Featured Video Play Icon
International

Flutkatastrophe kostet Deutschen Versicherer bis zu 250 Millionen Euro

Das Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz forderte über 100 Menschenleben. Die Lage in Westdeutschland beruhigt sich jedoch langsam wieder.
Flutkatastrophe kostet Hannover Rück bis zu 250 Millionen Euro

Die Überschwemmungen in Deutschland und seinen Nachbarländern kosten den weltweit drittgrössten Rückversicherer Hannover Rück zwischen 200 und 250 Millionen Euro. Für das zweite Halbjahr zeichneten sich zudem Schäden aus den Unruhen in Südafrika ab, erklärte die Hannover Rück am Donnerstag.

Auch die steigenden Todesfälle in der Corona-Pandemie machten sich in der Lebens-Rückversicherung bemerkbar, vor allem in den USA, aber auch in Lateinamerika und Südafrika. Im ersten Halbjahr schlugen sie mit 263 Millionen Euro zu Buche. «Trotz aller Herausforderungen befinden wir uns auf einem guten Kurs, unsere ambitionierten Ziele im laufenden Geschäftsjahr zu erreichen», bestätigte Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz die Prognosen.

Deutscher Staat will Katastrophenschutz nicht an sich ziehen

Nach der verheerenden Unwetterkatastrophe in Westdeutschland mit mehr als 170 Toten soll die Zusammenarbeit von Staat, den 16 Ländern und den Kommunen beim Katastrophenschutz verbessert werden. Für eine neue zentrale Führungsrolle der Bundesbehörden zeichnet sich dagegen keine Mehrheit ab.

Die im Katastrophenfall notwendigen Entscheidungen müssten weiter vor Ort getroffen werden, ein Eingreifen in die Kompetenzen von Ländern und Kommunen wäre hier der falsche Weg, sagte Innenminister Horst Seehofer am Montag im Bundestag bei einer Sondersitzung des Innenausschusses. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) solle lediglich als «Kompetenzzentrum von Bund und Ländern eine stärkere koordinierende Rolle übernehmen, betonte er. Darauf hätten sich die Innenministerkonferenz von Bund und Ländern auch bereits vor den Überflutungen im Westen Deutschlands geeinigt.

Durch die Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen waren in der vorvergangenen Woche mindestens 179 Menschen ums Leben gekommen, Dutzende werden noch immer vermisst.

Nacht in den Hochwassergebieten ohne schweren Regen

Die vergangene Nacht ist in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen – entgegen vorheriger Befürchtungen – nahezu trocken geblieben. Nach einigen Niederschlägen am Samstagnachmittag habe es in der Nacht in den Regionen kaum noch geregnet, sagte eine Sprecherin vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Sonntagmorgen. Beispielsweise in der Nordeifel seien am Samstag im Schnitt fünf bis zehn Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Die Sprecherin betonte aber auch, dass in der jetzigen Situation schon kleine Mengen Niederschlag zum Problem werden könnten, da Abflüsse verstopft und die Kanalisationen beschädigt sind.

Schwere Gewitter gab es in der Nacht im Süden Deutschlands, dort regnete es, vor allem südlich der Donau, teils auch heftig. Und auch am Sonntag könnte es wieder kräftig gewittern, sagte die DWD-Sprecherin. «Die Luft ist sehr feucht und warm, da kann es brodeln.» Die Aussichten seien aber für einen Sommertag bislang normal, Unwetterwarnungen gab es zunächst nicht.

In Stuttgart führten die Regenfälle am Samstagabend zu Überschwemmungen in der Innenstadt. Wegen eines verstopften Gullys habe das Wasser nicht abfliessen können, sagte ein Sprecher der Polizei. Dadurch stand die Schillerstrasse in der Nähe des Hauptbahnhofs unter Wasser. Die Strasse wurde vorübergehend gesperrt.

In mehreren Gemeinden im Kreis Heilbronn knickten nach Angaben der Polizei in der Nacht zum Sonntag Bäume um, Keller liefen voll und Strassen wurden überflutet. Im Kreis Ludwigsburg wurden mehrere Strassen überschwemmt und Gullydeckel hochgehoben. Zudem blieb ein Auto in einer überschwemmten Strasse stecken, das Wasser stand einen halben Meter hoch. Die Insassen kletterten auf das Autodach und wurden von der Feuerwehr befreit.

In Rheinland-Pfalz war den Menschen aus Sorge vor neuen Unwettern am Samstag das Angebot gemacht worden, in einer Notunterkunft unterzukommen. Wer wollte, konnte aus den gefährdeten Gebieten mit einem Shuttlebus in die Unterkunft nach Leimersdorf gebracht werden. Doch die Wetterlage blieb dort «entspannter als es die Modelle vermuten liessen», wie die DWD-Sprecherin sagte.

Hilfsbereitschaft reisst nicht ab

Unterdessen reisst die Hilfsbereitschaft nicht ab – neben Geldspenden wollen viele Menschen auch selbst in den betroffenen Orten anpacken. Am Samstag waren es so viele, dass die Polizei in Koblenz und der Krisenstab an Helferinnen und Helfer appellierten, sich nicht mehr auf den Weg ins Katastrophengebiet zu machen. Sämtliche Zufahrtsstrassen seien völlig überlastet, hiess es.

Nach mehreren Spendenaktionen für die Flutopfer in den vergangenen Tagen gab es am Samstagabend ausserdem wieder eine Benefizsendung: Bei «Deutschland hilft – Die Sat.1-Spendengala» kamen 31 155 430 Euro Spendengelder zusammen. «Wir sind alle gerührt», kommentierte der Komiker Ralf Schmitz die Summe, die er dem Moderator Daniel Boschmann und dem Publikum am Ende der Sendung mitteilte. Mehr als 50 Prominente sassen den Angaben zufolge als Sammler für Spenden am Telefon, darunter Hella von Sinnen, Verona Pooth, Samuel Koch, Alex Peter, Matthias Opdenhövel und Mickie Krause.

Erneut Unwetter in Belgien: Autos weggespült und Häuser evakuiert

In Belgien sind bei erneuten Unwettern zahlreiche Autos weggeschwemmt und Menschen in Sicherheit gebracht worden. In der Stadt Dinant blockierten die vom Wasser mitgerissenen Fahrzeuge einen Bahnübergang, wie die Nachrichtenagentur Belga am Samstagabend unter Berufung auf das Bahnunternehmen Infrabel berichtete. Der Bahnverkehr sei wegen des Hochwassers Mitte Juli aber bereits eingestellt gewesen. In der Stadt Namur in der gleichnamigen Provinz seien wegen des Wetters Häuser evakuiert worden. Die Stadt liegt rund 100 Kilometer westlich von Aachen. «Es ist eine Katastrophe», zitiert Belga die Feuerwehr.

(Bild: Keystone)

Es gebe zahlreiche Anrufe, man wisse nicht, wo einem der Kopf stehe, heisst es weiter. Auf Bildern in einem Bericht des öffentlich-rechtlichen Rundfunks RTBF ist zu sehen, wie sich Strassenzüge in reissende Flüsse verwandelt haben und Trümmer umherliegen.

Neben Namur und Dinant seien noch weitere Städte und Dörfer betroffen, berichtete Belga. Unter anderem wurde von Erdrutschen in Wallonisch-Brabant südlich von Brüssel berichtet. In der Provinz Antwerpen im Norden des Landes habe es wetterbedingte Einsätze der Feuerwehr gegeben. Es sei Wasser in Häuser geströmt zudem habe ein Blitz ein Haus getroffen. Über Tote oder Verletzte wurde bis in die Nacht zunächst nichts bekannt.

In Westdeutschland drohen wieder Gewitter und Starkregen

Am Wochenende droht den Menschen in den von der Flutkatastrophe betroffenen Regionen im Westen Deutschlands erneut Starkregen. In Nordrhein-Westfalen soll es wieder kräftige Regenschauer und Gewitter geben. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag, 23. Juli, in Essen mitteilte, muss am Samstagnachmittag und -abend vereinzelt mit Unwettergefahr durch Starkregen gerechnet werden. Wo genau die Unwetter auftreten könnten, war am Freitagmorgen noch unklar. «Eine genaue Lokalisierung der Schwerpunkte wird – wenn überhaupt – nur sehr kurzfristig möglich sein», teilte der DWD mit.

Auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland erwarten Meteorologen am Wochenende erneut starke Schauer und Gewitter. Nach der Prognose des DWD muss am Samstag lokal eng begrenzt mit heftigem Starkregen mit Regenmengen bis zu 40 Litern pro Quadratmeter gerechnet werden. Bis Samstagvormittag kann es laut Prognose im Südwesten von Rheinland-Pfalz und im Saarland erste, lokale Starkregenfälle mit einer Niederschlagsmenge von bis zu 15 Litern pro Quadratmeter geben. Auch in Bayern könnten schwere Unwetter erneut zu starken Regenfällen führen – und damit die Pegel der Flüsse wieder steigen lassen.

Grüne fordern Zentralstelle für Katastrophenschutz

Nach der verheerenden Flutkatastrophe mit vielen Toten in Deutschland hat die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Britta Hasselmann, die Einrichtung einer Zentralstelle für Katastrophenschutz gefordert. «Es darf nicht sein, dass jede Kommune und jeder Landkreis und jede Landesregierung die Menschen in der Region unterschiedlich warnt und unterschiedlich gut Zugang zu den wichtigen Informationen im Katastrophenfall bietet», sagte sie der «Passauer Neuen Presse».

Nach der verheerenden Flutkatastrophe mit vielen Toten in Deutschland hat die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Britta Hasselmann, die Einrichtung einer Zentralstelle für Katastrophenschutz gefordert. (Bild: Keystone)

Es müsse eine bessere Koordination im Katastrophenschutz geben, sagte Hasselmann der Zeitung. «Wir wollen, dass der Bund in bestimmten Fällen besonderen Ausmasses koordinierende Aufgaben übernimmt und Informationen steuert.»

Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, forderte angesichts der Katastrophe ein gemeinsames Gedenken. Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte sie: «Angesichts des Ausmasses dieser Katastrophe ist es gut, wenn wir als Politik und Gesellschaft innehalten, den Opfern gedenken und den Helfern danken.» Es gehöre zur Humanität einer Gesellschaft, Orte der Trauer, der Würdigung und der Zuversicht zu schaffen.

Neue Unwettergefahren in westdeutschen Überschwemmungsgebieten

Nach einigen Tagen Sonnenschein drohen in den westdeutschen Hochwasserregionen wieder Schauer und Gewitter mit Starkregen. «Es kann theoretisch und punktuell in den Unwetterbereich gehen», sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Donnerstag mit Blick auf Nordrhein-Westfalen.

Wo und ob die Unwetter stattfinden, könne noch nicht abgeschätzt werden. Am Freitag scheine zunächst noch die Sonne.

Am Samstag soll nach Angaben des DWD von Südwesten dann Bewölkung aufziehen. Zunächst regne es in der Eifel, im Laufe des Nachmittags breiten sich die Niederschläge aus, so die Meteorologin.

Starkregen kann es laut DWD am Wochenende auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland geben. In der vergangenen Woche hatten in Deutschland Unwetter mit Starkregen Überschwemmungen vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ausgelöst. Mehr als 170 Menschen kamen ums Leben.

Deutsche Bahn muss sieben Zugstrecken im Hochwassergebiet neu bauen

Nach der Hochwasserkatastrophe in den deutschen Bundesländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen muss die Deutsche Bahn sieben Strecken komplett neu bauen oder sanieren. «Das wird eine Mammut-Aufgabe», sagte eine Bahn-Sprecherin am Mittwoch im Deutschlandfunk.

Das gesamte Ausmass der Schäden sei noch nicht zu ermessen; der Konzern schätzt die Schäden allein an der Infrastruktur aktuell auf 1,3 Milliarden Euro; dazu komme der fehlende Umsatz, sagte die Sprecherin. (Keystone)

Im Hochwassergebiet seien Strecken unterspült oder Schotter weggespült. «Wir können noch nicht ermessen, wann so eine Strecke wieder sicher befahrbar sein wird», sagte die Sprecherin. Insgesamt sind nach Angaben der Bahn 600 Kilometer Schiene zerstört und 80 Bahnhöfe teils schwer beschädigt.

Bei der Planung für den Bau neuer Strecken richte die Bahn sich auf zunehmende Extremwetterlagen ein, sagte die Sprecherin weiter. Der Konzern analysiere die Verkehrsregionen mit Blick auf das Jahr 2060. Vor dem Neubau einer Strecke gebe es «ganz gründliche Überprüfungen».

Deutsches Kabinett beschliesst Soforthilfe für Hochwasseropfer

Eine Woche nach Beginn der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands mit bisher mehr als 170 Todesopfern hat die Regierung eine millionenschwere Soforthilfe auf den Weg gebracht. Insgesamt stehen dem Beschluss vom Mittwoch zufolge bis zu 400 Millionen Euro zur Verfügung.

