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Der Telebasel News-Beitrag vom 8. Juli 2021.
Baselland

Bienen leiden unter schlechtem Wetter

Nicht nur für uns sind diesen Sommer die Sonnenstunden zu knapp bemessen. Auch die Bienen leiden unter dem nasskalten Wetter.

Bei Temperaturen unter 10 Grad und bei Regen verlassen Bienen ihren Stock nicht. Zwar ist es im Moment meistens um die 20 Grad warm, aber der Regen verunmöglicht das Ausfliegen, denn ein Regentropfen kann fast halb so schwer werden wie eine Biene. Man stelle sich vor, von einem Wasserballon getroffen zu werden, der die Hälfte unseres Eigengewichts wiegt. Bei dieser Vorstellung würden die meisten von uns wohl auch zuhause bleiben.

Wenn die Bienen in ihrem Stock bleiben, beschaffen sie keine Nahrung und das kann längerfristig zum Problem werden, wie uns Manuela Plattner, Imkerin und Präsidentin des Bienenzüchterverbands beider Basel, erzählt: «Ich hatte ein Volk, das musste ich wirklich quasi mit Zuckerwasser besprayen, damit sie überhaupt wieder genügend Energie hatten, um Futter wieder aufzunehmen».

Schwieriges Jahr für die Bienen

Auf einen nassen und kalten Frühling, folgte ein nasser und kühler Sommer. Normalerweise gibt ein Bienenvolk zwei Mal im Jahr Honig, im Frühling und im Sommer. Dieses Jahr gibt es wohl gar keinen, denn «sie finden jetzt Nektar, aber es ist einfach zu wenig, ich musste jetzt zufüttern», wie Manuela Plattner erklärt.

Der nasskalte Frühling hat ein weniger üppiges Angebot für die Bienen bereit gestellt, als in anderen Jahren. Eine gefährliche Situation für die Insekten, denn Bienen ohne Energie laufen auch Gefahr, Krankheiten zu bekommen.

Weiter östlich beobachtet man das Gleiche. Am Hang des Wiesenbergs imkert Kathrin Spatzier. Auch ihre Bienen hatten im Frühling Hunger. «Zuerst war’s kalt, dann wars verregnet, und ab Mai musste man wirklich schon zufüttern, weil es eben für die Bienen eng wurde», so Spatzier.

Kein Honig, kein Problem

Dass es wegen des nasskalten Wetters keinen Honig gibt, ist für Kathrin Spatzier weiter nicht schlimm, denn sie verarbeitet den Bienenwachs zu verschiedenen Produkten weiter. Der Honig sei aber das Zückerchen obendrauf und «wir hatten letztes Jahr ein Superjahr gehabt. Wir konnten auch zwei Mal Schleudern. Dieses Jahr gibt es mal nichts. Der Natur hat’s sicher gut getan, dass es mal wirklich viel geregnet hat», erklärt Imkerin Kathrin Spazier.

Kein Honig ist also für die Imker nicht weiter tragisch, Hauptsache, den Bienen geht es gut und die Bienenvölker überleben diese Zeit. Auch Honig-Liebhaber müssen keine Angst haben, denn auf ein schlechtes Honigjahr folge in der Regel ein gutes.

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