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Der Telebasel Report vom 16. Juni 2021.
Region

Autoposer – oder doch nicht?

Luxusschlitten, dicker Auspuff – Autoposer sind seit Corona zum Feindbild geworden. Zu Unrecht, sagen sie. Eine Reportage aus der Basler Auto-Szene.

Doni (28) öffnet seine Flügeltüren und steigt aus seinem Tesla X. Es ist Freitagabend am Basler Hafen. Noch ist nicht viel los, doch schon bald reihen sich hier Mercedes, BMW und Audi aneinander. Doni ist einer der Köpfe von «Szene isch Avia», dem Instagram-Account der Stadtbasler Auto-Szene. Ob er denn ein Autoposer sei? «Nein, wir sind keine Autoposer – wir sind Autoliebhaber», sagt er.

Auffallen hat seinen Preis: Gut 50’000 Franken hat Jenni (23) für ihren violetten BMW bezahlt. (Bild: Telebasel)

Abgestempelt durch die Medien

Das Phänomen ist nicht neu: Junge Menschen, die Freude an teuren Autos haben. Nur ist die Szene seit der Corona-Pandemie plötzlich in den Fokus der Boulevard-Medien gerückt. Schnell haben diese in bekannter Manier ein markiges Label für die Szene gefunden: Autoposer.

Doni mag es nicht, wenn man ihn labelt: «Autoposer, da meint man, dass wir alle durch die Innenstadt rasen und umherdriften», aber genau das täten sie eben nicht: «Wir haben einfach Freude an Autos. Auch mit 900 PS kann man anständig fahren und das tun wir».

Hat gut lachen: Leon (26) fährt seit kurzem einen Mercedes S-Klasse mit Maybach- und AMG-Umbau. Neupreis: 170’000 Franken. (Bild: Telebasel)

Schwarze Schafe schädigen der Szene

Dass unter den vielen anständigen Autoliebhabern auch einige Schwarze Schafe grasen, ist nicht von der Hand zu weisen. Alleine im ersten Halbjahr 2021 haben die Polizeien der beiden Basel schon rund 50 Autos sichergestellt. Über 200 Verzeigungen wurden ausgestellt – wegen unerlaubten technischen Änderungen, wegen unnötigem Lärm.

Nur seien eben nicht alle Autoliebhaber gleich, sagt Doni: «Wenn jemand geschnappt wird, wie er mit einem 700 PS-Boliden durch die Stadt rast, heisst das nicht, dass alle, die einen 700 PS-Boliden fahren Raser sind». Der Grossteil der Szene würde sich an die Regeln halten.

3 Kommentare

  1. Das jemand, der gerne ein schönes Auto hat, dadurch Minderwertigkeitskomplexe kaschieren muss, ist eine alte «Fars».

    Wenn ja haben ja «fast alle Millionäre und Milliadäre» welche sich teure Autos kaufen auch eines. Und alle Sportwagen Begeisterten Fans wie zum Beispiel in der Formel 1 müssten ebenso ein «Problem mit sich haben».

    Das Klima von «heute» haben nicht die » jungen* zu verantworten.

    Da sind einige Generationen davor dafür verantwortlich!!!Report

  2. Ich denke jedem sein Hobby. Es ist doch Grundsätzlich toll und Gut wenn sich Leute treffen die gemeinsame Interessrn haben und diese pflegen. Muss ich es verstehen warum Auto Ihr Hobby ist ? Nein. Ich habe vielleicht auch Hobbys die andere nicht verstehen oder sogar belächeln. Daher Leben und Leben lassen. Ich demke es ist allgemein schade dass einfach alles in einen Yopf geworfen wird und nicht individuell betrachtet wird. In dem Sinne danke für diesen Beitrag.Report

  3. Na ja, das kann er gut behaupten. Beweise? Ich denke eh, dass die Tuner ihre Minderwertigkeitskomplexe kaschieren müssen, ansonsten hätten sie es gar nicht nötig. Und was das mit Corona zu tun haben soll, ist für mich auch mehr als fragwürdig. Kommt hinzu, dass doch gerade die jungen Leute Angst um ihr Klima haben? Geht wohl auch nicht in deren Kopf.Report

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