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Der Telebasel News Beitrag vom 22. Juni 2021.
Basel

Carl Miville war «Verfechter und Gralshüter des Baseldeutschen»

Gestern kam die traurige Meldung. Carl Miville verstarb kurz vor seinem 100. Geburtstag. Bekannte erinnern sich an ihre Begegnungen mit dem Alt-Ständerat.

Im Alter von 99 Jahren verstarb Carl Miville vergangenen Freitag. Nur kurz vor seinem 100. Geburtstag. Miville prägte die Partei lange Zeit, unter anderem als Ständerat und Präsident der Basler SP. Roland Stark, der ebenfalls lange Parteipräsident war, sagt: «Ich vermisse ihn sehr.» Mit Miville sei ein Politiker gegangen, den man nur schwer ersetzen könne.

Stark erinnert sich, wie Carl Miville als Parteipräsident seine Sitznachbarn bei Delegiertenversammlungen immer nach dem Namen des nächsten Redners fragte. «Als Miville die jungen Genossen mit Namen ankündigte, freuten sie sich immer riesig. Sie dachten sich: Ah, der kennt mich!». Dies sei einer seiner «Tricks» gewesen. Stark ist der Überzeugung, dass Carl Miville der Inbegriff des sozialen Basels war.

Freundlich und konstruktiv

Regierungspräsident Beat Jans pflichtet bei: «Er wollte, dass es allen BaslerInnnen gut geht – vor allem denjenigen, die nicht so viel hatten.» Dabei sei der Alt-Ständerat immer konstruktiv und freundlich gewesen. Trotz teilweise unterschiedlichen Standpunkten. Nebst der Politik engagierte er sich stark für das Basler Kulturgut – allem voran für den Dialekt.

Felix Rudolf von Rohr von der IG Dialekt sagt: «Basel hat einen der wichtigen Verfechter und Gralshüter des Baseldeutschen verloren.» Bekannt war der Verstorbene für seine Briefe, die er an die Basler Redaktionen schrieb. In diesen wies er die Journalisten gerne auf falsche Begrifflichkeiten oder falsche Aussprache hin. Doch bei all dem Sinn für Tradition war er stets offen für Veränderungen.

«Er hat immer akzeptiert, dass sich die Sprache und der Dialekt verändern.» Carl Miville schrieb auch lange Zeit selbst. So etwa für die Helmut Förnbacher Theater Company. Der Namensgeber erinnert sich: «Trotz der Politik, die ja eine anstrengende Tätigkeit ist, hat er seinen unglaublichen Humor behalten.» Die «Versli» sind Förnbacher bestens in Erinnerung geblieben – wie vermutlich vielen.

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