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Ein Viertel des Baselbieter Stromverbrauchs könnte durch Windkraft abgedeckt werden. Aber Windräder sind umstritten. Peter Hartmann (Grüne) ist für das Windrad-Projekt, Daniel Schneider (FDP) dagegen. (Video: Telebasel)
Baselland

Streit um ein 140-Meter-Windrad in Muttenz

An der Gemeindeversammlung vom 8. Juni entscheidet Muttenz über ein Windrad. Die Grünen sehen es als Mittel gegen die Stromlücke, die FDP ist dagegen.

«Im Kanton Basel-Landschaft könnten rund 500 GWh Strom pro Jahr aus Windkraft erzeugt werden. Das entspricht in etwa einem Viertel des Jahresbedarfs», schrieb der Kanton zur Windenergiestudie 2013. Aber in Muttenz zeigt sich die Diskrepanz zwischen der grundsätzlichen Befürwortung und der Zustimmung zu einem konkreten Projekt.

Seit Monaten wird über das Windpark-Projekt in der Muttenzer Hard gestritten. Es wäre das erste der Region. Ursprünglich waren zwei Windräder geplant. Weil die SBB die Grenzacherbrücke erneuern, wäre es zu einer Verzögerung bis 2026 für das zweite Windrad gekommen. So lange wollte Primeo Energie, die Hauptinvestorin, nicht warten, schrieb die «Basler Zeitung». Aber die Gemeinde hält am Windrad fest. Am Dienstagabend entscheidet die Gemeinde an ihrer Versammlung.

Die Argumente der Befürworter

Mit dem einen Windrad könnten zehn Prozent der Muttenzer Haushalte (800) mit erneuerbarem Strom beliefert werden, so Gemeinderat Thomi Jourdan. Die Grünen führen die drohende Stromlücke an, wenn der Betrieb der AKWs eingestellt und die «Möglichkeit zu Stromimporten» erschwert würden.

Die Nähe zum Industriegebiet sei ideal, um Verluste beim Energietransport gering zu halten. Zudem ginge der Lärm der Windräder neben den Kantonsstrassen, der A18 und der Eisenbahnlinie unter. Das Windpotenzial sei im Winterhalbjahr grösser. Somit bringe der Windpark eine wertvolle Ergänzung zur Solarenergie.

So argumentieren die Gegner

Die Windgeschwindigkeiten seien in Muttenz viel zu tief für einen effizienten Betrieb der Windräder. Die FDP schreibt: «Lassen wir als Gesellschaft eher ungeeignete Standorte für Windenergieanlagen zu, so müssen zukünftig in der Schweiz viel mehr und grössere Anlagen erstellt werden, als wenn wir nur optimale Standorte zur Errichtung von Windenergieanlagen zulassen».

Das Landschaftsbild würde erheblich «beeinflusst». Das Gebiet sei vom Verkehr stark lärmbelastet, nun käme der des Windrads hinzu. Dessen Fundament könne die Grundwasserzone beeinträchtigen. Zudem steure der Windpark zu einer Erwärmung des Bodens bei.

Am Dienstag, 8. Juni 2021, diskutieren ab 18.45 Uhr Peter Hartmann (Grüne, pro) und Daniel Schneider (FDP, contra) über das Thema im Telebasel Talk.

2 Kommentare

  1. Wohl oder übel, jetzt oder später kommt die Windrad oder auch andere Möglichkeiten um Strom zu erzeugen. Wir werden immer mehr Menschen in der Schweiz, damit grössere Abspruch auf Energie. Alle, die sich wegen die Labschaftsbild aufregen haben keine Einwände gegen die beide Roche Türme in Basel, die von mehrere Kilometer zu sehen sind und die ganze Industriegebiet zwischen Muttenz und Pratteln sind auch nicht ohne. Mit die Digitalisierung überall braucht man Strom.Report

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