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Zum Agglomerationsprogramm der Region Basel gehört unter anderem die Verlängerung der grenzüberschreitenden Tramlinie 8 in Weil am Rhein (D). (Bild: Keystone)
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Region Basel will 1,2 Milliarden Franken für Agglomerationsprogramm

Die Region Basel hat am 11. Juni in Bern ihr grenzüberschreitendes Agglomerationsprogramm der 4. Generation eingereicht. Beantragt sind 1,2 Milliarden Franken.

Die beantragten 1,2 Milliarden Franken sollen unter anderem für diverse Tram-Ausbauprojekte und für die Strassenanbindung an das Entwicklungsgebiet Bachgraben in Allschwil verwendet werden.

Das vierte Agglomerationsprogramm umfasst ein Gesamtvolumen von rund 1,22 Milliarden Franken für die Baubeginn-Periode bis 2028, wie Vertreterinnen und Vertreter der trinationalen Vereinigung Agglo Basel am Freitag, 11. Juni 2021, an einer Medienkonferenz sagten. Das Geld sei für 125 Projekte mit «dringlichem Realisierungshorizont» vorgesehen. Dies sei das bislang umfangreichste Basler Programm.

Unter den prioritären Projekten befinden sich fünf Ausbauprojekte des regionalen Tramnetzes. Namentlich sind das die neuen Tramstrecken Klybeck und Petersgraben in Basel, die Verlängerung der Tramlinie 8 in Weil am Rhein (D) sowie die zwei Linienausbauten Letten und Salina Raurica im Kanton Baselland. Dazu kommen im ÖV-Bereich beantragte Beiträge an die Elektrifizierung des Busnetzes.

Das umfangreichste Projekt ist die Strassenerschliessung des Entwicklungsgebiets Bachgraben in Allschwil. Der sogenannte Zubringer Allschwil soll dereinst unter anderem über französisches Gebiet führen.

Dem Baselbieter Baudirektor Isaac Reber (Grüne), er ist Vizepräsident der Agglo-Vereinigung, liegt dieses Projekt sehr am Herzen, nicht zuletzt, weil es auch einen Lernprozess beinhaltet habe. Bei der Erschliessung des Bachgrabengebiets sei man zu spät gewesen, sagte er. So spät, dass die allenfalls geplante Tramverbindung erst ins Programm der 5. Generation integriert werden könne.

Volksentscheid zur Verlängerung der Tramlinie 14

Und Isaac Reber wies mit Blick auf die kantonale Abstimmung vom kommenden Sonntag darauf hin, dass man aus den Fehlern gelernt habe. Bei der geplanten Tramverlängerung ins Entwicklungsgebiet Salina Raurica in Pratteln wolle man die ÖV-Anbindung rechtzeitig in Angriff nehmen, sagte er. Allerdings braucht es dazu noch das Ja der Stimmbevölkerung zum Projektierungskredit. Bei einem Nein würde das Projekt aus dem Programm verschwinden.

Im Agglomerationsprogramm sind unter anderem auch neue grenzüberschreitende Velo-Vorzugsrouten enthalten, die unter anderem in den deutschen Landkreis Lörrach und ins Elsass führen werden. Jean-Marc Deichtmann, Präsident der Saint-Louis Agglomération, bezeichnete das Instrument als vorbildlich und äusserte sich voll des Lobes über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Das Agglomerationsprogramm ist ein Planungsinstrument des Bundes zur Abstimmung grenzüberschreitender Verkehrs- und Siedlungsentwicklung. Insgesamt 32 Agglomerationen steigen in den Wettstreit um Bundessubventionen in der Höhe von 30 bis 50 Prozent der Investitionskosten. Unterstützt werden lediglich Verkehrsprojekte.

Die Organisation der Region Basel gibt sich zuversichtlich, was die Erfolgsquote angeht. Bereits im Programm der 3. Generation habe man 40 Prozent der Investitionskosten finanziert bekommen, sagte der Direktor von Agglo Basel, Patrick Leypoldt. Das hätten nur wenige andere Agglomerationen erreicht.

In der Region Basel umfasst das Programm schweizweit einmalig drei Nationen. Neben den beiden Basel sind die Saint-Louis Agglomération im Elsass und der Landkreis Lörrach in Deutschland mit von der Partie.

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