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Schweiz

Das sind die grössten Siege in der Geschichte der Schweizer Nati

Am Montag gelang der Nati einer der grössten Siege in der Geschichte des Schweizer Fussballverbandes. Ein Anlass, um auf die besonderen Erfolge zurückzublicken.

Der Coup gegen den amtierenden Weltmeister und Turnierfavoriten Frankreich im EM-Achtelfinal am Montag in Bukarest war einer der grössten, wenn nicht sogar der grösste Sieg einer Schweizer Fussball-Nationalmannschaft in der 126-jährigen Geschichte des Schweizer Fussballverbandes. Ein Rückblick auf besondere Schweizer Siege:

Schweiz – Schweden 2:1 am 6. Juni 1924 in Paris

Dank dem Sieg im Olympia-Halbfinal gegen den Turnierfavoriten aus Schweden zog die Schweiz das bisher einzige Mal in einen Final eines grossen Turniers ein. In diesem blieb man gegen Uruguay allerdings ohne Chance (0:3), sicherte sich aber den inoffiziellen Titel des Europameisters. Im Viertelfinal hatte die Schweiz bereits Italien 2:1 bezwungen, danach rief die Zeitung «Sport» zu einer Spendenaktion auf, um die Kosten für die zusätzlichen Übernachtungen zu begleichen.

Schweiz – Deutschland 4:2 am 9. Juni 1938 in Paris

Der Sieg im Achtelfinal in Paris gegen Grossdeutschland, dem Zusammenschluss von Deutschland und Österreich, den beiden WM-Halbfinalisten von 1934, galt als Sensation. Nachdem sich die beiden Teams in der ersten Partie nach Verlängerung 1:1 getrennt hatten, setzten sich die vom Österreicher Karl Rappan trainierten Schweizer fünf Tage später im Wiederholungsspiel 4:2 durch, nachdem sie bereits 0:2 zurückgelegen hatten. Drei Tage später verlor die Schweiz im Viertelfinal gegen Ungarn 0:2.

Italien – Schweiz 1:4 am 24. Juni 1954 in Basel

Im eigenen Land qualifizierte sich die Schweiz zum zweiten Mal nach 1938 für einen WM-Viertelfinal. Nachdem das Team von Karl Rappan in der Vorrunde Italien 2:1 besiegt hatte und Gruppensieger England unterlegen war, kam es im Stadion St. Jakob in Basel zum Entscheidungsspiel gegen die Azzurri. Der Weltmeister von 1934 und 1938 biss sich am berühmten Schweizer Riegel zum zweiten Mal die Zähne aus. Die Schweiz stiess in die Runde der letzte acht vor, in der sie in einem denkwürdigen Spiel auf der Lausanner Pontaise bei grosser Hitze Österreich nach einer frühen 3:0-Führung 5:7 unterlag.

Schweiz – Schweden 2:1 am 12. November 1961 in West-Berlin

Die Schweiz hatte sich dank drei Siegen und einer Niederlage für das Entscheidungsspiel gegen Schweden, den WM-Finalisten von 1958, qualifiziert. Die Partie fand in West-Berlin statt, nachdem die Stadt erst kurz zuvor geteilt worden war. Einer der beiden Schweizer Torschützen beim 2:1 war Toni Allemann, der zwei Wochen zuvor beim 3:2 gegen den gleichen Gegner in Bern bereits den Siegtreffer erzielt hatte.

Schweiz – Italien 1:0 am 1. Mai 1993 in Bern

Verteidiger Marc Hottiger stiess mit seinem Treffer in der 55. Minute gegen den damals dreifachen Weltmeister Italien das Tor zur ersten WM-Qualifikation der Schweiz nach 28 Jahren weit auf. Mit dem siebten Sieg im 50. Duell mit der Squadra Azzurra übernahm das Team von Roy Hodgson die Tabellenführung in ihrer Qualifikationsgruppe vor Italien und Portugal.

Schweiz – Rumänien 4:1 am 22. Juni 1994 in Detroit

Nach dem 1:1 zum WM-Auftakt gegen Gastgeber USA folgte im zweiten Gruppenspiel eine Sternstunde des Schweizer Fussballs. Gegen die hochtalentierte Mannschaft Rumäniens, die angeführt von Gheorghe Hagi zu den grossen Attraktion jener Endrunde gehörte, bot das Team von Roy Hodgson eine fantastische Leistung. Beim ersten Schweizer WM-Sieg nach 40 Jahren schossen Alain Sutter, Stéphane Chapuisat und zweimal Adrian Knup die Tore für die völlig entfesselten Schweizer. Im Achtelfinal folgte das Aus, gegen Spanien blieb die Schweiz chancenlos und verlor 0:3.

Spanien – Schweiz 0:1 am 16. Juni 2010 in Durban

Gegen den amtierenden Europameister und die Nummer 2 der FIFA-Weltrangliste, der in zuvor 48 Spielen nur eine Niederlage kassiert hatte, schaffte die Schweiz die erste Sensation an der ersten WM auf afrikanischem Boden. Den Treffer für die SFV-Auswahl im Moses Mabhida-Stadion in Durban schoss in der 52. Minute Gelson Fernandes. Dank einem starken Kollektiv, einer überragenden Defensivleistung und Glück rettete die Mannschaft von Ottmar Hitzfeld den Vorsprung über die Zeit. Trotz des Sieges verpassten die Schweizer den Einzug in die K.o.-Phase, Spanien hingegen krönte sich erstmals zum Weltmeister.

Frankreich – Schweiz 7:8 n.P. am 28. Juni 2021 in Bukarest

Von einem Achtelfinal-Fluch war im Vorfeld der Partie die Rede gewesen, nachdem die Schweiz fünfmal in Folge in einem solchen gescheitert war. Die Generation der ehemaligen U17-Weltmeister um Captain Granit Xhaka hatte immer wieder von diesem Coup gesprochen, ihr Versprechen konnte sie aber nicht einlösen – bis zu dieser magischen Nacht in Bukarest. Wie der erstmalige Viertelfinal-Einzug an einer Endrunde seit 1954 gegen den Weltmeister Frankreich zustande kam, war an Dramatik kaum zu überbieten. Dem Aussenseiter bot sich in der 55. Minute vom Penaltypunkt die goldene Chance zum 2:0, ehe er 20 Minuten später 1:3 zurücklag – und sich in der 90. Minute mit dem 3:3 doch in die Verlängerung rettete. Im Penaltyschiessen blieben die Schweizer Schützen cool, und Torhüter Yann Sommer räumte mit seiner Parade gegen den letzten französischen Schützen Kylian Mbappé mit einem weiteren Vorurteil auf: dass Schweizer kein Penaltyschiessen gewinnen können.

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