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Der Telebasel News Beitrag vom 17. Juni 2021.
Basel

Offene Kirche Elisabethen ist die erste mit «Swiss-LGBTI Label»

Für die Inklusion der Community wird die Offene Kirche Elisabethen mit dem «Swiss-LGBTI Label» geehrt. Das als erste kirchliche Institution des Landes.

Die Offene Kirche Elisabethen (OKE) wird mit dem «Swiss-LGBTI Label» ausgezeichnet. Die OKE ist dabei die erste kirchliche Institution der Schweiz, die für die Inklusion von sexuellen Minder­heiten ausgezeichnet wird, wie «Primenews» eine Mitteilung der Kirche zitiert.

Das Label ehrt Firmen und Organisationen für deren Bemühungen um die Inklusion von sexuellen Minderheiten wie homosexuellen oder transsexuellen Personen.

«Denke schon, dass wir uns verpflichten»

«Der Vorstand und die beiden Leitenden der OKE freuen sich sehr über diese Anerkennung ihrer jahrelangen Arbeit», so die OKE. Auch die Mutterkirchen der OKE – die Evangelisch-Reformierten Landeskirchen in Basel-Stadt und Baselland sowie die Römisch-Katholische Kirche Basel-Stadt – freuen sich: «Dass das Label an die OKE verliehen wird, freut uns und widerspiegelt, was auch die Reformierte Kirche Baselland seit vielen Jahren lebt: Alle sind von Gott gewollt, so wie sie geschaffen sind», so etwa der Präsident der reformierten Kirche Baselland, Christoph Hermann.

Sein Amtskollege Lukas Kundert von der reformierten Kirche Basel-Stadt sagt: «In einem Akt der Entfremdung von dem, was Liebe ist, hat das 19. Jahrhundert Liebe auf Fortpflanzung reduziert und damit Herrschaft begründet – über Frauen und Männer, und vor allem gegen Schwule und Lesben. Dass auch Kirchen dabei mitmachten, ist schlimm.»

Mit der Auszeichnung des Labels fühlt sich das Team der Elisabethenkirche nun umso mehr für die queere Community zuständig. «Ich denke schon, dass wir uns verpflichten. Wir sind seit dreissig Jahren in diesem Sinne unterwegs. Eine unserer Regeln ist Respekt: Respekt gegenüber anders Gläubigen, anders Lebenden und anders Liebenden», äussert sich katholische Theologin und Co-Leiterin OKE Monika Hungerbühler am Donnerstag.

Weitere Kirchen sollen folgen

Es sollten schon bald weitere Kirchen mit dem Label ausgezeichnet werden. Doch die Frage, ob die verschiedenen Kirchgemeinden dafür bereit und geeignet sind, ist noch offen.

«Ich glaube wir haben in Basel-Stadt eine Sondersituation. Zum Beispiel auch durch den Bischof Felix, der ein sehr offener, liberaler Bischof ist. Aber es ist tatsächlich so, dass die bürgerlichen Eheideale in vielen Kirchen noch immer im Zentrum stehen. Das hält Männer und Frauen unter dem Daumen und richtet sich gegen Schwule und Lesben», das sei laut Co-Leiter der OKE Frank Lorenz aber falsch.

Regenbogenfarben im Kirchenraum

Die OKE-Verantwortlichen erläutern, dass sich der Verein in der Region seit 28 Jahren für die LGBTI-Gemeinschaft einsetzen würde. Dies beispielsweise mit speziellen Gottesdiensten oder Podiumsdiskussionen.

Das hätte sich in den letzten Jahren bei den KirchengängerInnen bemerkbar gemacht. «Wir bekommen gerade von denjenigen, die von den traditionellen, oder den konservativen Kirchgemeinden nicht angesprochen werden, immer wieder die Rückmeldung: Es ist gut, dass es euch gibt, hier fühle ich mich zu Hause. Das ist für uns Ansporn und ein Auftrag», sagt der reformierte Theologe und Co-Leiter der OKE Frank Lorenz gegenüber Telebasel.

Die OKE lässt den neugotischen Kirchenraum der Elisabethenkirche anlässlich des «Pride Month» Juni in den Regenbogenfarben erstrahlen – dem Symbol für die internationale LGBTI-Bewegung.

Die Preisverleihung findet am Mittwoch, ab 17 Uhr, in der Wasserkirche in Zürich statt. Interessierte können die Veranstaltung auf Youtube mitverfolgen.

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