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Schweiz

Steigende Corona-Zahlen bereiten Berset kaum Sorgen

Das Coronavirus stellt die Schweiz und die Welt auf den Kopf. Hier im Ticker bleiben Sie über die aktuellen Ereignisse auf dem Laufenden.
Grossbritannien kündigt grösste Grippeimpfung seiner Geschichte an
Grossbritannien plant die grösste Grippe-Impfungskampagne der Geschichte. (Symbolbild: Keystone)

Mit der weitreichendsten Grippeschutzimpfung seiner Geschichte will Grossbritannien einen möglichen Corona-Rückschlag durch die Virensaison im Herbst verhindern. Mehr als 35 Millionen Menschen stehe von September an eine kostenlose Grippeschutzimpfung zur Verfügung, kündigte das Gesundheitsministerium in London am Samstag an. «Wenn sich das Land nun dem normalen Leben nähert, müssen wir lernen, neben anderen Viren auch mit Corona zu leben», sagte Ressortchef Sajid Javid. «Deshalb bieten wir Millionen weiteren Menschen die kostenlose Grippeimpfung an, um sie diesen Winter zu schützen.»

Erstmals bieten die Behörden allen Kindern und Jugendlichen auf weiterführenden Schulen eine Grippeschutzimpfung an. Ausserdem können unter anderem auch alle Kinder im Alter von zwei und drei Jahren, alle Grundschüler, Schwangere und alle über 50-Jährigen eine Dosis erhalten. Das Ministerium betonte, Ziel sei, den Erfolg des vergangenen Jahres zu übertreffen. Damals waren gut 80 Prozent der über 65-Jährigen in England gegen Grippe geimpft worden. Das liege über dem Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 75 Prozent.

Biden: Corona-Falschinfos in sozialen Medien «bringen Menschen um»

Falschinformationen in sozialen Medien wie Facebook zum Thema Coronavirus und Impfungen sind nach Ansicht von US-Präsident Joe Biden für den Tod vieler Menschen verantwortlich. Auf die Frage eine Reporters, welche Botschaft er angesichts der Verbreitung von Falschinformationen für Plattformen wie Facebook habe, sagte Biden: «Sie bringen Menschen um». Die Pandemie in den USA sei zu einer «Pandemie unter Ungeimpften» geworden, sagte Biden am Freitag im Garten des Weissen Hauses.

Die US-Regierung macht Falschinformationen in sozialen Netzwerken mitverantwortlich für die abwartende oder ablehnende Haltung vieler Amerikaner gegenüber den Corona-Impfstoffen. In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt in Gebieten mit niedrigerer Impfquote wieder rasant angestiegen, angetrieben von der besonders ansteckenden Delta-Variante. Die Impfkampagne macht dagegen nur noch langsam Fortschritte. Der Gesundheitsbehörde CDC zufolge haben bislang gut 185 Millionen Menschen mindestens die erste Corona-Impfung bekommen – das entspricht rund 56 Prozent der gesamten Bevölkerung.

US-Präsident Joe Biden warnt vor Falschinformationen in den sozialen Medien zu Covid-19. (Bild: Keystone)
Biontech: Beschleunigtes US-Verfahren für reguläre Impfstoffzulassung

Der Mainzer Biotech-Konzern Biontech und sein US-Partner Pfizer könnten Anfang 2022 in den USA eine reguläre Genehmigung für ihren bislang nur per Notfallzulassung genehmigten Corona-Impfstoff erhalten. Die US-Gesundheitsbehörde FDA habe dem Mittel für die Impfung von Menschen ab 16 Jahren ein beschleunigtes Verfahren (Priority Review) für eine reguläre Zulassung erteilt, gaben Biontech und Pfizer am Freitag bekannt. Das Ziel sei es, eine Entscheidung im Januar 2022 zu treffen. Eine vollständige Zulassung des Impfstoffs könnte der zuletzt ins Stocken geratenen Impfkampagne in den USA womöglich frischen Wind verleihen.

Biontech und Pfizer könnten Anfang 2022 in den USA eine reguläre Genehmigung für ihren bislang nur per Notfallzulassung genehmigten Corona-Impfstoff erhalten. (Bild: Keystone)

So begründet eine nicht geringe Zahl an Impfskeptikern ihre Zurückhaltung damit, dass es aktuell nur eine Notfallzulassung gebe. Zudem könnte es dann für Arbeitgeber in den USA einfacher werden, von ihren Angestellten eine Impfung zu verlangen.

Anders als in den USA gab es in der EU keine Notfallzulassung. Stattdessen hatte die EU-Kommission dem Präparat von Biontech/Pfizer im Dezember eine sogenannte bedingte Marktzulassung erteilt.

Slowakei verschärft Quarantänepflicht für Ungeimpfte weiter

Die Slowakei hat ihre strengen Quarantänebestimmungen für Einreisende weiter verschärft. Ab Montag, 19. Juli, dürfen nur noch vollständig gegen Covid-19 geimpfte Personen ins Land einreisen, ohne eine Quarantäne antreten zu müssen. Das sieht eine am Freitag vom Amt für Öffentliche Gesundheit erlassene Verordnung vor. Die Quarantäne beträgt grundsätzlich 14 Tage, ab dem fünften Tag ist ein Freitesten möglich.

Die Vier-Parteien-Koalition des populistisch-konservativen Ministerpräsidenten Eduard Heger machte damit eine Verfassungsbeschwerde sozialdemokratischer Oppositionspolitiker unwirksam. Diese hatten sich beim Verfassungsgericht erfolgreich gegen eine ganz ähnliche Regelung beschwert, die seit 9. Juli galt. Ziel der Beschwerde war es eigentlich gewesen, die Quarantänepflicht für Ungeimpfte aufzuheben. Sie käme einer indirekten Impfpflicht gleich und sei diskriminierend.

Die Regierung drehte den Spiess jedoch um. Statt der Quarantänevorschrift strich sie kurzerhand die wenigen Ausnahmeregeln, die den ursprünglichen Verordnungstext verwässert und angreifbar gemacht hatten. Somit kam als Ergebnis der Beschwerde gegen die strenge Regelung eine noch strengere heraus. Besonders betroffen sind Berufspendler, denen die vom Verfassungsgericht aufgehobene Regelung wenigstens Übergangsfristen zum Nachholen der zweiten Impfung eingeräumt hatte. Die sind nun gestrichen, Pendler können in einer Übergangsphase aber mit negativem PCR-Test die Quarantäne vermeiden.

Apec-Gipfel: Pazifikstaaten fordern Ende des Impfnationalismus

Die Pazifikstaaten wollen ihre Anstrengungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie und für einen globalen Zugang zu Impfstoffen deutlich verstärken. «Wir werden diesen Gesundheitsnotstand nur überwinden, wenn wir einen gleichberechtigten Zugang zu sicheren, wirksamen, qualitätsgesicherten und erschwinglichen Covid-19-Impfstoffen beschleunigen», hiess es am Freitag am Ende eines digitalen Treffens der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft Apec in einer Mitteilung.

An dem ausserordentlichen Gipfel, zu dem die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern kurzfristig eingeladen hatte, nahmen auch US-Präsident Joe Biden, Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und der russische Präsident Wladimir Putin teil. Neuseeland hat in diesem Jahr den Apec-Vorsitz.

«Dies ist die grösste Gesundheits- und Wirtschaftskrise seit Menschengedenken», betonte Ardern anschliessend vor Journalisten. Es sei nun wichtig, jeden Impfnationalismus zu überwinden, so Ardern. «Niemand ist vor diesem Virus sicher, bis alle sicher sind.»

Berset machen die steigenden Corona-Fallzahlen kaum Sorgen

Gesundheitsminister Alain Berset beunruhigt die derzeitige wöchentliche Verdoppelung der positiven Corona-Fälle nicht übermässig. Beim Impfen habe man das Anfang dieses Jahres formulierte Ziel schon übertroffen. Mit der Delta-Variante müsse die Rate jedoch wohl höher sein. Die Zunahme der positiv getesteten Fälle sei «nicht so angenehm», komme aber nicht unerwartet, sagte Berset am Freitagabend im «Echo der Zeit» von Schweizer Radio SRF. Die Situation sei aber im Vergleich zum Sommer 2020 eine gänzlich andere. Fast zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung seinen mindestens einmal geimpft.

Gesundheitsminister Alain Berset beunruhigt die derzeitige wöchentliche Verdoppelung der positiven Corona-Fälle nicht übermässig. (Bild: Keystone)

Die Impfkampagne habe bis jetzt sehr gut funktioniert. Bei den Risikopersonen seien schon über 80 Prozent geimpft, von der restlichen erwachsenen Bevölkerung 60 Prozent mindestens einmal.

Die Belegung in den Spitälern mit Corona-Patienten sei zudem sehr tief. Die neue Welle treffe nun die Ungeimpften, so Berset. Das Virus zirkuliere vor allem unter den jüngeren Menschen. Für die allermeisten sei dies gesundheitlich kein Problem.

Es sei nun aber der Moment, sich doch noch impfen zu lassen. Der Bundesrat setze weiterhin auf Eigenverantwortung und wolle die Menschen überzeugen, «dass das Impfen eine gute Sache ist», sagte Berset. Noch nie seien global so viele Menschen gegen die gleiche Krankheit geimpft worden. Das sei «die sicherste Impfung der Welt».

Corona-Infektionszahlen in Italien gestiegen

In Italien sind die Corona-Infektionszahlen weiter gestiegen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert erhöhte sich auf landesweit durchschnittlich 19 Fälle je 100’000 Einwohner innerhalb einer Woche, in der Vorwoche waren es 11. Vor allem bei jungen Menschen seien mehr Infektionen verzeichnet worden, hiess es am Freitag, 16. Juli, im wöchentlichen Corona-Lagebericht des Gesundheitsministeriums in Rom.

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern ging den Experten zufolge zurück, auch auf den Intensivstationen wurden weniger Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt. Die ansteckendere Delta-Variante breite sich in Italien weiter aus und dürfte bald vorherrschend sein. Zur Eindämmung sei es notwendig, mehr Menschen vollständig zu impfen.

Am Freitag berichteten mehrere Medien von einem Corona-Ausbruch in einer Bar in Rom während der Fussball-Europameisterschaft. Dort sollen sich bei der Partie zwischen Italien und Belgien am 2. Juli Dutzende Menschen infiziert haben, wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Gesundheitsbehörde schrieb.

Mehr Corona-Fälle in USA – Warnung vor «Pandemie der Ungeimpften»

Ein deutlicher Anstieg von Corona-Neuinfektionen in den USA macht den Behörden im Land Sorge. «Dies wird zu einer Pandemie der Ungeimpften», warnte die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, am Freitag. Im Durchschnitt der vergangenen Tage verzeichneten die USA demnach nun gut 26’000 Neuinfektionen pro Tag, was gegenüber der Vorwoche einem Anstieg von fast 70 Prozent entspricht. Auch die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 ins Krankenhaus eingewiesen werde, und die durchschnittliche Zahl der pro Woche gemeldeten Toten würden steigen.

«Wir sehen Ausbrüche von Fällen in Teilen des Landes, die eine niedrige Impfquote aufweisen», sagte Walensky. In Regionen, in denen viele Menschen vollständig geimpft seien, sei die Lage viel besser. «Unsere grösste Sorge ist, dass wir weiterhin vermeidbare Fälle, Krankenhausaufenthalte und leider auch Todesfälle unter den Ungeimpften sehen werden.» Walensky forderte alle Menschen erneut mit Nachdruck auf, sich impfen zu lassen. Die Impfung würde auch gegen die besonders ansteckende Delta-Variante helfen, die in den USA mittlerweile dominant ist.

Solothurner Schutzschirm für grosse Publikumsanlässe

Der Solothurner Regierungsrat will einen Schutzschirm für Publikumsanlässe von überkantonaler Bedeutung mit mehr als 1’000 Teilnehmenden aufspannen. Er hat dem Kantonsrat einen entsprechenden Verpflichtungskredit von 5 Millionen Franken beantragt. Die Veranstaltung müsse im Kanton Solothurn stattfinden und ein öffentlich zugänglicher Publikumsanlass sowie für mehr als 1’000 Personen pro Tag oder als mehrtägige Veranstaltung für mindestens 1’000 Personen pro Tag konzipiert sein. Das teilte die Solothurner Staatskanzlei am Freitag, 16. Juli, mit.

Ein finanzieller Schutzschirm für Publikumsanlässe soll auch im Kanton Solothurn geschaffen werden. (Symbolbild: Keystone)

Um eine Zusicherung für den Schutzschirm geltend zu machen, muss für den Anlass eine Bewilligung mitsamt gesundheitspolizeilicher Bewilligung vorliegen.

Wird eine Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie abgesagt, verschoben oder reduziert, so kann der Veranstalter dann ein Gesuch um Auszahlung der Unterstützungsleistung stellen. Die Leistung des Kantons an den Veranstalter bemisst sich nach den effektiv entstandenen, ungedeckten Kosten.

Der Bund hat für Publikumsanlässe von überkantonaler Bedeutung bereits einen Schutzschirm eingeführt. Der Solothurner Regierungsrat macht nun den Weg frei, damit diese Absicherung auch im Kanton zum Tragen kommt.

Die Ausfallentschädigung ist bis Ende April 2022 befristet. Das Kantonsparlament soll einen Kredit von 5 Millionen Franken sprechen. Die Hälfte des Geldes steuert der Bund bei. Wenn das Parlament grünes Licht gibt, wird der Schutzschirm aufgespannt.

Kanada stellt Grenzöffnung ab September in Aussicht

Kanadas Premier Justin Trudeau hat angesichts der gut verlaufenden Impf-Kampagne in seinem Land eine Grenzöffnung für Ausländer in Aussicht gestellt. «Wenn sich unser derzeitiger positiver Weg der Impfrate und der öffentlichen Gesundheitsbedingungen fortsetzt, wäre Kanada in der Lage, bis Anfang September vollständig geimpfte Reisende aus allen Ländern willkommen zu heissen», hiess es in einer Mitschrift aus einem Gespräch zwischen Trudeau und den Regierungschefs der Provinzen und Territorien am Donnerstag. Bislang galten für Kanada – wie auch für die USA – relativ strenge Einreisebeschränkungen.

Kanadas Premier Justin Trudeau hat angesichts der gut verlaufenden Impf-Kampagne in seinem Land eine Grenzöffnung für Ausländer in Aussicht gestellt. (Bild: Keystone)

Noch schneller könnte es bei Reisen aus den Vereinigten Staaten gehen: Trudeau erwartet demnach, dass vollständig geimpfte Amerikaner und in den USA Lebende ab Mitte August ins Nachbarland reisen dürften. Die Impf-Kampagne in Kanada hatte zwar im Vergleich mit den Vereinigten Staaten etwas schleppend begonnen, doch dann an Fahrt aufgenommen. Etwa 68 Prozent der 38 Millionen Kanadier haben zumindest eine Dosis bekommen, knapp 36 Prozent sind vollständig geimpft. Die Impf-Skepsis in Kanada scheint dabei niedriger als etwa in den USA.

Niederlande: Reproduktionszahl des Coronavirus so hoch wie nie zuvor

In den Niederlanden breitet sich das Coronavirus durch die Deltavariante immer rasanter aus. Die Reproduktionszahl liegt inzwischen bei 2,91, das ist der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie im März 2020, wie das zuständige Amt für Gesundheit und Umwelt RIVM am Freitag, 16. Juli, in Den Haag mitteilte. Die Zahl bedeutet, dass rechnerisch 100 Infizierte 291 weitere Personen anstecken und sich die Verbreitung des Virus zunehmend beschleunigt. Nach den jüngsten Daten des RIVM sind inzwischen 66,9 Prozent aller Infektionen auf die Deltavariante zurückzuführen. Die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen in 24 Stunden kletterte auf 11’363.

Angesichts einer Verschlechterung der Corona-Lage hat die niederländische Regierung bereits einen Teil der umfangreichen Lockerungen der Corona-Beschränkungen zurückgenommen. Weiterhin läuft das öffentliche Leben aber grösstenteils unbeeinträchtigt weiter.

Gesundheitsminister Hugo de Jonge rief die Bevölkerung am Freitag auf, sich bei der Rückkehr aus dem Urlaub testen zu lassen. Nur so lasse sich ein Verbreiten des Virus in Familien, Schulen und auf der Arbeit verhindern. Reisende auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol erhalten im Moment bei der Ankunft einen kostenlosen Selbsttest, der Minister stand bei der Verteilaktion am Freitag selber mit am Gate.

Corona-Regel: Seoul verbietet schnelle Musik in Fitnessclubs

Besucher von Fitnessclubs in der südkoreanischen Metropolregion Seoul müssen beim Gruppentraining auf das Lied «Gangnam Style» als Motivationshilfe vorerst verzichten. Der Welthit von 2012 des Rappers Psy fällt in die Kategorie zu temporeicher Stücke. Diese dürfen seit dieser Woche aus Gründen des Corona-Infektionsschutzes bei bestimmten Trainingseinheiten nicht gespielt werden dürfen. Dies sei eine der Massnahmen, um die Ansteckungsgefahr zu verringern, «statt die Studios zu schliessen», sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Das Tempo eines Liedes darf demnach 120 Beats pro Minute (bpm) nicht übersteigen. Betroffen sind alle Clubs in der Hauptstadt und der umliegenden Region, die Fitnesstraining wie etwa Aerobic und Indoor-Cycling in Gruppen anbieten. Nach Angaben der Behörden soll die Beschränkung auf unter 120 bpm das Risiko verringern, dass Viren übertragen werden, wenn sich etwa zu stark Schweissperlen verteilen.

BAG registriert 457'796 neue Impfungen in den letzten 7 Tagen

Vom 8. bis 14. Juli sind in der Schweiz 457’796 Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht worden. Dies geht aus den Angaben hervor, die das BAG am Freitag auf seiner Website veröffentlichte. Pro Tag wurden damit durchschnittlich 65’399 Impfungen durchgeführt. Im Vergleich zur Woche davor sank die Impfhäufigkeit um 3 Prozent.

Insgesamt wurden bis Mittwoch 8’234782 Impfungen durchgeführt. Bislang sind 3’722’255 Personen vollständig geimpft, das heisst 43,1 Prozent der Bevölkerung haben bereits zwei Impfdosen erhalten. Bei 790’272 Personen wurde bisher nur die Erstimpfung durchgeführt.

Es wurden bislang 8’344’375 Impfdosen an die Kantone ausgeliefert. Zudem sind noch 753’325 Impfdosen beim Bund gelagert. Da es regelmässig gelingt, mehr Dosen als ursprünglich von den Herstellern vorgesehen zu entnehmen, kann es sein, dass die Kantone mehr Impfdosen verabreichen, als sie gemäss offiziellen Zahlen erhalten haben.

Bund reserviert vielversprechendes Arzneimittel gegen Coronavirus

Der Bund hat mit dem Unternehmen GlaxoSmithKline AG einen Vertrag für die Reservation von einem vielversprechenden Arzneimittel gegen das Coronavirus abgeschlossen. Es handle sich um den monoklonalen Antikörper Sotrovimab, wie das BAG am Freitag in einer Mitteilung schreibt.

Auf Empfehlung der Swiss National COVID-19 Taskforce hat das Bundesamt für Gesundheit einen weiteren Vertrag für den Zugang zu Dosen von monoklonalen Antikörpern zur Behandlung von Covid-19 bei Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf abgeschlossen.

Das Arzneimittel ist noch nicht zugelassen, könnte aber bereits während des laufenden Zulassungsverfahrens zur Behandlung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten angewendet werden.

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EU-Gesundheitsbehörde rechnet mit stark steigenden Corona-Fallzahlen

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC geht im Zuge einer Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus von stark steigenden Neuinfektionszahlen in Europa aus.

Die in Stockholm ansässige Behörde rechnet basierend auf Vorhersagen für die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) damit, dass die Zahl der Fälle in der Region in der ersten vollständigen August-Woche auf 622,9 pro 100 000 Einwohner angestiegen sein wird. Zum Vergleich: In der vergangenen Woche hatte dieser Wert nach Zunahmen in den beiden Vorwochen bei 89,6 gelegen, wie aus dem jüngsten Corona-Wochenbericht des ECDC hervorgeht. Zum EWR zählen die 27 EU-Länder sowie Norwegen, Island und Liechtenstein.

Dem Bericht zufolge wird zum Ende dieser Woche mit einem EWR-weiten Anstieg auf 144,6 neue wöchentliche Fälle pro 100 000 Einwohner gerechnet. Dann geht es steil bergauf mit geschätzten Werten von 262,2 und 420,4 sowie 622,9 in den Folgewochen.

«Es wird erwartet, dass sich die derzeit anhaltende Verschlechterung der epidemiologischen Lage in vielen Ländern angesichts des schnellen Anstiegs der Delta-Variante fortsetzt», schrieb die Behörde in dem Bericht. Die jüngsten Anstiege seien unter jüngeren Altersgruppen gemeldet worden. Die Zahlen der mit Covid-19-Erkrankungen in Verbindung stehenden Krankenhauseinweisungen und Todesfälle sei zuletzt insgesamt stabil geblieben.

BAG meldet 619 Neuinfektionen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag innerhalb von 24 Stunden 619 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem gab es fünf Spitaleinweisungen und einen weiteren Todesfall.

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VW schüttelt Corona wohl endgültig ab - aber Chip-Probleme in China

Die insgesamt wieder deutlich anziehenden Verkäufe haben den Volkswagen-Konzern im ersten Halbjahr voraussichtlich endgültig aus dem Corona-Absatztief Mitte 2020 gezogen. Vor allem in China gibt es jedoch zunehmend Probleme bei der Versorgung mit den weiterhin knappen Halbleiter-Bauteilen, was die Geschäfte im wichtigsten Automarkt zuletzt spürbar ausbremste.

Nach jüngsten Daten vom Freitag lieferten die Marken der grössten europäischen Autogruppe zwischen Januar und Juni weltweit knapp fünf Millionen Fahrzeuge aus. Dies entspricht einer Steigerung um rund 28 Prozent gegenüber der ersten Jahreshälfte 2020, als pandemiebedingte Schliessungen von Werken und Händlern sowie die eingebrochene Verbrauchernachfrage die Autobranche noch schwer getroffen hatten.

Im Heimatmarkt Westeuropa konnten die Verkäufe nun um fast 31 Prozent zulegen, hier hatte die Erholung im Frühling teils noch gestockt. Für Nordamerika meldete VW ein Halbjahres-Plus von gut 45 Prozent.

Ems schüttelt Corona-Delle locker ab

Als hätte es Corona nie gegeben: Ems-Chemie hat im ersten Halbjahr 2021 wieder so viel verdient wie vor der Krise. Nach dem massiven Einbruch im Vorjahr erreichte der Spezialchemiekonzern bereits wieder neue Höchstwerte.

Die hochleistungsfähigen Kunststoffe von Ems-Chemie kommen in vielen Anwendungen zum Einsatz. Vor allem die Autobauer setzten auf die Ems-Polymere als leichtere Alternative zu Stahl und Co. Der grösste Kundenmarkt von Ems, er steuert mehr als sechs von zehn Franken zum Umsatz bei, hat sich zuletzt wieder erholt.

Weltweit gingen von Januar bis Juni rund 32 Prozent mehr Fahrzeuge vom Band, erklärte Firmenchefin Magdalena Martullo am Freitag vor den Medien. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 liege das Niveau aber immer noch 11 Prozent tiefer.

Bund reserviert Antikörper-Mittel gegen Coronavirus

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat mit dem Unternehmen GlaxoSmithKline einen Vertrag für die Reservation eines Arzneimittels gegen das neue Coronavirus abgeschlossen. Es handelt sich den monoklonalen Antikörper Sotrovimab.

Reserviert wurden 3000 Dosen von Sotrovimab, wie das BAG am Freitag mitteilte. Das Arzneimittel wird zur Behandlung von Covid-19 bei Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf eingesetzt.

Monoklonale Antikörper sind laut BAG in Kultur geklonte Antikörper, die Patientinnen oder Patienten intravenös injiziert werden, um das Virus zu neutralisieren. Klinische Studien von GlaxoSmithKline zeigten, dass diese Behandlungen einen wirksamen Schutz gegen schwere Formen der Krankheit bieten können.

IOC-Chef Bach möchte bei besserer Corona-Lage Olympia-Fans

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, hat die Hoffnung auf Zuschauer bei den Spielen in Tokio noch nicht vollständig aufgegeben. Er bat nach Medienberichten die japanische Regierung, den Zuschauerausschluss im Fall einer Verbesserung der Corona-Infektionslage zu überdenken. Wie japanische Medien unter Berufung auf nicht genannte Regierungskreise berichteten, habe Bach den Wunsch nach Zuschauern bei seinem kürzlich abgehaltenen Treffen mit Ministerpräsident Yoshihide Suga geäussert.

Erst eine Woche zuvor hatten die Regierung und Japans Organisatoren entschieden, Zuschauer von nahezu allen Wettkämpfen während der Olympischen Sommerspiele auszuschliessen. Suga soll Bach erwidert haben, dass die Regierung gemeinsam mit den Organisatoren und dem IOC sowie dem Paralympischen Komitee die Zuschauer-Angelegenheit wie vereinbart überprüfen werde, sofern es eine deutliche Veränderung der Infektionslage gebe, hiess es weiter.

Hohe Zahl von Corona-Selbstisolationen trifft britische Wirtschaft

Die neue Corona-Welle in Grossbritannien trifft zunehmend die Wirtschaft. Vor allem die hohe Zahl der Arbeiter, die sich wegen eines möglichen Kontakts mit einer infizierten Person selbst isolieren müssen, bereitet Sorgen.

Nach Angaben des Verbands der Fleischproduzenten wurde fast jeder zehnte der 97’000 Beschäftigten von der Corona-Warn-App zur Selbstisolation aufgefordert. Einige Unternehmen könnten gezwungen sein, ihre Produktion stillzulegen, was zu Engpässen führen könne, sagte Verbandschef Nick Allen am Freitag der BBC. Betroffen seien vor allem die lukrativsten Bereiche, etwa die Herstellung von Lammkoteletts.

Auch die Autobauer Nissan und Rolls-Royce warnten vor Folgen für ihre Produktion. Medienberichten zufolge sind Hunderte Nissan-Arbeiter betroffen. «Die Fälle gehen durch die Decke und verursachen Chaos», sagte Rolls-Royce-Chef Torsten Müller-Ötvös dem «Daily Telegraph».

Japan will Corona-Kontaktregeln für Athleten erleichtern

Japan will Athleten bei den Olympischen Spielen in Tokio nach Medienberichten auch dann die Starterlaubnis geben, wenn sie engen Kontakt mit Corona-Infizierten hatten, sofern sie kurz vorher negativ auf das Virus getestet werden. Wie japanische Medien unter Berufung auf informierte Kreise berichteten, planten die Regierung und die Olympia-Organisatoren zu diesem Zweck PCR-Tests bei betroffenen Athleten rund sechs Stunden vor dem Start bei Wettkämpfen.

Das «Playbook» für Athleten und Offizielle mit Vorschriften für sichere Spiele sieht eigentlich vor, dass sich Athleten, die engen Kontakt mit einem Corona-Infizierten hatten, in einem Privatraum im Olympischen Dorf und fern von anderen aufhalten.

Sprunghafter Anstieg der Corona-Inzidenz in Deutschland

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist in Deutschland erneut sprunghaft gestiegen, auch wenn sie noch auf niedrigem Niveau rangiert.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen lag sie bei 8,6 – am Vortag betrug der Wert 8,0 und davor 7,1. Beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli waren es noch 4,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI binnen eines Tages 1456 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.04 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 949 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 18 Todesfälle verzeichnet.

Die Masken fallen: Johnson öffnet England und erntet Kritik

Boris Johnson ist für sein unerschütterliches Selbstvertrauen bekannt, doch derzeit wirkt der britische Premierminister eher wie ein Bittsteller. Die Regierung erwarte und ermutige alle, doch bitte weiter Masken zu tragen, sagt Johnson. Er selbst werde bestimmt eine aufsetzen, wenn er an einem vollen Ort unterwegs sei. Doch trotz allen Bettelns: Wenn an diesem Montag fast alle Corona-Massnahmen in England enden, stehe der grösste britische Landesteil vor einem «Masken-Chaos», kritisieren Experten und Gewerkschaften. Denn dann gelten weder Abstandsregeln noch Maskenpflicht.

Johnson lässt die Masken fallen: In Zügen, Geschäften und Kinos sind Mund-Nasen-Bedeckungen, die eine überwältigende Mehrheit von Wissenschaftlern für ein besonders probates Mittel gegen das Coronavirus hält, nicht mehr vorgeschrieben. Veranstaltungsbetriebe sowie Transportunternehmen haben bereits angekündigt, im Einklang mit der Gesetzeslage fortan nicht mehr auf das Tragen zu bestehen. Ohne Masken, so ihr Kalkül, haben sie mehr Gäste und machen mehr Umsatz.

US-Biotechunternehmen Moderna zieht in den S&P-500-Index ein

Das US-Biotechunternehmen Moderna zieht in den S&P-500-Index ein. Der Corona-Impfstoffhersteller werde das Biopharmazie-Unternehmen Alexion Pharmaceuticals ab 21. Juli ersetzen, teilt der Indexbetreiber mit.

Im nachbörslichen Handel sprangen Moderna-Aktien rund sechs Prozent in die Höhe. In diesem Jahr hat das Papier bereits um 150 Prozent zugelegt. Damit stieg die Marktkapitalierung des Unternehmens auf rund 100 Milliarden Dollar.

Lizenzen für Bier zum Mitnehmen: London stärkt Pubs und Restaurants

Mit einem Bündel von Massnahmen will die britische Regierung die gebeutelte Gastro-Branche bei der Erholung nach der Coronapandemie unterstützen. So sollen Lizenzen für den Betrieb von Aussengastronomie auf Bürgersteigen verlängert und dauerhaft gemacht werden, damit mehr Kunden im Freien bedient werden können.

Zudem sollen Pubs und Bars in England und Wales für zwölf weitere Monate Bier zum Mitnehmen ausschenken dürfen, um den Verkauf anzukurbeln. Die Gastronomie hat während der Pandemie nach Angaben des Branchenverbands fast 10’000 Lokale und mehr als 87 Milliarden Pfund (111 Mrd Franken) Umsatz verloren.

Eiffelturm öffnet nach monatelanger Schliessung wieder

Der Eiffelturm öffnet nach monatelanger Corona-Pause wieder für Besucherinnen und Besucher. Online waren die Tickets für den Tag der Wiedereröffnung am Freitag bereits im Vorhinein ausverkauft. Das Pariser Wahrzeichen war wegen der Corona-Krise knapp ein Dreivierteljahr geschlossen. Schon im vergangenen Frühjahr hatte es wegen der Pandemie zeitweise schliessen müssen.

Der Eiffelturm öffnet nach monatelanger Corona-Pause wieder für Besucherinnen und Besucher. (Bild: Key)

Für den Besuch des Eiffelturms gelten nun erst einmal Maskenpflicht und Abstand halten. Ab dem 21. Juli müssen Erwachsene dann einen Test-, Impf- oder Genesungsnachweis vorzeigen. Von dem Tag an gilt in Frankreich eine Ausweitung der Testpflicht. Kinder und Jugendliche sind davon aber vorerst ausgenommen.

US-Regierung: Facebook muss mehr gegen Falschinfos über Corona tun

Soziale Netzwerke wie Facebook müssen nach Ansicht der US-Regierung mehr gegen Falschinformationen im Zusammenhang mit Corona und der Impfung gegen das Virus tun. Facebook müsse schneller Beiträge entfernen, die gegen die Richtlinien verstiessen und falsch seien, sagte die Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, am Donnerstag. Einige Beiträge würden tagelang online bleiben. «Das ist zu lange, Informationen verbreiten sich zu schnell», so Psaki. Auch in den USA sind die Corona-Zahlen zuletzt wieder angestiegen. Gleichzeitig stockt der Impffortschritt im Land.

 

Die US-Regierung fordert, dass Facebook mehr gegen Falschinformationen betreffen des Coronavirus vorgeht. (Bild: Keystone)

«Millionen von Amerikanern sind immer noch nicht gegen Covid-19 geschützt, und wir sehen mehr Infektionen unter den Ungeimpften», warnte der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vivek Murthy. «Wir leben heute in einer Welt, in der Fehlinformationen eine unmittelbare und heimtückische Bedrohung für die Gesundheit unserer Nation darstellen.» Während der Pandemie hätten Falschinformationen etwa dazu geführt, dass Menschen keine Masken getragen hätten. Nun würden sich Menschen aufgrund dessen entscheiden, sich nicht impfen zu lassen. Moderne Technologieunternehmen hätten es ermöglicht, dass «Fehlinformationen unsere Informationsumgebung vergiften».

Slowakei beharrt auf Quarantänepflicht für Ungeimpfte

Ungeachtet einer Entscheidung des Verfassungsgerichts hat die slowakische Regierung angekündigt, an ihren strengen Quarantäne-Vorschriften für nicht geimpfte Einreisende festzuhalten. So kontrollierte die Polizei auch am Donnerstag an allen Grenzübergängen Impfnachweise. Nur wer gegen Covid-19 geimpft ist, darf einreisen, ohne eine 14-tägige Quarantäne antreten zu müssen.

Sozialdemokratische Oppositionspolitiker hatten dies als versteckten Impfzwang kritisiert und das Verfassungsgericht in Kosice (Kaschau) angerufen. Dieses setzte daraufhin die seit 9. Juli geltende Verschärfung der Einreisebestimmungen des EU-Landes vorläufig ausser Kraft. Bis geklärt sei, ob die Ungleichbehandlung von Geimpften und Nicht-Geimpften nicht in Widerspruch zur Verfassung stünde, müssten sich die Behörden wieder an die vorher geltenden Regeln halten, verkündeten die Richter am Mittwoch.

Regierung und Gesundheitsbehörden entschieden sich jedoch, diese Entscheidung mit einem formalrechtlichen Trick zu umgehen. Verbindlich wird der Richterspruch nämlich erst ab seiner Eintragung in die offizielle Gesetzessammlung, die erst nach mehreren Tagen erfolgen soll. Formell habe sich daher die Rechtslage noch nicht geändert, erklärte Justizministerin Maria Kolikova den Medien am Donnerstag.

Gesundheitsminister Vladimir Lengvarsky kündigte an, besonders strittige Details der aufgehobenen Vorschrift rasch zu ändern. Bereits am kommenden Montag werde daher eine neue Verordnung in Kraft treten, die die Pflichtquarantäne für nicht geimpfte Einreisende unumstösslich vorschreibe. Nur so könne sich die Slowakei vor einem Import der Delta-Variante des Coronavirus schützen.

Angela Merkel: In Corona-Krise wachsam bleiben

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dazu aufgerufen, in der Corona-Krise weiter wachsam zu bleiben. Das Virus sei noch nicht aus der Welt, sagte Merkel am Donnerstag in Washington. Die Kanzlerin wurde dort mit der Ehrendoktorwürde der Johns-Hopkins-Universität ausgezeichnet.

Merkel sagte zur Pandemie, viele sehnten ein Ende des Schreckens herbei. «Wir wollen unsere Normalität zurück.» Man dürfe gerade jetzt aber nicht nachlassen und müsse wie am ersten Tag Zahlen, Daten und Fakten auswerten und analysieren. Merkel dankte der Johns-Hopkins-Universität, die viele Daten zur Pandemie geliefert habe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dazu aufgerufen, in der Corona-Krise weiter wachsam zu bleiben. (Bild: Keystone)
Repetitives Testen künftig auch für Aargauer Kleinstbetriebe

Ab dem 26. Juli können im Aargau auch Kleinstbetriebe mit nur einer testwilligen Person am repetitiven Testen des Kantons teilnehmen. Bisher waren für das Testen auf das Coronavirus vier testwillige Mitarbeitende nötig.

Man wolle das repetitive Testen so einfach wie möglich gestalten, teilte das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) am Donnerstag mit. Deshalb werde am 26. Juli das sogenannte zentrale Pooling starten. Ab diesem Zeitpunkt lassen die Betriebe die Speichelproben für die Tests von einem externen Dienstleister mischen beziehungsweise poolen.

Damit entfällt das Poolen im Betrieb selbst, wie es in der Mitteilung weiter hiess. Der Aufwand für die Unternehmen verringere sich merklich. Weiterhin müssen die Verantwortlichen die Speichelproben in die Sammeltasche packen und zur Sammelstelle bringen.

Die gemischten Proben werden im Labor analysiert. Ist die Probe negativ, sollten alle Personen dieser Gruppe nicht ansteckend sein. Ist eine Probe hingegen positiv, so muss diese Gruppe eine zweite Probe abgeben. Diese Proben werden einzeln ausgewertet.

Ab dem 26. Juli soll ein externer Dienstleister die Speichelproben aus den Aargauer Betrieben, die beim repetitiven Testen mitmachen, mischen. (Symbolbild: Keystone)
Tessin: Massiv weniger Smog wegen Corona-Massnahmen

Im Tessin haben die Stickoxid-Emissionen im vergangenen Jahr stark abgenommen. Insbesondere der Lockdown habe zu deutlich besserer Luft geführt, schreibt die Regierung am Donnerstag in einer Mitteilung. Dies, obwohl 2020 die Wetterlage oft Smog gefördert habe.

Die Stickoxid-Werte überschritten 2020 lediglich im direkt an der A2 situierten Camignolo den Grenzwert, wie die Regierung im Vorwort ihres umfangreichen Berichts zur Tessiner Luftqualität schreibt.

Etwas anders sieht es bei Ozon und Feinstaub aus. Anders als das Stickoxid, das zu 70 Prozent vom Strassenverkehr verursacht werde, stammten diese aus verschiedenen Quellen, hält die Regierung fest.

Wegen des Lockdowns war im Tessin die Luft bezüglich Stickoxid-Emissionen im Jahr 2020 deutlich besser. (Symbolbild: Keystone)

Demnach war die Ozonbelastung 2020 in Chiasso am höchsten, gefolgt von der Belastung in Mendrisio und Lugano. In allen drei Städten wurde der Grenzwert massiv überschritten.

Auch bei den Feinstaubbelastungen belegen Chiasso und Mendrisio die Spitzenplätze. Alle anderen Tessiner Gemeinden überschritten 2020 den Grenzwert nicht, wie der Bericht zeigt.

Insgesamt zieht die Tessiner Regierung in ihrem Communiqué eine positive Bilanz: 2020 sind zum dritten Mal in Folge neue Tiefstwerte für die Jahresmittelwerte von Stickoxid erreicht worden.

Schlimme Woche für Afrika: Corona-Todesfälle steigen um 43 Prozent

Auf dem afrikanischen Kontinent sind die Todesfälle aufgrund von Corona-Erkrankungen innerhalb nur einer Woche um 43 Prozent gestiegen. «Dieser Anstieg ist der schnellste, den der Kontinent je gesehen hat», sagte die Afrika-Direktorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Matshidiso Moeti, am Donnerstag.

Mangel an Sauerstoffgeräten und freien Betten auf Intensivstationen seien demnach die Hauptgründe für den rasanten Anstieg. Dies sei eine klare Warnung, dass Krankenhäuser auf dem Kontinent ihre Belastungsgrenze erreicht hätten, so Moeti.

Die Corona-Sterblichkeitsrate des Kontinents liegt nach Angaben der WHO bei 2,6 Prozent, während der weltweite Durchschnitt 2,2 Prozent betrifft. Der Grossteil aller Todesfälle sei in Namibia, Südafrika, Tunesien, Uganda und Sambia registriert worden, sagte Moeti. Auch die Zahl der gemeldeten Infektionen sei im vergangenen Monat um eine Million Fälle gestiegen. Die sogenannte Dritte Welle werde vor allem durch die hochansteckende Delta-Variante angetrieben, die derzeit in 21 der 55 afrikanischen Länder nachgewiesen worden sei. Die Alpha-Variante des Virus kursiert laut WHO in 35 Ländern, während die Beta-Variante in 30 Ländern Afrikas vorhanden ist.

BAG meldet 582 Neuinfektionen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag innerhalb von 24 Stunden 528 neue Coronavirus-Ansteckungen und sieben Spitaleinweisungen gemeldet worden, ausserdem zwei weitere Todesfälle.

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Spanien nimmt bewegenden Abschied von seinen 80'000 Corona-Toten

Mit einer bewegenden Trauerfeier hat Spanien Abschied von seinen mehr als 81’000 Todesopfern der Corona-Pandemie genommen. Im Mittelpunkt der von König Felipe VI. geleiteten Zeremonie stand am Donnerstag in Madrid die Ehrung der Mitarbeiter des spanischen Gesundheitssystems.

Spaniens König Felipe VI und Königin Letizia bei der Abschieds-Zeremonie in Madrid. (Bild: Keystone)

Die 102 Sanitäter, Pfleger und Ärzte, die sich bei der Behandlung von Patienten ansteckten und im Zusammenhang mit Covid-19 starben, wurden posthum mit dem Grosskreuz des Zivilverdienstordens ausgezeichnet. Das Staatsoberhaupt überreichte den Hinterbliebenen die Auszeichnung persönlich. Viele der rund 700 Gäste hatten Tränen in den Augen.

«Unser Respekt und unsere Bewunderung gilt den Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die von Beginn der Pandemie an mit voller Hingabe gearbeitet haben», sagte der Monarch auf dem Armería-Platz vor dem Königlichen Palast. Felipe bezeichnete die Mitarbeiter des Gesundheitssystems als ethische und soziale Vorbilder. Ein Orchester und Sänger trugen das Lied «Hallelujah» von Leonard Cohen vor.

Mehr als 100'000 Corona-Tote in Argentinien

Argentinien hat trotz seiner bisweilen strengen Ausgangsbeschränkungen die Marke von 100’000 Corona-Toten überschritten.

Im Vergleich zum Vortag waren nach Daten des Gesundheitsministeriums in Buenos Aires vom Mittwochabend (Ortszeit) 614 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 hinzugekommen, womit die Gesamtzahl seit dem Ausbruch der Pandemie auf 100’250 stieg.

Mehr als 4,7 Millionen Menschen in dem südamerikanischen Land haben sich demnach mit dem Coronavirus infiziert. Argentinien hat rund 45 Millionen Einwohner, von denen mehr als ein Drittel im Grossraum Buenos Aires leben.

