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Schweiz

Klimaforscherin über Wetterextreme: «Daran müssen wir uns gewöhnen»

Hitze, Starkregen, Brände, oder Überschwemmungen; die Menschheit muss sich an die Folgen des Klimawandels gewöhnen. Die Schlagzeilen der Sonntagspresse.

Der Klimawandel findet jetzt statt

Der Klimawandel führt zu Hitze, Starkregen, Bränden, Erdrutschen, Überschwemmungen und in der Folge zu Ernteausfällen. Daran müsse sich die Menschheit gewöhnen, sagte die ETH-Klimaforscherin Sonia Seneviratne in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Der Klimawandel finde jetzt statt. Damit steige die Wahrscheinlichkeit für solche Wetterextreme. Aktuell seien die Aussichten wenig ermutigend.

Die C02-Konzentration in der Atmosphäre nehme stetig zu. Die höchste je gemessene Konzentration sei im Mai dieses Jahres gemessen worden. Es gebe überhaupt keinen Fortschritt. Die Erwärmung des Klimas sei irreversibel. Es brauche jetzt eine Mobilisierung auf allen Ebenen. Auf fossile Energien sei zu verzichten.

Verbindliche Preise bei Kampfflugzeugen

Bundesrätin Viola Amherd hat bei der Beschaffung von Kampfflugzeugen des Typs F-35 stets betont, die Preise seien verbindlich. Wie Recherchen des «SonntagsBlicks» und der «SonntagsZeitung» zeigen, lassen Unterlagen des US-Verteidigungsministerium jedoch Zweifel an dieser Darstellung aufkommen. Die Wortwahl in den USA unterscheide sich deutlich von jener in der Schweiz.

Bei den Amerikanern sei nicht von verbindlichen Preisen, sondern von Schätzungen auf der Grundlage der besten verfügbaren Daten die Rede. Das Bundesamt für Rüstung rechnet jedoch nicht mit bösen Überraschungen. Würden die Kosten überschritten, fordere der amerikanische Staat zugunsten der Schweiz beim Hersteller Lockheed Martin verbindliche Preise ein.

Strengere Zulassungskriterien für Pflanzenschutzmittel

Der Bund will auf Anfang 2023 strengere Zulassungskriterien für Pflanzenschutzmittel einführen, die Privatpersonen in Gärten, Parks und Freizeitanlagen verwenden. Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, geht dies aus dem «Verordnungspaket Umwelt Frühling 2022» hervor, das bis vor kurzem in der Vernehmlassung war.

Kommt die Revision wie geplant, dürfen Hobbygärtner unter anderem keine Herbizide und andere Pflanzenschutzmittel mehr einsetzen, die das Hormonsystem stören. Auch Produkte, die für Wassertiere giftig sind, wären verboten. Das Bundesamt für Umwelt schätzt, dass 65 Prozent aller heute privat eingesetzten Produkte zurückgezogen werden müssten.

Detailhändlerverband fordert Ende der Maskenpflicht

Der Verband der Detailhändler Swiss Retail Federation fordert laut «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» ab August eine Ende der Maskenpflicht beim Einkauf in der Migros, im Coop und in anderen Läden. Bis dahin sollten alle Erwachsenen in der Schweiz die Möglichkeit gehabt haben, sich impfen zu lassen.

Aus Gründen der Verhältnismässigkeit sollte die Maskenpflicht daher abgeschafft werden. Eine Verlängerung der Pflicht, in den Läden eine Maske zu tragen, wäre wie eine Schikane für die Kundschaft und für die Mitarbeitenden. Ferner zeigten Studien, dass das Risiko einer Ansteckung in den Läden auch ohne Maske sehr klein sei.

Untersuchung wegen gefälschter Covid-19-Zertifikate

Im Darknet und auf dem Messenger-Dienst Telegram werden gefälschte Covid-19-Zertifikate und PCR-Testbescheinigungen angeboten. Die Staatsanwaltschaft Zürich hat laut «NZZ am Sonntag» eine Untersuchung gestartet. Demnach handelt es sich um Urkunden-Delikte, je nach Konstellation auch um Vermögens- und weitere Delikte, die von Amtes wegen verfolgt werden müssen.

Fälschungen sind unter anderem am Zürcher Flughafen entdeckt worden. Die Zahl solcher Delikte am Flughafen lasse sich jedoch an zwei Händen abzählen, sagte eine gut informierte Person der Zeitung. Wer Covid-19-Zertifikaten fälsche oder solcher Dokumente verwende, müsse mit einer Strafanzeige an die Untersuchungsbehörden rechnen.

Graubünden Vorreiter bei Bekämpfung der Corona-Pandemie

Der Kanton Graubünden schneidet im interkantonalen Vergleich mit seinen Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie am besten ab. Die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» haben bei ihre Analyse sieben Schlüsselindikatoren unter die Lupe genommen, darunter die Zahl der Todesfälle, die Einschränkungen der persönlichen Freiheit und die Teststrategie.

