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Der Telebasel News Beitrag vom 14. Juni 2021.
Baselland

Reber nach Tram-Nein: «Wir hinken mit der Erschliessung wieder hinterher»

Die «Aktionsgruppe aapacke» wittert Morgenluft beim Einsatz für ein grünes Areal Salina Raurica. Der Baudirektor bedauert hingegen eine verpasste ÖV-Chance.

Schlappe für die Regierung, Überraschungserfolg für ein kleines Referendumskomitee: Es heisst weiterhin Endstation bei der Prattler Schlossstrasse und nicht in Augst. Die Baselbieter Stimmbevölkerung hat sich mit 58 Prozent gegen die Verlängerung der Tramlinie 14 ausgesprochen. Ein Erfolg für Denise Stöckli vom Referendumskomitee, der «Aktionsgruppe aapacke».

Ihre Gemeinde Pratteln verwarf das Tramprojekt besonders wuchtig mit 65 Prozent. «Es ging um das Tram, um die Linienführung, die so quer in der Landschaft stand, aber auch um die Kosten von 200 Millionen», sagt Denise Stöckli.

«Aaapacke» will Naherholungsgebiet

Wie bereits im Abstimmungskampf deutlich wurde, zielte das Referendum aber nicht bloss auf das Tram. «Unser Fernziel ist immer noch, dass Salina Raurica freibleibt. In einer nächsten Generation ist eine Möglichkeit, um alles zu überdenken, wer weiss, was wir dort haben, ein Naherholungsgebiet wie die Grün 80 zum Beispiel». Dies als Alternative zu einer «Retortenstadt», wie sie sagt.

Ein Blick auf die Abstimmungsresultate zeigt, dass die Tramverlängerung in den meisten Gemeinden abgeschmettert wurde. Es gibt aber auch Ausnahmen wie Münchenstein und Arlesheim. Deutlich war die Zustimmung in Augst, das durch die Linienführung besser erschlossen worden wäre. Auch in Giebenach gleich nebenan stiess die Idee auf Zustimmung. «Meiner Meinung nach hätte das für uns auch Vorteile gebracht, wir haben uns dadurch eine bessere Anbindung an Pratteln versprochen. Vor allem für die Schüler, aber auch für die Arbeitnehmer», sagt Giebenachs Gemeindepräsident Patrick Borer. So wie jetzt die Buslinien getaktet sind, sei es sehr ungünstig für die SekundarschülerInnen. Mit dem Anschluss zum Drämmli hätte sich das womöglich verbessert.

Reber zieht Vergleich mit dem Bachgraben

Baudirektor Isaac Reber spricht von einer verpassten Chance für die Erschliessung eines wichtigen Areals. «Im Bachgraben Allschwil sind wir zu spät gekommen mit der Erschliessung. Dort läuft alles, der Bär brummt und alle fragen, warum dort nicht früher geplant wurde», sagt der Grüne Regierungsrat. Bei Salina Raurica laufe das Baselbiet in Gefahr, den gleichen Fehler nochmals zu machen. «Eine Entwicklung ist hier vorgegeben, vorgezeichnet. Es ist alles angerichtet und umgezont Jetzt droht uns, dass wir wieder hinterherhinken mit der Erschliessung und das würde ich schade finden», sagt Isaac Reber. Wie er betont, ist die Arealentwicklung eine beschlossene Sache, die Verlegung der Rheinstrasse ist bereits im Gange.

Das «Aktionsgruppe aapacke» sieht das anders und hofft nun in einem nächsten Schritt auf ihre Initiative «Salina Raurica Ost bleibt grün». Allerdings wurde diese erst beim Prattler Einwohnerrat und dann vom Baselbieter Regierungsrat für ungültig erklärt. Die InitiantInnen zogen sie daraufhin weiter ans Kantonsgericht. Wie Denise Stöckli sagt, bleibe nun dessen Entscheid abzuwarten.

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