Der Virus habe die gesamte Bevölkerung einer mittelgrossen Stadt dahingerafft, schrieb die argentinische Zeitung «La Nación». Argentinien gehört zu den Ländern mit der höchsten Zahl an Corona-Todesopfern je eine Million Einwohner. Dabei ist Lateinamerika – ausser Argentinien etwa auch Peru und Brasilien – derzeit besonders stark betroffen.

Zu Beginn des Winters auf der Südhalbkugel traf die zweite Corona-Welle Argentinien hart. Um die Pandemie einzudämmen, hatte die Regierung bereits Mitte März vergangenen Jahres recht harte Ausgangssperren verhängt, die immer wieder verlängert wurden.

Dadurch war es gelungen, die Ausbreitung des Coronavirus zunächst zu bremsen und einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern. Nach monatelangen Einschränkungen liess die Disziplin der Bevölkerung allerdings auch deutlich nach.

Einige Mutanten dürften noch kommen

Epsilon, Lambda, Pi oder Omega: Das griechische Alphabet hält noch 20 Buchstaben bereit, die nach Delta folgen. Obwohl etwa die Varianten Epsilon und sogar Lambda bereits existieren, reicht das Alphabet noch eine Zeit lang aus, sollte das Coronavirus weiter mutieren und neue relevante Mutanten hervorbringen. Doch wie kann es aus virologischer Sicht weitergehen?

Die Antwort auf diese Frage gleicht einem Blick in die Glaskugel. Dennoch wagen einige Forscher Prognosen und sind sich vor allem in einem Punkt sicher: Das Coronavirus wird sich weiter verändern.

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Ende der Corona-Regeln: London empfiehlt weiter Masken in Geschäft

Auch nach dem Ende der Maskenpflicht im Landesteil England am kommenden Montag sollen die Menschen beim Einkaufen Mund-Nase-Bedeckungen tragen. Die Regierung «erwartet und empfiehlt», dass Angestellte und Kunden an vollen, überdachten Orten weiterhin Masken tragen, zitierte die Nachrichtenagentur PA am Donnerstag aus einem Regierungsdokument.

Zuvor hatte der britische Premierminister Boris Johnson dazu aufgerufen. Die Maskenpflicht fällt von Montag an ebenso wie Abstandsregeln weg – gegen den Rat von Wissenschaftlern. Kritiker werfen der Regierung eine chaotische Corona-Politik vor.

Das Regierungsdokument empfiehlt laut PA, dass in Bars weiterhin nur am Tisch bedient wird. Pubs, Restaurants sowie Nachtclubs seien angehalten, von ihren Besuchern einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder einen negativen Corona-Test zu verlangen. Gesetzlich vorgeschrieben ist das allerdings nicht, und mehrere Unternehmen und Betreiber haben bereits angekündigt, der Bitte wegen des zu grossen Aufwands und befürchteter Einnahmeeinbussen nicht nachzukommen.

London «erwartet und empfiehlt» beim Einkaufen trotz Ende der Maskenpflicht einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. (Bild: Keystone)

Gewerkschaften zeigten sich enttäuscht und kritisierten mangelnden Schutz der Angestellten. «Was die Regierung nun, wenige Tage vor Inkrafttreten, veröffentlicht hat, gibt Arbeitnehmern und Angestellten keine Sicherheit», sagte Paddy Lillis, Generalsekretär der Gewerkschaft Usdaw, die unter anderem Ladenmitarbeiter vertritt. Auch Arbeitnehmer zeigten sich verunsichert angesichts widersprüchlicher Ratschläge.

Ein Flickenteppich an Regeln steht auch im öffentlichen Nahverkehr bevor. Während zahlreiche Bahnunternehmen in England ankündigten, die Maskenpflicht abzuschaffen, müssen in London oder im Landesteil Wales weiterhin Mund-Nase-Bedeckungen getragen werden. Der walisische Regierungschef Mark Drakeford sagte der BBC, Passagiere müssten sich Masken aufsetzen, wenn ihr Zug die Grenze nach Wales überquert.

Erste Impfstofflieferung in Haiti angekommen

Am Mittwoch erreichten Haiti über das UN-Impfprogramm Covax die ersten 500’000 Dosen Corona-Impfstoff, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte. Bei dem Vakzin des Herstellers Moderna handelte es sich demnach um eine Spende der USA. Bisher wurde in dem armen Karibikstaat noch gar nicht gegen das Coronavirus geimpft. Die Infektionszahlen nahmen zuletzt deutlich zu.

Katalonien will Ausgehsperre in 158 Gemeinden

Wegen sehr hoher Corona-Infektionszahlen will die katalanische Regionalregierung eine nächtliche Ausgehsperre für die Touristenmetropole Barcelona und 157 weitere Gemeinden der Region anordnen. Die Massnahme, die jeweils von 1 Uhr bis 6 Uhr gelten soll, muss vom Obersten Landesgericht abgesegnet werden. Die Menschen dürften dann nur noch mit triftigem Grund aus dem Haus. Die Massnahme betreffe nicht die gesamte Region im Nordosten Spaniens mit der Costa Brava, sondern nur Städte ab 5’000 Einwohner mit einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 400 oder die von solchen umgeben seien, sagte Regionalregierungschef Pere Aragonès am Mittwochabend. «Die Lage ist sehr heikel», warnte er.

Die Einschränkung zielt auf junge Leute, die davon abgehalten werden sollen, an Stränden, in Parks und auf öffentlichen Plätzen feuchtfröhliche Partys, sogenannte Botellones, zu feiern. Gerade die Infektionen junger Leute unter 30 haben die Ansteckungszahlen im Urlaubsland Spanien und vor allem in Katalonien in die Höhe schiessen lassen.

Das Gesundheitsministerium in Madrid meldete am Mittwoch 26’390 Ansteckungen binnen 24 Stunden. Auf Deutschland hochgerechnet wären das mehr als 46’000. Damit kletterte die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz innerhalb eines Tages von 258 auf fast 271.

Für Barcelona und 157 andere katalonische Gemeinden könnte bald wieder eine nächtliche Ausgangssperre gelten. (Bild: Keystone)
Ausgehsperre 2020 in Spanien verfassungswidrig – Klagen befürchtet

Das spanische Verfassungsgericht hat die zu Beginn der Corona-Pandemie von März bis Mai 2020 angeordnete ganztägige Ausgehsperre für verfassungswidrig erklärt. Für eine solche Einschränkung der Freiheitsrechte hätte es der Verhängung des Ausnahmezustands bedurft, berichteten spanische Medien am Mittwoch unter Berufung auf Informationen aus dem Gerichtshof.

Als Folge des Urteils könne es zu einer Welle von Schadensersatzklagen von Bürgern kommen, die ohne gesetzliche Grundlage gezwungen wurden, zu Hause zu bleiben, schrieb die Zeitung «La Vanguardia». Zudem könnten Bürger womöglich die Bussgelder zurückfordern, die ihnen damals bei Verstössen gegen die Ausgehsperre auferlegt wurden, schrieb die Zeitung weiter. Die Polizei soll in dem besagten Zeitraum rund eine Million Bussgelder verhängt haben, von denen Medienberichten zufolge jedoch viele noch nicht bezahlt wurden. Auch einige Strafverfahren müssten eingestellt werden.

Die Regierung hatte den Alarmzustand im März 2020 ausgerufen, das Parlament stimmte dem später zu. Nach Ansicht des Verfassungsgerichts handelte es sich um eine unzureichende Rechtsgrundlage für die Ausgehsperre.

Grossbritannien verzeichnet höchste Zahl an Neuinfektionen seit Januar

In Grossbritannien ist am Mittwoch mit mehr als 42’000 Neuinfektionen die höchste Zahl an Ansteckungen mit dem Coronavirus seit Mitte Januar verzeichnet worden. Das Land hatte zum Jahreswechsel den Höhepunkt der zweiten Infektionswelle erreicht. Seit Mitte Juni steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder massiv an. Grund dafür sind die starke Verbreitung der Delta-Variante in dem Land sowie die Lockerungen der Corona-Massnahmen. Am 19. Juli sollen im grössten Landesteil England so gut wie alle Einschränkungen fallen.

In Grossbritannien wurde die höchste Zahl an Neuinfektionen seit Januar vermeldet. (Bild: Keystone)

Die Regierung geht davon aus, dass es im Verlauf des Sommers bis zu 100’000 Neuinfektionen pro Tag geben wird. Trotzdem hält sie an den Öffnungsplänen fest. Hintergrund ist das weit fortgeschrittene Impfprogramm. Die Verbindung zwischen Infektionsrate auf der einen Seite und den Krankenhauseinweisungen und Todesfällen auf der anderen Seite sei ausreichend geschwächt, so die Argumentation. Inzwischen sind mehr als zwei Drittel aller Erwachsenen im Vereinigten Königreich vollständig geimpft. Mehr als 87 Prozent haben inzwischen eine Impfdosis erhalten.

Slowakische Höchstrichter stoppen Quarantänepflicht für Ungeimpfte

Das Verfassungsgericht der Slowakei hat die seit 9. Juli geltenden Verschärfungen der Corona-Einreisebestimmungen des EU-Landes ausser Kraft gesetzt. Bis geklärt sei, ob die strengen Vorschriften nicht in Widerspruch zur Verfassung stünden, müssten sich die Behörden wieder an die vorher geltenden Regeln halten, verfügte das Verfassungsgericht in Kosice (Kaschau).

Stein des Anstosses ist eine rigorose Quarantäneregelung, die von Gegnern als versteckter Impfzwang interpretiert wird. Wer in die Slowakei einreist, muss seit 9. Juli entweder vollständig gegen Corona geimpft sein oder eine 14-tägige Quarantäne antreten. Ein Freitesten ist frühestens nach dem fünften Tag möglich. Die Regel gilt selbst dann, wenn jemand nur kurz zum Einkaufen in einem Nachbarland war. Sozialdemokratische Oppositionspolitiker hatten Beschwerde eingelegt.

Organisationen fordern von Merkel Patentfreigabe bei Corona-Impfstoff

Zahlreiche Organisationen und Fachleute haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor ihrem Besuch bei US-Präsident Joe Biden in Washington aufgefordert, sich für eine Aufweichung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe auszusprechen. «Jeder Mensch, egal wo, egal wie wohlhabend oder arm, muss die Chance bekommen, sich impfen zu lassen und gegen das Coronavirus zu schützen», sagte die Vorstandsvorsitzende von Oxfam Deutschland, Marion Lieser, am Mittwoch in einer Online-Pressekonferenz. «Bei ihrem Treffen mit Präsident Biden in Washington muss sich Bundeskanzlerin Merkel nun entscheiden, ob sie als Hüterin von Monopolen und Profiten oder als Anwältin des Gemeinwohls in die Geschichte eingehen wird.»

Ärmere Länder, aber auch die USA, setzen sich seit geraumer Zeit für eine Aussetzung des Patentschutzes für Impfstoffe ein, um die weltweite Impfkampagne zu beschleunigen. Merkel hat das bisher klar abgelehnt. Der Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz betonte, dass ein Grossteil der Forschung für die Corona-Impfstoffe von öffentlichen Geldern bezahlt werde. «Präsident Biden sollte das Treffen mit Merkel nutzen, um darauf hinzuwirken, dass Deutschland seine Blockadehaltung aufgebe», forderte Avril Benoit, Geschäftsführerin von Ärzte ohne Grenzen in den USA, einer Mitteilung zufolge.

Zahlreiche Organisationen wie etwa Oxfam fordern von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor ihrem Treffen mit US-Präsident Joe Biden die Freigabe der Patente für Corona-Impfstoffe. (Bild: Keystone)
Neuer Antikörper-Test erfasst Immunschutz gegen Corona-Varianten

Schweizer Forschende haben einen neuen Antikörper-Test entwickelt, mit dem sich der Immunschutz gegen verschiedene Varianten des Coronavirus abschätzen lässt. Davon berichten sie im Fachmagazin «Science Translational Medicine».

Antikörper-Tests weisen darauf hin, ob jemand eine Corona-Infektion durchgemacht hat. Der unter Leitung von Forschenden der ETH und des Universitätsspitals Lausanne (CHUV) entwickelte Test erfasst binnen weniger Stunden, ob das Immunsystem wirksame Waffen gegen Sars-CoV-2 gebildet hat.

Die Forschenden wendeten den Test auf Blutserum-Proben von 206 Personen an, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Demnach erreiche der Test eine Sensitivität von 96,7 Prozent und eine Spezifität von 100 Prozent, schreiben sie in ihrer Studie.

Weitere Versuche mit 96 hospitalisierten Covid-19-Patienten, die sich vor November 2020 angesteckt hatten, ergaben, dass die neutralisierenden Antikörper das Spike-Protein des Wildtyp-Virus neutralisieren konnten, aber weniger wirksam gegen Spike-Proteine der Alpha- oder Beta-Varianten waren. Das gibt demnach einen Hinweis darauf, dass früh in der Pandemie Infizierte weniger gut gegen die neuen Corona-Varianten geschützt sind.

EU-Behörden: Vollständige Impfungen wichtig für Delta-Schutz

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC weist angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus auf die Bedeutung vollständiger Corona-Impfungen hin.

Ein Befolgen des empfohlenen Impfverlaufs – im Falle der Mittel von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca also die Verabreichung von zwei Impfdosen – sei entscheidend, um vom höchstmöglichen Schutz vor dem Virus zu profitieren, teilte die in Stockholm ansässige Behörde am Mittwoch gemeinsam mit der Europäischen Arzneimittelagentur EMA mit.

Vorläufige Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass beide Dosen von Zwei-Dosen-Impfstoffen notwendig seien, um einen angemessenen Schutz vor der Delta-Variante zu erhalten. Man rufe die EU-Bürger auf, sich impfen zu lassen und an die empfohlene Anzahl an Impfdosen zu halten. Beim Mittel von Johnson & Johnson gilt eine Spritze als ausreichend.

Die EU weist auf die Wichtigkeit von zwei Dosen bei mRNA-Impfstoffen hin, um sich gegen die Delta-Variante zu schützen. (Bild: Keystone)

Das ECDC geht davon aus, dass die zunächst in Indien aufgetretene und ansteckendere Delta-Variante B.1.617.2 bis Ende August 90 Prozent aller Corona-Neuinfektionen in der EU ausmachen wird. Dass die EU-Staaten ihre Impfkampagnen beschleunigen und Immunitätslücken so schnell wie möglich schliessen, sei deshalb essenziell wichtig.

