Featured Video Play Icon
Der Telebasel News-Beitrag vom 8. Juni 2021.
Region

Bedenken wegen Online-Prüfungen an Hochschulen

Noch immer werden viele Klausuren an den Hochschulen online durchgeführt. Dazu gehört meistens auch die Pflicht, eine Webcam laufen zu lassen.

Kurz vor der Sommerferienzeit stecken Studenten und Studentinnen an Hochschulen mitten in den Prüfungen. Diese finden zwar vermehrt wieder vor Ort statt. Noch immer wird aber ein grosser Teil der Klausuren online abgehalten. Trotzdem muss sichergestellt werden, dass bei den Prüfungen nicht betrogen wird. Wichtig ist insbesonders, dass wirklich die eingeschriebene Person den Test absolviert.

Auch die Uni Basel überwacht die Online-Prüfungen per Webcam. Doch selbst Danielle Kaufmann, die Datenschutzbeauftragte der Universität Basel, sagt, dass dies nicht ganz unproblematisch sei. Etwa dann, wenn man beim Blick ins Zimmer der Studenten oder Studentinnen noch private Gegenstände, wie Poster oder Familienfotos sehen kann. Und die Universität habe eigentlich kein Recht dazu, zwingend in Privaträume der Personen zu schauen.

Wenn es Studentinnen und Studenten gäbe, die mit der Prüfungskontrolle per Video nicht einverstanden sind, dann dürften diese die Klausuren auch unter Aufsicht vor Ort absolvieren. Laut Uni-Sprecher Matthias Geering sei dieses Angebot bisher nur von sehr wenigen Studierenden genutzt worden.

Auch FHNW schaut via Webcam zu

Auch an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) sei es üblich, dass während Online-Prüfungen die Webcams eingeschaltet werden müssen. Dies bestimme aber jeweils die zuständige Dozentin, bzw. der zuständige Dozent, sagt die Generalsekretärin der FHNW Karin Hiltwein. Der Eingriff in die Privatsphäre der Studenten sei minimal und zulässig. Zudem könne man die Hintergründe in Programmen wie Zoom unkenntlich machen.

Sollte sich trotzdem jemand weigern, die Kamera einzuschalten, so müsse gemeinsam mit der Leitung des jeweiligen Moduls eine Lösung gesucht werden. Bisher habe es aber keine solchen Reklamationen gegeben, sagt Karin Hiltwein.

Der Basler Datenschutzbeauftragte Beat Rudin sagt auf Anfrage, dass es um ein Abwägen zwischen Privatsphäre und Prüfungsdurchführung gehe. So wie dies gegenwärtig gehandhabt werde, sei es aus datenschutzrechtlicher Sicht in Ordnung. Auch betont er, dass der Bildschirmhintergrund in den Programmen elektronisch ausgeblendet werden kann.

Beat Rudin ist selber Dozent an der Universität Basel und demonstriert uns gleich selbst, wie er das meint. «Ich wähle als Hintergrund einen Weichzeichner. Und dann ist der wirkliche Hintergrund nicht mehr sichtbar, also ist nicht mehr lesbar». Auch seine Studenten habe er auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht. Diese hätten aber kaum davon Gebrauch machen wollen.

Für ihn sei aber auch klar, dass niemand zur Video-Kontrolle gezwungen werden dürfe. Man müsste diesen Personen eine Alternative anbieten, wie etwa eine Prüfung in kleinem Rahmen auf dem Campus. Dies nicht nur wegen des Datenschutzes. Es gebe auch Personen, die zu Hause schlichtweg nicht über die nötigen Voraussetzungen verfügen, um ungestört eine Klausur zu absolvieren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel