Eine Frau macht ein Selfie vor dem Hintergrund eines Banners, das den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro zeigt, und einer Botschaft, die auf Portugiesisch lautet: "Raus mit Bolsonaro!", während eines Protests, der den Rücktritt Bolsonaros fordert, in Sao Paulo, Brasilien. (Bild: Keystone)
International

Mehr als 50 Prozent der Brasilianer unzufrieden mit Bolsonaro

In Brasilien wächst der Widerstand gegen den konservativen Präsidenten Jair Bolsonaro. Die Unzufriedenheit stieg erstmals auf über 50 Prozent.

In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Instituts Datafolha stieg die Unzufriedenheit mit Bolsonaro erstmals auf über 50 Prozent.

Demnach gaben 51 Prozent der Befragten an, Bolsonaro mache einen «schlechten» beziehungsweise «schrecklichen Job». Im Mai hatte der Prozentsatz bei 45 gelegen. Für die jüngste Erhebung wurden am Mittwoch und Donnerstag mehr als 2’000 Menschen befragt.

Bolsonaros Zustimmungsrate lag dabei wie im Mai bei 24 Prozent. Im Dezember 2020 hatte sie mit 37 Prozent einen Höchststand erreicht. Bei einer Präsidentenstichwahl würde der 66-Jährige seinem Rivalen, dem linksgerichteten Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva, mit 31 zu 58 Prozent unterliegen. In Brasilien finden im kommenden Jahr Präsidentschaftswahlen statt.

Vorwurf zur Ausbreitung des Coronavirus

Bolsonaro wird vorgeworfen, durch Verharmlosung der Pandemie die rasante Ausbreitung des Coronavirus im grössten Land Lateinamerikas befördert zu haben. Er hatte die von dem Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19 als «kleine Grippe» bezeichnet und Massnahmen brasilianischer Bundesstaaten und Kommunen zur Eindämmung des Virus wegen ihrer Auswirkungen auf die Wirtschaft kritisiert.

Auch zog er die Wirksamkeit der Impfstoffe in Zweifel. Bis heute kommt die Impfkampagne vor allem wegen Lieferengpässen nur schleppend voran.

Brasilien gehört zu den am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern der Welt. Nach offiziellen Angaben starben bisher mehr als 530’000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion. Nur in den USA gibt es noch mehr Corona-Todesfälle.

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