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Der Schweizer Achtelfinal-Fluch ist zu Ende. Das Team von Vladimir Petković gewinnt den Achtelfinal-Krimi in Bukarest gegen Weltmeister Frankreich im Penaltyschiessen 5:4 und trifft nun auf Spanien. (Video: Keystone)
International

Granit Xhaka: «Wir haben Geschichte geschrieben und können stolz sein»

Nach dem historischen Sieg gegen Weltmeister Frankreich sind die Spieler und der Trainer der Schweizer Nationalmannschaft überglücklich und stolz.

Yann Sommer: «Ich bin mega stolz auf uns, auf die ganze Mannschaft. Die Franzosen waren stark, aber sie hatten einen Moment, in dem sie ein bisschen überheblich wurden. Wir hatten uns gesagt, dass wir bis zuletzt alles versuchen. Dass wir das jetzt geschafft haben, ist einfach unfassbar».

Granit Xhaka: «Am Schluss kann ich nur sagen: Es ist ein unglaubliches Gefühl. Alle Schweizer können stolz sein. Gestern sagte ich, dass wir Geschichte schreiben werden. Die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Wir glaubten daran, dass wir noch etwas reissen können, wenn wir das Anschlusstor schiessen. Allen muss bewusst sein, dass wir hier nicht einfach irgendeinen Gegner geschlagen haben, sondern Frankreich».

Vladimir Petković: «Ich bin stolz auf diese Mannschaft, mit diesen 120 Minuten gegen den Weltmeister. Wir haben in den letzten Jahren immer auf einen Rückschlag reagiert, auch während dieses Spiels. Wir haben unser Spiel wie schon gegen die Türkei ein bisschen verändert».

Wechselbad der Gefühle

«Das war ein wichtiger Sieg, aber vielleicht doch nicht der grösste. Er ist nicht das Grösste absolut gesehen.» Vladimir Petković wirkte zu später Stunde entsprechend kontrolliert. Die Emotionen schäumten nicht über, als er weit nach 1 Uhr in der Nacht zum Spiel Auskunft gab. «Ich bin froh für die Mannschaft. Aber ich war nach dem Ende auch nicht voll emotional. Vielleicht weil ich während des Spiels schon so viele Emotionen durchlebt hatte», sagte er.

Mit seinem Team ging er durch ein Wechselbad der Gefühle. «Der verschossene Penalty, dann die zwei Gegentore innerhalb von zwei Minuten. Für normale Menschen wäre so etwas schwierig zu meistern, aber heute waren wir ein Super-Team, das immer an sich geglaubt hat.»

Er habe immer gewusst, dass das Spiel nochmals «auf unsere Seite kippen» konnte. Vor allem in der Verlängerung. «Wir wollten bis zum Schluss den Ball halten und das Spiel bestimmen. Ich spürte, dass wir genügend Benzin in den Beinen hatten, vielleicht auch mehr als Frankreich.»

Petković gab zu, dass er von der Leistung seines Teams derart angetan war, dass er mit dem Spiel auch zufrieden gewesen wäre, hätte es ein anderes Ende gegeben. «Aber dieser Sieg im Penaltyschiessen ist natürlich die Kirsche auf der Torte.»

«So ist das Geschäft»

Frankreichs Trainer Didier Deschamps musste derweil das erste Ausscheiden einer französischen Nationalmannschaft bereits in den Achtelfinals seit der WM 2010 erklären. «Wir haben nach der 80. Minute etwas die Leidenschaft vermissen lassen und den Gegner so aufgebaut. Schade, wir waren nach einer schwachen ersten Halbzeit auf gutem Weg.»

Der Schweiz attestierte der Weltmeistercoach zwar ein «grosses Spiel», vor allem aber geht es in Frankreich nach dieser riesigen Enttäuschung nun auch um seine Zukunft. «So ist das Geschäft. Die Mannschaft gewinnt, der Trainer verliert. Ich übernehme die Verantwortung für die Niederlage, ich akzeptiere das. Aber es kommen auch wieder glücklichere Tage.»

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