Es gebe aber beim Bergkanton auch Potenzial für Verbesserungen, namentlich bei der Impfkampagne. Auch die beiden Basel haben die zweite Welle gut bewältigt – mit geringer Übersterblichkeit und hohen Impfquoten. An Corona am meisten gelitten haben die Kantone Jura, St. Gallen und Freiburg.

SP fordert Massnahmen um Finanzgesellschaften

Die SP Schweiz fordert nach den Skandalen rund um die beiden Finanzgesellschaften Greensill und Archegos Massnahmen. So sei die Boni-Kultur der Banken zu beschneiden. Ferner sollten die Geldinstitute die Eigenkapitaldecke drastisch erhöhen. Die Luzerner SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo hat dazu zwei Motionen im Parlament eingereicht. So sollen die Boni für hohe Kader per Gesetz verboten werden.

Die Grossbanken UBS und Credit Suisse müssten eine ungewichtete Eigenkapitalquote von 15 Prozent einführen, um Verluste aus riskanten Geschäften aus eigener Kraft abfedern zu können. Die «SonntagsZeitung» hat berechnet, dass die beiden Grossbanken je ein Polster von 92 Milliarden Franken aufbauen müssten. SP-Co-Präsident Cédric Wermuth will dies über fünf bis zehn Jahre staffeln.

Vergleich Mindeststeuersatzes von 15 Prozent

Vor dem Hintergrund der Einführung eines Mindeststeuersatzes von 15 Prozent auf Unternehmensgewinne weltweit hat der «SonntagsBlick» die Situation in Deutschland, Frankreich und der Schweiz unter die Lupe genommen. Demnach liefern viele Schweizer Grosskonzerne gleich viel oder gar mehr Ertragssteuern ab als mancher multinationale Konzern.

Nestlé zum Beispiel habe in den Geschäftsjahren 2016 bis 2020 einen Vorsteuergewinn von durchschnittlich 12,8 Milliarden Franken erwirtschaftet. Die Gewinnsteuerquote betrage rund 27 Prozent. Beim französischen Pharmakonzern Sanofi seien es nur 17 Prozent und beim Autohersteller PSA Groupe 22 Prozent. Auf die gleiche Quote brächten es der Konsumgüterhersteller Henkel und die Deutsche Telekom.

Kampf gegen pädophile Lehrer

Die Schweiz verstärkt ihren Kampf gegen pädophile Lehrer. Das spiegelt sich laut «NZZ am Sonntag» in der wachsenden Nachfrage nach Sonderprivatauszügen. Vor allem Schulen und Kitas haben einen Bedarf für solche Auszüge, in dem Berufs-, Tätigkeits- und Kontakt-Verbote im Zusammenhang mit Minderjährigen aufgelistet sind.

Waren es 2015 nach der Einführung des Sonderprivatauszuges noch 17’000 Bestellungen jährlich, so fragten die Schulen und Kitas in den letzten beiden Jahren je knapp 80’000 Auszüge nach. Allerdings gibt es beim Kampf gegen pädophile Lehrer immer noch Lücken im System. Von einer Mehrheit der Kantone lägen noch immer keine Einträge vor.

Finanzskandal Patrouille des Glaciers

Die Schweizer Armee war über den Finanzskandal bei der Patrouille des Glaciers seit längerer Zeit im Bilde. Ein Audit der Armee hatte bereits 2017 ergeben, dass die Zusammenarbeit mit dem Unterstützungskomitee der Patrouille des Glaciers problematisch sein könnte, wie der «SonntagsBlick» schreibt. Fakt sei, dass ein privater Verein mit einem Armee-Einsatz Geld verdiene, heisse es in dem Bericht.

Zudem seien Mitglieder des Vereins gleichzeitig für die Armee aktiv. Es bestehe Handlungsbedarf. Obwohl die Armee das Problem gekannt habe, habe sie dennoch kaum etwas dagegen unternommen. Nicht einmal sanfte Anpassungen habe die Armeeführung gegenüber dem Vereinsvorstand durchsetzen können.

Einführung Frauenquote im Sport

Nur 8 Prozent aller Sportverbände in der Schweiz werden von einer Frau geführt. Sportministerin Viola Amherd will dies laut «NZZ am Sonntag» ändern. Die Mitte-Bundesrätin verlange eine Frauenquote im Sport, die sich an den Richtwerten der bundesnahen Unternehmen orientiere.

Demnach sollten bis 2024 in den Spitzen der Verbände mindestens 40 Prozent der Posten mit Frauen besetzt sein. Amherd ist zudem bereit, dabei auch mit finanziellen Mitteln nachzuhelfen. Sie droht renitenten Verbänden mit Abstrichen bei den Subventionen, die der Bund über Swiss Olympic auszahlt.

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