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Der Telebasel News Beitrag vom 29. Juni 2021.
Baselland

Hilferuf ans Präsidialdepartement wegen «Partyzone Birsköpfli»

Lärm, Littering und Aggressionen — das müssen die Baselbieter Anwohner beim Birsköpfli regelmässig über sich ergehen lassen. Bis in die frühen Morgenstunden.

Die Telebasel-Aufnahmen vom vergangenen Samstag zeigen es: auf der Basler Birsköpfli-Seite geht es rund. Hunderte von jungen Menschen tummeln sich dort. Es wird gelacht, getanzt, gejohlt. Im Hintergrund steht ein Fahrzeug der Basler Polizei mit einer Leuchtschrift: «Bitte ab 22 Uhr keine Lautsprecher mehr verwenden». Es scheint niemanden gross zu interessieren.

«Musik bis 1 Uhr morgens und darüber hinaus gehören zur Wochenendordnung», schreiben rund 60 AnwohnerInnen nun in einem Brief ans Basler Präsidialdepartement. Die Rede ist weiter von Littering (Einweg-Grills), öffentlichem Urinieren, Pöbeleien und sogar von Drogendeals, die dort stattfinden sollen.

Abfall, Scherben und Erbrochenes

«Es muss jetzt etwas passieren. Klar sollen die Jungen draussen sein, das Birsköpfli soll ja leben. Aber mittlerweile ist es gekippt. Vom Donnerstag bis Samstag ist jeden Abend ‹Remmidemmi›. Die Leute kommen zum Teil von ausserhalb, manchmal mit dem Auto. Erst zwischen 3 und 4 Uhr gehen die letzten grölend nach Hause. Und hinterlassen einen Berg voll Abfall, Scherben und Erbrochenem.». So schildert eine der Anwohnerinnen die Zustände am Birsköpfli im Gespräch mit Telebasel. Vor der Kamera auftreten möchte sie im Moment nicht, denn: «Wir suchen nicht die Konfrontation, sondern möchten uns anständig mit dem Präsidialdepartement in Verbindung setzen und schauen, was die Antwort ist.»

Kantonsgrenze als Teil des Problems

Seit 2004 sperrt Birsfelden seinen Birsköpfli-Teil ab 22 Uhr. Das Problem wurde damit aber wohl eher verlagert als gelöst. Und es sind mehrheitlich immer noch die Birsfelder Anwohnerinnen und Anwohner, die darunter leiden, wenn es am Basler Birsköpfli hoch zu- und hergeht. Unter den 60 Personen, die das Schreiben an den Stadtkanton unterschrieben haben, wohnt die Mehrheit auf Baselbieter Seite.

Dass auch die Stadt das Birsköpfli am Abend sperren sollte, so weit will der zuständige Gemeinderat Simon Oberbeck auf Birsfelder Seite nicht nicht gehen. Gleichzeitig findet er: «Wir haben mit den Sperrungen gute Erfahrungen gemacht. Aber wir mussten auch Patrouillendienste schicken, um das durchzusetzen».

Der Aufenthalt ist nicht verboten

So verlagert sich ab 22 Uhr der Trubel regelmässig auf die Basler Seite, den Lärm und die Immissionen haben aber nach wie vor beide Seiten. Der Basler Polizei ist das Phänomen bekannt. Sie mache Kontrollen, verhindere Exzesse, erklärt Polizeisprecher Toprak Yerguz, «aber der blosse Aufenthalt am Birsköpfli ist natürlich nicht verboten». Man hinke der Entwicklung immer etwas hinterher, sagt Yerguz weiter: «Jetzt im Moment haben wir wieder beim Birsköpfli eine Entwicklung, die grössere Ausmasse annimmt, und da sind wir dran, mit den Partnern Verbesserungen zu erzielen».

9 Kommentare

  1. Schimpfen ist immer leichter gemacht als nach Alternativlösungen zu suchen. Nein, ich verstehe natürlich die Anwohner und ich sehe auch das Littering ein absolutes NoGo ist! Da müssen wir nicht darüber debattieren. Die Frage ist, mal abgesehen von Littering, wo sollen die jungen Menschen sonst hin? Es wird ja nichts angeboten? Clubs? Bars? überteuerte Getränke kaufen? Ich verstehe, dass die jungen Leute das nicht möchten aber wohin? Parks werden am Abend abgeschlossen oder es ist auch verboten ab 22 Uhr Musik zu hören bzw. Laut zu sein? Spielplätze und Schulhöfe sind verboten? Jugendhäuser haben auch nicht lange offen? Es wird diesen Menschen ja wirklich 0 Möglichkeiten geben irgendwo ungestört sich aufzuhalten, wo sie auch lauter sein dürfen.Report