Mit dem Geld sollen die schlimmsten Schäden an Gebäuden und kommunaler Infrastruktur beseitigt und besondere Notlagen überbrückt werden. Der Staat beteiligt sich mit bis zu 200 Millionen Euro zur Hälfte an den Hilfen aus den Bundesländern, wie aus dem Beschluss hervorgeht.

Ausserdem ist ein milliardenschwerer Aufbaufonds geplant. Über dessen genaue Höhe soll aber erst entschieden werden, wenn das Ausmass der Schäden besser absehbar ist. Nach der Katastrophe hatten Kanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Olaf Scholz schnelle unbürokratische Hilfen versprochen.

Hoffnung auf Rettung Überlebender wird kleiner

Die Vizepräsidentin des Technischen Hilfswerks (THW), Sabine Lackner, sieht kaum Chancen, knapp eine Woche nach den Überschwemmungen im Westen Deutschlands noch Überlebende zu finden. «Wir suchen aktuell noch nach Vermissten, etwa beim Räumen der Wege oder Auspumpen der Keller», sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). «Zu diesem Zeitpunkt ist es aber leider sehr wahrscheinlich, dass man Opfer nur noch bergen kann, nicht mehr retten.»

Die Zahl der Hochwasser-Todesopfer war innerhalb knapp einer Woche bis zum Dienstag auf mindestens 170 gestiegen. Aus Rheinland-Pfalz wurden 122 und aus Nordrhein-Westfalen 48 Unwetter-Tote bestätigt. Auch am Dienstag wurden noch Menschen vermisst – allein 155 im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz. Rund 40 000 Menschen galten dort als betroffen von den Folgen des verheerenden Hochwassers und der Flut.

Bewährte Alarmsysteme nötig

THW-Vize Lackner warnte vor schnellen Schuldzuweisungen, wonach ein besseres Warnsystem Tote hätte verhindern können. «Natürlich werden wir die Abläufe aufarbeiten müssen. Aber ich finde diese Debatte drei bis vier Tage nach der Katastrophe unglücklich.» Sie riet davon ab, «jetzt von Versagen zu sprechen und Schuldige zu suchen». Nach wie vor stünden viele Menschen vor den Trümmern ihrer Existenz, viele Massnahmen der Unterstützung liefen noch.

Künftig benötige man wieder mehr bewährte Alarmsysteme, so Lackner. «Wieso nicht mit Lautsprechern vor Ort auf den Strassen warnen, wie zum Beispiel auch bei einem Bombenfund? Auch viele Sirenen sind in den letzten Jahren abgeschafft worden, die braucht es.»

Hochwasserschutz funktionierte: Österreich entkommt Katastrophe knapp

Österreich ist nur haarscharf an einer grösseren Katastrophe während des Hochwassers vom Wochenende vorbeigeschrammt.

Die Rückhaltebecken im Bundesland Salzburg seien randvoll gewesen, jeder weitere Regen hätte sie überlaufen lassen, zog Landesminister Josef Schwaiger am Dienstag eine vorläufige Bilanz. Das seit dem letzten Hochwasser 2005 entlang der Salzach investierte Geld von 750 Millionen Euro in Schutzmassnahmen habe sich voll ausgezahlt, hiess es.

Beim Hochwasser 2005 seien zum Beispiel im Raum Mittersill rund 1000 Liegenschaften in Mitleidenschaft gezogen worden, nun seien es nur ein paar Dutzend. Eine weitere Erhöhung der Dämme sei aber rein technisch nicht mehr möglich.

Katastrophenfall im Berchtesgadener Land aufgehoben

Der Katastrophenfall ist nach dem verheerenden Hochwasser im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land wieder aufgehoben. Auch die Schulen und Kitas sollten am Dienstag nach Angaben des Landratsamtes wieder regulär öffnen.

Wasserfluten und Erdrutsche hatten manche Orte in der beliebten deutschen Urlaubsregion rund um Watzmann und Königssee am Wochenende regelrecht verwüstet.

Mehr als 160 Menschen mussten Rettungskräfte aus ihren Häusern in Sicherheit bringen. Hänge rutschten ab, Teile von Strassen brachen weg, Bahngleise wurden verschüttet oder überflutet. Häuser liefen voll Wasser, manche drohten einzustürzen.

Merkel besucht erneut Katastrophengebiete

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht sich an diesem Dienstag (11.55 Uhr) ein Bild von der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen. Zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der zugleich Unionskanzlerkandidat ist, kommt sie nach Bad Münstereifel. Der Ort im Kreis Euskirchen ist von dem Unwetter der vergangenen Tage heftig betroffen. Merkel spricht mit Vertretern von Hilfsorganisationen sowie Helferinnen und Helfern. Nach einem Treffen mit betroffenen Bürgern steht ein Gang durch das Gebiet auf dem Programm.

Angela Merkel wird am Dienstag erneut Katastrophengebiete besuchen. (Archivbild: Key)

Merkel war am Wochenende in Rheinland-Pfalz und hatte sich dort mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ein Bild von der Lage im Hochwassergebiet rund um Adenau gemacht. Der Bundespräsident war bereits am Samstag nach NRW gekommen: Frank-Walter Steinmeier hatte sich auf Einladung von Laschet die Situation im vom Hochwasser zerstörten Erftstadt angeschaut. Dort hatte im Stadtteil Blessem ein gewaltiger Erdrutsch Strassen und Häuser mitgerissen. Die Abbruchkante am Rand des Kraters galt zuletzt weiter als Risikozone.

Mehr dazu hier.

Fast 2 Milliarden Euro Schaden an Bahn und Strassen

Die durch die Hochwasser-Katastrophe bei der Bahn und an den Strassen angerichteten Schäden liegen nach ersten Schätzungen des deutschen Verkehrsministeriums bei fast 2 Milliarden Euro.

Allein im Schienennetz der Deutschen Bahn und an den Bahnhöfen seien demnach Schäden von rund 1,3 Milliarden Euro entstanden, berichtete die «Bild»-Zeitung (Dienstagausgabe). Es seien viele Strecken betroffen und teils auf bis zu 25 Kilometer Länge von den Wassermassen unterspült worden.

Bahngleise wurden in Altenahr vom Hochwasser unterspült. Die Schäden an Bahn und Strasse belaufen sich auf fast zwei Millionen. (Bild: Key)

Auch an Strassen und Autobahnen seien Schäden in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro entstanden, hiess es in dem Bericht weiter unter Berufung auf interne Schätzungen des Ministeriums

Europäisches Frühwarnsystem EFAS warnte Deutschland vier Tage zuvor

Klare Hinweise, die im Rahmen des europäischen Frühwarnsystems EFAS bereits vier Tage vor den ersten Überschwemmungen herausgegeben wurden, seien offenbar nicht bei der Bevölkerung angekommen, sagte Hannah Cloke von der Universität Reading der «Sunday Times».

Die Forscherin war am Aufbau von EFAS (European Flood Awareness System) beteiligt, das nach den verheerenden Überschwemmungen an Elbe und Donau im Jahr 2002 gegründet wurde. Mithilfe meteorologischer und hydrologischer Daten sowie anhand von Computer-Modellen werden dabei Überschwemmungen und Sturzfluten vorhergesagt. Ziel ist es, Zeit zu gewinnen, um die Bevölkerung besser zu schützen.

Mehr dazu hier.

Debatte über Katastrophenschutz

Sinkende Pegelstände und fortschreitende Aufräumarbeiten auf der einen Seite, eine Debatte über Versäumnisse beim Bevölkerungsschutz und politische Konsequenzen auf der anderen: Während sich die Lage in den Hochwassergebieten in Deutschland beruhigt, nimmt die politische Debatte über Folgen für Katastrophen- und Klimaschutz Fahrt auf.

Mehrere Spitzenpolitiker forderten am Montag Änderungen vor allem auf Bundesebene. Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, sprach sich dafür aus, dass der Bund eine grössere koordinierende Rolle bei überregionalen Katastrophen wie Fluten oder Waldbränden bekommt. «Der zweite Punkt ist, dass wir Klimaanpassungsmassnahmen brauchen», sagte sie im ARD-«Morgenmagazin». CSU-Chef Markus Söder betonte in der Sendung: «Wir brauchen schon einen Klima-Ruck in Deutschland.»

Im «Spiegel» sagte Baerbock: «Hilfe funktioniert nur, wenn alles ineinander greift. Dafür braucht es eine Instanz, die alle Kräfte bündelt, die schnellstmöglich aus ganz Deutschland oder EU-Nachbarstaaten Hubschrauber oder Spezialgeräte zusammenzieht.»

Verschiedene Ebenen und Akteure müssten schneller koordiniert werden, gerade wenn Ereignisse mehrere Bundesländer betreffen oder nicht mehr durch die regionalen Einsatzkräfte bewältigt werden könnten. «Dazu muss das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mit einer Zentralstellenfunktion ausgestattet werden, wie wir sie in der Polizeiarbeit vom Bundeskriminalamt kennen», so Baerbock.

Kritik am Bevölkerungsschutz

Der Bundestagsfraktionsvize der liberalen FDP, Michael Theurer, sieht derweil schwere Versäumnisse beim Bevölkerungsschutz. «Die rechtzeitigen Warnungen der Meteorologen sind weder von den Behörden noch vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk hinreichend an die Bürgerinnen und Bürger kommuniziert worden», sagte er der Nachrichtenagentur DPA.

Auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier forderte am Sonntag im «Bild live»-Politiktalk «Die richtigen Fragen» Aufklärung, ob der Katastrophenschutz ausreichend funktioniert habe. Es gehe nicht um Schuldzuweisungen.

«Die Menschen müssen jetzt mit allen Krankheiten rechnen»

In den von Unwettern getroffenen Gebieten in Deutschland vermischen sich Trink- und Abwasser, weil fast das gesamte Abwassersystem zerstört sei. Dies berichtet die «Bild»-Zeitung. «Damit ist die grosse Gefahr gegeben, dass sich die Leute an nahezu allem anstecken können, rein theoretisch können da sogar Cholera und Poliomyelitis dabei sein», sagt Hygieniker Klaus-Dieter Zastrow. «Man muss mit allen Krankheiten rechnen.» Die Versorgung mit Trinkwasser sei jetzt äusserst wichtig.

Hochwasserlage in Bayern entspannt sich etwas

In Passau (Bayern) lag der Pegelstand der Donau am frühen Montagmorgen bei 8,18 Metern und damit unterhalb der höchsten Hochwasserwarnstufe von 8,50 Metern. Von katastrophalen Zuständen sei man zum Glück noch entfernt, sagte ein Polizeisprecher.

Auch aus anderen Regionen kamen gute Nachrichten. Im Tagesverlauf will Innenminister Horst Seehofer die von der Flutkatastrophe und grossen Zerstörungen besonders betroffenen Gebiete in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen (NRW) und Rheinland-Pfalz besuchen.

Die Zahl der bestätigten Todesopfer wegen der verheerenden Überflutungen in Deutschland war am Wochenende auf fast 160 gestiegen. Es ist die schwerste Hochwasserkatastrophe seit Jahrzehnten in dem Land. Viele Häuser, Strassen und Brücken liegen in Trümmern. Feuerwehr, Hilfsdienste und die Bundeswehr sind im Einsatz.

(Bild: Keystone)

Anlass zur Hoffnung geben zudem die Wetteraussichten: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagte zum Wochenstart für die Nordhälfte «nur selten ein paar Tropfen» voraus. Auch in der Südhälfte sei es oft freundlich. Nur südlich der Donau sind laut Prognose nachmittags einzelne Gewitter möglich, örtlich allerdings auch mit Starkregen.

Merkel verspricht Hochwasseropfern Hilfe - Unwetter auch in Bayern

Nach den verheerenden Unwettern in Westdeutschland hat sich Kanzlerin Angela Merkel bei einem Besuch im Katastrophengebiet erschüttert gezeigt und schnelle Hilfen versprochen. Es herrsche eine «surreale, gespenstische Situation», sagte die CDU-Politikerin am Sonntag nach einem Rundgang durch die Eifelgemeinde Schuld, wo die Fluten Trümmerberge und zerstörte Häuser hinterliessen. «Die deutsche Sprache kennt kaum ein Wort für die Verwüstungen, die hier angerichtet wurden.» Anschliessend besuchte sie mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) den nahe gelegenen Ort Adenau, der ebenfalls schwer getroffen wurde.

Die Zahl der bestätigten Todesopfer in Deutschland stieg am Wochenende auf fast 160. Während die Wassermassen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen vielerorts zurückgingen und die Aufräumarbeiten laufen, verursachten heftige Regenfälle in Südostbayern, in der Sächsischen Schweiz und in Österreich weitere Überschwemmungen und Erdrutsche. Sie hatten aber nicht die Ausmasse wie im Westen.

