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Der Telebasel News Beitrag vom 10. Juni 2021.
Basel

Instagram-Fotos und fantastische Welten im HeK Basel

Das Haus der elektronischen Künste präsentiert Medienkunst aus der Schweiz. Mit dabei ist das bekannte Duo Studer/van den Berg.

Die Geschichte klingt wie aus einem Abenteuerroman. Während der Hippiezeit fand eine Gruppe 68er-Aktivisten im südamerikanischen Amazonas eine alte künstliche Intelligenz (KI). Dieser Algorithmus war zwar verglichen mit den heutigen Möglichkeiten noch recht primitiv. Die KI spuckte lediglich verschiedene Weisheiten aus, die zunächst noch interpretiert werden mussten. Trotzdem hielten es die Hippies für ein gottähnliches Geschöpf und beteten es fortan in einer Tempelanlage aus verschiedenen Steinsäulen an.

Dies ist der Kern der Geschichte, die uns das Künstlerduo Studer/van den Berg mit seinem neusten Werk erzählen will. Die beiden haben eine «Reproduktion» der Tempelanlange im Museum aufgebaut. Das Werk soll zum Nachdenken über die Bedeutung der künstlichen Intelligenz in unserer Zukunft anregen. Gleichzeitig soll aber auch über die Entstehungsgeschichte dieser Technologie nachgedacht werden. Es sei aber nicht die Absicht, den Betrachtern ihre Meinung aufzudrücken, sagt Künstler Christoph van den Berg: «So eine Art Mission haben wir nicht».

Christoph van den Berg und Monica Studer sind schon seit 30 Jahren als Duo unterwegs. Dabei versuchen sie jeweils digitale Welten mit dem analogen Raum zu verbinden. Dies häufig mit dem Mittel der Geschichte, sagt Studer: «Uns interessieren immer aktuelle Themen. Und da eignet sich eigentlich das Geschichtenerzählen extrem gut dazu. Weil man verschiedene Themen wie zusammenpacken kann.»

Ihr Schaffen wurde 2020 mit dem Pax Art Award der Art Foundation Pax ausgezeichnet. Die Hälfte des Preisgeldes von 30’000 Franken floss in die Produktion des neuen Werkes, das im HeK zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wird. Die beiden zählen zu den Pionierinnen und Pionieren der Schweizer Medienkunstszene.

Instagramm- und Video-Kunst

Nebst dem etablierten Duo dürfen auch noch zwei Nachwuchskünstlerinnen im HeK ihre Werke präsentieren. Sie wurden von der Art Foundation Pax als Nachwuchshoffnungen ebenfalls mit einem Preis geehrt.

Die in Rumänien geborene und in der Schweiz arbeitende Künstlerin Maria Guta kreiert Cyber-Identitäten. Dabei nutzt sie gezielt Social-Media-Kanäle und Formate aus der digitalen und webbasierten Pop-Kultur zur Inszenierung von Rollen und Frauenbildern im Netz. So nun auch in den Videos und Bilderserien, mit denen sie in der Ausstellung präsent ist.

Simone C Niquille erkundet auf spielerische Weise den Einfluss digitaler Werkzeuge auf unser heutiges Leben. In der Ausstellung zeigt sie in Videoinstallationen Computervisionen einer künstlichen Intelligenz, die trainiert wird, Objekte in einer häuslichen Umgebung zu erkennen und zu verstehen.

Laut Boris Magrini, dem Kurator der Ausstellung, etabliert sich die elektronische Kunst immer mehr. Es gebe keinen Grund für Berührungsängste: «Elektronische Kunst spricht sehr oft über Themen, die sehr aktuell und auch sehr einfach sind: Social Media, künstliche Intelligenz. Vielleicht tönt es kompliziert, aber eigentlich ist es sehr präsent in unserem Alltag.»

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