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Der Telebasel News Beitrag vom 20. Juni 2021.
Basel

Gewalt im Bundesasylzentrum – «Mir wurde der Kiefer drei Mal gebrochen»

«Sie haben mich zu dritt an den Boden geworfen und sind auf mein Gesicht getreten»: Ein Betroffener erzählt von der Gewalt im Basler Bundesasylzentrum.

In Basel hat die Polizei am Sonntag einem Demonstrationszug den Weg zum Bundesasylzentrum versperrt. Rund 200 Menschen hatten sich zunächst zu einer bewilligten Standkundgebung gegen Gewalt im Asylzentrum versammelt, marschierten dann aber ohne Bewilligung los.

Die Polizei drohte an der Freiburgerstrasse, wo sich das Bundesasylzentrum befindet, den Einsatz von Reizstoff und «anderen polizeilichen Mitteln» an, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Die rund hundert übrig gebliebenen Demonstrantinnen und Demonstranten gingen zunächst der direkten Konfrontation aus dem Weg und entfernten sich von der Polizeisperre.

Demonstrationszug aufgelöst

Auf dem nahen Erlenmattareal rief eine Sprecherin die Teilnehmenden kurz nach 14.00 Uhr dazu auf, sich in kleinen Gruppen zu einem späteren Zeitpunkt doch noch zum Bundesasylzentrum zu begeben. Gegen 15.00 Uhr teilte die Polizei mit, dass sich der Demonstrationszug aufgelöst habe. Dies ohne Einsatz von Mitteln. Später versuchten Einzelgruppen, sich doch noch dem Bundesasylzentrum zu nähern.

Die Polizei führte laut eigenen Angaben Personenkontrollen bei zwölf Personen durch. Mindestens fünf davon hätten einen Bahndamm gequert und sich «dabei selbst in hohe Gefahr gebracht sowie den Bahnverkehrt gestört», so eine Mitteilung der Behörden. Diese werden nun verzeigt. Bei den anderen sieben Personen werde abgeklärt, ob und für welche Delikte sie in Frage kommen.

Begonnen hatte die Kundgebung kurz nach Mittag auf der Claramatte. Sie war lediglich als stationärer Anlass bewilligt worden. Die Polizei liess die Demonstrantinnen und Demonstranten dann aber zunächst unbehelligt losziehen und beschränkte sich auf die Regelung des Strassenverkehrs.

Die Demonstrantinnen und Demonstranten protestierten gegen die Anwendung von Gewalt des Sicherheitspersonals des Bundesasylzentrums gegen Insassen. Ein Betroffener berichtete, dass er von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes Securitas mehrfach in aller Härte geschlagen worden sei. Sprecherinnen und Sprecher forderten nicht nur ein Ende der Gewalt, sondern gleich die generelle Aufhebung der Lager. Sophia von 3 Rosen gegen Grenzen sagt: «Im Endeffekt wollen wir erreichen, dass die Gewaltübergriffe in den Bundesaylzentren aufhören.» Die Missstände, die vor rund einem Monat durch Recherchen der SRF Rundschau, der WoZ und RTS publik wurden, werden laut Sophia unter den Teppich gekehrt. «Das geht so nicht weiter», sagt die Aktivistin.

Sechs Monate lebte Mohammed Zerrouk im Bundesayslzentrum Basel. Er sei mehrere Male angegriffen worden, wie er gegenüber Telebasel erzählt. Das Interview mit Mohammed Zerrouk sehen Sie oben im Video.

Der Telebasel News Beitrag vom 20. Juni 2021.

1 Kommentar

  1. Das Thema «Gewalt in Zentren» ist ein wichtiges Thema … ein anderes Thema ist, dass die Claramatte, mehrheitlich ein Treffpunkt für Familien und Kinder ist und dies vorallem am Wochenende; ein falscher Entscheid, die Claramatte für Demonstrationen freizugeben welche das einfache Leben verhindern. War selber dort und wollte Ping-Pong spielen und wurde mit verbaler Gewalt – nach dem Motto es gibt wichtigere Themen – mit sanfter Gewalt weggewiesen. GEWALT GEGEN GEWALT … ebenReport

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