«Kaum Worte für die Verwüstung, die hier angerichtet ist»: Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht bei ihrem Besuch in den zerstörten Gebieten in Rheinland-Pfalz von «gespenstischen Bildern». (Bild: Keystone)

Merkel und Dreyer machten sich vor Ort ein Bild der Lage und redeten mit Einsatzkräften und Anwohnern. Schuld im Ahrtal und auch das knapp zehn Kilometer entfernte Adenau waren von Wasser-, Schlamm- und Trümmermassen erfasst worden. Merkel sagte auf der gemeinsamen Pressekonferenz, Deutschland sei ein starkes Land und könne sich die kurz- und mittelfristigen Hilfen leisten. «Wir stehen an Ihrer Seite.» Zudem werde man das Klima und die Natur stärker in den Blick nehmen.

Die Hochwasserkatastrophe ist die schwerste in Deutschland seit Jahrzehnten. Im Kreis Ahrweiler, in dem auch Schuld und Adenau liegen, sind nach Polizeiangaben 110 Todesopfer zu beklagen, während die Zahl in NRW auf 46 stieg. Zudem kam mindestens ein Mensch in Oberbayern ums Leben.

Merkel besuchte die überfluteten Gebiete zusammen mit der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD, 2. von rechts). (Bild: Keystone)

Vor allem im Westen Deutschlands hatte es Mitte der Woche ungewöhnlich heftig geregnet. Zum Teil gab es innerhalb von 24 Stunden so viel Niederschlag wie sonst in ein oder zwei Monaten. Viele Häuser, Strassen und Brücken liegen in Trümmern. Auch der Bahnverkehr ist vielerorts unterbrochen.

Nach wie vor gibt es Vermisste. So suchen in Erftstadt westlich von Köln zahlreiche Menschen nach ihren Angehörigen. Bisher wurden nach Angaben der Stadt bei der «Personenauskunftsstelle» 34 Menschen gemeldet, deren Aufenthaltsort ungewiss ist. Noch am Samstag lag die Zahl bei 59. Im Stadtteil Blessem, wo die Lage weiter angespannt war, wollten Fachleute die Stabilität des Untergrunds prüfen. Dort war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden. Mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil einer Burg stürzten ein.

Rückschlag an der Steinbachtalsperre südwestlich von Bonn

Einen Rückschlag gab es an der Steinbachtalsperre südwestlich von Bonn. Dort fliesst das Wasser langsamer als erwartet ab. Erst am Montag wollen Fachleute entscheiden, wann die Menschen in den evakuierten Gebieten in ihre Häuser zurückkehren dürfen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach am Samstag bei einem Besuch in Erftstadt von Schäden, «die unsere Vorstellungskraft übersteigen». Er informierte sich zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) über die Lage. Auch Laschet versprach Direkthilfe und sagte zu, dass «sehr unbürokratisch Geld ausgezahlt» werde.

Die Hochwasserkatastrophe ist die schwerste in Deutschland seit Jahrzehnten. Im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz, in dem auch Schuld und Adenau liegen, sind nach Polizeiangaben 110 Todesopfer zu beklagen, während die Zahl in NRW auf 46 stieg. Zudem kam mindestens ein Mensch in Oberbayern ums Leben.

Soforthilfen in dreistelliger Millionenhöhe

Nach Worten von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) geht es um Soforthilfen in dreistelliger Millionenhöhe. «Es braucht einen nationalen Kraftakt», sagte er der «Bild am Sonntag». Am Mittwoch will der Vizekanzler im Kabinett zwei Dinge behandeln: «Erstens eine Soforthilfe, bei der letzten Flut waren dafür deutlich mehr als 300 Millionen Euro nötig. Da wird jetzt sicher wieder so viel gebraucht.» Zudem geht es nach seinen Worten um die Grundlage für ein Aufbauprogramm, um Häuser, Strassen und Brücken zügig zu reparieren. «Wie wir von der vorherigen Katastrophe wissen, geht es um Milliarden Euro.» Merkel kündigte an, dass Geld über die Länder verteilt wird.

Im Hochwassergebiet im Berchtesgadener Land waren nach offiziellen Angaben rund 900 Hilfskräfte in den besonders betroffenen Orten im Einsatz. Heftige Regenfälle hatten am Samstagabend den Fluss Ache über die Ufer treten und Hänge abrutschen lassen. Zwei Menschen kamen ums Leben. Ein Opfer starb dem Landkreis zufolge an einer natürlichen Ursache. Aber auch das könne mit dem Unwetter zusammenhängen.

«Wir lassen da niemanden allein»

Betroffen waren vor allem die Orte Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau am Königssee, Marktschellenberg und Ramsau. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sicherte den vom Hochwasser betroffenen Menschen Hilfe und Unterstützung zu. «Wir lassen da niemanden allein, ganz sicher nicht», sagte er bei einem Besuch mit Bundesfinanzminister Scholz in Schönau am Königssee. Unabhängig von in Aussicht gestellten Hilfen des Bundes werde man auch in Bayern überlegen, wie man helfen könne.

Immense Regenfälle verursachten am Samstag auch in Teilen Sachsens Überschwemmungen und Erdrutsche. Örtlich fielen innerhalb von 24 Stunden mehr als 100 Liter pro Quadratmeter. In der Sächsischen Schweiz waren mehrere Ortslagen von Städten und Gemeinden vorübergehend nicht erreichbar. Am Sonntag entspannte sich die Lage.

Papst Franziskus betete unterdessen für die Betroffenen des Hochwassers in mehreren Ländern. «Der Herr möge die Verstorbenen aufnehmen und die Familien trösten», sagte das katholische Kirchenoberhaupt vor Hunderten Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom.

Bobbahn in Königssee schwer beschädigt

Die heftigen Unwetter der letzten Tage haben in Deutschland auch die Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt. Wie Bilder zeigten, wurden Teile der bayrischen Weltcup-Bahn von den Wassermassen weggerissen und zerstört. Das genaue Ausmass der Beschädigung war zunächst unklar.

Bundeskanzlerin Merkel im Eifel-Katastrophengebiet eingetroffen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Sonntag zu einem Besuch in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz eingetroffen. Gegen Mittag war Merkel in der Eifelgemeinde Schuld, die besonders schwer von der Flutkatastrophe getroffen worden war.

Der Ortsbürgermeister von Schuld, Helmut Lussi, begrüsste Merkel. Die Kanzlerin wolle sich vor Ort ein Bild von der Lage machen, hiess es im Vorfeld. Begleitet wurde sie unter anderem von der Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und weiteren Ministern der Landesregierung.

Merkel sprach mit Einsatzkräften und Betroffenen. Sie fragte die Helfer, ob sie genug Schlaf bekämen, wie die Trinkwasserversorgung klappe, was ihre grössten Probleme seien, auch wie es ihnen persönlich gehe. «Einen Kollegen hat es ganz schwer getroffen, da ist das ganze Haus weg», sagte einer der Feuerwehrmänner. «Haben Sie noch etwas, was Sie uns mitgeben wollen?», fragte Merkel am Ende des Gesprächs.

Gegen 14 Uhr stieg die Kanzlerin in ein Auto, um in weitere Eifel-Orte zu fahren. Für den Nachmittag war ein Pressestatement in Adenau geplant. Die Unwetterkatastrophe im Landkreis Ahrweiler hat bislang 110 Todesopfer gefordert, 670 Menschen wurden verletzt.

Bundespolitiker kündigen Soforthilfe an

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), der am Samstag mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Katastrophengebiet in Erftstadt besucht hatte, versprach den Betroffenen Direkthilfe und sagte zu, dass «sehr unbürokratisch Geld ausgezahlt» werde. Steinmeier hatte zu Solidarität und Spenden aufgerufen. Für Montag hat sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in NRW und Rheinland-Pfalz angekündigt.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) stellte Soforthilfen in dreistelliger Millionenhöhe in Aussicht. «Es braucht einen nationalen Kraftakt», sagte er der «Bild am Sonntag». Am Mittwoch will der Vizekanzler im Kabinett zwei Dinge auf den Tisch legen: «Erstens eine Soforthilfe, bei der letzten Flut waren dafür deutlich mehr als 300 Millionen Euro nötig. Da wird jetzt sicher wieder so viel gebraucht», erläuterte Scholz. «Zweitens müssen wir die Grundlage für ein Aufbauprogramm schaffen, damit die zerstörten Häuser, Strassen und Brücken zügig repariert werden. Wie wir von der vorherigen Katastrophe wissen, geht es um Milliarden Euro.»

Union-Kanzlerkandidat Armin Laschet verspricht den Betroffenen der Fluten Direkthilfe. (Bild: Keystone)

Im Hochwassergebiet im Berchtesgadener Land waren nach offiziellen Angaben 890 Hilfskräfte in den besonders betroffenen Orten im Einsatz. Einsatzleiter Anton Brandner sprach von dramatischen Szenen. Heftige Regenfälle hatten am Samstagabend den Fluss Ache über die Ufer treten und Hänge abrutschen lassen. Zwei Menschen kamen ums Leben. Ein Opfer starb dem Landkreis zufolge an einer natürlichen Ursache. Aber auch das könne mit dem Unwetter zusammenhängen.

Betroffen waren vor allem die Orte Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau am Königssee, Marktschellenberg und Ramsau. Feuerwehr und andere Hilfskräfte mussten zu bis zu 500 Einsätzen ausrücken – auch um Menschenleben zu retten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) wollten Regierungskreisen zufolge am Nachmittag in die Hochwasserregion fahren, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Am Morgen reichte das Unwettergebiet bis nach Passau.

Weiterhin Vermisste in Erftstadt

In Erftstadt westlich von Köln suchen zahlreiche Menschen noch nach ihren Angehörigen. Bisher wurden nach Angaben der Stadt bei der «Personenauskunftsstelle» 59 Menschen gemeldet, deren Aufenthaltsort ungewiss ist. 16 davon kämen aus Erftstadt. Im Stadtteil Blessem wollen Fachleute am Sonntag die Stabilität des Untergrunds prüfen. Sie sollen nach Angaben der Stadt die Abbruchkanten eines Erdrutsches untersuchen. Die Lage sei unverändert angespannt. In Blessem war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden. Mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der Burg stürzten ein.

Einen Rückschlag gab es bei Euskirchen an der Steinbachtalsperre südwestlich von Bonn. Dort fliesst das Wasser langsamer als erwartet ab. Deshalb sollten Experten am Sonntag die Lage des von einem Bruch bedrohten Staudamms neu bewerten, wie die Bezirksregierung Köln mitteilte. Eigentlich hatten die Behörden gehofft, am Sonntagnachmittag Entwarnung geben zu können. Aus der Talsperre wird Wasser abgelassen, um Druck von dem Damm zu nehmen.

Erftstadt wurde von den Überschwemmungen sehr hart getroffen. (Bild: Keystone)
Merkel besucht Hochwasseropfer – Schwere Unwetter auch in Bayern

Vier Tage nach den verheerenden Unwettern in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 150 gestiegen. Allein im Kreis Ahrweiler kamen nach Polizeiangaben mindestens 110 Menschen ums Leben, 670 wurden verletzt. In Nordrhein-Westfalen lag die Zahl der bestätigten Todesopfer bis Sonntagmittag bei 46, darunter vier Feuerwehrleute.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte die besonders betroffene Eifel am Sonntagmittag besuchen. Während sich dort und im Südwesten von NRW die Wassermassen vielerorts zurückgezogen haben, sorgten neue Regenfälle in Südostbayern, der Sächsischen Schweiz und Österreich für Überschwemmungen. Besonders betroffen ist das Berchtesgadener Land. «Fahrzeuge auf den Strassen wurden zum Spielball der Wassermassen», berichtete ein Einsatzleiter. Für Sonntag ist dort weiterer starker Regen vorhergesagt.

Merkel wird den Planungen zufolge zunächst die Eifelgemeinde Schuld besuchen, die besonders schwer verwüstet wurde. Danach (14:30 Uhr) ist ein Pressestatement mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in Adenau etwa 50 Kilometer westlich von Koblenz geplant.

In der Region wird weiter nach Toten und Verletzten gesucht, so dass sich die Opferzahl noch weiter erhöhen könnte. Strom- und Telefonleitungen sind teils unterbrochen. Bei der schwersten Hochwasserkatastrophe in Deutschland seit Jahrzehnten wurden viele Häuser zerstört. Brücken, Strassen und Bahnstrecken liegen in Trümmern.

Grosses Aufräumen: In der Ortschaft Schuld in Rheinland-Pfalz bleibt nach den Fluten eine riesige Zerstörung zurück. (Bild: Keystone)
Lage in Hallein in Österreich weiter angespannt – Millionenschaden

Die Lage in Hallein in Österreich ist nach den sintflutartigen Regenfällen weiter angespannt. Die Behörden seien dabei, tiefer gelegene Teile der Stadt gegen eine neuerliche Überflutung zu sichern, sagte ein Sprecher am Sonntag. Mehrere Dutzend Bewohner einer Siedlung in einem Stadtteil mussten vorsorglich ihre Wohnungen räumen.

Zugleich seien Aufräumarbeiten in der Altstadt im Gange. «Wir gehen von einem Millionenschaden aus», so der Stadtsprecher. Einige Gebäude sowie Teile der Infrastruktur seien schwer beschädigt. Zum Glück werde nach bisherigen Erkenntnissen niemand vermisst oder sei verletzt worden.

Wassermassen hatten am Samstagabend Teile der Altstadt von Hallein nahe Salzburg überflutet. Ein Bach hatte sich zu einem reissenden Strom entwickelt. Auch in Kufstein in Tirol standen am Sonntag Teile der Stadt unter Wasser.

Laschet entschuldigt sich nach Lachern im Krisengebiet

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet wurde dabei gefilmt, wie er im Flutkatastrophengebiet scherzt. Nach einem Shitstorm entschuldigte er sich. Die ganze Geschichte gibt es hier.

Nach Stark- und Dauerregen weiter Hochwassergefahr im Osten Bayerns

Die Hochwasserlage in Teilen Bayern bleibt angespannt. Betroffen war am Sonntagmorgen besonders der Osten Bayerns vom Berchtesgadener Land bis Passau. Ergiebiger Stark- und teils Dauerregen hatte am Alpenrand sowie im Bayerischen Wald die Wasserstände massiv ansteigen lassen. Im Laufe des Sonntags sollte der Regen in den betroffenen Regionen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) weniger werden.

Im niederbayerischen Passau stiegen die Wasserstände der Flüsse stündlich weiter an. Die Polizei schleppte vorsorglich Autos an Parkplätzen an der Donau ab, wie eine Sprecherin am Sonntag sagte. An der Donau im Bereich Passau gebe es aktuell Überschwemmungen der Meldestufe 3. Hier sei der Scheitel im Laufe des Tages erreicht. Die Wasserstände würden aber noch bis Montag auf diesem Niveau bleiben.

Israels Präsident kondoliert nach Flutkatastrophe und bietet Hilfe an

Nach der Flutkatastrophe in Deutschland mit mehr als 150 Toten hat Israels neuer Präsident Izchak Herzog sein Beileid ausgesprochen und Hilfe angeboten. In einem Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb Herzog, er übermittle im Namen des Volkes Israel «in dieser Zeit der Zerstörung und des Verlusts unsere Freundschaft und Unterstützung des deutschen Volkes», wie eine Sprecherin am Sonntag bestätigte.

Israels Präsident kondoliert nach Flutkatastrophe Deutschland und bietet Hilfe an. (Bild: Keystone)

Herzog teilte mit, er unterstütze Steinmeiers Überzeugung, dass der Kampf gegen den Klimawandel der richtige Weg sei, um solche Naturkatastrophen in Zukunft zu verhindern. «Israel ist ein Partner bei jeder Bemühung oder Initiative, die darauf abzielt, sich dieser dringenden Herausforderung zu stellen.»

Der Staat Israel stehe fest an Deutschlands Seite, «und wir sind bereit, in jeder möglichen Weise zu helfen». Steinmeier war zu Monatsbeginn zu einem Staatsbesuch in Israel gewesen. Er traf dabei den neuen Präsidenten Herzog und verabschiedete sich von dessen Vorgänger Reuven Rivlin.

Mindestes 110 Menschen sterben bei Hochwasserkatastrophe in Ahrweiler

Nach der Hochwasserkatastrophe im Kreis Ahrweiler in Reinland-Pfalz hat sich die Zahl der Todesopfer bis Sonntagmorgen auf 110 erhöht. Ebenso wurden 670 Personen verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die Zahl der Toten und Verletzten könnte sich aber weiter erhöhen. In einer Vielzahl der umliegenden Gemeinden gibt es auch weiterhin weder Strom noch Telefonempfang. Ebenso sind weiterhin eine Vielzahl der Strassen im Ahrtal gesperrt.

Mittlerweile 110 Tote zählen die Behörden im Kreis Ahrweiler. (Bild: Keystone)
Zwei Tote im Hochwassergebiet in Bayern

Überflutete Strassen, Erdrutsche, evakuierte Häuser und möglicherweise zwei Todesopfer – nach starkem Regen hat der Landkreis Berchtesgadener Land in Oberbayern am späten Samstagabend den Katastrophenfall ausgerufen. Zwei Menschen starben in dem Hochwassergebiet. Es sei bei einem Todesfall aber noch unklar, ob der dieser in Zusammenhang mit dem Hochwasser stehe, sagte die Sprecherin des Landratsamt Berchtesgadener Land, Alexandra Rothenbuchner. Auch in der Sächsischen Schweiz gingen gewaltige Regenmassen nieder.

Die Feuerwehr war seit Samstagabend in dem Landkreis mit rund 500 Einsatzkräften nach sintflutartigem Regen im Dauereinsatz. Das Wasser schiesse aus den Bergen, gleichzeitig stiegen die Pegelstände des Flusses Ache an.

Betroffen waren vor allem die Orte Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau am Königssee, Marktschellenberg und Ramsau im äussersten Südosten Bayerns. Dort trat das Wasser stellenweise über die Ufer und überflutete Strassen. Hänge rutschten ab. Rund 65 Personen wurden evakuiert.

Medien berichteten von Rekord-Pegelständen an der Ache – bis 22.00 Uhr lagen sie schon bei etwa 3,75 Metern. Bilder zeigen Strassen, die sich in reissende Bäche verwandeln. Menschen waten knietief im Wasser. Alle paar Hundert Meter sei die Feuerwehr im Einsatz, berichtet ein Augenzeuge. Traktoren räumten Schutt beiseite. Zum Teil stehe das Wasser bis zu 50 Zentimeter hoch.

Ebenso ist in Chamerau in der Oberpfalz der Rossbach wegen Starkregens über die Ufer getreten. Ein Gebäude sei mit Sandsäcken vor den Wassermassen geschützt worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Im gesamten Landkreis gab es fünf weitere Einsätze der Feuerwehr aufgrund von vollgelaufenen Kellern oder überschwemmten Strassen.

Regenmassen sorgen für Überflutungen in Sachsen

Immense Regenfälle haben am Samstag in Teilen Sachsens heftige Überschwemmungen verursacht. In der Sächsischen Schweiz waren mehrere Ortslagen von Städten und Gemeinden nicht mehr erreichbar.

Besonders betroffen seien Neustadt, Sebnitz, Bad Schandau, Reinhardtsdorf-Schöna und Gohrisch, informierte das Landratsamt am Abend. Die Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und dem tschechischen Dečin wurde gesperrt. «Die Situation ist angespannt, aber beherrschbar», erklärte das Lagezentrum des Innenministeriums in Dresden auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Auskunft des Landeshochwasserzentrums hatte es im Einzugsgebiet der Kirnitzsch und der Sebnitz innerhalb von 24 Stunden teils mehr als 100 Liter pro Quadratmeter geregnet. In Lichtenhain-Mittelndorf seien es 110 Liter, in Weifa 104 Liter gewesen. Daraufhin waren die Wasserstände zahlreicher Flüsse rapide angeschwollen. So wurde an der Polenz die Alarmstufe 4 überschritten, in den Unterläufen der Kirnitzsch, der Sebnitz und des Lachsbaches habe es einen «extremen Wasserstandsanstieg» gegeben. «Es sind starke Überschwemmungen zu erwarten», hatten die Experten am Abend gewarnt.

Die regionale Leitstelle in Dresden sprach von mehr als 250 Einsätzen seit dem Nachmittag. In der Sächsischen Schweiz seien Strassen und Keller überflutet worden sowie Hänge abgerutscht. Neben kleineren Flüssen, die extrem angeschwollen seien, habe sich das viele Wasser an Hängen hinab den Weg gebahnt, hiess es. Von Verletzten oder grösseren Evakuierungen war vorerst nichts bekannt.

Sintflutartiger Regen in Wien

Sintflutartige Regenfälle haben in der Nacht zum Sonntag auch weitere Teile Österreichs erfasst. Sowohl in Salzburg als auch in Tirol und der Bundeshauptstadt Wien waren die Feuerwehren im Dauereinsatz, wie die Agentur APA meldete. Im Stadtgebiet von Hallein sei Zivilschutzalarm ausgelöst worden, ebenso wie in Mittersill im Pinzgau sowie in Kufstein in Tirol. In der Stadt Salzburg wurde der Hochwasserschutz entlang der Salzach aufgebaut

In Hallein überfluteten die Wassermassen Teile der Altstadt. Ein Bach hatte sich am Abend zu einem reissenden Strom entwickelt, bestätigte die Polizei am Samstag entsprechende Videos, die im Internet zu sehen waren. Nach Angaben der Feuerwehr lagen am späten Abend keine Meldungen über Vermisste, Verletzte oder gar Tote vor.

In Kufstein werden die Menschen aufgefordert, Gebäude nicht zu verlassen und sich in höhere Stockwerke zurückzuziehen. Im Stadtgebiet erreichte das Wasser der Zulaufbäche des Inns bereits die Strassen. Wegen möglicher Erdrutsche wurde ein Teil der Felbertauernstrasse gesperrt.

In Wien sorgten starker Regen und Gewitter für Hochbetrieb bei den Feuerwehren. Meist wurden die Feuerwehrleute wegen überfluteter Keller oder Unterführungen gerufen, bis zum Sonntagmorgen berichtete die Berufsfeuerwehr von über 500 Einsätzen.

Regenmassen sorgen für Überschwemmungen in der Sächsischen Schweiz

In Deutschland haben extreme Regenfälle von teils mehr als 100 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden am Samstag in der Sächsischen Schweiz zu Überflutungen geführt. Einzelne Ortslagen seien nicht mehr erreichbar, teilte das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Abend mit.

Besonders betroffen seien Neustadt, Sebnitz, Bad Schandau, Reinhardtsdorf-Schöna und Gohrisch. Die Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und dem tschechischen Dečin wurde gesperrt. «Die Situation ist angespannt, aber beherrschbar», erklärte das Lagezentrum in Sachsens Innenministerium am Abend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

 

Auch in der Sächsischen Schweiz kam es am Samstagabend zu Überflutungen. (Bild: Keystone)

Das Landratsamt mahnte dringend, Keller, Tiefgaragen und Unterführungen zu meiden. Zudem könnten überflutete Strassen und Wege grosse Gefahren darstellen.

Nach Angaben des Landeshochwasserzentrums wurde am Abend am Pegel Neustadt 1 an der Polenz die Alarmstufe 4 überschritten. In den Unterläufen der Kirnitzsch, der Sebnitz und des Lachsbaches habe es einen «extremen Wasserstandsanstieg» gegeben. «Es sind starke Überschwemmungen zu erwarten», warnten die Experten.

Katastrophenfall in Oberbayern nach starkem Regen ausgerufen

Der Landkreis Berchtesgadener Land hat wegen Hochwassers den Katastrophenfall ausgerufen. Es gebe sehr viele Murenabgänge, die Feuerwehr sei überlastet, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Traunstein am späten Samstagabend. Betroffen seien vor allem die Orte Berchtesgaden und Bischofswiesen im Südosten Bayerns. Einzelne Häuser seien schon geräumt worden. Die Bevölkerung sei aufgerufen, Keller zu verlassen und die Strassen zu meiden, da über diese viel Wasser schiesse.

Dramatische Lage in Oberbayern nach starkem Regen

Häuser evakuiert, Erdrutsche, überflutete Strassen, voll gelaufene Keller – in Oberbayern ist die Feuerwehr nach starkem Regen seit Samstagabend im Dauereinsatz. Die Lage sei dramatisch, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Traunstein.

Betroffen seien vor allem die Orte Berchtesgaden und Bischofswiesen im äussersten Südosten Bayerns. Dort schiesse das Wasser aus den Bergen, gleichzeitig stiegen die Pegelstände des Flusses Ache an. Wegen abrutschender Hänge seien schon einzelne Häuser geräumt worden. Der Landkreis koordiniere ab sofort den Einsatz. Die Menschen in den Orten seien dazu aufgerufen worden, ihre Keller nicht mehr zu betreten.

«Es kommen ständig Notrufe rein», sagte ein Polizeisprecher in Rosenheim. Im Landkreis Berchtesgadener Land seien sämtliche Feuerwehren gefordert. «Die Lage ist unübersichtlich», sagte der Sprecher. «Es regnet stark.» Bundesstrassen seien überflutet oder wegen Murenabgängen gesperrt worden.

Reissende Flut wälzt sich durch Hallein in Österreich

Nach sintflutartigen Regenfällen sind in Österreich Teile der Innenstadt von Hallein bei Salzburg überflutet. Ein Bach hat sich zu einem reissenden Strom entwickelt, bestätigte die Polizei am Samstag entsprechende Videos, die im Internet zu sehen sind.

«Die Situation ist sehr angespannt, teils dramatisch», sagte ein Polizeisprecher. Allerdings gebe es derzeit keine Hinweise auf Verletzte. Auf den Videos ist zu sehen, wie Autos von den Wassermassen mitgerissen werden.

Schon zuvor war die Bevölkerung aufgerufen worden, vorsichtig zu sein und die Keller nicht aufzusuchen. Auch in anderen Teilen der österreichischen Alpen ist die Situation angespannt. So musste rund um Kitzbühel die Feuerwehr zahlreiche Keller leer pumpen.

