Bis im Winter werden wohl hunderte Mitarbeitende ihre Stelle bei Roche verlieren. (Bild: Keystone)
Basel

Roche will hunderte Stellen abbauen

Beim Pharmariesen Roche läuft ein Sparprogramm: Interne Infos zeigen, dass in Basel und San Francisco hunderte Stellen gestrichen werden sollen.

Bei Roche fällt der Sparhammer. Der internationale Pharmakonzern will hunderte Stellen abbauen. Betroffen sollen hauptsächlich die Standorte Basel und San Francisco sein. Das berichtet der «Blick» am Donnerstag, 1. Juli 2021, und bezieht sich auf einen internen Videocall beim Unternehmen. Darin soll der Entwicklungschef der Roche, Levi Garraway (52), mitgeteilt haben, dass sie Belegschaft in der Entwicklungsabteilung bis Ende Jahr «um fünf bis sieben Prozent» reduziert werden soll. Das entspreche weltweit etwa 300 bis 400 Stellen, so Garraway.

Wie der «Blick» weiter berichtet, liegen die Gründe des Kahlschlags offenbar im zunehmendem Wachstum der Entwicklungsabteilung, der Garraway vorsteht. Der US-Amerikaner sitzt in Kalifornien und betreut bei Roche eines der grössten Medikamenten-Portfolios. Der Pharmariese investiere in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte einen zweistelligen Milliardenbetrag.

Nun bremse die Konzernleitung von Roche das weitere Wachstum und setze den Rotstift an. In Basel und San Francisco, wo die meisten Stellen gestrichen werden sollen, ist über die Hälfte der Entwicklungsabteilung stationiert.

Roche bestätigt Pläne

Die Sparpläne blieben bislang intern. Roche bestätigt gegenüber dem «Blick» aber Levi Garraways Aussagen im Videocall. «Wir werden alle Mitarbeitenden unterstützen, die möglicherweise betroffen sind», so Sprecherin Nina Mählitz. Sobald sich die Pläne konkretisierten, werde Roche eng mit den Arbeitnehmervertretungen zusammenarbeiten. Auch gegenüber der Nachrichtenagentur AWP bestätigte Roche, dass es zu einem Abbau von Stellen in der Sparte kommen werde. Über den Umfang stand in der Stellungnahme allerdings nichts.

Roche sei bestrebt, einen möglichst grossen Nutzen für Patientinnen und Patienten zu erzielen und dabei die Kosten für die Gesellschaft nachhaltig zu gestalten. «Um dies zu erreichen, muss sich unser Geschäft kontinuierlich mit dem sich schnell verändernden Umfeld weiterentwickeln», hiess es in dem Statement weiter.

«Da dies eine Neupriorisierung der Arbeit erfordert, können die Verschiebungen in unserer Organisation zum Abbau von Stellen führen», erklärte Roche. Man habe in dieser Woche mit den Mitarbeitenden über die entsprechenden Pläne gesprochen.

Entlassungen im November

Welchen Mitarbeitenden schlussendlich gekündigt wird, steht offenbar noch nicht fest. Laut dem Zeitungsbericht werden momentan Listen erstellt. Es sollen vor allem Personen im Projektmanagement, in der Administration und im Coaching betroffen sein. Ab August soll Klarheit herrschen, wer konkret betroffen ist.

Laut dem Videocall, auf den sich der «Blick» bezieht, werden dann auch die Arbeitnehmervertreter konsultiert. Die Kündigungswelle soll in Grossbritannien starten, dann würden die anderen Standorte folgen. Im November sollen die betroffenen Mitarbeitenden entlassen werden.

Die Konzernleitung um CEO Severin Schwan hat sich zum Sparhammer noch nicht geäussert.

4 Kommentare

  1. Stellenabbau – aber die Türme der Roche wachsen und wachsen; das soll einer verstehen (jetzt benötigte man doch weniger Platz, wenn vor allem in der Administration Stellen abgebaut werden sollen)….tztztz sing wer wird es je verstehn, wer wird…. singReport

  2. Glauben Sie wirklich, dass die Betroffenen gross Schwierigkeiten haben werden, neue Stellen zu kriegen? Ich nicht. Bei DER Reputation von Roche? Ein Arbeitszeugnis dieses Unternehmens dürfte in etwa einem des Gstaad Palace für einen Koch gleichkommen.Report

  3. Immer wieder reklamieren die Pharma Multis in der Schweiz wie schwierig es ist kompetente MitarbeiterInnen zu finden. Man verspricht Vermittlungsbonus an die Angestellten. Und nun das? Wer soll fas verstehen?Report

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