Mehr als die Hälfte der Anhängerschaft von GLP, SP und Grünen war für eine Fortsetzung der Gespräche mit der EU. Bei FDP und Mitte war es gerade umgekehrt. (Bild: Keystone)
Schweiz

Knappe Mehrheit der Schweizer hätte Rahmen-Abkommen abgelehnt

Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent des Schweizer Stimmvolks hätte gegen das Rahmen-Abkommen mit der EU gestimmt. Das zeigt eine Tamedia-Umfrage.

Die Zweifel, ob das Rahmen-Abkommen mit der EU eine Mehrheit in der Schweizer Bevölkerung finden würde, trug wesentlich dazu bei, dass die Verhandlungen abgebrochen wurden. Das Ergebnis der Umfrage unterstreicht, dass die Befürchtung des Bundesrates berechtigt war.

Je nach Parteipräferenz fallen Zustimmung und Ablehnung des Rahmen-Abkommens unterschiedlich aus. Die Anhänger der GLP (57 Prozent), der SP (55 Prozent) und der Grünen (54 Prozent) sprachen sich mehrheitlich für das Abkommen aus.

Dagegen lehnten die Anhänger der SVP den Rahmenvertrag wuchtig ab. Nur 8 Prozent waren dafür, während 82 Prozent das Abkommen ablehnten. Doch auch bei den Anhängern der FDP (53 Prozent dagegen und 35 Prozent dafür) und der Mitte (50 Prozent dagegen und 37 Prozent dafür) fiel der institutionelle Rahmen-Vertrag durch.

Frühere Umfragen zeigten anderes Bild

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Frage, ob der Abbruch der Verhandlungen richtig gewesen sei. Während mehr als die Hälfte der Anhängerschaft von GLP, SP und Grünen für eine Fortsetzung der Gespräche votierte, war es bei FDP und Mitte gerade umgekehrt. Nur 5 Prozent der SVP-Anhänger hielten weitere Verhandlungen für sinnvoll.

Frühere Umfragen hatten noch eine klare Zustimmung der Bevölkerung zum Rahmenabkommen signalisiert. So ermittelte das Forschungsinstitut gfs.bern Anfang Mai, dass 64 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer mit «ja» oder «eher ja» stimmen würden. Diese Umfrage fand vor dem Entscheid des Bundesrates statt.

Tamedia hat in der Umfrage vom 11. bis 13. Juni 2021 insgesamt 16’249 Personen befragt. Die Fehlerquote beträgt +/- 4 Prozentpunkte.

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