Zahl der Toten nach Überschwemmungen in Belgien steigt auf 27

Die Hochwasserkatastrophe in Belgien hat bislang 27 Menschen das Leben gekostet. «Leider müssen wir damit rechnen, dass diese Zahl in den nächsten Stunden und Tagen weiter ansteigen wird», teilte das Nationale Krisenzentrum des Landes am Samstag mit. Die Rettungskräfte setzten ihre Bemühungen vor Ort fort, nachdem die Regenfälle vielerorts am Freitag aufgehört hatten.

In Teilen der Provinz Flämisch-Brabant sei die Situation weiterhin kritisch, hiess es. In den Gemeinden Zoutleeuw und Rotselaar könnte sich die Lage am Nachmittag sogar noch verschlechtern, hiess es. In Rotselaar seien mehrere Häuser von den Fluten bedroht. Der Pegel der Demer habe einen kritischen Punkt erreicht.

Gemeinsam mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besuchte Ministerpräsident Alexander De Croo am Samstag betroffene Gemeinden, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Die EU-Behörde hat ihren Sitz in der Hauptstadt Brüssel.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, Mitte, begutachtet die Schäden nach einer Überschwemmung in Pepinster, Belgien, (Bild: Keystone)

In der besonders stark betroffenen Provinz Lüttich sind nach Angaben des Krisenzentrums die Sucharbeiten nahezu abgeschlossen. Der Wasserstand der Maas, der an vielen Stellen gefährlich hoch geworden war, gehe nun langsam zurück.

Der Pegelstand hatte zuvor Evakuierungen im Zentrum der Provinzhauptstadt Lüttich ausgelöst. Entgegen den Befürchtungen hielt der Deich bei der Stadt Maaseik in der Provinz Limburg den Wassermassen stand. Für die kommenden Tage sagte das Königliche Meteorologische Institut für grosse Teile des Landes trockenes und teils heiteres Wetter vorher.

Niederländer kämpfen weiter gegen Hochwasser entlang der Maas

Im Süden der Niederlande haben die Anwohner entlang der Maas am Samstag mit Sandsäcken und Schutzmassnahmen den Kampf gegen das Hochwasser fortgesetzt. Mit einem Absinken des Wassers wurde in Roermond am Sonntagmorgen und in Venlo am Sonntagabend gerechnet, teilten die Behörden mit.

Eine Frau von der freiwilligen Deichwache kontrolliert Sandsäcke entlang der Maas. (Bild: Keystone)

In Venlo an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen war am Freitag ein Krankenhaus mit 200 Patienten vorsorglich evakuiert worden. In der Stadt und umliegenden Orten wurden Tausende Menschen zum Verlassen ihrer Wohnungen aufgerufen. Zwar richteten die Fluten erhebliche materielle Schäden an, Berichte über Verletzte gab es aber nicht.

Unterdessen riefen die Behörden Schaulustige auf, zu Hause zu bleiben, und drohten mit Bussgeldern. Wie die Stadt Venlo mitteilte, überwachte die Polizei auch aus der Luft die evakuierten Gebiete und die Deiche.

Hochwassermenge in Gennep nach unten korrigiert

Weiter nördlich in Gennep wurde die erwartete Hochwassermenge inzwischen nach unten korrigiert. Die Flutwelle werde unter der des verheerenden Hochwassers von 1993 bleiben. So wie es jetzt aussehe, werde das Wasser innerhalb der Deiche bleiben, hiess es. Eine Schleuse an der aus dem Kreis Kleve einmündenden Niers sollte aber geschlossen werden. Nach dem Hochwasser 1993 waren in der Region entlang der Maas mit hohem Aufwand Deiche und Schutzbauten errichtet worden.

Trümmerfelder in Ahrweiler und Erftstadt - Sorge um Menschenleben

Mitten im Schlamm und Schmutz der Flutkatastrophe, zwischen den Autowracks und Möbelresten stehen viele Opfer vor den Trümmern ihrer Existenz. Sichtlich betroffen besucht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Samstag das Hochwassergebiet im Westen. Viele hätten «alles verloren, was sie sich ein Leben lang aufgebaut haben», sagt er. «Wir sehen Gemeinden, die von Verwüstung, von Zerstörung gezeichnet sind.» Den grössten Verlust hätten aber die zu tragen, die Familienangehörige, Freunde, Bekannte verloren haben. «Ihr Schicksal zerreisst uns das Herz.»

Rheinland-Pfalz besonders betroffen

Der Bundespräsident informierte sich zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) über die Lage in Erftstadt. Die 50’000-Einwohner-Stadt westlich von Köln ist neben dem Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz besonders von der Hochwasserkatastrophe betroffen.

Menschen räumen in Erftstadt von dem auf, was ihnen geblieben ist. Ein schwarzes Ledersofa, an dem noch der Schlamm der Wassermassen zu sehen ist, steht am Strassenrand. Sandsäcke, die längst nicht mehr gebraucht werden, sind vor Kellerfenstern getürmt. Eine Frau trägt einen Eimer und Putzlappen über die Strasse. An anderen Stellen wirkt zumindest Erftstadt so gesäubert, als wäre nichts geschehen.

In Ahrweiler versuchen Anwohner und Ladenbesitzer, ihre Häuser vom Schlamm zu befreien und unbrauchbare Möbel nach draussen zu bringen. (Bild: Keystone)
Baden-Württemberg - Suchen, retten, aufräumen - Nach der Flut werden die Folgen deutlich

Während sich die Wassermassen aus vielen Flutgebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz langsam zurückziehen, wird in den Trümmern der Katastrophengebiete weiterhin nach Todesopfern gesucht. Bis zum Samstagmittag stieg diese Zahl auf mehr als 130. Allein im Grossraum Ahrweiler kamen nach Angaben der Polizei über 90 Menschen ums Leben. Es sei zu befürchten, dass noch weitere hinzukämen, teilte die Polizei Koblenz mit. Hunderte Menschen wurden laut Polizei verletzt – auch diese Zahl könne noch steigen.

Für die ebenfalls besonders schwer betroffene Region um das nordrhein-westfälische Erftstadt befürchtet Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) ebenfalls Schlimmeres: «Wir gehen von mehreren Toten aus, wissen es aber nicht», hatte er am Freitag in Düsseldorf gesagt. Trotz mehrerer eingestürzter Häuser gab es bis zum Samstagmittag aber keine bestätigten Todesopfer in dem extrem unter Wasser stehenden Stadtteil Blessem.

Nordrhein-Westfalen, Erfstadt: Ein Drohnen Aufnahme zeigt das Ausmaß der Zerstörung nach dem Unwetter. (Bild: Keystone)

Skeptisch äusserte sich dort jedoch ein Kreissprecher: Da die Arbeiten der Rettungskräfte noch in vollem Gange seien, könne man nicht ausschliessen, noch Todesopfer zu finden, sagte er am Samstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Die Lage sei weiterhin angespannt. In Blessem südwestlich von Köln war es zu gewaltigen Erdrutschen gekommen, es bildeten sich Krater im Erdreich, drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein.

Zahl der Toten nach Hochwasserkatastrophe steigt auf über 130
Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands ist die Zahl der Toten auf mehr als 130 gestiegen. Die Polizei bezifferte allein die Zahl der Todesopfer im Grossraum Ahrweiler bis Samstagmorgen auf über 90. Es sei zu befürchten, dass noch weitere hinzukämen, teilte die Polizei Koblenz am Samstag mit. Insgesamt liege dem Polizeipräsidium die Meldung über 618 Verletzte vor. Auch diese Zahl könne sich noch weiter erhöhen. Mehr als zwei Tage nach dem Unglück werden immer noch Menschen vermisst. In Nordrhein-Westfalen gab es nach Angaben des NRW-Innenministeriums landesweit mindestens 43 Todesopfer und viele Verletzte.
Das sagen Deutsche Politiker zu der Katastrophe

Kanzlerkandidat Armin Laschet beklagte am Freitag eine «Flut-Katastrophe von historischem Ausmass». Es sei zu befürchten, dass die Opferzahlen weiter steigen. Seine Amtskollegin aus Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), nannte die Lage «weiterhin extrem angespannt in unserem Bundesland». Sie fügte in Trier hinzu: «Das Leid nimmt auch gar kein Ende.»

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock reiste nach dem Abbruch ihres Urlaubs in die Krisengebiete. Wie eine Sprecherin am Freitagabend mitteilte, will sich die Parteichefin vor Ort über die Lage der Menschen informieren. Dabei verzichte sie bewusst auf Pressebegleitung oder öffentliche Auftritte. Den Angaben zufolge traf Baerbock am Freitag in Mainz ein. Auf Twitter schrieb sie dazu: «Die Gespräche gehen unter die Haut. Nach wie vor sind nicht alle Orte erreicht, Menschen weiter abgeschnitten. Zugleich gibt es eine unglaubliche Solidarität zu helfen, Betroffene zu Hause aufzunehmen und zu unterstützen.» Für Samstag sind weitere Termine Baerbocks in Nordrhein-Westfalen angesetzt.

Handeln beim Klimaschutz gefordert

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung»: «Wir wissen, dass solche Extremwetterereignisse zunehmen werden. Daher brauchen wir entsprechende Anstrengungen beim Klimaschutz – in Deutschland, aber auch weltweit.» Die Akteure in Bund, Land, Städten und Kreisen sowie Hilfsorganisationen seien «leistungsfähig, aber für bundesweite Krisenszenarien brauchen wir einen verlässlichen Rahmen». Es dürfe nicht so weit kommen, dass das Leben an Flüssen und Küsten in Deutschland nicht mehr möglich sei.

Nach den Worten von Grünen-Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter muss Deutschland seine Massnahmen für den Klimaschutz verbessern. Er sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): «Studien zeigen, dass Ereignisse wie die verheerenden Hitzewellen in Nordamerika oder die Flutkatastrophe in Deutschland durch die Klimakrise wahrscheinlicher und heftiger werden. Wir müssen in allen Bereichen beim Klimaschutz draufsatteln.» Das EU-Klimapaket sei ein guter Startpunkt. «Jetzt müssen wir in Deutschland nachlegen und wirksame Klimaschutzmassnahmen ergreifen. Zugleich brauchen wir eine aktive Vorsorgepolitik, um uns an die neuen Klimarealitäten anzupassen» – also mehr und ökologischeren Hochwasserschutz, Flächenentsiegelung und hitzeangepasste Städte.

106 Tote, Hunderte Verletzt

Unterdessen gehen die Aufräumungs- und Rettungsarbeiten in den Katastrophengebieten weiter. Bis Freitagabend war noch offen, ob es in Erftstadt Todesopfer zu beklagen gibt. «Wir gehen von mehreren Toten aus, wissen es aber nicht», sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU). Bislang gibt es nach Angaben des NRW-Innenministeriums landesweit mindestens 43 Todesopfer und viele Verletzte. «Die Lage ist sehr unübersichtlich», sagte Reul.

Nach den zerstörerischen Fluten und dem Hochwasser mit mindestens 63 Toten in Rheinland-Pfalz gehen auch dort die Such- und Rettungsarbeiten weiter. Noch immer sind Tausende Rettungskräfte in der Eifel, wo in der Nacht zum Donnerstag die Wassermassen ganze Orte verwüstet hatten. Auch mehr als zwei Tage nach dem Unglück werden noch Menschen vermisst.

 

Noch immer werden in Deutschland zahlreiche Menschen vermisst. (Bild: Keystone)

Laut Frühwarnprognose des Landesamts für Umwelt Rheinland-Pfalz verringerte sich die Hochwassergefahr zuletzt. Nur für das Einzugsgebiet des Flusses Ahr und der Zuflüsse der Unteren Sauer bestanden noch Warnungen. Die Pegelständen sanken, zum Beispiel bei dem hart von Unwetter getroffenen Kordel im Landkreis Trier-Saarburg.

Noch immer viele Vermisste

Durch das Abfliessen der Wassermassen werden auch die von den Fluten angerichteten Schäden an Ahr und Mosel sichtbar. Zudem wurden mindestens 362 Menschen nach Polizeiangaben verletzt. Auch die Infrastruktur hat schweren Schaden genommen: In dem besonders stark betroffenen Landkreis Ahrweiler sind Strassen gesperrt und Brücken zerstört, der Zugverkehr ist in Rheinland-Pfalz wegen der Überflutungen weiterhin massiv beeinträchtigt.

Bis zum Freitagabend wurden in den beiden Bundesländern insgesamt 106 Todesopfer gezählt und zudem viele Menschen vermisst. Eine besonders dramatische Lage hatte sich in Erftstadt-Blessem südwestlich von Köln ergeben: Dort kam es zu gewaltigen Erdrutschen, es bildeten  sich Krater im Erdreich, drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein.

