Featured Video Play Icon
Schweiz

Medien loben Schweizer Nati und trauern mit

Die Schweizer Medien sind voll des Lobes über die Nationalmannschaft trotz des bitteren Endes gegen Spanien – und trauern mit dem Team.

«Diese wunderbare Reise endet zu früh», titelt die «Aargauer Zeitung». «Wir weinen mit euch», schreibt der «Blick» und folgert: «Ihr seid Europameister der Herzen.» Für viele, wie die «Tamedia-Zeitungen», war es das «Beste, was der Schweizer Fussball seit Jahrzehnten erlebt hat», ebenso wird die kollektive Fussball-Euphorie, welche die Schweiz in den vergangenen Tagen erfasst hat, hervorgehoben. «Selbst Schweizerinnen und Schweizer, die sich nicht gross für Fussball interessieren, fieberten zuhause vor dem Fernseher mit», schreibt «20 Minuten».

Schweiz

«Blick»: «Unsere Herzen sind grösser als elf Meter! Heroisch gekämpft, vom Schiri benachteiligt, unglücklich verloren.»

«Nichts hat die Eidgenossenschaft in jüngster Zeit derart aufgewühlt wie dieser grösste Erfolg einer Schweizer Nati seit 67 Jahren. Obwohl es andere, bedeutendere Erfolge gibt: Die Schweiz ist Weltmeisterin in etlichen Wirtschafts-Disziplinen, ETH und EPFL rangieren in der globalen Wissenschaft ganz oben, wir haben den längsten Tunnel der Welt, geniessen die höchste Lebensqualität, die grössten Freiheiten und den erfolgreichsten Tennisspieler der Geschichte … Aber Fussball ist das letzte Gemeinsamkeit stiftende Erlebnis unserer individualisierten Gesellschaft – die letzte Show, bei der das ganze Land zur gleichen Zeit vor den Bildschirmen sitzt und mitfiebert.»

«Tages-Anzeiger»: «Die Leistungen in den vergangenen zwei Wochen sind das Beste, was der Schweizer Fussball seit Jahrzehnten erlebt hat. Sie haben die Mannschaft und die Bevölkerung zusammengebracht, wie das lange nicht mehr der Fall gewesen ist. Keiner hat sich mehr gekümmert, wer welchen Hintergrund hat, wer Secondo ist oder «Schweizer-Schweizer», wie das Granit Xhaka einmal formuliert hat. Besser kann es nicht sein, und anders soll es nicht mehr werden – auch und gerade dann nicht, wenn es einmal wieder Rückschläge gibt und die Mannschaft nicht gleich so nahe an einen Halbfinal heranstürmt. Kritik soll immer sein, sie muss sein. Aber sie soll nicht mehr dazu führen, dass die Secondos unterschwellig für Niederlagen verantwortlich gemacht werden und gleich wieder der Grad ihrer Identifikation mit der Schweiz infrage gestellt wird.»

«Neue Zürcher Zeitung»: «Die Schweizer Fussballer gehen als aufmüpfige Gegner aus der Europameisterschaft, nach einer weiteren bewegenden Partie … Sie reisen am Samstag heim, mit dem grössten Schatz der jüngeren Schweizer Fussballgeschichte: mit der ersten Viertelfinal-Teilnahme an einer Endrunde seit 67 Jahren… Der bittere Schluss des Spanien-Spiels führt erst recht vor Augen: Dieses Frankreich-Spiel, diese Drei-Stunden-Show vom Montag, hatte mit ihrem Happy End etwas Einmaliges. Sie zeigte, dass es sich lohnt, zu träumen und zu arbeiten und sich im Stil des Trainers Petkovic nicht beirren zu lassen. Und das Spanien-Spiel lehrt, dass sich der Verband nicht ausruhen sollte, wenn er solche Momente wieder möchte.»

«Aargauer Zeitung»: «Viele Jahre wurde unser Fussball im Ausland belächelt … Nicht so an dieser EM. Die Schweizer sind definitiv in Europas Beletage eingezogen. Überall werden sie geadelt. Die deutsche «Bild»-Zeitung titelt «Fightgenossen». In Frankreich, dem Land des Weltmeisters, anerkennen sie, dass das Schweizer Nationalteam viel mehr kann, als nur ein Spiel zu zerstören. Und die Spanier hatten schon vor dem Viertelfinal gehörig Respekt. Es ist eine noch nie da gewesene Anerkennung für den Schweizer Fussball. Und jetzt, nach dem bitteren Penalty-Aus gegen Spanien, ist diese EM um eine grosse Attraktion ärmer. Das sieht man nicht nur in der Schweiz so.»

«20 Minuten»: Diese Mannschaft hat ein ganzes Land mit purem Stolz und Freude erfüllt. Von jung bis alt, von links bis rechts. Für ein paar Stunden gab es in dieser Woche nur noch Nati-Euphorie. Wunderschöne Jubelszenen in der ganzen Schweiz. Selbst Schweizerinnen und Schweizer, die sich nicht gross für Fussball interessieren, fieberten zuhause vor dem Fernseher mit. Dieses Team hat grosse Schweizer Sportgeschichte geschrieben. Und wer weiss, wo die Geschichte hingeführt hätte, wenn der englische Schiedsrichter etwas mehr Fingerspitzengefühl gezeigt hätte und Granit Xhaka auf dem Feld gestanden wäre. Aber die Weltmeisterschaft 2022 kommt schon bald. Diese Generation hat noch ein weiteres grosses Turnier in den Beinen.»

Deutschland

«Bild»: «Diese Schweizer können nur Drama! Ihr Sommer-Märchen endet tragisch. Aus Fightgenossen werden Leidgenossen.»

«Süddeutsche Zeitung»: «Ein Sommer ist nicht genug»

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel