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Der Telebasel News-Beitrag vom 17. Juni 2021.
Baselland

Spürbare Kunst im Kunsthaus Baselland

Von Mikrofonen bis Kakteen. Die aktuelle Ausstellung im Kunsthaus Baselland muss man nicht nur sehen, sondern auch hören und fühlen.

Zurzeit stellen gleich drei Künstlerinnen im Kunsthaus Baselland aus. Die Werke von Marina Rosenfeld, Andrea Blum und Anna Maria Maiolino kann man nicht nur sehen, sondern auch fühlen und hören.

«Keine klassische Ausstellung»

Gleich beim Betreten des Ausstellungsraumes hören die Besucher Klänge, die man so nirgendwo anders hört. Für die Installation ist die amerikanische Künstlerin und Komponistin Marina Rosenfeld verantwortlich.

«Was ich bei dieser Auslage sehr faszinierend finde, ist, dass es nicht eine klassische Ausstellung ist, sondern man wird mit dem Körper durch eine Soundanlage begleitet. Ein Parcours, der auf den Körper reagiert oder die Stimmen reagiert. Und bei dem man wirklich anwesend sein muss», so Ines Goldbach, Direktorin des Kunsthauses Baselland. Die Kunstinstallation reagiert auf die Körper der Besucher. Deshalb hört sich auch jeder Tag im Kunsthaus Baselland anders an.

«Wenn man durch die Ausstellung geht, wird man von Kabeln, Skulpturen und Mikrofonen begleitet. Wenn wir hier im Raum anwesend sind, dann reagiert das System auf uns. Manchmal hört man eine Komposition, die Marina Rosenfeld schon hier hineingelegt hat, und dann kommt etwas dazu, das wir mitbringen, das wir bestimmen und das in jedem Moment anders ist, weil wir ja hier sind.»

Vor Ort sein und Kunst geniessen. Das war lange Zeit wegen der Pandemie nicht möglich. Deshalb haben viele Kunst- und Kulturinstitutionen ihr Programm digital gezeigt. Das sei aber nicht dasselbe Erlebnis, wie wenn man Kunst vor Ort geniesst, meint Ines Goldbach. «Ich glaube, dass man Kunst immer am eigenen Leib erfahren muss. Wenn man beim Kochen die Tomate vor sich sieht und nicht reinbeisst, weiss man auch nicht, wie sie schmeckt. Man hat vielleicht eine Ahnung davon, und ich glaube, es ist wichtig, dass man Kunst wirklich am eigenen Leib erfährt. Denn das erleben wir hier täglich. Die, die hier reinkommen und durch die Ausstellungen gehen, sind eben ein bisschen anders, wenn sie wieder hinausgehen.»

Architektur, Skulptur, Design und Natur

Mit dem Körper anwesend sein und Kunst geniessen muss man nicht nur beim Werk von Marina Rosenfeld, sondern auch in der Ausstellung der Künstlerin Andrea Blum. Mit ihren Werken lädt sie die Besucher zum Sitzen und Geniessen ein. «Ich finde es sehr faszinierend, wie die Künstlerin den Raum in etwas gewandelt hat, das sowohl Architektur, Skulptur, Design und Natur miteinander verbindet und uns auch darin aufnimmt. Sie verliert das menschliche Mass nicht und lädt die Besucher ein, sich neben die Werke zu setzen oder zu legen, und so sehen die Besucher in der Betrachtung etwas ganz anderes, als im Stehen.»

Die erfahrenste unter den gezeigten Künstlerinnen ist Anna Maria Maiolino. Die in Italien geboren, wanderte schon als Kind mit ihrer Familie nach Brasilien aus wo sie bis heute lebt und arbeitet. Ihre Ausstellung versammelt Werke unterschiedlichster Formate aus über 60 Jahren, in denen sich Maiolino als Frau und Feministin bemühte, dem menschlichen Körper eine Stimme zu geben. «Anna Maria Maiolino ist eine Künstlerin, die trotz verschiedener Krisen in Brasilien, immer mit einer grossen Kreativität und Poesie wirkt. Ihre Fotografien, Zeichnungen und Texte sind teilweise humorvoll, teilweise Systemkritisch. Ich finde man muss sie kennenlernen, denn mit ihren Werken hier in der Ausstellung gibt sie so viel zurück.» So Ines Goldbach im Interview.

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