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Schauen Sie hier die Medienkonferenz des Bundesrats nochmals an. (Video: Youtube, der Schweizerische Bundesrat)
Schweiz

Berset: «Niemand soll jetzt übermütig werden»

Heute Mittwoch verkündete der Bundesrat weitere grosse Lockerungsschritte. Die Medienkonferenz dazu gibt es hier im Rückblick.

Wer sich im Freien aufhält, muss ab kommendem Samstag keine Maske mehr tragen. Das gilt auch für kulturelle und sportliche Aktivitäten. Im Büro und in höheren Schulklassen wird die Maskenpflicht ebenfalls aufgehoben. Die Homeoffice-Pflicht fällt.

Laut Gesundheitsminister Alain Berset zeigt die Risikoanalyse des Bundesrats, dass weitgehende Lockerungen der Corona-Massnahmen angezeigt seien. Die Situation verbessere sich weiter, die bisherigen Öffnungen hätten keine Probleme verursacht. «Wir können deshalb einen wichtigen Schritt vorwärtsmachen.»

Berset bekräftigte, dass der Moderna- und Pfizer-Impfstoff gut vor der Delta-Mutante schütze. «Wir sind gut positioniert, den Kampf mit dieser Variante aufzunehmen.»

Massnahmen werden stark reduziert

Der Bundesrat hat am Mittwoch einen weiteren Öffnungsschritt beschlossen. Die geltenden Massnahmen gegen das Coronavirus werden stark reduziert und vereinfacht. Die Lockerungen gehen weiter als vor zwei Wochen vorgeschlagen.

Konkret wird die Masken- und Abstandspflicht bei kulturellen und sportlichen Aktivitäten aufgehoben. Es findet keine Unterscheidung zwischen Profis und Laien mehr statt. Auch an Grossveranstaltungen mit Covid-Zertifikat gilt keine Maskenpflicht mehr. Für solche Events werden auch Kapazitätsbeschränkungen und die Personenobergrenze gestrichen. Veranstaltungen ab tausend Personen benötigen eine kantonale Bewilligung. Alles dazu und alle Lockerungen gibt es hier.

Alle Regeln, die ab Samstag gelten, gibt es zudem hier in der detaillierten Übersicht.

Keine Einschränkungen mehr bei Grossveranstaltungen

Die Super League kann aufatmen. Ab Samstag gibt es bei Grossveranstaltungen, bei denen die Zuschauer zum Einlass ein Covid-Zertifikat vorweisen müssen, keine Beschränkungen mehr. Dies beschloss der Bundesrat ebenfalls am Mittwoch. Jedoch benötigen Veranstaltungen ab 1000 Personen eine kantonale Bewilligung.

Damit lockert der Bundesrat stärker als angekündigt. Zuvor hatte er Grossanlässe im Freien ohne Zuschauer-Einschränkungen ab dem 20. August in Aussicht gestellt. Die Saison in der Super League startet am 23. Juli. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Nicht übermütig werden: Berset verteidigt Beschränkung im Privaten

Gesundheitsminister Alain Berset hat die Personenbeschränkungen bei privaten Treffen trotz umfangreicher Lockerungen verteidigt. Die Aufhebung von Beschränkungen in Innenräumen sei generell heikel, sagte Berset weiter. «Wir dürfen nicht übermütig werden.»

An privaten Veranstaltungen können sich weiterhin höchstens 30 Personen in privaten Innenräumen und höchstens 50 Person in Aussenbereichen treffen. Private Treffen in Wohnungen oder in Gärten seien aufgrund der Nähe sehr heikel, sagte Berset. «Wir sind immer noch in der Stabilisierungsphase.»

Der Bund müsse bei den Regeln kohärent bleiben, meinte Berset. Wenn im Privaten alles vollständig geöffnet werde, würden sich Probleme ergeben in anderen Bereichen.

