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Der Telebasel News Beitrag vom 10. Juni 2021.
Region

Gegen die Krähen-Invasion kann niemand etwas ausrichten

Die wachsenden Bestände der Krähenvögel bereiten immer mehr Probleme. Die Leidtragenden sind dabei vor allem die Landwirte in der Region.

Jeweils im Frühling lassen sich die Saatkrähen in Basel nieder und plagen die AnwohnerInnen mit Kot und lautem Krächzen. Das spürt vor allem die Stadtgärtnerei. Jeden Tag putzen sie die verschiedenen Plätze, wo die Saatkrähen ihre Nester gebaut haben.

Nach nur wenigen Stunden aber ist der ganze Platz wieder mit Krähen-Kot übersät. «Es ist eine sehr eklige Angelegenheit. Im Moment brüten die Saatkrähen ihre Jungen aus oder ziehen sie auf. Deshalb ist der Platz immer richtig verdreckt», so der Leiter der Stadtgärtnerei, Emanuel Trueb, gegenüber Telebasel.

Nicht nur der Dreck stört die Bevölkerung, sondern auch das laute Gekrächzte. Immer wieder nimmt die Stadtgärtnerei die verzweifelten Anrufe der AnwohnerInnen entgegen. Machen könne man aber nichts. «Da hilft nur Geduld, die Saatkrähen sind ja nicht das ganze Jahr hier und ziehen bald weiter. Mit präzisen Schnitten der Platanen versuchen wir, dass die Vögel immer in anderen Gebieten nisten. Die Bäume dürfen aber nicht jedes Jahr geschnitten werden deshalb funktioniert diese Technik nicht auf Dauer.»

Verschiedene Vögel als Übeltäter

Immer wieder begegnet man in Basel offenen und kaputten Bebbi-Säcken. Der Inhalt der Säcke ist auf dem Trottoir und auf der ganzen Strasse verteilt. Die Übeltäter für dieses Chaos sind aber nicht die Saatkrähen. «Wir müssen aufpassen, dass wir das nicht den falschen Vögeln anlasten. Für die Bebbi-Säcke sind wahrscheinlich die Rabenkrähen verantwortlich. Die beiden Vögel haben verschiedene Verhaltensmuster», so Emanuel Trueb im Interview.

Hohe Schäden in der Landwirtschaft

Für die Stadt sind die Krähen nervig und ärgerlich. Für die Landwirtschaft in der Region sind die Vögel ein richtiges Problem. So hat der Landwirt und Geschäftsführer des Margarethenguts, Lukas Rediger, jedes Jahr wegen der Krähen hohe Finanzielle Einbussen. «Wir sind den Vögeln schutzlos ausgeliefert. Das bedeutet, dass die Saat und auch Rabenkrähen die frischen Samen fressen. Das ist für uns ein einschneidendes Problem. Jedes Jahr haben wir einen Schaden, der im unteren bis mittleren fünfstelligen Bereich ist.»

Krähen gehören zu den intelligentesten Tieren überhaupt. Das spüren auch die Landwirte. Jede Technik, die sie bisher angewandt haben, funktionierte nach einigen Tagen nicht mehr. Jetzt soll ein Gerät helfen, dass immer dann Geräusche von sich gibt, sobald eine Krähe in der Nähe ist. «Die Krähen sind sehr intelligente Tiere. Deshalb funktionieren auch Vogelscheuchen und so weiter nicht. Nach nur wenigen Tagen merken die Vögel, dass es keine Gefahr ist und kommen wieder auf das Feld. Da neue Gerät, dass jetzt bei uns auf dem Feld steht, simuliert einen panischen Vogel. So haben dann die Krähen in der Umgebung das Gefühl, dass eine Gefahr in der Nähe ist und fliegen weiter.»

Aber auch diese Technik wird nicht lange funktionieren,  meint Lukas Rediger weiter. Andere Landwirte haben dieses Gerät auch schon ausprobiert und nach nur einem Jahr haben die Krähen gemerkt, dass die Geräusche nicht von einem echten Vogel stammen.

Verspielte Vögel richten Schaden an

Die Vögel sind aber nicht nur sehr intelligent, sondern auch sehr verspielt. Das spürt der Landwirt auch auf seinen Feldern. Nicht jedes Feld wird von den Krähen aber als Futterplatz ausgesucht. «Einerseits fressen die Krähen die Samen in der Erde. Vor allem Mais mögen die Vögel und das ist unser grösstes Problem. Wenn dann die Pflanzen rausgucken rupfen sie diese raus und das einfach, weil sie es lustig finden.»

Für den Landwirt sind die Tiere trotz der Verluste und Umstände keine Feinde. «Wir haben wirklich nichts gegen die Tiere und möchten einfach einen Weg finden, dass wir beide unbeschadet hier koexistieren.»

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