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Die Medienkonferenz mit Bundesrat Alain Berset vom 30. Juni 2021. (Video: Youtube/Der Eidgenössische Bundesrat)
Schweiz

Berset rechnet mit steigenden Fallzahlen im Herbst

Gefährliche Virusvarianten früh entdecken, die Impfkampagne fortführen und genügend Testkapazitäten bereithalten: So rüstet sich der Bundesrats für den Herbst.

«Wir gehen davon aus, dass die Fallzahlen im Herbst wieder steigen», sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Mittwoch vor den Medien in Bern. Deshalb habe der Bundesrat eine erste Planung für die kommenden Monate vorgenommen.

«Die Saisonalität, Reisen ins Ausland, die Anzahl nicht geimpfter Personen und neue Virusvarianten sind die Gründe dafür, dass die Zahlen im Herbst wieder ansteigen könnten», sagte Berset.

Mit den neuen Varianten, die auftreten, sei das Impfen noch wichtiger geworden. «Früher oder später werden wir alle mit dem Virus in Kontakt kommen, sei es mit einer Impfung oder einer Ansteckung», erklärte Berset.

Nun habe der Bundesrat erstmals die Möglichkeit über mehrere Monate hinweg zu planen. «Das ist auch eine Rückkehr zur Normalität», ergänzte er. So müsse nicht immer alles innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes entschieden werden.

Berset will höhere Impfquote bei älteren Personen erreichen

Laut Gesundheitsminister Alain Berset schreitet die Impfkampagne gut voran. Jedoch bleibe Luft nach oben. «Wir müssen weiter vorwärts machen.» Grossbritannien zum Beispiel sei bei der Durchimpfung von älteren Personen viel weiter.

Gemäss neuen Zahlen, die er noch verifizieren müsse, seien dort 98 Prozent der ältesten Menschen geimpft, sagte Berset am Mittwoch vor den Medien in Bern. «Dies ist auch bei uns wünschenswert.»

Die Impfung und das Zertifikat blieben wichtig, sagte Berset weiter. Man müsse vorbereiten und planen, insbesondere für die Betroffenen. «Die Kantone bleiben in der Verantwortung, da sie beispielsweise für das Impfen genügend Kapazitäten haben müssen.»

Strategie steht fest

Der Bundesrat will aus den Fehlern des Vorjahres lernen und auf einen allfälligen Wiederanstieg der Corona-Fallzahlen besser vorbereitet sein. Im Sommer 2020 war die epidemiologische Lage ähnlich wie heute. Man fühlte sich in Sicherheit – bis im Herbst die zweite Corona-Welle das Land erfasste und überraschte. Das soll sich nicht wiederholen. Der Bundesrat hat am Mittwoch deshalb das weitere Vorgehen beraten.

Sollten die Ansteckungszahlen steigen – zum Beispiel, weil der Anteil nicht geimpfter Personen zu hoch ist oder sich das Wetter ändert -, sieht der Bundesrat drei zentrale Massnahmen vor: die schnelle Erkennung von neuen Virusvarianten, die Erhöhung der Impfbereitschaft und die Vorbereitung der dritten Impfung nach zwölf Monaten.

Sollte eine Virusvariante auftreten, bei der der Impfschutz nicht trägt, müssen laut Bundesrat Anpassungen beim mRNA-Impfstoff vorgenommen werden. Diese würden innerhalb von sechs Monaten möglich sein.

Da in Ländern, in denen die Delta-Variante vorherrschend ist, überdurchschnittlich viele Ansteckungen in Schulen festgestellt werden, werden die Kantone aufgefordert, dass der Schulbetrieb mit repetitiven Tests nach den Ferien aufrechterhalten werden kann.

Im Hinblick auf den Herbst sollen auch die Kapazitäten für die Kontaktverfolgung sichergestellt werden.

Erweiterung der Covid-App im Juli

Schliesslich hat der Bundesrat entschieden, die Swiss-Covid-App per Anfang Juli um eine Check-in-Funktion zu erweitern. Mit der neuen Funktion könne die Kontaktverfolgung gezielt ergänzt werden, teilt der Bundesrat mit.

Das dezentrale System zeichnet keine persönlichen Daten auf und nutzt weder Bluetooth noch GPS. Die Check-in-Funktion soll bei kleineren Veranstaltungen eingesetzt werden – zum Beispiel bei privaten Treffen, Sporttrainings, Chorproben und kleinen Konzerten oder in Sitzungszimmern.

Veranstalterinnen und Veranstalter können direkt in der App einen QR-Code erstellen, den die Gäste bei ihrer Ankunft einscannen, um sich so bei der Veranstaltung einzuchecken. Nach der Veranstaltung bestätigen die Gäste in der App, dass sie die Veranstaltung verlassen haben.

Diese Informationen werden auf dem eigenen Mobiltelefon während 14 Tagen lokal gespeichert und danach automatisch gelöscht. Wird eine Person nach einer Veranstaltung positiv auf das Coronavirus getestet und gibt den Covid-Code in die Swiss-Covid App-ein, erfolgt eine automatische Benachrichtigung an alle Gäste, die im gleichen Zeitraum bei derselben Veranstaltung eingecheckt waren.

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