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Der Telebasel News-Beitrag vom 21. Juni 2021.
Baselland

Birsfelden will weiterhin Böller und Raketen

Diego Persenico hätte sich für Birsfelden eine Vorreiterrolle gewünscht. Die Gemeindeversammlung lehnte ein ganzjähriges Feuerwerksverbot aber ab.

Diego Persenico, ehemaliger Hundehotel-Direktor und «Berufs-Birsfelder», bringt sich seit vielen Jahren aktiv in Birsfeldens Politik ein. Sein neuster Streich: Er wollte in der Gemeinde schnellstmöglich ein ganzjähriges Feuerwerksverbot einführen.

Laut, unnötig und unökologisch

«Wir brauchen pro Jahr zwei Millionen Kilogramm Sprengstoff für den 1. August und Silvester. Das kann es doch nicht sein», sagt Diego Persenico im Interview. Es sei grausam, wie die Menschen mit der Umwelt und den Tieren umgehen. Vor allem als Hundebesitzer sei es schlimm, die Angst des eigenen Hundes vor Knallern mit anzusehen. Für ihn ist klar: Feuerwerk ist laut, unnötig und unökologisch.

Im Birsfelder Gemeinderat hat man ein gewisses Verständnis für das Anliegen des von Diego Persenico: «Es ist korrekt, dass wir punkto Umwelt und Tierschutz aktiv handeln müssen. Deswegen ist es auch 363 Tage im Jahr verboten, Feuerwerk zu zünden», sagte Gemeinderat Simon Oberbeck am Vormittag vor der Gemeindeversammlung. Da es sich allerdings nur um zwei Tage pro Jahr handle, sehe man keinen Handlungsbedarf. «Als Gemeinderat halten wir es für vertretbar, dass am 1. August und an Silvester Feuerwerk gezündet werden darf. Es gehört seit langem zur Tradition», so Oberbeck weiter.

Birsfelden will keine Vorreiterrolle

Diego Persenico wünschte sich, dass seine Gemeinde mit dem Feuerwerksverbot als Vorreiterin vorangeht. Deshalb hat er an der Gemeindeversammlung vom 21. Juni einen Antrag «auf ein ganzjähriges Verbot für das Ablassen von Feuerwerken der Kategorie II und III» eingereicht.

Der Antrag von Diego Persenico stiess in Birsfelden durchaus auf offene Ohren, kam an der Gemeindeversammlung aber auf keine Mehrheit. Sein Antrag wurde mit 43 zu 37 Stimmen und 3 Enthaltungen für nicht erheblich erklärt – der Gemeinderat muss sich also nicht mit dem Thema befassen.

6 Kommentare

  1. «Feuerwerk ist laut, unnötig und unökologisch» Warum genau soll es das sein? Laut ist es, das stimmt. Das muss so auch sein, sonst wäre es kein Feuerwerk. Unnötig-für wen? Wenn ich Feuerwerk ablassen will, hat das für mich sehr wohl einen Sinn, sonst würde ich es nicht tun. Wer es nicht will, es wird keiner gezwungen. Unökologisch-das ist Blödsinn und mittlerweile vielfach belegt (Belege bspw. Studie zum Züri-Fescht).

    Was aber ist mit den Hunden? Sind diese vielleicht laut, unnötig und unökologisch? Laut sind diese, wenn sie bellen. Und das tun sie, das ist ihre Natur. Also ja, sie sind laut. Unnötig? Praktisch schon. Denn ein Hund ist ein Luxus, den man sich leistet, an dem man Freude hat. Das ist Feuerwerk aber auch. Außer Nutzhunden wie z.B. Hütehunde oder Blindenhunde erfüllen Hunde keinen Zweck. Es ist kein Nutztier. Es ist ein Tier, das vom Halter angeschafft wurde, um dem Halter Freude zu bereiten. Unökologisch? Ja, definitiv. Hunde benötigen Fressen, vor allem tierische Nahrung. Diese muss produziert und verschickt werden. Den Hundekot und Flatulenzen lassen wir mal außen vor, diese Punkte spielen hier aber ebenfalls mit rein.

    Also: Warum sollen Hunde «besser» sein als Feuerwerk? Wäre nicht die logische Konsequenz, die private Hundehaltung komplett zu verbieten, um die negativen ökologischen Auswirkungen eben dieser zu vermeiden? Geht doch mit gutem Beispiel voran, wenn euch die Umwelt so am Herzen liegt!Report

  2. Auch wenn ich es verstehe, dass es gewisse Einzelanliegen gibt, so leben wir doch in einer Demokratie und wenn man gerne mit einem schönen Feuerwerk feiert, wieso dies verbieten lassen?Report

  3. Es ist eine unglaubliche Respektlosigkeit der Tier- und Unwelt gegenüber und bringt letztlich nur irgendwelchen Menschen, die scheinbar ein etwas gestörtes Verhältnis zum Knallen und Schiessen haben. Verwunderlich für mich, dass es insbesondere Menschen aus ehemaligen Kriegsgebieten sind, die das scheinbar geil finden. Für mich aber eher unverständlich. Auch das Verbot, Hunde vom 1. April bis 31. Juli, im Wald und näherer Umgebung frei laufen zu lassen, aber am 1. August sogar in den Wäldern Böller abzulassen, ist dann völlig in Ordnung. Was meinen Sie, wie sich die Tiere in den Wäldern fühlen, wenn es überall in der Umgebung knallt und schiesst. Schaltet endlich Mal Euer Hirn ein, sofern Ihr überhaupt noch eins habt. Es braucht ganz einfach diese Knallerei nicht mehr, man kann den Nationalfeiertag auch anders feiern, ohne die Tier- und Umwelt immer wieder erneut zu schädigen.Report

  4. Ich wäre auch für ein Verbot gewesen. 2 Tage im Jahr, lächerlich. Z.t.beläuft es sich fast über 5 Tage, wo Böller abgelassen werden. Leider konnte ich an der Versammlung nicht dabei sein.Report

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