Greenpeace protestiert mit der Aktion gegen britische Müllexporte. (Bild: Twitter, Chris J. Ratcliffe/Greenpeace)
International

Greenpeace kippt Plastikmüll vor Boris Johnsons Amtssitz aus

Als Protest gegen britische Müllexporte hat Greenpeace am Dienstag beim Amtssitz von Premierminister Boris Johnson 625 Kilogramm Plastik ausgekippt.

Es handele sich dabei um die Menge, die das Vereinigte Königreich alle 30 Sekunden ins Ausland ausführe, teilte die Umweltschutzorganisation am Dienstag in London mit.

Die britische Regierung gebe vor, weltweit führend im Kampf gegen Plastik zu sein, «aber in Wirklichkeit schürt sie die Plastikkrise und exportiert unseren Abfall illegal», so Greenpeace. Die Organisation nannte den Londoner Regierungsbezirk Westminster symbolisch in «Wasteminster» – Deutsch: Müllminster – um.

Schätzungen zufolge werden in Grossbritannien jedes Jahr fünf Millionen Tonnen Plastik genutzt, bei rund der Hälfte handelt es sich um Verpackungen. Nach Angaben von Greenpeace ist das Land der grösste Produzent von Plastikmüll nach den USA. 40 Prozent der britischen Plastikmüllexporte landen demnach in der Türkei. Dort werde der Müll aber nicht recycelt, sondern lande an Strassen, auf Feldern und in Wasserwegen, hatte die Organisation im Mai kritisiert.

Das britische Umweltministerium hatte damals eingeräumt, dass mehr Abfall im Vereinigten Königreich entsorgt werden müsse. Deshalb setze sich die Regierung für strengere Exportkontrollen ein. «Grossbritannien ist weltweit führend bei der Bekämpfung der Plastikverschmutzung, und unsere Vorschläge für eine erweiterte Herstellerverantwortung für Verpackungen, eine Steuer für Kunststoffverpackungen und die verpflichtende Nachverfolgung von elektronischem Abfall werden die Recyclingraten erhöhen, Abfall reduzieren und Kriminalität reduzieren», hiess es aus dem Ministerium.

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