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Der Telebasel-Newsbeitrag vom 30. Juni 2021.
Basel

Deutsche Preise im Stücki-Kino

Mitten in der Kinokrise öffnet am Freitag im Basler Stücki-Park ein neues Multiplex-Kino mit 14 Sälen. Und das mit Preisen wie in Weil am Rhein.

Die Corona-Krise habe dazu geführt, dass das Multiplex-Kino mit fast einem Jahr Verspätung eröffnet wird, sagte Patrick Tavoli, CEO der Arena-Gruppe, an einer Medienführung am Mittwoch. «Seit einem Jahr ist Berset mein Chef», lacht der Fribourger. Das neue Filmzentrum ist das jüngste Kind der Gruppe, die bereits in Genf, Freiburg, im Tessin, Zürich und Glarus mit Multiplex-Kinos präsent ist.

Die Betreiber sprechen angesichts der nicht nur durch Corona bedingten Kinokrise selber von einem «antizyklischen Verhalten». Kinos würden geschlossen und in Basel seien mehr und mehr Besucherinnen und Besucher auf die grenznahen und vor allem günstigeren Säle in Deutschland ausgewichen.

Die günstige Nachbarschaft jenseits der Grenze hat auch der ursprünglich als Shoppingcenter angelegte Stücki-Park zu spüren bekommen, der nun deutlich redimensioniert wurde. Dort, wo früher die Mega-Stores von Migros und Mediamarkt untergebracht waren, hat nun das neue «Megaplex»-Kino Platz gefunden, wie sich die Betreiberschaft ausdrückt. Der Umbau kostete insgesamt rund 30 Millionen Franken. 300’000 Zuschauer erhofft man sich pro Jahr um diesen Standort rentabel zu betreiben.

Durchgerüttelt und eingenebelt

Und diese nimmt die Konkurrenz im günstigen Ausland durchaus wahr. Zum einen wird auf neue Erlebnistechnik gesetzt. Etwa mit einem sogenannten «4DX-Saal», in dem sich die Zuschauerinnen und Zuschauern Wind, Wasser, Rauch, Gerüchen aussetzen und sich vor allem auf Robotersesseln gehörig durchschütteln lassen können. Ein weiterer spezieller Saal wird mit «ScreenX» umschrieben, womit eine 270-Grad-Projektion gemeint ist.

Vor allem aber versprechen die Betreiber für die 70 geplanten Vorstellungen pro Tag Eintrittspreise auf deutschem Niveau. Der Grundpreis beträgt 10 Franken (Kinder: 8 Franken) – damit sei man das preiswerteste Kino der Schweiz. Einen guten Kilometer Luftlinie von hier ist es zum Kinopalast im Rheincenter, 9 Euro kostet ein Ticket dort.

Von den 10 Franken, gehen etwa 4 Franken an den Filmverleih, da kann man sich fragen, wie sich das rentieren soll. Neben den Ticketeinnahmen, hoffe man auf ein gutes Resultat durch Werbe- und Kioskeinnahmen, verrät Arena-CEO Tavoli. «Das Kino ist so gebaut, dass wir sehr wenig Personal brauchen, dass ist auch ein wichtiger Aspekt», erklärt er weiter.

«Preis ist eine Kampfansage»

2 Kilometer vom Stücki ist das nächste Basler Kult.kino. Hier kostet ein Ticket 18 Franken, also 8 Franken mehr als im Arena. «Dieser Preis ist sicher eine Kampfansage, allerdings richtet sich diese Kampfansage nach Deutschland, wo wir diese Preise schon länger kennen», sagt kult.kino-Co-Leiter Tobias Faust. «Wir mussten uns schon länger mit diesen Fragen auseinandersetzen und nicht nur wir, sondern auch die Steinenvorstadt muss mit diesen Preisen umgehen», sagt Faust weiter.

Auch Faust weiss, dass es keine einfache Zeit für Kinos ist, «umso erfreulicher ist es, dass jemand 14 Kinosäle aufmacht und mit privatem Vermögen investiert, an das Kino glaubt. Wir glauben auch ans Kino», sagt der Co-Leiter des kult.kinos. Die offizielle Eröffnung der Arena Cinemas ist diesen Freitag.

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