Anzahl der Toten in Rheinland-Pfalz steigt auf mindestens 90

Nach der Hochwasserkatastrophe im Grossraum Ahrweiler ist die Zahl der Todesopfer bis Samstagmorgen nach Polizeiangaben auf über 90 gestiegen. Es sei zu befürchten, dass noch weitere Todesopfer hinzukommen, teilte die Polizei am Samstagmorgen mit. Insgesamt liege dem Polizeipräsidium die Meldung über insgesamt 618 Verletzte vor. Auch diese Zahl könne sich noch weiter erhöhen. Auch mehr als zwei Tage nach dem Unglück werden noch Menschen vermisst.

In Rheinland-Pfalz ist der Kreis Ahrweiler Schwerpunkt der Katastrophe. Am Freitag hatte Innenminister Roger Lewentz (SPD) noch von 63 Todesopfern gesprochen. Die Zahl der Verletzten lag am Freitag noch bei 362.

Unter den Toten sind zwölf Bewohner einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung in Sinzig, an der Mündung der Ahr in den Rhein. «Das Wasser drang innerhalb einer Minute bis an die Decke des Erdgeschosses», sagte der Geschäftsführer des Landesverbands der Lebenshilfe Rheinland-Pfalz, Matthias Mandos. Die Nachtwache habe es noch geschafft, mehrere Bewohner in den ersten Stock des Wohnheims zu bringen. «Als er die nächsten holen wollte, kam er schon zu spät.» Am Freitag war an dem Gebäude eine etwa drei Meter hoch reichende Schlammschicht zu sehen, die über die Fenster des Erdgeschosses reichte.

Strom- und Telefonnetz fällt aus

In vielen Ortschaften sei weiterhin das Strom- und Telefonnetz ausgefallen. Angehörige, Freunde oder Bekannte, die jemanden vermissen, können sich unter der Rufnummer 0800 6565651 bei der Polizei melden. Die Hotline sei rund um die Uhr erreichbar und nehme jeden Hinweis entgegen.

Die Polizei war in der Nacht nach Angaben des Präsidiums mit vielen Einsatzkräften in den betroffenen Ortslagen im Einsatz. Durch das Unwetter seien viele Strassen im Ahrtal weiterhin gesperrt oder nicht mehr befahrbar. Die Polizei bittet darum, das Ahrtal weiträumig zu umfahren. Rettungswege müssen für Rettungskräfte frei gehalten werden.

Örtlich weitere Niederschläge

Die Wetterlage hat sich inzwischen entspannt. Es bleibt aber wechselhaft, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Daher könne es auch weiter zu örtlichen Gewittern mit Starkregen kommen. Erst am Wochenende sollen die Niederschläge aufhören.

Die Landesregierung beschloss die Einrichtung einer Stabsstelle Wiederaufbau. Die Bundesregierung will in der kommenden Woche über Aufbauhilfen für Bürger und Kommunen in den Überschwemmungsgebieten entscheiden.

Mindestens 14 Tote in Belgien

Mit Hochwasser haben auch Nachbarländer Deutschlands zu kämpfen. In Belgien kamen durch das Unwetter mindestens 14 Menschen ums Leben, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. In den Niederlanden rissen Fluten ein Loch in den Deich eines Kanals bei Maastricht, zahlreiche Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Auch in Belgien – hier ein Bild der Ortschaft Pepinster – kamen mehrere Menschen durch die Unwetter ums Leben. (Bild: Keystone)
Kanzlerin Merkel informiert sich per Videoschalte über Lage in NRW

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Freitagabend in einer Videokonferenz von der Koordinierungsgruppe des nordrhein-westfälischen Innenministeriums über die aktuelle Lage im Katastrophengebiet informieren lassen. Laut Mitteilung einer Sprecherin der Bundesregierung waren auch Ministerpräsident Armin Laschet und Innenminister Herbert Reul (beide CDU) beim Gespräch mit der Kanzlerin dabei. Merkel sicherte dabei kurz- und langfristige Unterstützung durch den Bund für die betroffenen Menschen in den Hochwassergebieten zu.

Deutscher Bundespräsident Steinmeier besucht am Samstag Erftstadt

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt am Samstag in den von der Unwetterkatastrophe besonders getroffenen Rhein-Erft-Kreis. Nach Angaben der NRW-Staatskanzlei besucht das Staatsoberhaupt am Mittag zusammen mit Ministerpräsident Armin Laschet Erftstadt, wo zahlreiche Häuser und Autos weggespült worden waren.

Steinmeier will sich in der Feuerwehrleitzentrale ein Bild von der aktuellen Lage machen und mit Rettungskräften sprechen. Ein Besuch Steinmeiers in den betroffenen Flutgebieten von Rheinland-Pfalz ist nach Angaben einer Sprecherin der Mainzer Staatskanzlei vom Freitagabend derzeit nicht geplant.

Einzelne Überflutungen in Deutschland weiterhin möglich

Das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz meldete bis Samstagmorgen zwar für fast das ganze Bundesland eine geringe Hochwassergefährdung. In der Region rund um Altenahr sowie in Teilen der Eifel seien aber noch immer vereinzelte Überflutungen möglich. In NRW wird mit fallenden Wasserständen gerechnet, dies werde aber teils nur langsam geschehen. Die Pegelstände bewegten sich oft noch oberhalb der Warnschwellen, so das Landesumweltamt.

Am Oberrhein wird das anhaltend starke Hochwasser die Schiffe nach Einschätzung des Wasserstrassen- und Schifffahrtsamts (WSA) in Freiburg noch mehrere Tage lang ausbremsen. «Nach derzeitiger Lage ist mit einer Freigabe für die Schifffahrt erst ab Anfang nächster Woche zu rechnen», teilte die Behörde am Freitag mit. Sie betreut die Wasserstrasse zwischen Weil am Rhein an der Grenze zur Schweiz und dem Bereich zwischen Mainz und Ginsheim (Hessen). Der Zugverkehr in NRW und Rheinland-Pfalz ist noch immer stark beeinträchtigt. Zahlreiche Strecken sind nach Angaben der Deutschen Bahn komplett gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar.

Fahnen in NRW auf halbmast – Spendenkonto in Rheinland-Pfalz

Zum Gedenken an die Opfer der Unwetterkatastrophe sollen die Fahnen an zahlreichen Gebäuden in Nordrhein-Westfalen bis Montag auf halbmast wehen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) ordnete am Freitag für alle Dienstgebäude des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände Trauerbeflaggung an. In Rheinland-Pfalz sollten am Freitag die Fahnen an allen Behörden auf halbmast gesetzt werden.

Angesichts der enormen Schäden richtete die Landesregierung in Rheinland-Pfalz ein Spendenkonto für Betroffene ein. Der Chemiekonzern BASF spendet eine Million Euro zur Hilfe in den betroffenen Hochwasser-Regionen, die katholischen Erzbistümer Paderborn und Köln kündigten an, jeweils 100’000 Euro zu spenden. Nach einem Aufruf der Stadt Bonn, Unterkünfte anzubieten, gingen Hilfsangebote für mehr als 1000 Betroffene ein. Auch die Stadt Köln stellte kurzfristig Unterkünfte für 80 Menschen aus Erftstadt bereit.

Stromausfälle in NRW und Rheinland-Pfalz

Im Westen Deutschlands waren auch am Freitagnachmittag noch rund 102’000 Menschen ohne Strom. Das Unwetter und die daraus entstandenen Überflutungen sorgten weiterhin für Ausfälle in der Stromversorgung in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, teilte der zum Eon-Konzern gehörende Energieversorger Westenergie in Essen mit.

Neben der Unterstützung von Einsatzkräften aus anderen Bundesländern helfen derzeit auch rund 900 Soldatinnen und Soldaten bei der Bewältigung der Katastrophe. Die Rettung von Menschenleben stehe dabei im Vordergrund, die Bundeswehr unterstütze aber auch mit Material, teilte die Streitkräftebasis in Bonn mit. Das Verteidigungsministerium hatte wegen der Notlage einen militärischen Katastrophenalarm ausgelöst. Damit könnten Entscheidungen von den Verantwortlichen am Ort schneller getroffen werden, so ein Sprecher.

Rheinland-Pfalz stellte als kurzfristige Unterstützung 50 Millionen Euro bereit, um etwa Schäden an Strassen, Brücken und anderen Bauwerken zu beheben. Ministerpräsidentin Dreyer sagte im ZDF, für den Aufbau der betroffenen Landstriche sei auch die Hilfe des Bundes nötig. Die Bundesregierung will nach Auskunft des Finanzministeriums nächste Woche über Aufbauhilfen für Bürger und Kommunen entscheiden.

Die deutsche Bundeswehr hilft mit schwerem Gerät bei den Aufräumarbeiten in Aachen, Nordrhein-Westfalen. (Bild: Keystone)
Kanzlerin Merkel will in Krisengebiete reisen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) plant, in die betroffene Region in Rheinland-Pfalz zu reisen. Sie sei mit der Mainzer Landesregierung über einen baldigen Besuch im Katastrophengebiet im Gespräch, teilte der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, am Freitag mit. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach von einer Tragödie. «Das macht mich fassungslos», sagte er in Berlin. In Gedanken sei er bei den Hinterbliebenen der Opfer. «Ihr Schicksal trifft mich ins Herz.»

«Ihr Schicksal trifft mich ins Herz»: Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht nach der Unwetter-Katastrophe von einer Tragödie. (Bild: Keystone)

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) beklagte eine «Flut-Katastrophe von historischem Ausmass». Es sei zu befürchten, dass die Opferzahlen weiter steigen. Seine Amtskollegin aus Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), nannte die Lage «weiterhin extrem angespannt in unserem Bundesland». Sie fügte in Trier hinzu: «Das Leid nimmt auch gar kein Ende.»

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock reiste nach dem Abbruch ihres Urlaubs in die Krisengebiete. Wie eine Sprecherin am Freitagabend mitteilte, will sich die Parteichefin vor Ort über die Lage der Menschen informieren. Dabei verzichte sie bewusst auf Pressebegleitung oder öffentliche Auftritte. Zunächst hatte der «Spiegel» über die Reise der Grünen-Chefin berichtet. Den Angaben zufolge traf Baerbock am Freitag in Mainz ein, für Samstag sind weitere Termine in Nordrhein-Westfalen angesetzt.

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock macht sich in den Krisengebieten ein Bild der Lage der betroffenen Menschen. (Archivbild: Keystone)
Mehr als 100 Tote in Deutschland – Lage weiter angespannt

An einigen Orten der verheerenden Flut geht das Wasser langsam zurück – aber die Zahl der Toten steigt und steigt. Und die Gefahr ist nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands noch nicht vorbei. Bis zum Freitagabend wurden insgesamt 106 Todesopfer gezählt – in Rheinland-Pfalz kamen nach offiziellen Angaben mindestens 63 Menschen ums Leben, in Nordrhein-Westfalen 43. In beiden Bundesländern wurden zudem noch viele Menschen vermisst, ihre genaue Zahl war weiterhin unklar.

In den Überschwemmungsgebieten gingen die Bergungs- und Aufräumarbeiten am Freitag weiter. Bei mancherorts sinkenden Pegelständen und weniger Regen deutete sich immerhin etwas Entspannung an.

Eine besonders dramatische Lage ergab sich am Freitag in Erftstadt-Blessem südwestlich von Köln: Dort kam es zu gewaltigen Erdrutschen, es bildeten sich Krater im Erdreich. Nach Stand Freitagabend stürzten drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg ein. Es war unklar, wie viele Opfer es gab. Der zuständige Landrat, Frank Rock, sagte im Fernsehsender ntv, 50 Menschen seien mit Booten gerettet worden.

In Erftstadt-Blessem haben die Wassermassen blanke Zerstörung und Chaos angerichtet. (Bild: Keystone)

23 Städte und Landkreise sind in NRW nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerung und Katastrophenschutz (BBK) in Bonn von Überschwemmungen betroffen. In Rheinland-Pfalz ist der Kreis Ahrweiler Schwerpunkt der Katastrophe. Mindestens 362 Menschen wurden hier verletzt, wie die Polizei in Koblenz am Freitag mitteilte. Allein im Örtchen Schuld an der Ahr mit 700 Einwohnern wurden mehrere Häuser von den Wassermassen mitgerissen und zahlreiche weitere Gebäude teils schwer beschädigt. Erhebliche Schäden gab es auch in anderen Regionen der Eifel und im Landkreis Trier-Saarburg.

Die kleine Ortschaft Schuld in Rheinland-Pfalz wurde von den Fluten komplett zerstört. (Bild: Keystone)
Stück von Autobahn A1 bei Erftstadt in Fluss gestürzt

In Erftstadt südwestlich von Köln stürzten am Freitag Teile der Autobahn A1 in den Fluss Erft. Mehr als 40 Meter des Standstreifens seien eingestürzt, wie «Bild» berichtet. Autos oder sonstige Fahrzeuge hätten sich nicht auf der Strasse befunden.

