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Der Telebasel News Beitrag vom 11. Juni 2021.
Basel

Ein Blick vom höchsten Gebäude der Schweiz

Noch wird am zweiten Roche-Turm gearbeitet. Einige Stockwerke des Rekordbaus sind bereits möbliert. Telebasel wagte den Blick vom höchsten Gebäude der Schweiz.

In einem Jahr wird der Roche-Bau 2 in Basel für rund 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezugsbereit sein. Bereits heute löst der neue Turm mit seinen 205 Metern Höhe den 2015 eröffneten Bau 1 als höchstes Gebäude der Schweiz ab.

Die Dimensionen und Zahlen sind beeindruckend: Die Fahrt mit dem Baustellen- Aussenlift in das höchste begehbare Stockwerk dauert gut drei Minuten. Die umliegende Stadt wird dabei kleiner und kleiner. Noch deutlich schneller geht es künftig mit dem Rekordlift im Innern des Gebäudes. Dieser erreicht eine Geschwindigkeit von sieben Metern pro Sekunde. Das ist Schweizerrekord.

Oben angekommen, kann man einen Blick bis weit in den Schwarzwald, in die elsässischen Belchen und die schweizerischen Jura-Ausläufer werfen. Und hinunter aufs Dach des benachbarten Baus 1, der mit seinen 178 Metern nur noch für ein Jahr das höchste genutzte Gebäude des Landes sein wird.

Nicht nur Bürolisten sollen umziehen

Aus einem anderen Fenster fällt der Blick auf die Baustelle für die in der Höhe abgestuften vier Bauten des neuen Forschungszentrums, die Ende 2023 fertiggestellt sein werden, wie Roche-Standortleiter Jürg Erismann am Freitag an einer Medienführung sagte. Der höchste Bau dieses Komplexes wird mit seinen 114 Metern, die er im Oktober erreichen wird, ebenfalls zu den grössten im Land gehören, neben den beiden Bürotürmen aber vergleichsweise klein wirken.

Ab 2024 soll die Forschungs- und Entwicklungsabteilung in diesen Komplex ziehen. Dann werden die alten Gebäude auf der Südseite des Areals frei. Diese und das früher als markant geltende Hochhaus mit der grünen Glasfassade sollen dann abgerissen werden und einem neuen Empfangsgebäude Platz machen. Daneben soll ein Park entstehen. Das entsprechende Bebauungsplanverfahren läuft. Roche warte nun auf den Entscheid der Behörden, sagte Jürg Erismann: «Wir müssen nun im Prinzip diesen Bewilligungsprozess abwarten.»

Schneller Baufortschritt trotz Pandemie

Der neue Bau 2 ist Ende November 2020 im Rohbau fertiggestellt worden – trotz Corona-Pandemie zwei Monate vor dem Terminplan. Auch in Sachen Budget sei man sehr gut unterwegs, sagte Erismann. Im Moment läuft der Innenausbau und die Möblierung auf Hochtouren. Mitte 2022 werden 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Büroarbeitsplätze sowie drei Cafeterien in Beschlag nehmen – die obersten Stockwerke sind für die Gebäudetechnik reserviert.

Die 5000 Arbeitsplätze werden gebraucht

Zusammen mit den rund 2000 Arbeitsplätzen im Bau 1 werden dann also gut 5000 Büroarbeitsplätze zur Verfügung stehen. In der Hinterhand hat Roche auf dem Südareal am Rhein die «Vision» eines dritten Turms desselben treppenartigen Typus, der mit einer möglichen Höhe von 220 Metern noch weiter in den Himmel ragen soll. Erismann sprach bewusst von einer «Vision», denn ein konkretes Bauprojekt gebe es noch nicht. «Im Moment ist unser Bedarf an Büroarbeitsplätzen mit den Bauten 1 und 2 vollständig abgedeckt.»

Das mag zum Teil auch am Prinzip des Home-Office liegen, das sich auch bei Roche in der Pandemie-Zeit durchgesetzt hat. Und das der Konzern auch nach der Coronakrise nicht ganz aufgegeben will. Angestrebt werde eine Hybrid-Lösung, aber mit einem Schwergewicht auf die Arbeit am Standort, sagte Erismann. Roche werde die Kapazität an Arbeitsplätzen am Hauptsitz also sicherlich benötigen.

Im Bau 2 wurden gemäss Erismann gestalterische Aspekte des Home-Office übernommen. Im Gegensatz zur eher puristisch wirkenden Ausstattung im Bau 1 habe man beim Innendesign des Bau 2 mehr auf die Atmosphäre von Wohnlandschaften gesetzt – mit flexiblen Arbeitsplätzen, zahlreichen Rückzugsmöglichkeiten und Lounges mit bequemen Sesseln.

Der Bau des zweiten Roche-Turms hat Investitionen von 550 Millionen Franken zur Folge. Bis zu 500 Personen arbeiteten und arbeiten parallel auf der Baustelle, was zu einer Gesamtarbeitszeit von zwei Millionen Stunden führen wird. Zu 90 Prozent hätten die Bau- und Einrichtungsaufträge an Schweizer Firmen vergeben werden können, sagte Erismann. Wobei ein grosser Wert auf die Nachhaltigkeit gelegt worden sei.

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