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Der Telebasel News-Beitrag vom 12. Juni 2021.
Basel

Ob Zolli oder Bauernhof: Heuschrecken-Zuchtboxen als Businessidee

Der Zolli spannt mit drei Jungunternehmern zusammen. Diese haben eine automatische Heuschrecken-Zuchtbox entwickelt, die sie auch Bauern verkaufen wollen.

Ob Erdmännchen, Rotschnabeltokos oder das neue Rüsselhündchen: Bei manch einem Zootier steht die Heuschrecke weit oben auf dem Speiseplan. Diese Insekten zu züchten ist aber eine aufwändige Angelegenheit. Der Zoo Basel legt dafür Rasenteppiche aus Weizenkeimlingen an.

Nun haben drei Brüder aus dem Aargau eine Idee, wie das einfacher geht. Christoph, Patrik und Adrian Bertschi haben eine automatische Zuchtbox auf den Markt gebracht. Die Gründer vom Start-Up SmartBreed haben schon vor einiger Zeit Kontakt mit dem Zolli aufgenommen, um sich nach dessen Knowhow bei der Heuschreckenzucht zu erkundigen.

Zolli will automatisierte Zucht

Unterdessen konnten sie ihre Box verbessern. Damit soll es nicht mehr nötig sein, nebst dem Terrarium noch ein Beet anzulegen. «Wir haben ein Trockensubstrat entwickelt, das aus Agrarnebenprodukten besteht, also aus Produkten, die nicht anders verwertet werden können und damit ermöglichen wir eine einfache Aufzucht von Heuschrecken in einem Raum», erklärt Patrik Bertschi. «Man muss nichts verfüttern, es ist alles automatisch.»

Die Idee stiess beim Zolli auf Anklang. Bis im Winter will er nun ganz auf diese automatischen Boxen umsteigen. Wie die Kuratorin Friederike von Houwald erklärt, sei diese automatische Variante viel kostengünstiger und schneller. Dabei sind die Insekten nicht nur als Proteinspender für Vögel, Säugetiere und Reptilien wichtig. «Sie sind auch als Beschäftigungstiere wichtig, etwa für die Menschenaffen».

Heuschrecken auch für Hühner und Menschen

Künftig sollen nicht nur Schimpansen und Erdmännchen ihren Spiel- und Jagdtrieb ausleben können. Das gleiche Prinzip wollen die drei Jungunternehmer auch der Landwirtschaft schmackhaft machen. So etwa könnten Legehennen den Heuschrecken nachjagen und damit unterhalten werden. Zudem sei das eine nachhaltige Alternative zum Soja. «Wir ermöglichen den Bauern, direkt auf dem Hof Heuschrecken für ihre Legehennen zu züchten», sagt Patrik Bertschi.

In den letzten Jahren brachten einige Läden und Restaurants auch Insekten auf den Markt, die als Trendsnack auf dem Teller des Menschen landen. Wie der Unternehmer erklärt, könnte man in den Boxen auch dafür Insekten züchten. Die hygienischen Bestimmungen seien dazu erfüllt. Die Nachfrage sei aber im Vergleich zu den tierischen Abnehmern aber noch überschaubar.

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