Mehr als 100 Tote bei Überschwemmungen in Deutschland

Bei der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands steigt die Opferzahl weiter. Bis Freitagmittag wurden 103 Tote als Folge der Überschwemmungen gezählt. Im Bundesland Rheinland-Pfalz kamen nach offiziellen Angaben mindestens 60 Menschen ums Leben, in Nordrhein-Westfalen waren es 43.

Landkreis Lörrach mahnt wegen Hochwassers zur Vorsicht

In der Nacht auf Freitag kam es vor allem im Bereich der Gemeinden Inzlingen, Grenzach-Wyhlen und die Stadt Lörrach zu massiven Starkregenereignissen, teilt das Landratsamt Lörrach am Freitag mit. Ebenso betroffen sind die Gemeinden Rheinfelden, Steinen und Kandern. Durch die Wassermassen wurden zahlreiche Strassen unpassierbar.

Am Freitagnachmittag wird weiterer Niederschlag im Bereich Hochrhein erwartet. Aufgrund der Hochwasserlage rufen die Behörden die Bevölkerung dazu auf sich von allen Uferbereichen der Gewässer fernzuhalten.

In Inzlingen entspannt sich die Lage zunehmend. Zur Unterstützung der Feuerwehr sind momentan noch überörtliche Einheiten des THW als auch der Feuerwehr Efringen-Kirchen im Einsatz. Eine Person, die Gefahr lief in einen Gully gespült zu werden, wurde in den Morgenstunden gerettet.

Es kam ausserdem zu einer zeitweiligen Sperrung der Bahnlinie S5/S6 ab dem Hauptbahnhof Lörrach. Die Strecke ist jedoch seit dem frühen Morgen wieder frei.

93 Tote bei Hochwasser in Deutschland

Bei der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands sind bislang mindestens 93 Menschen ums Leben gekommen. Im Land Rheinland-Pfalz starben in den Fluten mindestens 50 Menschen, im nördlichen Nachbarland Nordrhein-Westfalen waren es 43. Die Zahl dürfte angesichts der vielen Vermissten noch steigen.

Nach Polizeiangaben würden in Rheinland-Pfalz knapp unter 100 Menschen vermisst, sagte Innenminister Roger Lewentz am Freitagmorgen im Deutschlandfunk. Die Regierungen der beiden betroffenen Bundesländer kamen zu Sondersitzungen zusammen. Deutschlands Regierungschefin Angela Merkel hatte den Betroffenen am Donnerstag Hilfen zugesagt.

Dramatisch war die Situation am Freitagvormittag in Erftstadt-Blessem südwestlich von Köln. Dort wurden Häuser unterspült und stürzten ein. «Es gibt Todesopfer», sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln. Eine Zahl wurde noch nicht genannt.

Lage in Nordrhein-Westfahlen weiter angespannt

Dramatische Berichte in Nordrhein-Westfalen kamen aus Erftstadt: In Erftstadt-Blessem sei eine Reihe von Häusern ganz oder teilweise eingestürzt, teilte die Bezirksregierung Köln am Freitagmorgen mit. Ursache seien massive und schnell fortschreitende Unterspülungen der Häuser.

Aus den Häusern kämen immer wieder Notrufe. Menschen könnten derzeit nur mit Booten vom Wasser aus gerettet werden. Dazu erschwere ein Gasaustritt die Rettungsarbeiten. Mehrere Pflegeheime würden geräumt. Die Feuerwehr hatte am Donnerstagabend im Kreis Heinsberg drei schwer verletzte Menschen aus dem Fluss Wurm retten können, die dort zu ertrinken drohten.

Das NRW-Innenministerium sprach am späten Donnerstagabend von mindestens 30 Toten. Der Landrat von Euskirchen, Markus Ramers, sagte, er rechne mit weiteren Toten, die entdeckt würden, wenn das Wasser abgeflossen sei.

Mehr dazu hier.

Zahl der Toten in Rheinland-Pfalz nach Hochwasser steigt auf 50

Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands ist die Zahl der Toten im Bundesland Rheinland-Pfalz auf 50 gestiegen. «Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden», sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz am Freitagmorgen.

Lage in deutschen Hochwassergebieten weiter angespannt

Die Aufräum- und Bergungsarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe im Westen von Deutschland gehen am Freitag weiter. Mindestens 58 Menschen kamen ums Leben. Noch werden Dutzende Menschen vermisst, nachdem stundenlanger Starkregen aus kleinen Flüssen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz reissende Wassermassen gemacht hatte. Kanzlerin Angela Merkel sicherte Hilfen beim Wiederaufbau zu.

Hochwasser in Euskirchen, Nordrhein-Westfahlen. (Bild: Keystone)

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz ging am Donnerstagabend von knapp 30 Toten durch die Naturkatastrophe in dem Bundesland aus. Auch mögliche weitere Opfer seien angesichts der grossen Zahl von rund 40 bis 60 weiterhin vermissten Menschen zu befürchten, sagte er im SWR-Fernsehen. In Nordrhein-Westfalen sprach das dortige Innenministerium am Donnerstagabend von 30 Toten und 57 Verletzten. Im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler werden rund 1’300 Menschen vermisst, wie die Kreisverwaltung am Abend mitteilte. Eine Sprecherin verwies darauf, dass viele Menschen wegen des lahmgelegten Mobilfunknetzes nicht erreichbar seien. «Wir hoffen, dass sich das klärt», sagte sie zu der hohen Zahl.

Mehr dazu hier.

Merkel zu Hochwasserkatastrophe: Werden Menschen nicht alleine lassen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Menschen nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands Hilfen zugesagt. «Wir werden sie in dieser schwierigen, schrecklichen Stunde nicht alleine lassen und werden auch helfen, wenn es um den Wiederaufbau geht», sagte Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden in Washington.

Merkel sagte, ihr gehe das Leid der Betroffenen sehr nahe. Sie habe sich den ganzen Tag lang über die Katastrophe informieren lassen. Es sei ein Tag gewesen von Angst um Leben und Besitz, ein Tag der Sorgen und Verzweiflung. Hunderttausende hätten erleben müssen, dass Wohnhäuser zu «Todesfallen» geworden seien.

Biden hatte Merkel zuvor sein Beileid angesichts der vielen Todesopfer bei der Hochwasserkatastrophe ausgesprochen.

Neun weitere Tote waren Bewohner einer Behinderteneinrichtung

Bei den neun weiteren Menschen, die bei der Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen sind, handelte es sich um Bewohner einer Behinderteneinrichtung in Sinzig. Das sagte eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Innenministeriums am Donnerstagabend. Die Fluten seien schneller gekommen, als die Menschen hätten in Sicherheit gebracht werden können.

Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte im SWR Fernsehen bekannt gegeben, dass sich die Zahl der Toten um neun auf 28 erhöht habe. Der Einsatz an der Einrichtung lief am Abend noch. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Zuvor hatten mehrere Medien über das Thema berichtet.

Neun weitere Todesopfer durch Fluten in Rheinland-Pfalz

Ganze Landstriche sind verwüstet, Häuser weggespült: Nach Unwettern im Westen Deutschlands sind mindestens 58 Menschen gestorben. In Rheinland-Pfalz werden Dutzende Menschen vermisst. Politiker äusserten ihr Mitgefühl, dankten den Helfern und Einsatzkräften und machten sich auf den Weg ins Katastrophengebiet.

Eine Zusammenfassung der Lage in Deutschland lesen Sie hier.

Riesige Wassermengen in Rheinland-Pfalz, Bad Neuenahr: Noch immer werden in den Fluten Dutzende Menschen vermisst. (Bild: Keystone)
Überschwemmungen in der Romandie – Campingplatz evakuiert

In der Broye-Ebene in den Kantonen Waadt und Freiburg sind mehrere Gebiete vom Hochwasser überflutet worden. In Yvonand VD am Neuenburgersee musste der Campingplatz Menthue evakuiert werden.

Das sagte eine Sprecherin der Waadtländer Kantonspolizei der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Donnerstag auf Anfrage. Ein Dutzend Menschen musste vorübergehend in der Turnhalle des Ortes untergebracht werden.

Die Kantone Waadt, Freiburg und Neuenburg koordinieren die Einsätze in der Region, wie sie in einem Communiqué mitteilten. Die steigenden Wasserstände an den Ufern des Neuenburgersees und des Murtensees stufen die Behörden als «besorgniserregend» ein.

Die Situation werde auch in den nächsten Tagen kritisch sein. Der Pegelstand des Genfersees steigt zwar ebenfalls, die Situation ist aber weniger problematisch als rund um den Neuenburger- und den Murtensee.

Merkel interpretiert Häufung von Extremwetterereignissen als Aufforderung zum Handeln

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht mit Sorgen auf die Häufung von Extremwetterereignissen. Merkel sagte am Donnerstag an der Johns-Hopkins-Universität in Washington: «Wir haben zunehmend Extremwetterereignisse. Die Fluten, die einige Teile Deutschlands im Augenblick erleben und die wirklich dramatisch sind mit vielen tragischen Todesfällen auch, sind ein Beispiel dafür.» Merkel nannte als weiteres Beispiel die Feuer in Kalifornien.

«Wenn wir uns über die Jahreszahlen das anschauen, dann hat es immer mal einen Sturm und eine Flut gegeben», sagte Merkel. «Aber die Häufung macht einfach Sorge und fordert uns zum Handeln auf.»

Einen umfassenden Bericht zu Angela Merkels Besuch in den USA finden Sie hier.

UNO bringt Hochwasserkatastrophe in Zusammenhang mit Klimawandel

Die Vereinten Nationen sehen die Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands als Folge des fortschreitenden Klimawandels. «Es ist ein grösserer Trend in Bezug auf den Klimawandel, dass er zu grösseren Klimaextremen führt», sagte eine UNO-Sprecherin am Donnerstag in New York. Massnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise seien nötig, um Vorfälle wie jenen in Deutschland künftig zu begrenzen. Die UNO bedauerte die zahlreichen Toten und sprach ihren Angehörigen ihr Beileid aus.

Merkel verspricht Menschen in Hochwassergebieten Unterstützung

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat den Menschen in den Hochwassergebieten in Deutschland Unterstützung zugesagt. Wo die Bundesregierung helfen könne, werde sie das tun, sagte Merkel am Donnerstag am Rande ihres Besuches in Washington.

Bei den Unwettern im Westen Deutschlands kamen mindestens 42 Menschen ums Leben. Dutzende Menschen wurden in dem Land Rheinland-Pfalz zudem noch vermisst. Starker Dauerregen hatte dort und im Land Nordrhein-Westfalen am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag Flüsse und Bäche über die Ufer treten lassen und Überschwemmungen verursacht.

«Dies sind für die Menschen in den Überschwemmungsgebieten entsetzliche Tage. Meine Gedanken sind bei ihnen. Und sie können darauf vertrauen, dass alle Kräfte unseres Staates – von Bund, Ländern und Gemeinden – gemeinsam alles daran setzen werden, auch unter schwierigsten Bedingungen Leben zu retten, Gefahren abzuwenden und Not zu lindern.»

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den betroffenen Menschen in den Hochwassergebieten Unterstützung zugesagt. (Archivbild: Keystone)
Zahl der Toten steigt auf 42

Ganze Landstriche sind verwüstet, Orte von der Aussenwelt abgeschnitten, Häuser weggespült: Nach Unwettern im Westen Deutschlands sind mindestens 42 Menschen gestorben. Im Land Rheinland-Pfalz wurden Dutzende Menschen noch vermisst.

«So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend», sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Donnerstag in Mainz. Neben Rheinland-Pfalz, wo mindestens 18 Menschen ums Leben kamen, war das nördliche Nachbarland Nordrhein-Westfalen stark betroffen. Dort starben mindestens 24 Menschen.

Viele Flüsse und Bäche in der Eifel, im Bergischen Land, im Rheinland und Sauerland führten am Donnerstag Hochwasser und waren am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag nach starkem Regen über die Ufer getreten. Strassen wurden überschwemmt, Keller liefen voll. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Unwetter in Europa: Von der Leyen sagt Hilfe zu - Tote in Belgien

Im Zusammenhang mit schweren Unwettern in einigen europäischen Ländern sind auch im Osten Belgiens mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Donnerstag unter Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft.

Auch in anderen EU-Ländern, allen voran Deutschland, hatte ungewohnt starker Regen Flüsse und Bäche über die Ufer treten lassen und Überschwemmungen verursacht. In Deutschland stieg die Zahl der Toten infolge der Unwetter auf mindestens 33.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Ländern Hilfe zu und sprach den Hinterbliebenen ihr Mitgefühl aus. «Meine Gedanken sind bei den Familien der Opfer der verheerenden Überschwemmungen in Belgien, Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden sowie bei denen, die ihr Zuhause verloren haben», hiess es in einem Tweet von der Leyens am Donnerstag. «Die EU ist bereit zu helfen.» Betroffene Länder könnten den Katastrophenschutzmechanismus der EU in Anspruch nehmen.

Die vier Leichen in Belgien seien im Bezirk Verviers gefunden worden. Die Identität der Opfer sei noch nicht geklärt. Bereits am Morgen gab es Berichte über zwei Tote. Ob die nun vier gefundenen Leichen zu diesen zählen, war zunächst unklar.