  2. Genervter Allschwiler
    Ja das ist wirklich schlimm die Jugrndlichen scheren sich einen Dreck um die Anwohner.
    Das ist leider nicht nur am Birsköpfli so .
    Schulhaus Gartenhof auf dem Sport und Schulhof der nach Schulschluss öffentlich ist ist genau das gleiche Problem.Die Jugendlichen machen was sie wollen.Sie Lärmen mit Müsik , rumgeschreie und Ballllgeprelle.
    Die Gemeinde hat zwar ein paar Verordnungen was das Basketballdpielen am Wochenende betrifft aber es ist trotzdem unmöglich laut.
    Einige Wohnungen an den angrenzenden Liegenschaften stehen schon leer.
    Ich habe vollstes Verständnis für die Anwohner am Birsköpfli..
    Es werden einfach so gut wie keine Bussgelder verteilt.
    Viel Glück.Report

  3. Alternative?
    Es wied do gmotzt, gschumpfe und sich beschwert. Aber wo isch d Alternative? Irgendwo mien mir Junge uns ufhalte chönne. Aber wie immer wird uf uns ummetramplet und mir selle gfellgischt wyyche. Doch wohe säit und niemerd. Simmr am Rhyufer z Klaibasel simmr die Bööse, simmr am Birsköpfli simmr die Bööse, simmr uf de Pfalz simmr die Bööse, in allne städtische Pärk simmr eh scho vo Huus us die Bööse Jugendliche. Es gitt halt schlichtwäg nid vieli Möglichkeite. Die wenigschte vo uns wänn aktiv Ahwohner närve, aber mr wänn halt unser Sozialläbe pfläge, Kollege träffe, Party mache.

    Anstelle vo mitm Finger zäige sorget doch lieber defür e Lösig z finde. Wo? Wo selle mr ahne wo s allne Rächt isch?Report

  4. Auch Birsfelden und der Kanton BL machen es sich etwas einfach. Speziell an Wochenenden sind im Sommer alle Parkplätze in der blauen Zone sehr begehrt und besetzt von Birsköpfli Besuchern. Die Anwohner bezahlen zwar ihre Parkgebühren, einen Parkplatz finden ist aber unmöglich. Dafür profitiert der Kanton von den unzähligen Parkbussen, die notabene auch an Anwohnerinnen ausgestellt werden, die keinen Parkplatz finden.Report

  5. Birsfelden BL macht sich sehr einfach und lagert ihre Jugendprobleme einfach nach Basel-Stadt aus.
    Die Jugendlichen müssen um 22 Uhr den Kanton Wechseln und treffen danach auf die viel kleinere
    Basel-städtische Seite des Birsköpflis wo sich auch schon viele Jugendliche befinden.
    Danke Birsfelden und Kanton Basellandschaft, das ihr eure Probleme wie so oft einfach nach Basel-Stadt auslagert!Report

  6. Ich bin Anwohnerin auf der Basler Seite und wir bleiben nicht verschont! Am Wochenende können wir seit Jahren nur noch mit geschlossenem Fenster und Ohrstöpsel schlafen. Vor unserem Haus wird in der Parkanlage regelmässig uriniert etc. Die grölende Schar schert sich einen Dreck um Anwohner, wenn sie durchgehend bis 3,4 Uhr morgens mit ihren Musikanlagen durch die Strassen ziehen. Ich wohne seit 10 Jahren hier. Seit etwa 4 Jahren ufert das Ganze immer schlimmer aus. Hätte diesen Brief ans Präsidialdep.auch gerne unterschrieben!Report

  7. Das doofe junge Partyvolk ist schlicht zu dämlich, nur etwas vernpnftig zu sein. Bleib halt eben nur ein Verbot mit strikter Kontrolle und Strafen. Anders lernen die es wohl nie. Leider leiden denn halt auch die Anständigen daruntet, gehört halt zum «Spiel». Keine Vernunft hat ein Teil dieser jungen Leute.Report

  8. Ich bin auch Anwohnerin, habe ein Kleinkind, das zu normalen Zeiten schlafen soll, wenn ich arbeiten muss, brauche ich auch meinen Schlaf. Es ist in den letzten Jahre so was von unerträglich geworden. Man findet keinen Schlaf oder wacht bis 5mal auf, weil die Leute geitschend und gröhlend oder mit ihren aufgemotzten Autos dir ch die 30ger Zone bretschen und hupen. Es muss endlich etwas unternommen werden. Ab 22uhr sperren, sollte was bringen, aber da muss man richtige Presänz zeigen, nicht nur mal durch gehen, danach nicht mehr, weil die Leute verschwinden und wenn die Kontrolle durch ist, kommen sie wieder. Es muss was gemacht werden. Wir lassen nicht locker!Report

  9. Solange nur geimpfte und getestete in Disco gehen können ,werden die Jungen wohl weiter dort feiern. Ihnen fehlt das Geld um einen PCR-Test zu machen.Report

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