Berset appelliert weiterhin an Disziplin der Bevölkerung

Der «grosse Öffnungsschritt» ist laut Gesundheitsminister Alain Berset «ziemlich mutig». Niemand solle nun übermütig werden, sagte er. Beispielsweise sollten nicht alle nun gleichzeitig ins Büro zurückkehren.

«Das Homeoffice war eine wichtige Massnahme, die sehr viel beigetragen hat, eine gute Situation zu erreichen», sagte Berset. Mit dem Wegfallen der Pflicht und weiterer Massnahmen müssten nun alle «ein richtiges Mass finden, damit wir die Kontrolle nicht verlieren».

Die Maskenpflicht in Innenräumen gilt vorerst bis Mitte August

Anders als im Freien bleibt die Maskenpflicht in Innenräumen bestehen. Diese Massnahme diene dazu, die Kontrolle über die Pandemie nicht zu verlieren, sagte Gesundheitsminister Alain Berset.

«Wir müssen garantieren können, dass es keine Überraschungen gibt», so Berset. Die Maskenpflicht in Innenräumen ist vorerst bis Mitte August beschränkt. Am Arbeitsplatz entscheiden die Arbeitgeber über eine allfällige Maskentragepflicht.

«Jetzt, wo wir sehen, dass andere Staaten grosse Schwierigkeiten haben, die Pandemie zu bewältigen, müssen wir vorsichtig bleiben», ergänzte Berset.

Corona und Grippe könnten im Herbst für schwierige Situation sorgen

Corona-Ausbrüche unter Nichtgeimpften und eine gleichzeitige Grippe-Welle könnten in der Schweiz nach Ansicht des Bundes zu einer schwierigen Situation führen. Ende September oder Anfang Oktober könnte deshalb «kompliziert» werden, sagte Gesundheitsminister Alain Berset.

Nach der Lockerung der vielen Massnahmen sei das Risiko für Corona-Ausbrüche und eine gleichzeitige Grippe-Welle «nicht zu unterschätzen», sagte Berset. Kantone seien deshalb gefordert im Hinblick auf die Spital- und Testkapazitäten «alles zu organisieren». Mehr zum Thema gibt es hier.

Das Reisen wird einfacher

Die Regeln für Einreisen in die Schweiz werden am Samstag deutlich gelockert. Wer aus einem Land des Schengen-Raums in die Schweiz reist, muss nicht mehr in Quarantäne. Eine Testpflicht besteht nur noch für Flugreisende, die nicht geimpft oder genesen sind.

Auch die Kontaktdaten werden künftig nur noch bei der Einreise mit dem Flugzeug verlangt. Wer mit dem Zug oder dem Auto in die Schweiz reist, muss also weder einen Test machen, noch Kontaktdaten angeben.

Der Bundesrat hat wie angekündigt die Reisebeschränkungen gelockert. Die neuen Vorgaben gelten ab Samstag, wie es in einer Mitteilung heisst. Auch geimpfte Personen aus Drittstaaten dürfen wieder in die Schweiz einreisen. Die Einreise von Drittstaatsangehörigen aus Ländern wie den USA, Albanien oder Serbien ist also wieder möglich. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Anerkennung des Covid-Zertifikats nicht vor Mitte Juli

Die Anerkennung des Covid-Zertifikats durch die EU erwartet der Bund nicht vor Mitte Juli. Die entsprechende EU-Verordnung wird erst am 1. Juli in Kraft treten. «Wir haben alles daran gesetzt, dass unser Zertifikat international anerkannt wird», sagte Gesundheitsminister Alain Berset.

«Wir sind noch in der Vorphase der Anerkennung», ergänzte Michael Gerber, Leiter Sektion Rechtsbereich 3 beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). «In der ersten Juli-Hälfte sollte eine gegenseitige Anerkennung der Zertifikate möglich sein.»

Berset empfahl allen Reisenden, nicht nur das Covid-Zertifikat auf der App zu haben, sondern auch einen Ausdruck auf Papier mitzuführen.

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