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Der Telebasel News Beitrag vom 16. Juni 2021.
Baselland

«Das ist ein klares Bekenntnis unserer Bevölkerung zum Mittenza»

Die Muttenzer Gemeindeversammlung sprach sich für die Erhaltung des Mittenza aus. Nun steht kein Abriss, wohl aber eine Sanierung und teilweise Umnutzung an.

Das Gebäudeensemble im Dorfkern von Muttenz ist in die Jahre gekommen. Schliesslich hat über ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel. Der Entscheid zugunsten des Mittenza ist aber eindeutig: Muttenz hängt an seinem Gemeindezentrum. Ein Antrag der Finanzkommission, die Option Neubau zu prüfen, fand bei der Gemeindeversammlung am Dienstagabend wenig Gehör.

Sichtlich zufrieden über den Entscheid ist Hanspeter Jauslin. Ihm liegt das Ensemble besonders am Herzen, da er in jungen Jahren wesentlich bei der Umsetzung mitwirkte. Zwischen 1965 und 1971 war er Projektbegleiter, in der ersten Phase auch Bauleiter. «Ein sehr grosser Stein ist mir vom Herz gefallen», sagt Hanspeter Jauslin gegenüber Telebasel. «Ich war am Schluss sogar froh, dass dieser Antrag gekommen ist, das war mal ein klares Bekenntnis unserer Bevölkerung zum Mittenza». Der Antrag war für ihn und andere MuttenzerInnen so etwas wie ein Tabubruch. «Ich konnte nicht begreifen, dass man dieses Projekt, das eigentlich unter Denkmalschutz stehen sollte, überhaupt antastet», sagt der ehemalige Bauleiter.

Idee eines Neubaus für die Schule

Einen anderen Ausgang der Abstimmung hätte sich Thomas Buser gewünscht. Als Präsident der Finanzkommission wollte er die Option Neubau ins Spiel bringen. Aus seiner Sicht hätte es sich gelohnt, diese Option zu prüfen. Dies im Hinblick auf die Finanzen, wie auch auf den Nutzen für die Muttenzer Bevölkerung. Schliesslich könne der Platz womöglich effizienter genutzt werden. «Wenn man einen Ersatzneubau auch in Betracht gezogen hätte, wäre es vielleicht möglich gewesen, das Schulhaus hier zu bauen, statt jetzt im Donnerbaum, am anderen Ecken von Muttenz», erklärt Thomas Buser. «Zudem war es nicht auszuschliessen, dass ein Neubau günstiger kommt als eine Sanierung».

Zu einer anderen Einschätzung kommt Gemeindepräsidentin Franziska Stadelmann: «Wir haben es berechnet, wenn man einen Neubau hinstellen würde, kostet auch ein Abriss viel Geld, da kann man sich auch fragen, ob das noch nachhaltig ist». Ziel sei es nun, die Musikschule im Mittenza unterzubringen. Dies schaffe dann neuen Schulraum. «Wenn man die Schulhausplanung mit einbezieht, kommt uns das unter dem Strich günstiger als ein Neubau», sagt Franziska Stadelmann.

Musikschule statt Hotel

Nach der Gemeindeversammlung ist die Option Abriss vom Tisch. Künftig soll also die Musik im Mittenza spielen. Das Hotel dürfte hingegen wegfallen. Wie Karin Ramseyer, Geschäftsführerin des Hotels Garni Mittenza erklärt, laufe ihr Vertrag im Herbst 2022 aus. Den Plan des Gemeinderats, das Gebäude anders zu nutzen, kann sie nachvollziehen. Schade sei es dennoch, da die Nachfrage durchaus gross sei. «Das Hotel ist praktisch immer ausgelastet», sagt Karin Ramseyer. Mit der Corona-Krise und dem Ausfall der Messen besuchten nun andere Gäste das Mittenza. «Wir haben sehr viele Arbeitende, die hier unter der Woche wohnen und tagsüber auf einer Baustelle am Arbeiten sind».

Franziska Stadelmann betont hingegen, das Mittenza sei wenig geeignet für Hotellerie. Das hätten auch Studien aufgezeigt. «Wenn man das rentabel führen will, müssten es mehr Zimmer sein und es ist nicht die Kernaufgabe einer Gemeinde, ein Hotel zu betreiben». Klar ist, dass das Mittenza künftig Vereinen zur Verfügung stehen wird und wie gehabt für Anlässe im grosse Saal. Eine Beiz im kleineren Rahmen soll zudem bleiben.

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