In Limburg sind nach Angaben der Bürgermeisterin knapp 3000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Manche Orte könnten wegen zu starker Strömung nicht einmal per Boot erreicht werden, Hubschrauber könnten wegen des Wetters nicht eingesetzt werden. Die EU-Kommission teilte mit, dass als Teil einer Sofortreaktion ein Rettungsteam und ein Hubschrauber aus Frankreich mobilisiert worden seien. Auch Italien und Österreich hätten Hilfe angeboten. Der Einsatz werde von der Kommission koordiniert und bis zu 75 Prozent der Transportkosten übernommen.

Polizei: 18 Tote nach Unwetter im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler

Polizei: 18 Tote nach Unwetter im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler

Im Zusammenhang mit der schweren Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands hat sich die Zahl der Toten im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler auf mindestens 18 erhöht. Das teilte die Polizei Koblenz im Land Rheinland-Pfalz am Donnerstag mit.

Damit stieg die Zahl der Todesopfer nach den Unwettern deutschlandweit auf insgesamt 33. In Nordrhein-Westfalen waren nach ersten Erkenntnissen 15 Menschen ums Leben gekommen.

«Leider müssen wir bestätigen, dass sich die Zahl der Todesopfer in Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler auf derzeit insgesamt 18 erhöht hat», teilte die Polizei am Nachmittag auf Twitter mit. «Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Betroffenen.» In Rheinland-Pfalz waren mehrere Orte in der Eifel besonders schwer von dem Hochwasser betroffen, mehrere Häuser wurden weggespült, Dutzende Menschen wurden noch vermisst.

In der Katastrophenregion waren mehrere Häuser noch vom Einsturz bedroht. «So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend», sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Mainz.

Auch in Nordrhein-Westfalen bleibt die Lage angespannt. Nach dem Abklingen des Starkregens kämpfen Feuerwehr und andere Einsatzkräfte an vielen Orten mit einer sich verschärfenden Hochwasserlage.

Thunberg zu Extremwetter: Stehen erst am Anfang

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg sieht in der Hochwasserkatastrophe in Teilen Deutschlands einen Hinweis für die Zunahme von Extremwetterereignissen.

Die junge Schwedin teilte am Donnerstag über Twitter verschiedene Fotos und Videos, die Eindrücke von überfluteten Strassen und Städten in Deutschland und auch in den Niederlanden zeigten.

Angesichts sich häufender Naturkatastrophen schrieb die 18-Jährige am Vormittag: «Tödliche Hitzewellen, Überschwemmungen, Stürme, Waldbrände, Dürren, Ernteausfälle … das ist nicht ‹das neue Normal›. Wir stehen ganz am Anfang eines klimatischen und ökologischen Notfalls, und Extremwetterereignisse werden nur immer häufiger werden.»

Auch die führende deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer meldete sich per Twitter zu Wort. Sie kritisierte, dass diese Ereignisse nicht näher mit der Klimakrise in Verbindung gebracht würden. «Man kann schon über das Hochwasser sprechen, ohne auf die eindeutigen Zusammenhänge zwischen diesen Extremen & der Klimakrise einzugehen. Man kapitalisiert dann halt Klimafolgen, um eine Politik zu normalisieren, die die Wissenschaft überhört & immer mehr Klimakrise produziert», schrieb sie.

Die Bilder der Katastrophe
Merkel äussert sich erschüttert zu Überschwemmungen – Dank an Helfer

Die deutsche Regierungschefin Angela Merkel hat sich erschüttert zu den Überschwemmungen in den Ländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen geäussert und den Helfern gedankt. Mindestens 20 Menschen kamen in den Unwettern ums Leben, Dutzende gelten noch als vermisst.

Rettungskräfte in Trier retten Anwohner aus den Häusern

Ein Twitter-Video der Landesregierung Trier zeigt dramatische Szenen: Rettungskräfte bergen Anwohner aus ihren Häusern, während die Wassermassen die Strassen strömen.

Zahl der Toten erhöht sich auf 20

Die deutschen Behörden haben die Zahl der Todesopfer auf 20 erhöht.

Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministeriums werden immer noch zirka 50 bis 70 Menschen vermisst. Weitere Gebäude in der Katastrophenregion seien vom Einsturz bedroht. «So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend», sagte die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, in Mainz.

Am Mittag leitet sie dazu eine Sondersitzung des Ministerrats.

Deutsche Streitkräfte beteiligen sich an Rettung nach Hochwasser

Die deutschen Streitkräfte helfen nach den schweren Unwettern im Westen Deutschlands mit mehreren Toten und Dutzenden Vermissten bei Rettungs- und Bergungsarbeiten mit.

Im Land Nordrhein-Westfalen seien am Donnerstagmorgen 200 Männer und Frauen mit Bergepanzern, Radladern, schweren Lastwagen und dem Transportpanzer Fuchs in den Einsatz geschickt worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin.

In Rheinland-Pfalz sind demnach 70 Soldaten mit vier Unimogs und Krankenwagenausstattung unterwegs. Diese sind watfähig, können also auch in überschwemmten Dörfern fahren. Das Heer schickte Hilfe aus der Luft. In dem Land ist vor allem der Landkreis Ahrweiler schwer betroffen. Allein dort kamen mindestens vier Menschen ums Leben.

«Zwei Transporthubschrauber NH90 und zwei Rettungshubschrauber LUH SAR sind ab sofort für die Amtshilfe einsatzbereit & unterstützen das Kommando Territoriale Aufgaben», schrieben die Landstreitkräfte auf Twitter.

Der Höhepunkt der extremen Niederschläge in Teilen Deutschlands ist nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) überschritten. Der DWD-Meteorologe Marco Manitta erwartete am Donnerstag «eine Entspannung der Wetterlage». Die grössten Niederschlagsmengen gab es Manitta zufolge in einem breiten Streifen vom Sauerland über das Bergische Land und die Eifel, den Grossraum Köln/Bonn bis zur Grenze nach Luxemburg.

Kanzlerkandidat Laschet besucht Krisengebiete

Wegen der dramatischen Hochwasserlage im deutschen Land Nordrhein-Westfalen hat der Kanzlerkandidat der CUD/CSU, Armin Laschet, am Donnerstagmorgen besonders stark betroffene Städte aufgesucht.

Seine Reise durch Süddeutschland hatte Laschet wegen der Unwetter abgebrochen und auch seine Teilnahme an der CSU-Klausur im bayerischen Seeon abgesagt. Er tritt bei der deutschen Parlamentswahl am 26. September als gemeinsamer Kanzlerkandidat der CDU und ihrer Schwesterpartei CSU an.

Auch in der niederländischen Provinz Limburg im Südosten an der deutschen Grenze mussten Dutzende Menschen vor Hochwasser in Sicherheit gebracht werden. Durch die starken Regenfälle in Deutschland schwellen die Flüsse weiter an und steigen die Wasserstände den Angaben zufolge stärker als erwartet.

Zwei Feuerwehrmänner bei Rettungsarbeiten in Deutschland gestorben

Heftiger Regen hat in Deutschland in vielen Teilen Nordrhein-Westfalens für Überschwemmungen und Hochwasser gesorgt – bei Einsätzen sind dabei zwei Feuerwehrmänner gestorben. Lesen Sie hier mehr.

Die Wupper in Leichlingen, Nordrhein-Westfalen, ist zum reissenden Gewässer geworden. (Bild: Keystone)

Ganze Landstriche sind verwüstet, Häuser weggespült: Nach Unwettern im Westen Deutschlands sind mindestens 43 Menschen gestorben. In Rheinland-Pfalz werden Dutzende Menschen vermisst. Politiker äusserten ihr Mitgefühl, dankten den Helfern und Einsatzkräften und machten sich auf den Weg ins Katastrophengebiet.

Die Lage war nach dem Dauerregen vielerorts in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen unübersichtlich. Retter und Retterinnen brachten Menschen in überschwemmten Orten zum Teil mit Booten in Sicherheit. Viele suchten auf Bäumen und Hausdächern Schutz vor den Fluten, Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Es sei schwierig, die Vermissten zu erreichen, da das Mobilfunknetz zum Teil ausgefallen sei, sagte die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), am Donnerstag in Mainz. «So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend.»

NRW-Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) machte sich in Altena und in Hagen ein Bild von der Lage. Rund 440 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk und 100 Kräfte der Bundeswehr waren allein in Hagen unterwegs, um der Wassermassen Herr zu werden. Eine Reise durch Süddeutschland hatte Laschet abgebrochen und auch seine Teilnahme an der CSU-Klausur im bayerischen Seeon abgesagt.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) unterbrach wegen des Hochwassers seinen Urlaub. Noch am Donnerstag wolle sich der Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat zusammen mit Dreyer ein Bild von der Lage im Katastrophengebiet machen, wie das Ministerium in Berlin mitteilte. Auch die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kehrte vorzeitig aus dem Urlaub zurück.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dankte den Helfern. «Ich bin erschüttert über die Katastrophe, die so viele Menschen in den Hochwasser​gebieten durchleiden müssen», erklärte Merkel laut einem Tweet von Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag. «Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten und Vermissten. Den vielen unermüdlichen Helfern und Einsatzkräften danke ich von Herzen.» EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Ländern Hilfe zu.

18 Tote – ganze Häuser weggespült

In Rheinland-Pfalz waren mehrere Orte in der Eifel besonders schwer von dem Hochwasser betroffen. «Leider müssen wir bestätigen, dass sich die Zahl der Todesopfer in Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler auf derzeit insgesamt 18 erhöht hat», teilte die Polizei am Nachmittag bei Twitter mit. «Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Betroffenen.» Ein Sprecher der Polizei in Koblenz teilte am Abend mit, dass ein weiterer Mensch in den Fluten ums Leben gekommen sei. Dutzende Menschen wurden noch vermisst.

In Schuld an der Ahr wurden in der Nacht zum Donnerstag nach Angaben der Polizei in Koblenz vier Häuser völlig und zwei weitere Häuser zur Hälfte weggespült. Eine Vielzahl weiterer Gebäude ist einsturzgefährdet. Die Fluten schnitten mehrere Orte von der Aussenwelt ab. Etwa 50 Menschen wurden von Hausdächern gerettet, auf denen sie Zuflucht gesucht hatten.

Viele Todesopfer auch in NRW und Köln

Auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm wurden Menschen in ihren Häusern von den Wassermassen eingeschlossen. Die Bewohner von mehreren Gemeinden waren von Stromausfall und Einschränkungen der Trinkwasserversorgung betroffen.

In Nordrhein-Westfalen blieb die Lage ebenfalls weiter angespannt. Nach dem Abklingen des Starkregens kämpften Feuerwehr und andere Einsatzkräfte an vielen Orten mit einer sich verschärfenden Hochwasserlage. Mindestens 24 Menschen starben.

Die Polizei Köln berichtete von 20 Toten in der Region. Neben 2 in Köln gefundenen Toten seien bislang aus Euskirchen 15 und aus Rheinbach 3 Tote gemeldet worden, teilte die Polizei am Donnerstagnachmittag mit. Noch seien nicht alle gesichteten Leichen geborgen. «Aussagen zur Identität, Alter, Auffindeort und Todesumständen wird die Polizei zum Schutz der Angehörigen nicht veröffentlichen», erklärten die Beamten.

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass im Zusammenhang mit dem Unwetter auch in anderen Landesteilen Nordrhein-Westfalens Menschen starben – etwa in Kamen und Solingen. Zudem starben im Sauerland zwei Feuerleute. Einer von ihnen war in Altena bei der Rettung eines Mannes ertrunken.

Talsperre musste evakuiert werden

An der Steinbachtalsperre wurden die Orte Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim evakuiert. Die Talsperre sei von einem Sachverständigen als «sehr instabil» eingestuft worden, sagte der Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers (SPD), der Deutschen Presse-Agentur. Von der Evakuierung seien 4’500 Einwohner betroffen. Gerüchte, wonach die Talsperre bereits gebrochen sei, hatte der benachbarte Kreis Ahrweiler zuvor dementiert.

Im Rhein-Erft-Kreis appellierte ein Sprecher der Polizei an Schaulustige, die Rettungsarbeiten nicht zu behindern. «Die aktuelle Situation, in der viele Menschen um Angehörige bangen und sich um ihr Hab und Gut sorgen, ist nicht der richtige Zeitpunkt für Schaulust», sagte Thomas Held der dpa.

Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist der Höhepunkt der extremen Niederschläge in Teilen Deutschlands überschritten. Der DWD-Meteorologe Marco Manitta erwartete am Donnerstag «eine Entspannung der Wetterlage». Zwar könne es weiterhin «punktuellen Starkregen» geben, dieser sei aber nicht mehr so verbreitet wie in der vergangenen Nacht, sagte Manitta der Deutschen Presse-Agentur. «Das Unwetterpotenzial sinkt deutlich.»

Die Kommentarfunktion wurde deaktiviert.

Mehr aus dem Channel