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Der Telebasel-Newsbeitrag vom 8. Juli 2021.
Basel

Suchtberatungen während Corona-Jahr stark gefordert

Während der Coronapandemie mussten Suchtberatungsstellen kreativ werden, Gespräche waren nicht wie gewohnt möglich. Trotzdem gab es eine grössere Nachfrage.

Alkohol, Cannabis und Kokain. Es sind nach wie vor die drei Hauptsubstanzen, mit denen Menschen in Basel am meisten in eine Abhängigkeit gelangten. Die Coronapandemie änderte daran nichts. Leute mit Suchtproblemen zu unterstützen, wurde aber schwieriger.

Fast 500 Beratungsgespräche mehr

«Das, was eh schon schwierig ist wurde noch schwieriger», Ute Wetzel ist Leiterin der Stiftung Suchberatung. Die Unterstützungen und Gespräche mussten im vergangenen Jahr in neuen Formen stattfinden, die erst noch ausgetüftelt werden mussten, das bekam sie und ihr Team zu spüren: «Wir mussten uns ja nicht komplett neu erfinden, aber den Rahmen sicher und schutzbedürftig und den anliegend angepasst gestalten.»

Für sie und ihre Mitarbeiter bedeutete das: Mehr Einsatz. Aufgrund der der Pandemie musste die Stiftung sogar für sechs Wochen schliessen. Es gab aber 30 laufende Beratungsklienten mehr als sonst. «Was wirklich sehr extrem war», fügt Ute Wetzel an. In der Regel schaffe sie und ihr Team pro Jahr 2’450 bis 2’500 Beratungen. Im letzten Jahr waren es fast 2’900.

Weiterhin Alkohol, Cannabis und Kokain an der Spitze

Im Kanton Basel-Stadt suchten im letzten Jahr 150 Personen mehr Beratungsstellen für Suchtproblematiken auf. Die Beratungsstellen im Kanton waren mehr gefragt als sonst. Das Suchtverhalten blieb aber ähnlich. Laut Regine Steinauer, Leiterin der Abteilung Sucht im Kanton Basel-Stadt, habe sich nichts daran geändert: Alkohol, Cannabis und Kokain sind nach wie vor bei den Suchtberatungen an der Spitze.

Das vergangene Jahr hätte Regine Steinauer aber vor allem eines gezeigt: «Sucht ist nach wie vor ein Thema, welches viele Menschen beschäftigt. Seien das Substanzabhängigkeiten oder Verhaltenssüchte. Man sieht auch, dass es verschiedene Angebote braucht. Einerseits präventive Angebote, das andere: Beratungsangebote dann aber auch Behandlungsangebote und das alles niederschwellig».

Das Suchtberatungsangebot des Kantons Basel-Stadt ist auf sucht.bs.ch zu finden.

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