Deutsche Regierung besorgt über steigende Corona-Zahlen

Steigende Corona-Infektionszahlen in Deutschland und ein starkes Anschwellen der Corona-Ausbrüche in Nachbarländern versetzen die Regierung in Berlin in wachsende Sorge.

«Wir hatten jetzt mehrere Tage, bei denen jeweils die Infektionszahl um 50, 55 Prozent höher als in der Vorwoche lag – das ist natürlich eine Entwicklung, die wir nicht gleichmütig betrachten können», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. «Der Blick in die Nachbarländer, Niederlande, Spanien, Grossbritannien, zeigt uns, wie schnell sich eine Situation wieder sehr verschärfen kann.»

(Bild: Keystone)

Keine Bewertung wollte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums abgeben zum Fall des rund 70 Kilometer von der deutschen Grenze entfernten niederländischen Utrecht. Mindestens 1000 Besucher eines Musikfestivals mit 20 000 Menschen hatten sich dort infiziert. Festivalbesucher hatten Negativtests oder Impfungen nachweisen müssen, laut Veranstalter wurde streng kontrolliert.

Grand Prix von Silverstone ausverkauft

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie kann die Formel 1 ein ganzes Grand-Prix-Wochenende vor vollen Zuschauerrängen austragen. Nach Angaben der Veranstalter ist das komplette Rennwochenende in Silverstone ausverkauft. Jeweils rund 140’000 Besucher werden pro Tag auf dem zwischen Birmingham und London gelegenen Circuit erwartet. Die Formel 1 testet an diesem Wochenende mit einem Sprintrennen zur Ermittlung der Startaufstellung auch ein neues Format.

Ticketbesitzer müssen entweder einen negativen Schnelltest, der selbst abgenommen und eingetragen wird, oder den Nachweis über eine vollständige Impfung vorlegen.

Nach Corona-Pause: Frankreichs Nationalfeiertag wieder mit Parade

Nachdem die Militärparade zu Frankreichs Nationalfeiertag im vergangenen Jahr wegen der Corona-Krise ausfallen musste, sind in diesem Jahr wieder Panzer gerollt und Militärs über die Pariser Champs-Élysées marschiert.

Zum Auftakt fuhr Staatschef Emmanuel Macron am Mittwoch in einem offenen Militärwagen über die Prachtstrasse. Eröffnet wurde die Parade von der Kunstflugstaffel Patrouille de France, die die Farben der französischen Flagge in den Pariser Himmel zeichnete.

(Bild: Keystone)

Mit den Feierlichkeiten wollte Macron den Blick nach vorne richten, die Anstrengungen in der Corona-Krise würdigen und die Freude und Hoffnung über mehr Normalität in den Vordergrund rücken.

BAG meldet 527 neue Coronavirus-Fälle innerhalb von 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch innerhalb von 24 Stunden 527 neue Coronavirus-Ansteckungen und neun Spitaleinweisungen gemeldet worden. Neue Todesfälle gab es keine.

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(Bild: Keystone)
Versicherer dürften sich zügig von der Coronakrise erholen

Die Versicherungen dürften sich von den durch Corona ausgelösten wirtschaftlichen Folgen rasch erholen. Die Ökonomen des Swiss Re Institutes erwarten, dass die weltweiten Prämieneinnahmen in den nächsten Jahren neue Rekordwerte erreichen werden – getrieben vom Wirtschaftsaufschwung.

Im Jahr 2021 rechnen die Experten mit einem Anstieg der Versicherungsprämien weltweit um 3,3 Prozent auf insgesamt 6,9 Billionen US-Dollar, wie es in der jüngsten, am Mittwoch veröffentlichten sigma-Studie heisst. 2022 dürften sie dann um weitere 3,9 Prozent wachsen. Im Coronajahr 2020 waren die kumulierten Prämieneinnahmen noch um 1,3 Prozent gesunken.

Festival in Utrecht – Rund 1000 Besucher infiziert

Bei einem Musikfestival in Utrecht haben sich rund 1000 Besucher mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden vom Dienstagabend könnten die Zahlen noch steigen. Die Organisatoren reagierten schockiert und betonten, dass sie sich an alle Auflagen gehalten hätten.

Rund 20’000 Menschen hatten das zweitägige Open-Air-Festival «Verknipt» (Durchgeknallt) am 3. und 4. Juli besucht. Am ersten Tag infizierten sich mindestens 448 Besucher, und am zweiten Tag weitere 516, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete.

(Symbolbild: Keystone)

Festivalbesucher mussten nachweisen, dass sie geimpft oder negativ getestet waren. Nach Angaben der Veranstalter wurde streng am Eingang kontrolliert. Für Besucher seien Zeitfenster eingerichtet worden, um Andrang zu verhindern.

Deutscher Bundespräsident ruft zum Impfen auf

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Bürgerinnen und Bürger des Landes eindringlich aufgerufen, sich gegen Corona impfen zu lassen.

«Jeden Tag, mit jeder Impfung befreien wir uns ein Stück mehr aus den Fängen der Pandemie und holen uns unser Leben zurück», sagte er in einer am Mittwoch veröffentlichten Videobotschaft. «Zeigen Sie Verantwortung für sich und für andere. Lassen Sie sich impfen!», forderte er.

Grönland führt neue Corona-Beschränkungen ein

Grönland führt wegen einer Zunahme der Corona-Fälle landesweite Beschränkungen ein. Das gab die grönländische Regierung am Dienstag bekannt, wie der Rundfunksender KNR und die Zeitung «Sermitsiaq» berichteten.

«Wir können sehen, dass die Infektionen durch einen Flug hereingekommen sind. Die Lage ist kritisch», sagte Regierungschef Múte B. Egede demnach auf einer Pressekonferenz.

Zunächst bis einschliesslich Freitag müssen die Menschen auf der grössten Insel der Welt nun unter anderem vorübergehend einen Mund-Nasen-Schutz in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln tragen. Ausserdem werden Begrenzungen für die Zahl der Passagiere in Bussen und Gäste in Restaurants eingeführt. In Kirchen wie in Restaurants und Cafés dürfen maximal 20 Personen zusammenkommen, Supermärkte und andere Läden mit Waren des täglichen Gebrauchs dürfen nur zur Hälfte der zugelassenen Kundenzahl ausgelastet sein.

Slowenien verschärft Corona-Einreiseregeln

Aus Sorge vor der Ausbreitung neuer und ansteckenderer Varianten des Coronavirus verschärft das EU-Land Slowenien seine Regeln für die Einreise.

Ab diesem Donnerstag (15. Juli) müssen Reisende, die ins Land kommen, grundsätzlich nachweisen, dass sie entweder gegen Covid-19 geimpft sind oder die Krankheit überstanden haben oder negativ auf das Coronavirus getestet sind. Ausgenommen sind lediglich Kinder unter 15 Jahren und Landwirte, die grenzüberschreitend Flächen bewirtschaften.

Neu ist, dass die Nachweispflicht auch für Transitreisende und Spediteure besteht. Betroffen sind auch deutsche Urlauber, die das Land auf dem Weg nach Kroatien mit dem Auto oder Zug durchqueren. Bislang konnten Menschen, die aus den Ländern der sogenannten «Grünen Liste» kamen, darunter Deutschland, ohne Auflagen in Slowenien einreisen.

Strikte Corona-Regeln für Olympiateilnehmer

Die Coronavirus-Pandemie wirft einen grossen Schatten auf die am 23. Juli in Tokio beginnenden Olympischen Spiele. Sie finden erstmals ohne Zuschauer statt. Lesen Sie hier mehr über die Hygienemassnahmen im Olympia-Lager.

Erstmals mussten Olympische Spiele in globalen Friedenszeiten verschoben werden. (Bild: Keystone)
Corona-Ausbruch auf neuem britischen Flugzeugträger

Während der Jungfernfahrt des neuen britischen Flugzeugträgers «HMS Queen Elizabeth» ist es an Bord zu einem Corona-Ausbruch gekommen.

«Im Zuge von Routinetests wurden einige Besatzungsmitglieder des Marineverbands positiv auf Corona getestet», sagte eine Sprecherin der Royal Navy am Mittwoch der BBC. Dem Sender zufolge handelt es sich um etwa 100 Fälle, auch Besatzungen auf begleitenden Kriegsschiffen seien betroffen. Die «Queen Elizabeth» war im Mai zu einer Fahrt bis nach Ostasien aufgebrochen. Derzeit befindet sich das Schiff im Indischen Ozean, ein Abbruch des Einsatzes ist trotz der Corona-Fälle nicht geplant.

(Bild: Keystone)

«Der Flugzeugträgerverband wird seine operationalen Aufgaben fortsetzen, es gibt keine Auswirkungen auf den Einsatz», sagte die Marinesprecherin. An Bord gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht, es gebe ein Nachverfolgungsprogramm. Insgesamt sind etwa 3700 Kräfte an dem Einsatz beteiligt. Zum Verband gehören sechs weitere Kriegsschiffe und ein U-Boot.

London hält an Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr fest

Die britische Hauptstadt London hält entgegen eines Regierungsbeschlusses an der Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr fest. Bürgermeister Sadiq Khan ordnete an, dass Masken weiterhin zu den Beförderungsbedingungen der staatlichen Verkehrsgesellschaft Transport for London (TfL) gehören.

(Bild: Keystone)

«Das Tragen von Gesichtsbedeckungen hilft, die Verbreitung des Coronavirus zu reduzieren, und gibt Londonern damit das Vertrauen zu reisen – das ist zentral für unsere wirtschaftliche Erholung», twitterte Khan am Mittwoch. «Meine Maske beschützt dich, deine Maske beschützt mich.» Verkehrsminister Grant Shapps begrüsste die Entscheidung.

Britisches Parlament stimmt für Impfpflicht von Pflegern in Heimen

Das britische Parlament hat einer Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte in Heimen in England zugestimmt. Von Oktober an müssen Heim-Mitarbeiter zwei Impfungen gegen das Virus vorweisen. Allerdings votierten mehrere Mitglieder der Konservativen Partei von Premierminister Boris Johnson am Dienstagabend gegen das Vorhaben. Sie kritisierten, dass die Regierung vor der Abstimmung keine Bewertung der Auswirkungen veröffentlicht hat. Gesundheits-Staatssekretärin Helen Whately betonte, die Regierung arbeite daran.

Lockdown in Sydney erneut verlängert

Der Lockdown in der australischen Metropole Sydney wird wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante um weitere zwei Wochen bis mindestens 30. Juli verlängert. Die Zahl der neuen Corona-Fälle sei immer noch zu hoch, um die Massnahmen zurückzunehmen, sagte die Premierministerin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian. Am Mittwoch wurden 97 lokal übertragene Neuinfektionen in der Region gemeldet.

(Bild: Keystone)

Sydney an der Ostküste ist seit dem 26. Juni im Lockdown. Die Bürger dürfen nur noch in Ausnahmen ihre Häuser verlassen, die Schulen sind geschlossen. Im internationalen Vergleich sind die Zahlen aber weiter niedrig: Seit Beginn der jüngsten Welle wurden in New South Wales 864 Infektionen verzeichnet. 71 Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden, davon 20 auf der Intensivstation.

Gibt es einen guten Corona-Schutz ohne spürbare Impfreaktionen?

Manche fühlen sich nach der Covid-19-Impfung pudelwohl: kein Fieber, nicht einmal Kopfschmerzen. Aber ist das Immunsystem überhaupt angesprungen, wenn gar nichts spürbar ist? Hier gelangen Sie zum Faktencheck.

(Bild: Keystone)
«Wellerman»-Sänger Evans sorgt sich vor Tournee wegen Infektionsrate

Der mit dem Seemannslied «Wellerman» bekannt gewordene ehemalige Postbote Nathan Evans macht sich wegen steigender Corona-Fallzahlen in Grossbritannien Sorgen um seine geplanten Auftritte. Im September will der 26-Jährige in Glasgow beim TRNSMT-Festival vor 60 000 Zuschauern spielen. Später will er auf eine Europa-Tournee gehen, die ihn auch nach Deutschland führen wird.

«Man kann nicht ausschliessen, dass das Festival abgesagt wird», sagte Evans der Deutschen Presse-Agentur. Trotzdem gibt er sich stoisch: «Es gibt nichts, was man dagegen tun kann. Wenn es abgesagt wird, wird es abgesagt.» Daran habe man sich inzwischen schon gewöhnt.

Anders als viele andere Künstler ist der Schotte auf physische Auftritte nicht unbedingt angewiesen. Sein kometenhafter Aufstieg zum globalen Popstar gelang ihm durch die Social-Media-App Tiktok. Er selbst habe sich für das soziale Netzwerk zunächst als zu alt empfunden, sagte er der dpa. «Es waren meine Nichte und mein Neffe, die mir sagten: «Du solltest Tiktok benutzen»», berichtete er. «Ich dachte, das sei nur was für Kids», so Evans. Doch dann brachte ihm die App den grossen Durchbruch.

Peter Maffay sieht Schweiz bei Konzerten für Deutschland als Vorbild
Peter Maffay sieht die Schweiz in Sachen Konzerte in der Pandemie als Vorbild für Deutschland. (Bild: Keystone)

Die deutsche Rocklegende Peter Maffay (71) hofft für die Veranstaltungsbranche, dass bald wieder grosse Konzerte stattfinden können. Die ganze Branche gucke gespannt auf die kommenden Wochen und Monate, weil sie davon ausgehe, dass die Corona-Hygienekonzepte ausreichen dürften, sagte Maffay am Dienstagabend in Halle (Saale). Er berichtete von drei demnächst in Dresden geplanten Konzerten, zu denen jeweils 3500 Besucher zugelassen seien. Kurz darauf dürfe er in der Schweiz vor 10’000 Menschen spielen. «Und dann frage ich mich, was machen die Schweizer so anders als wir?»

Maffay sagte, im Moment habe er den Eindruck, dass es der deutschen Politik im Wahljahr schwerfalle, sich zu Entscheidungen durchzuringen. Er hoffe, «dass dieser Knoten endlich durchschlagen wird». Es müsse darum gehen, «Veranstaltungen in einer Dimension wieder zu spielen, die ökonomisch Sinn machen» und die gleichzeitig niemanden gefährdeten. «Dann liegen wir Künstler, Dienstleister und so weiter dem Staat auch nicht auf der Tasche.»

