Enttäuschung und Stolz: Nati-Captain Granit Xhaka blickt mit gemischten Gefühlen auf die Euro zurück. (Bild: Keystone)
Schweiz

Granit Xhaka: «Wir werden stärker zurückkommen»

Das EM-Abenteuer der Schweizer Nati ist vorüber. Nun blicken die Spieler auf das Turnier zurück und ziehen eine bittersüsse Bilanz.

«Die unglaubliche Reise endet hier», schreibt Granit Xhaka, Captain der Schweizer Nationalmannschaft, auf Instagram. «Und glaubt mir, es tut richtig weh.» Es ist diese Mischung aus bitterer Enttäuschung, es trotz einer Glanzleistung nicht in die EM-Halbfinals geschafft zu haben, und dem süssen Erfolg, den Achtelfinal-Fluch gebrochen und mit einem Exploit den Weltmeister Frankreich geschlagen zu haben.

Am Ende dieser persönlichen Bilanz Xhakas und seiner Teamkollegen steht Stolz. Stolz, das scheinbar Unmögliche in die Tat umgesetzt zu haben. Stolz, das riesige Potenzial, das in dieser Mannschaft steckt, endlich an einem grossen Turnier abgerufen zu haben. «Wir werden stärker zurückkommen», ist sich der Captain sicher.

Ein Spieler, der das Bittersüsse an dieser Euro besonders erlebte, ist Ruben Vargas (22). Der Youngster spielte ein grossartiges Turnier, überzeugte fast auf der ganzen Linie. Fast, weil sein Mut, im Penaltyschiessen gegen Spanien Verantwortung zu übernehmen, nicht belohnt wurde. Vargas verschoss den entscheidenden Penalty im Elfmeterschiessen und war untröstlich. Ein Bild, das sich bei vielen Nati-Fans zusammen mit dem Viertelfinal-Kracher ins Gedächtnis eingebrannt hat.

Ruben Vargas wird nach Spielende vom Spanier Thiago und Nati-Kollegen Xherdan Shaqiri getröstet. (Bild: Keystone)

«Was für eine verrückte Euro das war!», bilanziert Vargas denn auch auf seinem Instagram-Profil. Eine «Achterbahn der Gefühle», sei es gewesen, dieser wilde Ritt durch die K.o.-Runde. Vargas bedankt sich bei der Öffentlichkeit für die Unterstützung während des Turniers. Er sei stolz, ein Teil dieses Teams zu sein. «Wir haben zusammen Geschichte geschrieben!» Beim Luzerner überwiegt das Erreichte und die Freude klar den Misserfolg aus elf Metern.

Trotz ebenfalls starker Leistungen von einer enttäuschten Seite zeigt sich Silvan Widmer. Der 28-jährige Aussenverteidiger setzte sich gegen Kevin Mbabu durch und erkämpfte sich einen Stammplatz auf der rechten Abwehrseite. Sowohl gegen die geballte Offensive Frankreichs als auch jener Spaniens lieferte er Glanzleistungen ab. Doch Widmers Ehrgeiz ist noch nicht gestillt: «Aus der Traum …», schreibt er auf Instagram. Man habe alles gegeben, aber am Ende habe es nicht gereicht. Mit seiner Performance dürfte es für den FC Basel diesen Sommer schwierig werden, den Aarauer zu halten.

Eine vergleichsweise durchzogene Europameisterschaft spielte Denis Zakaria. Der Mittelfeld-Akteur von Borussia Mönchengladbach hinkt nach einer langwierigen Knieverletzung seiner Form hinterher. Im Viertelfinal gegen Spanien übernahm er die Bürde, den gesperrten Granit Xhaka zu ersetzen. Zakaria spielte eine solide Partie, machte vieles richtig. Leider lenkte er einen Schuss von Jordi Alba aber unglücklich ins eigene Tor ab. Ein Fehler, für den sich Zakaria entschuldigt: «Es ist schwierig, nach diesem Spiel die richtigen Worte zu finden. Mein Fehler tut mir leid», so der 24-Jährige. Man könne sagen, das Spiel gegen Spanien sei «mehr als eng» gewesen und man habe alles gegeben. Die Reise an dieser EM sei speziell gewesen, und ebenso seien es die Fans. «Vielen Dank für eure Unterstützung!»

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel