraftwerk in Birsfelden vor Herausforderungen.

Tosend fallen die Wassermassen über die Wehrfelder des Kraftwerkes Birsfelden. Das grösste Laufwasserkraftwerk der Schweiz bietet diese Tage einen spektakulären Anblick. Eine Frage drängt sich auf: Gibt es denn jetzt besonders viel Strom?

«Landläufig hat man das Gefühl, je mehr Wasser, umso mehr kann man produzieren, aber das ist nicht so. Wir können bis 1’500 Kubikmeter pro Sekunde maximal produzieren und dann sinkt die Produktion wieder. Weil danach das Gefälle vom Oberwasser und Unterwasser sinkt», erzählt Sascha Jäger, Direktor des Kraftwerks Birsfelden.

Viel Wasser bleibt ungenutzt

Weniger Gefälle, bedeutet weniger Druck, bedeutet weniger Strom. Der Pegel oberhalb der Staumauer bleibt immer gleich. Sonst hätten die Kraftwerke flussaufwärts ein Problem. Dazu kommt, dass in Birsfelden kein Platz wäre für die zusätzlich aufgestauten Wassermassen.

Wenn jetzt der Fluss viel Wasser führt, steigt der Pegel unterhalb des Kraftwerks. Genau das ist jetzt der Fall. Viel Wasser kann das Kraftwerk gar nicht zur Produktion von Strom brauchen. «Im Moment laufen durch die drei Generatoren, die in Betrieb sind, rund 1’000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Gleichzeitig läuft fast doppelt so viel Wasser über das Wehr» erklärt Sascha Jäger. 

Holz, Laub, Gestein und viel Müll

Nicht nur das viele, ungenutzte Wasser hat negative Auswirkungen auf das Kraftwerk. Auch all die Sachen, die von den Wassermassen mitgerissen werden, landen in Birsfelden. Laub, Holz, Gestein, ganze Baumstämme, aber auch viele PET-Flaschen und anderweitiger Hausmüll landen im Rechen des Kraftwerkes.

Ein Mehraufwand, wie Sascha Jäger erklärt: «Bei Hochwasser haben wir immer viel mehr zutun, weil viel mehr Schwemmgut angeführt wird. Das ist weniger der Fall bei steigendem Pegel, wie es jetzt im Moment der Fall ist, sondern bei sinkendem Pegel. Das heisst, wir erwarten in den nächsten paar Tage und Wochen noch mehr Schwemmgut, wenn das Wasser dann wieder zurückgeht und Material am Ufer mitzieht».

Das rausgefischte Material wird in einen Container geworfen, den dann ein Lastwagen abholt und das Material zur Biogasanlage in Birsfelden bringt. Wenn es wirklich viel Schwemmgut gibt, kann das drei bis vier Mal am Tag vorkommen.

Viel Wasser, kein Problem

Weniger Strom und mehr angeschwemmtes Material: Bei Hochwasser gibt es mehr zu tun für die Mitarbeitenden des Kraftwerks in Birsfelden, wie Direktor Jäger erklärt. «Das Personal arbeitet dann täglich 24 Stunden in Schichten. Das ist auch eine Belastung für das Personal und andererseits ergeben sich daraus höhere Kosten. Hochwasser ist für uns nicht problematisch, es gibt einfach negative Folgen.»

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