Corona-Krise in Spanien: Immer mehr Neuinfektionen und Restriktionen

Die Corona-Krise im Urlaubsland Spanien hat sich weiter zugespitzt. Das Gesundheitsministerium in Madrid meldete am Dienstag 13 393 Infektionen binnen 24 Stunden. Damit kletterte die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz innerhalb eines einzigen Tages von 226 auf 258. Es seien weiterhin vor allem junge Menschen unter 30, die sich ansteckten, hiess es. Gesundheitsministerin Carolina Darias äusserte sich unter Hinweis auf die Impffortschritte optimistisch und beteuerte, das land werde die Infektionszahlen bald wieder reduzieren. Zur Eindämmung der Ausbreitung beschliessen die spanischen Regionen unterdessen immer mehr Restriktionen.

Valencia mit der gut 500 Kilometer langen Küste hat mit Billigung der Justiz als erste der 17 Regionen Spaniens wieder eine nächtliche Ausgehsperre eingeführt. Die Bewohner von 32 Gemeinden mit besonders schlechter Lage dürfen seit Dienstag zwischen 01.00 und 06.00 nur mit triftigem Grund aus dem Haus. Betroffen sind unter anderem die Metropole Valencia sowie bekannte Badeorte wie Benicassim oder Gandia. Auf den auch bei deutschen Urlaubern beliebten Kanaren will die Justiz am Mittwoch über einen Antrag der Behörden auf Einführung einer nächtlichen Ausgehsperre entscheiden.

Brasilien meldet niedrigsten Wert bei neuen Corona-Fällen seit Januar

Brasilien hat die niedrigste Zahl bei den täglichen Corona-Neuinfektionen seit mehr als einem halben Jahr registriert. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Montagabend (Ortszeit) 17 031 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden – zuletzt hatte es Anfang Januar mit 15 827 einen niedrigeren Tageswert gegeben.

In Brasilien sinken die Ansteckungszahlen. (Bild: Keystone)

Auf dem Höhepunkt einer ausser Kontrolle geratenen Corona-Pandemie hatte das südamerikanische Land im März mehr als 100’000 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Insgesamt haben sich in Brasilien, das im Januar mit Impfungen begann, mehr als 19,1 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Über 534 000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Nur in den USA wurden bislang mehr Tote registriert, nach den USA und Indien verzeichnet das grösste Land in Lateinamerika die meisten Infektionen. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 mal so gross wie Deutschland.

US-Preise klettern überraschend weiter

Die US-Verbraucherpreise sind überraschend noch weiter gestiegen und haben Spekulationen auf eine vorzeitige Zinswende genährt. Die Inflationsrate kletterte im Juni auf 5,4 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte.

Von Reuters befragte Experten hatten einen leichten Rückgang erwartet, nach einem Wert von 5,0 Prozent im Mai. Nun ist die Inflationsrate aber überraschend noch weiter über das Ziel der US-Zentralbank Fed von zwei Prozent hinausgeschossen. Diese werde nun unter heftigen Druck geraten, ihren ultra-expansiven geldpolitischen Kurs zu beenden», sagt Ökonom Dirk Chlench von der LBBW voraus.

Schottland hebt weitere Corona-Massnahmen auf - Maskenpflicht bleibt

Nach der Regierung in London hat auch die schottische Regierung in Edinburgh weitere Lockerungen der Corona-Massnahmen für die kommende Woche angekündigt.

Anders als im Landesteil England sollen aber angesichts wachsender Infektionszahlen in dem nördlichen britischen Landesteil nicht alle Corona-Regeln wegfallen. Unter anderem die Maskenpflicht bleibe zunächst bestehen, teilte Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon am Dienstag mit. Auch die Weisung, wenn möglich von zuhause aus zu arbeiten, soll weiterhin gelten.

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte am Montag die Aufhebung aller Corona-Massnahmen in England von kommender Woche an bestätigt – obwohl die Zahl der Neuinfektionen seit Wochen durch die starke Ausbreitung der Delta-Variante stark wächst. Gesundheit ist in Grossbritannien Sache der einzelnen Landesteile.

Vermehrung des Coronavirus lässt sich mit Crispr-Methode stoppen

Australischen Wissenschaftlern ist es mithilfe einer Methode auf Grundlage der Gen-Schere Crispr gelungen, die Vermehrung des Coronavirus SARS-CoV-2 in einer infizierten Zelle zu stoppen. Dies geht aus einer am Dienstag in der Fachzeitschrift «Nature Communications» veröffentlichten Studie hervor. Langfristig könnte damit laut dem Team um Sharon Lewin vom australischen Peter Doherty Institute for Infection and Immunity eine bessere Behandlung von Covid-19-Patienten möglich werden. Alles zum Thema lesen Sie hier.

So verteilen sich die Schweizer Corona-Infektionen auf die Kantone
(Grafik: Keystone-SDA, Quelle BAG)
Wöchentliche Verdoppelung der Fälle - Bald mehr Spitaleintritte

Die Corona-Fallzahlen verdoppeln sich seit Anfang Juli wöchentlich. Grund ist die dominierende und stärker ansteckende Delta-Variante des Coronavirus. Aufgrund dieser Entwicklung rechnet die wissenschaftliche Taskforce des Bundes in der Lagebeurteilung vom Dienstag mit einem baldigen Anstieg der Spitaleintritte.

Diesen Anstieg prognostiziert die Taskforce aufgrund der Erfahrungen in Grossbritannien, wo die Delta-Variante bereits seit längerem vorherrschend ist. Wegen der geringeren Impfdeckung dürften die Spitaleinweisungen in der Schweiz stärker ansteigen als in Grossbritannien. Alles zum Thema lesen Sie hier.

US-Inflation steigt im Juni überraschend weiter an

Die Teuerungsrate in den USA ist auf ohnehin schon hohem Niveau überraschend noch weiter angestiegen. Die Inflationsrate kletterte im Juni um 5,4 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Experten wurden auf dem falschen Fuss erwischt, da sie mit einem leichten Rückgang auf 4,9 Prozent gerechnet hatten. Im Mai hatte die Teuerungsrate 5,0 Prozent betragen.

«Noch ist der Inflationsspuk nicht vorbei», sagte Ökonom Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe. Derzeit sorgten vor allem Energiepreise, aber auch coronabedingte Nachholeffekte für anhaltenden Inflationsdruck. Doch all diese Einflussfaktoren seien nicht von Dauer und würden bald an Antriebkraft verlieren.

Impfkadenz um zehn Prozent gesunken

Vom 5. Juli bis 11. Juli sind in der Schweiz 427’725 Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht worden. Dies geht aus den Angaben hervor, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag auf seiner Website veröffentlichte. Pro Tag wurden damit durchschnittlich 61’104 Impfungen durchgeführt. Im Vergleich zur Woche davor sank die Impfkadenz um 10 Prozent.

Insgesamt wurden bis am Sonntag 8’169’730 Impfungen durchgeführt. Bislang sind 3’605’836 Personen vollständig geimpft, das heisst 41,7 Prozent der Bevölkerung haben bereits zwei Impfdosen erhalten. Bei 958’058 Personen wurde bislang nur die Erstimpfung durchgeführt, wie das Bundesamt für Gesundheit und die Logistikbasis der Armee am Dienstag mitteilten.

Es wurden bislang 8’341’400 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. 818’275 Dosen sind beim Bund gelagert. Da es regelmässig gelingt, mehr Dosen als ursprünglich von den Herstellern vorgesehen pro Flasche zu entnehmen, kann es sein, dass die Kantone mehr Impfdosen verabreichen als sie gemäss offiziellen Zahlen erhalten haben.

BAG meldet 483 neue Coronavirus-Fälle innerhalb von 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag innerhalb von 24 Stunden 483 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Das sind 76 Prozent mehr als vor einer Woche. Neue Todesfälle gab es nicht. Dagegen wurden fünf Spitaleinweisungen verzeichnet.

Mehr dazu hier.

(Bild: Keystone)
Merkel wirbt für Corona-Impfungen und lehnt Impfpflicht ab

Eine Impfpflicht wie in Frankreich ist in Deutschland nach Angaben der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht geplant.

«Wir haben nicht die Absicht, diesen Weg zu gehen, den Frankreich vorgeschlagen hat. Wir haben gesagt, es wird keine Impflicht geben», sagte Merkel am Dienstag nach einem Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, in Berlin. Sie glaube nicht, dass durch eine Veränderung dieser Aussage Vertrauen gewonnen werden könne. Das könne man gewinnen, indem man für das Impfen werbe.

(Bild: Keystone)

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Montagabend eine Impfpflicht für Personal im Gesundheitsbereich verkündet. Bis Mitte September haben Angestellte in Krankenhäusern und Pflegeheimen nun Zeit, sich impfen zu lassen. Laut Gesundheitsminister Olivier Véran dürfen Ungeimpfte danach nicht mehr arbeiten und wird nicht mehr bezahlt.

Athen verordnet weitreichende Corona-Impflicht

Die griechische Regierung hat am Dienstag eine weitreichende Impflicht und neue Auflagen für den Freizeitbereich angekündigt.

So müssen sich in den kommenden Wochen alle Beschäftigten im Pflege- und Gesundheitssektor verpflichtend impfen lassen – andernfalls werden sie ohne Gehalt von ihrer Arbeit freigestellt. Auch Touristen sind betroffen, denn in geschlossenen Räume von Kinos, Theatern und Gastro dürfen künftig nur noch Geimpfte Platz nehmen. Ausserdem gilt bis mindestens Ende August landesweit ein Tanzverbot.

Man habe auf einen ruhigen Sommer gehofft, doch in den vergangenen zwei Wochen habe sich das Bild stark geändert, begründete Wirtschaftsminister Adonis Georgiadis die Massnahmen. Die griechische Gesundheitsbehörde hatte nach einer Phase sehr niedriger Fallzahlen zuletzt täglich rund 2000 Neuinfektionen für die rund 11 Millionen Einwohner des Landes gemeldet. «Es darf nicht der Eindruck entstehen, Griechenland habe die Kontrolle über die Pandemie verloren», sagte Georgiadis.

Weltgrösster Impfstoffhersteller will Sputnik im Massen produzieren

Russland hat mit dem weltgrössten Impfstoffhersteller in Indien ein Abkommen über die Herstellung von mehr als 300 Millionen Dosen Sputnik V pro Jahr geschlossen. Die ersten Dosen sollten dort im September produziert werden, teilte der staatliche Direktinvestmentfonds Russlands RDIF am Dienstag mit.

Der weltgrösste Impfstoffhersteller Serum Institute stellt bereits Astrazeneca-Impfstoff her.

Bei der Auslieferung von Sputnik V hatte der Kreml bereits Lieferengpässe eingeräumt und nach weiteren Möglichkeiten gesucht, um Lieferversprechungen an viele Länder einhalten zu können.

(Bild: Keystone)

Auch das Serum Institute hatte schon Probleme, Versprechen einzuhalten. Es sollte eigentlich Corona-Impfstoff im grossen Stil für ärmere Länder im Rahmen des UN-Impfprogramms Covax produzieren. Allerdings gab es Hindernisse – unter anderem verhängte die indische Regierung einen Exportstopp für Corona-Impfstoffe, nachdem eine heftige zweite Welle unter anderem im Zusammenhang mit der Delta-Variante das Land erschütterte.

Zahl neuer Corona-Fälle in Israel auf höchstem Stand seit März

Die Zahl der neuen Corona-Fälle ist in Israel auf den höchsten Stand seit Ende März geklettert. 730 neue Fälle seien binnen 24 Stunden gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit.

Bei 1,3 Prozent der mehr als 55’000 Getesteten fiel das Ergebnis demnach positiv aus. Die Zahl der Schwerkranken blieb bei 45, es gab auch keine neuen Todesfälle.

Die meisten der neuen Fälle stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus. Diese wurde zuerst in Indien entdeckt, sie gilt als besonders ansteckend. Unter den Neuinfizierten in Israel sind viele jüngere Menschen und auch zweifach Geimpfte. Immungeschwächten Israelis wird inzwischen bereits eine dritte Impfdosis verabreicht.

Von rund 80 Covid-Patienten in Krankenhäusern sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums weniger als die Hälfte nicht geimpft, von den 45 Schwerkranken 44 Prozent.

(Bild: Keystone)

Der Forscher Eran Segal vom Weizman Institut twitterte, der Anstieg der Neuinfektionen werde zwar auch zu einem Anstieg der Schwerkranken und Todesfälle führen. «Der Prozentsatz der Infizierten, die schwer krank werden oder sterben, ist jedoch deutlich geringer, und es ist nicht zu erwarten, dass wir zur hohen Zahl der Schwerkranken auf dem Höhepunkt der Pandemie zurückkehren werden.»

Strengere Corona-Regeln in Frankreich: Impfanmeldungen nehmen zu

In Frankreich sind die Impfanmeldungen in die Höhe geschossen. Hintergrund ist die Ankündigung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, strengere Corona-Regeln einzuführen.

Wie der Plattformbetreiber Doctolib am Dienstag mitteilte, meldeten sich am Montag 926’000 Menschen in Frankreich für eine erste Impfung an. Die täglichen Anmeldungen erreichten demzufolge einen Rekordwert.

Macron hatte am Montag angekündigt, dass ein Test-, Impf- oder Genesungsnachweis künftig deutlich häufiger notwendig werde. Der Staatschef will damit mehr Menschen zur Impfung bewegen.

Der Staatschef kündigte ausserdem eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal mit drohendem Arbeitsverbot bei einem Verstoss an. Auch für die Gesamtbevölkerung stelle sich die Frage einer verpflichtenden Impfung.

Parahotellerie leidet weiterhin unter Corona – Campingplätze boomen

Die Schweizer Parahotellerie kämpft immer noch mit den Nachwehen der Corona-Pandemie. Ferienwohnungen und vor allem Jugendherbergen verzeichneten in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Rückgang bei den Logiernächten. Profitieren konnten derweil die Campingplätze. Lesen Sie hier mehr.

