Die Schweiz verzeichnete 2020 eine Rekordzahl an Todesfällen. (Symbolbild: Key)
Schweiz

Rekordzahl an Todesfällen im Corona-Jahr 2020

Im ersten Corona-Jahr sind in der Schweiz so viele Todesfälle verzeichnet worden wie noch nie: 2020 wurden 76'200 Todesfälle registriert.

12,4 Prozent mehr als 2019. Der Geburtenüberschuss ging um fast die Hälfte zurück, obwohl die Anzahl Neugeborener konstant blieb.

Zwei Sterbewellen waren zu beobachten, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mit seinen definitiven Zahlen vom Dienstag nachweist: In den Monaten März und April kamen 14 Prozent mehr Menschen ums Leben als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Von Oktober bis Dezember schnellte die Zunahme sogar auf 45 Prozent gegenüber 2019 hoch.

Ausländische Bevölkerung stärker betroffen

Männer fielen öfter dem Tod anheim als Frauen und Ausländer hatten eine deutlich erhöhte Todesrate: Schweizer Männer starben 13,7 Prozent mehr als im Vorjahr, bei Schweizerinnen betrug der Anstieg 9,3 Prozent.

Bei Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund lag der Anstieg der Todesrate sogar noch einmal um 9 beziehungsweise 12 Prozentpunkte höher: 2020 starben 22,8 Prozent mehr ausländische Männer als im Jahr davor, bei den eingewanderten Frauen gab es 20,4 Prozent mehr Todesfälle.

Erwartungsgemäss waren Personen ab 80 Jahren stärker betroffen als jüngere – allerdings nicht so deutlich wie man meinen könnte: Ihre Sterberate lag um 15,5 Prozent über jener des Vorjahres; das waren aber nur 3,1 Prozentpunkte mehr als der Durchschnitt von 12,4 Prozent.

Die kantonalen Unterschiede waren zum Teil erheblich: Zug hatte mit 7 Todesfällen pro 1000 Einwohner den tiefsten Wert, die Kantone Tessin, Jura, Basel-Stadt, Glarus, Neuenburg und Schaffhausen lagen bei über 10 Promille.

Geburten minim zurückgegangen

Die Anzahl Geburten blieb 2020 nahezu konstant: 85’900 Babys wurden in der Schweiz geboren, 0,3 Prozent weniger als im Jahr davor. Verantwortlich für den Rückgang war die um 1,7 Prozent deutlich verringerte Zahl ausländischer Neugeborener.

Schweizer Mütter brachten 0,4 Prozent mehr Buben zur Welt als im Vorjahr, aber 0,1 Prozent weniger Mädchen. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau ist von 1,48 im Jahr 2019 auf 1,46 im Jahr 2020 leicht gesunken.

In fast drei Viertel der Fälle waren die Mütter über 30. Dass sie unter 20 und über 49 waren, kam sehr selten vor. Teenager-Geburten wurden gerade mal 229 gezählt, 50 und drüber waren sogar nur 46 Mütter.

Es wurde deutlich weniger geheiratet

Auch auf die Zahl der Eheschliessungen hatte Corona wohl einen negativen Einfluss: 2020 wurden knapp 10 Prozent weniger Ehen geschlossen als im Jahr davor, insgesamt deren 35’200. Davon waren 24’700 Erstheiraten. Männer waren bei der ersten Eheschliessung im Schnitt 32,2 Jahre alt, Frauen 30,2 Jahre. Wiederverheiratungen gingen etwas stärker zurück als Erstheiraten: um 13,3 Prozent gegenüber 8,4 Prozent bei den Premieren.

Gesamtschweizerisch lag die Zahl der Hochzeiten pro 1000 Einwohnern bei 4,1. In Zürich, Uri, St. Gallen und Schaffhausen lag der Wert über 4,5 Promille. Im klassischen Ruhestandskanton Tessin heirateten im Schnitt nur 2,7 von 1000 Einwohnern.

651 Partnerschaften wurden 2020 eingetragen, 3,4 Prozent weniger als im Jahr 2019. Männerpaare entscheiden sich nach wie vor häufiger zu diesem Schritt als Frauenpaare (386 gegenüber 265 eingetragene Partnerschaften). Anteilsmässig legten Frauenpaare um 3 Prozentpunkte von 38 auf 41 Prozent zu.

Auch Scheidungen rückläufig

Nicht nur Hochzeitsglocken waren 2020 seltener gefragt, sondern auch Scheidungsanwälte und -anwältinnen. 16’200 mal wurden Ehen aufgekündigt, was einem Rückgang von 4 Prozent entspricht. Miteinander ausgehalten haben es Ehepartner im Schnitt 15,6 Jahre lang.

In den Kantonen Jura, Genf, Neuenburg und Wallis wurden Ehebande am leichtesten durchtrennt, die Scheidungsrate betrug über 2 Promille. Im Kanton Uri wurden dagegen 2020 nur 1,3 Scheidungen pro 1000 Einwohner registriert.

«Bei Fortsetzung der 2020 beobachteten Trends ist davon auszugehen, dass zwei von fünf Ehen eines Tages mit einer Scheidung enden könnten»: So variiert das BFS zum wiederholten Mal das jährliche Fazit.

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