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Der Telebasel News Beitrag vom 16. Juni 2021.
Basel

Dank diesem Uni-Professor können Blinde wieder sehen

Ein Blinder hat nach einer optogenetischen Therapie einen Teil seines Sehvermögens zurückerlangt. Verantwortlich ist unter anderem Botond Roska.

Diese Fallstudie eines internationalen Forschungsteams sorgte weltweit für Aufsehen: Ein Mensch, der aufgrund der unheilbaren Augenkrankheit Retinitis pigmentosa, jahrelang blind war, konnte dank einer neuen Therapie wieder Objekte erkennen. (Telebasel berichtete.) 

Massgeblich an diesem Erfolg mitbeteiligt ist Botond Roska. Der Basler Neurowissenschaftler mit ungarischen Wurzeln ist Professor an der Universität Basel und Gründungsdirektor des Institutes für Molekulare und Klinische Ophthalmologie (IOB) in Basel. Die Idee sei ihm vor 19 Jahren gekommen, als er noch Student war. «Damals gab es die Technologie für solche Studien noch nicht. Die Menschen sagten damals, ich habe komplett den Verstand verloren», sagt Roska gegenüber Telebasel.

Verblüffende Technik

Bei der Optogenetik handelt es sich um eine Technologie, bei der sich Zellen gezielt mit Licht ein- und ausschalten lassen. Dafür setzten die Forschenden zunächst auf ein Adeno-assoziiertes Virus als «Fähre», um den genetischen Bauplan für lichtempfindliche Proteine in die erkrankten Netzhautzellen in eines der Augen des Patienten zu schleusen. Dort übernehmen die Proteine die Aufgabe der abgestorbenen Fotorezeptoren und die empfangenen Signale werden über den Sehnerv weiter ans Gehirn geleitet. 

Damit der erblindete Patient wieder Objekte erkennen konnte, brauchte er zusätzlich eine extra dafür entwickelte Brille. Ohne diese sah er die Gegenstände nicht.

Basel als Zentrum der Augenmedizin

Darauf angesprochen, was ihm dieser Forschungserfolg persönlich bedeute, fehlen Botond Roska etwas die Worte. «Wenn du 19 Jahre lang an etwas arbeitest und nicht weisst, ob es je funktionieren wird… Ich muss noch darüber nachdenken, was mir das persönlich bedeutet», so der Professor.

Eine grosse Bedeutung habe der Erfolg für das IOB und den Standort Basel. «Ich wünsche mir, dass Menschen, wenn sie von Augenmedizin sprechen, an Basel denken und wenn sie von Basel sprechen, an Augenmedizin denken», so Botond Roska.

Der Neurowissenschaftler ist überzeugt, in den nächsten Jahren werden weitere Erfolge im Bereich der Augenmedizin aus Basel vermeldet werden können

1 Kommentar

  1. Hallo, meine Mutter ist an leidet an dieser Krankheit, sie zog uns unter sehr erschwerten Bedingungen auf. Ich bin ihr dafür sehr dankbar, habe einen Job in der IT Branche, Familie und möchte ihr nun helfen. Gäbe es die Möglichkeit für eine Kontaktaufnahme?

    Ich wünsche den betroffenen Menschen mit dieser Krankheit viel Kraft und dass sie ein liebevolles Umfeld haben!

    Glg FabianReport

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