(Bild: Keystone)
Öffnung des Athletendorf sschürt Angst wegen Corona

Zehn Tage vor Beginn der Olympischen Spiele hat das Athletendorf in Tokio geöffnet. Der normalerweise fröhliche Countdown-Beginn wurde überschattet von der andauernden Sorge vieler Menschen im Gastgeberland vor einer Ausbreitung des Coronavirus durch die Spiele.

Am Vortag war in Tokio der nunmehr vierte Notstand in Kraft getreten. Dieser wird vorläufig bis zum 22. August andauern – zwei Wochen nach dem Ende der Spiele.

(Bild: Keystone)

Auch für das Athletendorf, normalerweise die Begegnungsstätte der Sportlerinnen und Sportler aller Länder, gelten strenge Regeln. So müssen die Athleten stets mindestens zwei Meter Abstand halten, sogar beim Essen. Kontakte sollen sie reduzieren, sich weder umarmen noch Hände schütteln, und sich nur während möglichst kurzer Zeit in der Mensa aufhalten. Alkohol darf nur auf dem Zimmern getrunken werden, in öffentlichen Bereichen ist das verboten. Kontakte zur einheimischen Bevölkerung sind genauso untersagt wie touristische Ausflüge.

Rund 18’000 Athleten und Offizielle werden in den 21 Gebäuden innerhalb des 44 Hektar grossen Olympischen Dorfes in der Bucht von Tokio wohnen. Dass unter den verhältnismässig wenigen bereits angereisten Gästen des Athletendorfs erste Coronavirus-Fälle bekannt wurden, schürt die Sorge des japanischen Volks vor einer Ausbreitung des Virus.

Produzentenpreise im Juni leicht gestiegen

Die Produzentenpreise sind im Juni im Vergleich zum Vormonat zwar gestiegen, die Jahresteuerung hat sich aber etwas abgeschwächt. Der Gesamtindex der Produzenten- und Importpreise PPI legte im Juni gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent auf 102,7 Punkte zu.

Im Jahresvergleich, also zum Juni 2020, lag das Preisniveau des Gesamtangebots von Inland- und Importprodukten damit um 2,9 Prozent höher, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte. Dies ist ein leichter Rückgang im Vergleich zum Mai, als die Jahresteuerung der Produzentenpreise noch bei 3,2 Prozent gelegen hatte.

Für den Anstieg des Produzentenpreisindexes gegenüber dem Vormonat (+0,2%) waren laut BFS vor allem die höheren Preise für Schrott verantwortlich. Teurer wurden auch Metalle, Metallhalbzeug, Holzprodukte und Mineralölprodukte.

Beim Importpreisindex (+0,4%) wurden Preiserhöhungen gegenüber dem Mai 2021 insbesondere für Metalle und Metallhalbzeug, aber auch für Mineralölprodukte, Computer, Automobile und Automobilteile, Nahrungsmittel und sonstige Fahrzeuge registriert. Billiger wurden dagegen Erdöl und Erdgas sowie Gemüse, Melonen und Kartoffeln.

US-Behörde warnt vor erhöhtem Risiko bei J&J-Corona-Impfung

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat vor einem erhöhten Risiko einer seltenen Nervenerkrankung bei einer Impfung mit dem Corona-Vakzin des Pharmakonzerns Johnson & Johnson gewarnt.

Die FDA aktualisierte am Montag ihren Warnhinweis, nachdem dutzende Fälle des sogenannten Guillain-Barré-Syndroms gemeldet worden waren. Nach Angaben aus informierten Kreisen gibt es 100 vorläufige Berichte über ein Auftreten der neurologischen Krankheit mit Lähmungserscheinungen – bei rund 12,5 Millionen verabreichten J&J-Impfdosen. In 95 Fällen mussten die Patienten ins Spital eingeliefert werden. Ein Mensch starb.

(Bild: Keystone)

In den USA gibt es jährlich zwischen 3000 und 6000 Fälle des Guillain-Barré-Syndroms. Die entzündliche neurologische Erkrankung führt zu Muskelschwäche bis hin zu Lähmungen. Die meisten Patienten erholen sich wieder. Auch bei einigen Grippe-Impfungen wurde ein Auftreten des Syndroms beobachtet.

Corona-Impfung für Gesundheitspersonal wird in Frankreich zur Pflicht

Frankreich führt eine verpflichtende Corona-Impfung für Personal im Gesundheitsbereich ein. Bis Mitte September haben Angestellte in Krankenhäusern und Pflegeheimen sowie Arbeitskräfte mit Kontakt zu Risikopatienten Zeit, sich impfen zu lassen, wie Präsident Emmanuel Macron am Montag ankündigte. Anschliessend solle die Impfpflicht kontrolliert und Verstösse bestraft werden. «Wir müssen in Richtung einer Impfung aller gehen, weil das vorerst der einzige Weg zurück zu einem normalen Leben ist», sagte Macron. Dabei stelle sich auch für die Gesamtbevölkerung die Frage der Impfpflicht.

Bisher sind etwa 53 Prozent der Menschen in Frankreich mindestens einmal gegen Corona geimpft. Die Anzahl der Neuansteckungen je 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb einer Woche war in Frankreich über Wochen zurückgegangen. Seit Ende Juni steigt sie aber wieder. Zuletzt lag der Wert landesweit bei etwa 35, in mehreren Départements überstieg er die 50er-Marke. Die Delta-Variante des Coronavirus macht offiziellen Angaben zufolge knapp 60 Prozent aller Neuinfektionen aus. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Spanischer Corona-Hotspot Katalonien schränkt Nachtleben weiter ein

Zur Eindämmung der schon seit Tagen rasant steigenden Infektionszahlen schränkt der spanische Corona-Hotspot Katalonien nächtliche Aktivitäten weiter ein. Restaurants, Bars, Kultur- und Sportlokale sowie alle anderen Betriebe müssen in der Region mit der Metropole Barcelona und einer knapp 600 Kilometer langen Küste künftig ab 0.30 Uhr schliessen. Die Massnahme werde «morgen oder übermorgen in Kraft treten», sagte die Sprecherin der Regionalregierung, Patricia Plaja, am Montag.

 

Katalonien schränkt das Nachtleben wegen rasant steigenden Ansteckungszahlen weiter ein. (Archivbild: Keystone)

Neben anderen Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie sollen Treffen von mehr als zehn Personen sowohl im privaten wie im öffentlichen Raum untersagt werden. Auch sollen alle Strände und Plätze zwischen 0.30 Uhr in der Nacht und 6.00 Uhr morgens gesperrt werden. Einige dieser Massnahmen müssten noch vom Oberlandesgericht Kataloniens gebilligt werden, da «Grundrechte verletzt werden», sagte Plaja.

So schlimm wie in der beliebten Urlaubsregion an der Grenze zu Frankreich ist die Corona-Lage derzeit nirgendwo sonst in Spanien. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen kletterte zuletzt auf gut 448. Zum Vergleich: In ganz Spanien lag dieser Wert zuletzt bei knapp 200, auf den Balearen bei 153 – und in Deutschland bei 6.

Zahl der Covid-Patienten steigt in Portugal wieder schnell

In dem auch bei Deutschen beliebten Urlaubsland Portugal ist die Zahl der Krankenhauspatienten mit Covid-19 deutlich angestiegen. Erstmals seit Ende März lag dieser Wert am Montag wieder über 700. Er sei innerhalb eines Tages um 57 auf 729 geklettert, teilten die Gesundheitsbehörden in Lissabon mit. Prozentual betrachtet seien die Zahlen der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern sowie jenen auf Intensivstationen so stark angestiegen wie seit Februar nicht mehr.

 

Die Corona-Infektionen verschlechtert sich die Corona-Lage bereits seit vielen Wochen. (Bild: Keystone)

In Portugal verschlechtert sich die Corona-Lage bereits seit vielen Wochen. Am Montag meldeten die Behörden in dem Land mit rund 10,3 Millionen Einwohnern 1782 Neuinfektionen und acht Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19. Die landesweite 14-Tage-Inzidenz, die vor gut einem Monat noch bei 55 lag, stieg den amtlichen Angaben zufolge innerhalb eines Tages von 272 auf 315. Im Land breitet sich vor allem die als ansteckender geltende Delta-Variante des Coronavirus aus, sie macht im ganzen Land bereits etwa 90 Prozent der Neuinfektionen aus.

Im Kampf gegen die Pandemie wurde vor eineinhalb Wochen wieder eine nächtliche Ausgehsperre eingeführt. In Regionen mit besonders schlechter Corona-Lage, darunter auch in Lissabon, dürfen die Menschen zwischen 23.00 Uhr und 5.00 Uhr nur mit triftigem Grund auf die Strasse. Betroffen sind vier Millionen Menschen.

Passagierzahlen am Flughafen Zürich weiter unter Vor-Corona-Niveau

Der Flughafen Zürich leidet weiter unter der Corona-Krise. Zwar sind im Juni 2021 dreimal mehr Menschen über den grössten Schweizer Flughafen gereist als noch im vergangenen Jahr. Aber im Vergleich zum Niveau von vor der Krise waren es immer noch fast 80 Prozent weniger Passagiere.

Die Passagierzahlen lagen im Berichtsmonat bei 621’117. Das sind rund 208 Prozent mehr als im Juni 2020. Im Vergleich zum Juni 2019 seien die Passagierzahlen aber immer noch 78,5 Prozent tiefer, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Noch immer fliegen 78,5 Prozent weniger Passagiere am Flughafen Zürich als vor der Pandemie. (Bild: Keystone)

Die Anzahl der Flugbewegungen hat sich mit 10’243 Starts und Landungen gegenüber dem Vorjahreswert verdoppelt. Verglichen mit Juni 2019 fanden aber knapp 60 Prozent weniger Flugbewegungen statt. Die Sitzplatzauslastung ist im Berichtsmonat um 2 Prozentpunkte auf 55,3 Prozent gesunken. Durchschnittlich sassen 95,2 Passagiere in einer ankommenden oder abfliegenden Maschine.

Swatch erholt sich im ersten Halbjahr vom Corona-Einbruch

Der Uhrenhersteller Swatch hat das erste Semester 2021 mit einem kräftigen Umsatzwachstum und einer Rückkehr in die Gewinnzone abgeschlossen. So wie die Einschränkungen wegen der Covid-19-Pandemie langsam wieder aufgehoben werden, erwartet Swatch für das zweite Halbjahr bessere Ergebnisse als noch vor der Krise.

 

Swatch kann sich vom Corona-Einbruch erholen. (Bild: Keystone)

Der Nettoumsatz kletterte von Januar bis Juni um satte 54,6 Prozent auf 3,39 Milliarden Franken, wie der Uhrenhersteller am Montag mitteilte. Gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 verzeichnete man allerdings zu konstanten Wechselkursen immer noch einen Rückgang um 12,3 Prozent. Der währungsbedingte Umsatzrückgang im Vergleich zu 2019 betrug 185 Millionen. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Griechische Regierung verschärft Druck auf ungeimpfte Bürger

In Griechenland dürfen sich die Menschen künftig nur noch in den Innenräumen von Gastronomie- und Kulturbetrieben aufhalten, wenn sie gegen Corona geimpft sind. Das gab der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis am Montagabend bekannt. Beschäftigte im Gesundheitssektor und in der Altenpflege müssen sich zudem künftig verpflichtend impfen lassen – sonst können sie von ihrer Arbeit freigestellt werden. «Wir werden das Land wegen der Haltung einiger nicht wieder schliessen», sagte der Premier bei einer Ansprache im Staatsfernsehen.

Die Patienten auf den Intensivstationen seien «zu 99 Prozent nicht geimpft», begründete Mitsotakis die Massnahme. Griechenland sehe sich wie auch andere Länder einer doppelten Bedrohung ausgesetzt: Der aggressiveren Delta-Variante des Coronavirus und ungeimpften Menschen. «Dabei ist nicht Griechenland gefährdet, sondern die Ungeimpften sind es», sagte Mitsotakis. Die Impfpflicht gilt künftig auch für alle Wehrpflichtigen.

Johnson bestätigt Corona-Öffnungen und bittet um Vorsicht

Angesichts der angekündigten Corona-Lockerungen in England hat der britische Premierminister Boris Johnson die Bevölkerung zu Vorsicht und Rücksichtnahme aufgefordert. «Diese Pandemie ist bei weitem nicht vorbei. Diese Krankheit gefährdet weiterhin Sie und Ihre Familien», sagte Johnson am Montag in London. Die Bevölkerung könne nicht einfach zum Leben wie vor der Corona-Pandemie zurückkehren. Dennoch bestätigte der Regierungschef, dass fast alle Corona-Regeln vom 19. Juli an aufgehoben werden sollen.

Boris Johnson bestätigt die Corona-Öffnungen in Grossbritannien per 19. Juli. (Bild: Keystone)

Wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante war die Zahl der Neuinfektionen zuletzt landesweit wieder in die Höhe geschossen.

Die Regierung empfehle mit Nachdruck, an Orten mit vielen Menschen wie im öffentlichen Nahverkehr weiterhin Masken zu tragen, sagte Johnson. Ausserdem bitte die Regierung Nachtclubs und andere Veranstaltungsorte darum, den Impfstatus ihrer Gäste und Besucher mithilfe eines digitalen Nachweises zu überprüfen. Eine gesetzliche Grundlage dafür gibt es dann aber nicht mehr. Die harten Einreiseregeln, die für nicht Geimpfte oder Einreisende aus «roten Ländern» eine Quarantäne vorschreiben, blieben in Kraft.

Genf setzt auf Einkaufszentren im Kampf gegen Impfmüdigkeit

In Genf kann man sich wie bereits in der Waadt künftig in Einkaufszentren gegen Corona impfen lassen. Der Kanton hat aufgrund der zunehmenden Impfmüdigkeit seine Strategie angepasst.

Zunächst werden in zwei grossen Einkaufszentren in Quartieren beidseits der Rhone mobile Impfstationen eingerichtet, wie die Genfer Gesundheitsbehörden am Montag mitteilten. Von den zehn grossen Impfzentren im Kanton haben bereits drei geschlossen. Drei weitere werden Ende Juli schliessen. Damit bleiben nur noch vier Zentren offen.

