Featured Video Play Icon
International

Breel Embolo: «Es lag viel mehr drin als die Viertelfinals»

Er hat mit der Schweiz grosse EM-Geschichten geschrieben – und er verdaut das Turnier noch immer: Breel Embolo. Ein Besuch in Mönchengladbach.

Der Kontrast könnte kaum grösser sein, die Euro-Schmetterlinge sind unendlich weit weg. Am Morgen nach dem italienischen Finalvorstoss lässt sich Breel Embolo in Mönchengladbach den Oberschenkel therapieren. Die in der Startphase gegen Spanien erlittene Muskelverletzung schränkt den Stürmer zwar ein, Ängste kommen gleichwohl keine auf. «Ich hatte schon Schlimmeres», meldet er aus dem Borussia-Park.

Das Penalty-Out Spaniens verfolgte er vor dem TV-Gerät. Erinnerungen kamen hoch, der Schmerz loderte wieder auf. Das Elfmeter-Drama der Schweiz vom letzten Freitag beschäftigt ihn weiterhin: «Gegen uns erspielten sich die Spanier weniger grosse Chancen als gegen die Italiener. Wir hatten so wahnsinnig viel investiert, es fehlte so wenig, und wir hätten um den EM-Titel kämpfen können.»

Lob von Gladbach-Trainer Adi Hütter

Es tut weh, auch mit ein paar Tagen und vielen Gedanken Distanz. Embolo ist sofort wieder mitten im EM-Film drin: «Wir hatten einen sensationellen Lauf. Der Spirit innerhalb der Gruppe fühlte sich grossartig an. Es lag viel mehr drin als die Viertelfinals.» An die Minuten des Showdowns vom Penaltypunkt aus erinnert er sich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA lückenlos: «Nach dem ersten spanischen Fehlschuss dachte ich mir: ‹ruhig bleiben›. Nach Yanns Save glaubte ich zu spüren: ‹Wir schaffen es!›»

Wenn sich das Beklemmende verflüchtigt, rückt das Positive in den Mittelpunkt. Der Triumph gegen das französische Star-Ensemble wird sich ins Bewusstsein brennen. Adi Hütter, Embolos neuer Coach in der Bundesliga, hat ihn auf den Sieg gegen den Weltmeister angesprochen: «Er sagte mir, es sei eines der besten Spiele gewesen, das er gesehen habe. Die Ausstrahlung des Erfolgs ist enorm. Das haben die Zuschauer weltweit registriert.»

Frankreich-Duell wird «eine Marke bleiben»

Seit dem letzten WM-Turnier sei immer wieder die Rede vom Serbien-Spiel gewesen. Das werde sich ändern, so Embolo: «Das Frankreich-Spiel löste ein gewaltiges Echo aus. Es wird eine Marke bleiben – ein Duell, an dem künftig wohl viele Ansprüche festgemacht werden.» Der 48-fache Nationalspieler spricht von einem Meilenstein, von einem gewaltigen Schritt «in die richtige Richtung», vom Respekt, der ihnen von den Top-Nationen in naher Zukunft entgegengebracht werde.

«Und das alles ist auch eine Verpflichtung – aber eine schöne.» Angesichts dessen, dass «uns einige schon völlig abgeschrieben hatten, lässt sich der Ist-Zustand durchaus sehen, oder?» Embolo hat selbstredend mitbekommen, wie schubartig die Euphorie das Fussball-Land Schweiz erfasste. «Unsere Erfolge haben im Jahr von Covid vielen Leuten einfach nur gutgetan. Ich habe enorm viel schöne Reaktionen erhalten.»

In den kommenden Tagen wird sich der 24-Jährige eine Auszeit in der Heimat seiner Mutter gönnen, erstmals seit fast drei Jahren. «In Kamerun kann ich abschalten. Es wird wunderschön sein, meine Verwandten nach langer Zeit endlich wieder in die Arme schliessen zu können.» Im Kreis seiner Familie ist das Finalspiel um die EM-Krone weit weg, die wehmütigen Gefühle mutmasslich auch.

1 Kommentar

  1. Ja da hat Breel Embolo nicht unrecht finde ich! Nur hatte leider die Schweiz im Spanien-Spiel auch viel Pech! 1. Die Verletzung von eben Breel Embolo und dann die Rote Karte gegen Remo Freuler! Zwei Dinge, die die Schweiz enorm geschwächt hatten. Die Rote Karte war sehr unfair für die Schweiz!
    Auch schade, konnte Granit Xhaka nicht mittun. Aber man hat gesehen, was im Spiel der Schweiz fehlt, wenn Granit Xhaka nicht auf dem Platz steht.
    Sehr schade, war auch, dass die Schweizer Nati, das Penaltyschiessen nicht für sich entschieden haben. Obwohl das Momentum auf ihrer Seite gelegen ist, nach dem verschossenen Penalty von Busquets!
    Schade, hatte auch Vargas verschossen, er mit spanischem Blut, dachte ich mir, er versenkt ihn!Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel