Der Berufungsprozess in Zürich dürfte zwei Tage dauern. Das Urteil wird voraussichtlich am 22. Juni eröffnet. (Bild: Keystone)
Schweiz

Mord mit Klebeband: Trio vor Zürcher Obergericht

Wegen eines zweifachen Mordes mit Klebeband müssen sich am Dienstag ein Paar aus Utzigen (BE) und ein Garagist aus Recherswil (SO) vor Gericht verantworten.

Das Trio soll gemeinsam aus Geldgier zwei Männer erstickt haben. Bei den drei Beschuldigten handelt es sich um einen Transportunternehmer aus dem bernerischen Utzigen, seine Ehefrau sowie einen Freund des Paars, einen Garagisten aus dem Kanton Solothurn. Sie sollen 2016 zwei Männer ermordet haben, indem sie ihnen Mund und Nase zuklebten und sie qualvoll ersticken liessen.

Das erste Mordopfer war ein Serbe, der dem Haupttäter, dem Transportunternehmer, Geld geschuldet haben soll. Das zweite Opfer war ein Mann aus dem Kanton Zürich, der seinen Lastwagen zum Verkauf ausgeschrieben hatte.

Der Serbe wurde gemäss Anklage unter einem Vorwand ins Haus des Ehepaars gelockt und dort die ganze Nacht gefesselt, geschlagen und schliesslich mit Klebeband erstickt. Dann grub der Haupttäter mit einem Bagger ein Loch im Garten und vergrub die Leiche.

Den Lastwagenverkäufer sollen die drei Beschuldigten auf die selbe Art und Weise ermordet haben. Auf einer Probefahrt mit dem Lastwagen sollen sie ihn gefesselt, auf einen Anhänger gebunden und schliesslich ebenfalls mit Klebeband erstickt haben. Seine Leiche entsorgten sie anschliessend in einem Wald bei Boppelsen ZH.

Das Trio flog auf, weil es den Lastwagen nach dem Mord weiterverkaufen wollte und ein Interessent erfuhr, dass er gestohlen worden war. Der Interessent informierte daraufhin die Polizei, welche schliesslich die Leichen in Boppelsen und Utzigen fand.

Staatsanwältin fordert Verwahrung

Das Bezirksgericht Bülach verurteilte den Haupttäter im Dezember 2019 zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe, ohne Verwahrung. Seine Ehefrau erhielt eine Freiheitsstrafe von elf und der Solothurner Garagist eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren.

Die Staatsanwältin fordert für alle drei Beschuldigten aber lebenslängliche Freiheitsstrafen, für den Haupttäter ausserdem eine Verwahrung. Die Anwälte der drei Beschuldigten wiederum verlangen deutlich mildere Strafen. Der Berufungsprozess in Zürich dürfte zwei Tage dauern. Das Urteil wird voraussichtlich am 22. Juni eröffnet.

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