Covid-Entschädigung: Taxi-Firma muss einen Teil zurückzahlen

Ein Taxi-Unternehmen aus dem Kanton Aargau hätte seine Angestellten 2020 besser nicht arbeiten lassen sollen und so einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung für diese geschaffen. Zu diesem Schluss kommt das Bundesverwaltungsgericht. Nun muss die Firma Entschädigungen zurückzahlen.

Im konkreten Fall beantragte die Firma für die Zeit vom 17. März bis am 30. Juni 2020 Kurzarbeitsentschädigung. Die Arbeitslosenkasse des Kantons Aargau zahlte rund 65’000 Franken aus.

Die Kontrolle eines Inspektors des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) im August 2020 ergab, dass Fahrer an gewissen Tagen im Zeiterfassungssystem Stunden erfasst hatten, obwohl für diese Tage Arbeitsausfälle geltend gemacht wurden.

Zudem war für den Geschäftsführer die Arbeitszeit nicht erfasst worden. Das Unternehmen sollte deshalb rund 44’000 Franken zurückzahlen. Dies geht aus einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hervor.

Britischer Minister bestätigt Ende der Corona-Massnahmen in England

England beendet am 19. Juli fast alle Corona-Massnahmen und kehrt weitgehend zur Normalität zurück. Abstandsregeln und Maskenpflicht enden dann, Nachtclubs dürfen wieder öffnen, und es gibt keine Zuschauerbeschränkungen mehr. Die Voraussetzungen dazu seien erfüllt, sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Montag im Parlament in England. Dass der Schritt möglich ist, sei den Bemühungen der Briten und dem Impfprogramm zu verdanken. Javid forderte die Bevölkerung aber weiter zur Vorsicht auf, alle sollten mit Bedacht handeln. Premierminister Boris Johnson wollte sich am späten Nachmittag äussern.

Der britische Gesundheitsminister Sajid Javid bestätigte am Montag im Londoner Parlament die Aufhebung aller Corona-Massnahmen in Grossbritannien. (Bild: Keystone)

Wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante war die Zahl der Neuinfektionen in Grossbritannien zuletzt wieder deutlich gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl neuer Fälle je 100’000 Menschen in einer Woche, lag zuletzt bei 311,7 (Stand: 7. Juli).

Javid sagte, die Regierung ermutige Unternehmen und Veranstalter dazu, sogenannte Impfpässe zu nutzen. Damit sollen Kunden, Gäste und Teilnehmer ihren Impfstatus, ihre Immunität oder einen aktuellen, negativen Corona-Test nachweisen können. Zwar sei zu erwarten, dass die Zahl der Neuinfektionen weiter steigen werde, doch glaube die Regierung nicht, «dass die Infektionszahlen einen unaushaltbaren Druck auf den Gesundheitsdienst NHS» ausüben werden, so Javid.

Schweiz hilft Mongolei im Kampf gegen Corona-Pandemie

Die Schweiz hat auf einen Hilferuf der Mongolei reagiert und 40 Beatmungsgeräte sowie 45 Sauerstoffkonzentratoren in das Land geschickt. Die Mongolei leidet zur Zeit stark unter der Corona-Pandemie.

Das Flugzeug mit den Hilfsgütern sei am Montag von Dübendorf ZH in die mongolische Hauptstadt Ulan Bator gestartet, teilte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit. Dort werde das Material vor allem an Spitäler verteilt, die auf die Versorgung von Frauen und Kindern spezialisiert seien.

Die Schweizer Vertretung vor Ort werde sich «für eine faire Verteilung der Hilfsgüter» im Wert von 850’000 Franken einsetzen, hiess es. Ausserdem stelle die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) der Gesundheitsdirektion der Mongolei 150’000 Franken für den Kauf von drei Röntgengeräten bereit. Das Land gehört zu den Deza-Schwerpunktländern. Zuvor hatte die Humanitäre Hilfe des Bundes bereits Hilfsgüter nach Indien, Nepal und Sri Lanka geschickt.

Kinoeintritte 2021 liegen weit unter den Zahlen von vor Corona

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat erste provisorische Zahlen vorgelegt zu den Kinoeintritten von Ende April bis Ende Juni 2021. In den ersten Wochen, nachdem die Kinos wieder öffnen durften, wurden zwischen 41’000 und 116’435 Eintritte pro Woche verzeichnet.

Die Schweizer Kinos verzeichnen vergleichsweise sehr wenige Eintritte. (Bild: Keystone)

Doch was auf den ersten Blick wie eine Rückkehr zur Normalität aussieht, präsentiert sich ernüchternd im Vergleich zum Jahr 2019, als noch niemand an Corona dachte. Besonders markant zeigt sich der Vergleich der letzten Aprilwoche: 2021, in der ersten Woche, als die Kinos wieder öffnen durften, fanden 41’014 Filmfans an die Kinokassen, zwei Jahre zuvor, in der letzten Aprilwoche 2019 waren es 435’994 gewesen. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Inzidenzwert bleibt für deutsche Regierung «wichtiger Parameter»

In der Corona-Pandemie ist die deutsche Regierung dem Eindruck entgegengetreten, einen Kurswechsel zu vollziehen. Bei der Lagebeurteilung solle trotz zunehmender Impfungen auch weiterhin die sogenannte 7-Tage-Inzidenz eine wichtige Rolle spielen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag.

Die «Bild»-Zeitung hatte zuvor unter Berufung auf ein «internes Dokument» des in der Corona-Pandemie in Deutschland führenden Robert Koch-Instituts (RKI) über eine «Wende in der Corona-Politik» berichtet: Die Inzidenz solle nicht mehr über die Corona-Massnahmen entscheiden. In dem Papier stelle das RKI die «Hospitalisierung (Krankenhauseinweisung) als zusätzlichen Leitindikator» für die Politik vor.

Tausende protestieren gegen Regierung in Kuba

Angesichts einer schweren Wirtschaftskrise sind im Karibikstaat Kuba erstmals seit Jahrzehnten wieder Demonstranten in grosser Zahl gegen die sozialistische Regierung auf die Strassen gegangen.

Tausende Kubaner demonstrierten gegen die Regierung. (Bild: Keystone)

In der Hauptstadt Havanna zogen sie am Sonntag durch den historischen Stadtkern und skandierten «Freiheit, Freiheit» und «Wir haben keine Angst», wie auf den in sozialen Netzwerken veröffentlichten Videos zu sehen war. Auch in den Städten Holguín, Matanzas, Camagüey und Santiago de Cuba protestierten Tausende Menschen gegen Mangelwirtschaft und Unterdrückung.

Die Corona-Pandemie führte dazu, dass mit dem Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Karibikinsel einbrach. Durch die unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump verschärften Sanktionen wird es für Exil-Kubaner zudem immer schwieriger, Geld nach Kuba zu schicken. Berichten zufolge kam es am Sonntag auch zu vereinzelten Plünderungen. «Wir haben Hunger», rief ein Demonstrant vor dem Kapitol in Havannas Altstadt. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Fünf Millionen Impfdosen: Myanmars Junta schliesst Deal mit Russland

Die Militärregierung in Myanmar will nach eigenen Angaben mit Hilfe von Russland die bisher schwerste Corona-Welle im Land bekämpfen. «Wir haben im Wesentlichen eine Vereinbarung mit Russland über die Produktion von fünf Millionen Impfdosen pro Jahr in Myanmar geschlossen», erklärte Junta-Sprecher Zaw Min Tun am Montag vor Journalisten.

Ob es sich dabei um das russische Vakzin Sputnik V oder den Einzeldosis-Impfstoff Sputnik Light handelt, sagte er nicht.

Im früheren Birma steigen rund fünf Monate nach dem Putsch der Generäle die Corona-Zahlen drastisch an. Es gibt kaum Impfstoff, zudem ist das Gesundheitssystem weitgehend zusammengebrochen. Junta-Chef Min Aung Hlaing war im Juni nach Russland gereist, um mit Behördenvertretern über die Viruskrise und andere Themen zu beraten. Myanmar ist seit dem Umsturz vom 1. Februar international weitgehend isoliert.

BAG meldet 822 neue Coronavirus-Fälle innerhalb von 72 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag innerhalb von 72 Stunden 822 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG zwei neue Todesfälle und acht Spitaleinweisungen. Lesen Sie hier mehr.

(Bild: Keystone)
Universitätsspital Genf hat wegen Corona zu wenig Blutkonserven

Das Universitätsspital Genf (HUG) hat am Montag einen dringenden Aufruf an die Bevölkerung zum Blutspenden erlassen. Wegen der Corona-Pandemie sind die Reserven knapp.

Im Juni seien die Spenden zurückgegangen, während die Zahl der Unfälle mit Blutungen zugenommen habe, teilte das Universitätsspital am Montag mit. Das Bluttransfusionszentrum lädt deshalb Spender ein, online einen Termin zu vereinbaren.

(Bild: Keystone)

Der Mangel an Blutkonserven ist insbesondere auf die Covid-19-Pandemie zurückzuführen. «In den ersten sechs Monaten des Jahres haben wir knapp die Anzahl an Spenden erhalten, die wir für die Behandlung von Patienten im HUG benötigen», wird, Sophie Waldvogel, Chefärztin des Bluttransfusionszentrums, im Communiqué zitiert.

Die überwiegende Mehrheit der Blutspendeaktionen in Unternehmen sei aufgrund von Gesundheitsmassnahmen, einschliesslich Home-Office, abgesagt worden. Die Blutspenden in Firmen machen normalerweise fast ein Drittel der Blutkonserven in Genf aus.

VPOD gegen Impfpflicht für Pflegepersonal

Die Gewerkschaft VPOD lehnt eine Impfpflicht für das Pflegepersonal ab. Sie zähle keineswegs zu den Impfgegnern. Es ärgere die Beschäftigten aber, als Gruppe bezeichnet zu werden, von welcher Gesundheitsrisiken ausgehen.

Das Gesundheitspersonal sei in der ersten Covid-19-Welle zu längeren Arbeitszeiten als den gesetzlich begrenzen 50 Stunden pro Woche verpflichtet worden, schreibt der VPOD am Montag. Gleichzeitig sei das Schutzmaterial rationiert worden. Tests wurden nicht durchgeführt und das Personal musste sich einem unbekannten Virus aussetzen.

(Bild: Keystone)

In der zweiten Welle musste das Personal gemäss der Gewerkschaft bei Bedarf zur Arbeit, auch wenn ein positiver Test auf das Coronavirus vorlag. All diese Opfer im Dienste der Allgemeinheit seien von den Behörden nie oder nur in geringem Mass gewürdigt worden.

Nun dem Gesundheitspersonal vorzuwerfen, es sei rücksichtslos, habe eine grössere Impfskepsis als der Rest der Bevölkerung und gefährde Patientinnen und Patienten sei irreführend und respektlos, protestiert der Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD). Gerechtfertigte Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und Löhnen verhallten seit Jahren ungehört.

Uhrenbranche kämpft sich aus dem Corona-Sumpf

Die Hersteller von Schweizer Uhren sehen nach dem Horrorjahr 2020 Licht am Ende des Tunnels. Vor allem teurere Zeitmesser werden in China oder in den USA gut verkauft. In Europa warten die Händler noch auf die Rückkehr der Touristen aus Asien.

Der Blick zurück auf den Frühling 2020 dürfte die Chefs der Schweizer Uhrenfirmen immer noch schmerzen. In den Lockdown-Monaten April und Mai ging praktisch nichts mehr: Der wichtige internationale Tourismus brach weg, Shops mussten schliessen und die Fabriken wurden während Wochen stillgelegt.

(Bild: Keystone)

Das Jahr 2020 sei für die Hersteller und Zulieferer ein äusserst schwieriges gewesen, sagte Jean-Daniel Pasche, Präsident des Schweizerischen Uhrenverbands (FH), im Gespräch mit AWP. Auch wenn sich die Lage ab dem Sommer entspannt habe, seien die Exporte am Ende um über ein Fünftel auf 17 Milliarden Franken geschrumpft.

Der Einbruch war laut Pasche vergleichbar mit jenem 2009. Damals strapazierten die Sorgen vor einem Kollaps der Weltwirtschaft im Zuge der Finanzkrise die Kauflust der Konsumenten.

Fast ein Viertel der Tessiner hatte Kontakt mit dem Coronavirus

22 Prozent der Tessiner Bevölkerung sind seit Beginn der Pandemie mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen: So lautet Resultat einer gross angelegten Studie im Südkanton.

(Bild: Keystone)

Auch zwölf Monate nach dem Kontakt mit dem Virus hätten die getesteten Personen im Blut noch Antikörper gegen das Coronavirus aufgewiesen, erklärte Martine Bouvier Gallacchi, Leiterin Dienst für Gesundheitsförderung und Evaluation des Kantons Tessin am Montag vor den Medien. Das bedeute jedoch nicht, dass diese Personen vor einer Erkrankung geschützt seien, mahnte sie.

Taiwan erhält 10 Millionen Biontech-Impfdosen aus Deutschland

Die Inselrepublik Taiwan hat sich mit Hilfe zweier grosser Technologieunternehmen 10 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffes von Biontech aus Deutschland gesichert.

Wie Taiwans Regierung am Montag mitteilte, spendeten der taiwanesische Chiphersteller TSMC und der Elektronikhersteller Hon Hai die Dosen, nachdem die Unternehmen zuvor Vereinbarungen über den Kauf des Impfstoffes geschlossen hatten.

(Bild: Keystone)

Die Hilfe der Unternehmen sei laut Regierungssprecher Lo Ping-​cheng notwendig geworden, nachdem Taiwans Regierung selbst beim Kauf von Dosen auf Schwierigkeiten gestossen war. Ende Mai hatte Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen China dafür kritisiert, dass es die Inselrepublik daran gehindert habe, eine Vereinbarung mit Biontech über die Lieferung seines Impfstoffes zu unterzeichnen.

Stellenabbau beim Aargauer Contact Tracing-Center

Der Kanton Aargau reduziert die Zahl der 140 Mitarbeitenden im Contact Tracing Center massiv. Auch bei einem Wiederanstieg der Corona-Fallzahlen werden gemäss Staatskanzlei nur noch etwa 40 bis 80 Mitarbeitende benötigt. Ein Teil der Mitarbeitenden erhält die Kündigung. Lesen Sie hier mehr.

(Bild: Keystone)
Was bisher geschah

Die bisherigen Kurzmeldungen aus der Schweiz und der Welt zu Corona finden Sie hier.

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