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Der Telebasel News-Beitrag vom 13. Juli 2021.
Baselland

Trotz Sanierung – Chemiemüll sickert aus Deponie bei Allschwil

In Neuwiller (F) sickern auch Jahre nach der Sanierung der Chemiemülldeponie noch Schadstoffe in die Umwelt. Allschwil fordert die endgültige Beseitigung.

Aus der früheren Chemiemülldeponie Roemisloch in Neuwiller (F) sickern auch zehn Jahre nach der Sanierung noch Schadstoffe in die Umwelt. Die Baselbieter Gemeinde Allschwil rief am Montag, 12. Juli 2021, die verantwortlichen Firmen BASF, Novartis und Syngenta auf, die «unmittelbare Gefahr» umgehend zu beseitigen. «Der Kontakt zur Interessengemeinschaft Deponiesicherheit Regio Basel (IG DRB) ist nicht mehr möglich. Sie haben uns seit Juni 2020 den Kontakt verweigert. Deshalb hatten wir keine andere Möglichkeit als mit einer Medienmitteilung an die Öffentlichkeit zu gehen», sagt Philippe Hofmann, Gemeinderat in Allschwil.

Chemiemüll soll endgültig beseitigt werden

Gemäss einer Mitteilung des Gemeinderats Allschwil verschmutzt die Deponie den Roemislochbach auch heute noch 2,5 mal stärker als während der Sanierungsarbeiten. Zusammen mit der französischen Nachbargemeinde Neuwiller bekräftigte Allschwil die Forderung nach einer endgültigen Beseitigung der Chemieabfälle.

Bis heute hätten die drei verantwortlichen Chemiefirmen ihr Versprechen nicht eingehalten. «Offensichtlich wurde die Deponie vor zehn Jahren nicht vollständig ausgegraben. Und so wie es aussieht, hat es hier oben noch immer Chemiemüll, und diesen Chemiemüll muss man beseitigen. So wie das damals die Konzerne BASF, Novartis und Syngenta versprochen haben», so der Geograf und Altlastenexperte, Martin Forter im Telebasel-Interview.

Allschwil hatte diesen Frühling einmal mehr Wasserproben aus dem Roemislochbach analysieren lassen. Nachgewiesen wurden demnach insgesamt 96 verschiedene Chemiestoffe, darunter typische Pestizide und Pharmazeutika sowie Zwischenprodukte der früheren Basler Chemiefirma J.R. Geigy AG (heute Novartis), die um 1960 das Roemisloch mit Chemieabfall beliefert hatte.

Nachgewiesen wurde nach Angaben des Gemeinderats Allschwil auch die  krebserregende Substanz Benzidin. Die Konzentration sei in allen fünf Proben über den in Frankreich empfohlenen Limiten und den in der Schweiz geltenden Grenzwerten gelegen.

Weiterhin «grosses Umweltproblem»

Aufgrund der Untersuchungsergebnisse gehen Allschwil und Neuwiller davon aus, dass die Deponie nach wie vor mit einer erheblichen Menge Chemiemüll belastet ist. Vom Regen ausgeschwemmt, gelangen die teils hochgiftigen Schadstoffe in den Roemislochbach. Dieser mündet in den Neuwillerbach, der als Mülibach durch Allschwil fliesst.

Die Gemeinden Allschwil und Neuwiller hatten schon 2018 auf das nach wie vor bestehende «grosse Umweltproblem» bei der früheren Deponie aufmerksam gemacht. Die Interessenvertretung der Basler Chemie mit BASF, Novartis und Syngenta stufte die Schadstoffaustritte damals als legal ein. Bei der Sanierung seien sämtliche Abfälle samt des daruntergemischten Materials ausgehoben worden.

Die frühere Deponie Roemisloch liegt rund 250 Meter von der französisch-schweizerischen Grenze entfernt. Die in ihr gelagerten Altlasten wurden früher auf rund 6’000 Kubikmeter beziffert. Der Chemiemüll machte rund 10 Prozent des Volumens aus. Die Kosten für die Sanierung waren auf 5 Millionen Franken veranschlagt worden.

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