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Der Telebasel News Beitrag vom 18. Juni 2021.
Basel

Wie gefährlich ist die Delta-Variante, Herr Steffen?

In Europa bereitet die Delta-Variante grosse Sorgen: Aber wie gefährlich ist die Mutation für die Region Basel? Kantonsarzt Thomas Steffen liefert Antworten.

Die in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus macht in Europa immer mehr Sorgen: In Grossbritannien breitet sich die Mutation so rasant aus, dass die britische Regierung die geplanten Lockerungen um vier Wochen verschoben hat.

In Frankreich wächst indes die Angst vor einer Ausbreitung der hochansteckenden Corona-Mutation: So sind in unserem Nachbarland aktuell zwei bis vier Prozent der positiven Corona-Tests der Delta-Variante zuzuordnen: Dies ist vergleichbar mit der Lage in Grossbritannien vor wenigen Wochen. Am Mittwoch, 16. Juni, verzeichneten die Briten nun so viele Neuansteckungen, wie zuletzt im Februar.

Andere Symptome

Das gefährliche am Delta-Virus ist nicht nur, dass es sich schneller als die bisherigen Varianten verbreitet. Oft werden Symptome auch falsch gedeutet. Diese sind nämlich etwas ander als bei den bisherigen Mutationen. Die klassischen Symptome Husten, Fieber und Geschmacksverlust. treten bis auf das Fieber nicht mehr auf. Die neue Delta-Mutation würde hingegen Kopfschmerzen und Schnuppen auslösen und eher an eine starke Erkältung erinnern, heisst es in einer englischen Studie.

In der Schweiz sieht die Lage nicht so dramatisch aus: Die Delta-Variante falle noch nicht speziell auf, wie die Fachexperten des Bundes am 15. Juni sagten. Aber: Etwas, das man nicht sehe, könne sich schnell verbreiten – insbesondere bei Ungeimpften, so Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte. Die Behörden beobachteten die Lage um die Delta-Variante, sagte Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG), ebenfalls am Mittwoch. Man setze darauf, die Verbreitung des Virus in der Schweiz möglichst zu verzögern.

Impfstoffe wirken auch gegen die Delta-Variante

Grund zur Sorge dürfte eigentlich allemal bestehen: Die Corona-Mutation aus Indien ist noch ansteckender, als die in Grossbritannien entdeckte Alpha-Mutation. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten ins Spital eingeliefert werden müssen, ist laut Experten bei der Delta-Variante doppelt so hoch.

Die gute Nachricht: Die Impfstoffe von Pfizer/BioNTech und AstraZeneca schützen auch gegen die Mutation, auch bei der Moderna-Impfung soll der Schutz gegen die Variante vorhanden sein. Das bestätigt der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen gegenüber Telebasel. «Der Schweizer Impfstoff wirkt gut», sagt er.

Impfstoffe müssen angepasst werden

Die Delta-Mutation sei ausbreitungsfreudiger, als etwa die Alpha Variante, stellt auch Thomas Steffen fest. «Solange wir die Zahlen so tief wie jetzt halten können, vor allem auch durch die Impfung, ist aber die Ausbreitung trotzdem sehr beschränkt.»

Heisst: Je mehr Menschen geimpft werden, desto tiefer das Risiko der Ausbreitung der Delta-Mutation in der Schweiz. Ein Rennen gegen die Zeit, also. Das gilt nicht nur für die Ausbreitung der Delta-Variante, sondern auch allgemein für die Entstehung und Verbreitung neuer Varianten. «Je mehr Ansteckungen es gibt, je mehr das Virus von Mensch zu Mensch wechseln kann, desto mehr Mutationen können wirksam werden», so Steffen.

Dabei bestehe theoretisch auch die Möglichkeit, dass die Impfstoffe nicht mehr wirksam sind gegen das Virus. Das könne all zwei, drei Jahre passieren. «Dann wird man den Impfstoff entsprechend anpassen müssen.» Auch unter diesem Aspekt sei es wichtig, dass auch Entwicklungsländer baldmöglichst zu Impfstoffen kommen, so Thomas Steffen weiter.

Nicht geimpft werden können derzeit Kinder unter zwölf Jahren. Gerade in Basel setze man darauf ein besonderes Augenmerk, sagt der Kantonsarzt. Aber auch hier gibt es vorerst eine Entwarnung: «Wir haben die Variante seit längerem in Schulen nicht gehabt. Wir sehen auch in Schulen – da wirkt auch der erwachsene Bereich zurück –, dass die Fallzahlen sinken.»

Der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen beantwortet im Interview die wichtigsten Fragen zur Delta-Variante. (Bild: Keystone)

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