Nachhaltige Anlagefonds erobern in der Schweiz Platz 1. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Nachhaltige Anlagefonds neu auf Rang 1

Der Markt für nachhaltige Anlagen wächst weiter rasant. Besonders deren Fonds sind beliebt: Mittlerweile verdrängen sie konventionelle Produkte vom 1. Platz.

Insgesamt stieg das Volumen nachhaltiger Anlagen 2020 in der Schweiz einer Umfrage von Swiss Sustainable Finance (SSF) zufolge um kräftige 31 Prozent auf 1520,2 Milliarden Franken. Bei entsprechenden Fonds lag das Wachstum mit 48 Prozent nochmals darüber. Mit einem Volumen von 694,5 Milliarden Franken übertreffen sie erstmals auch Investmentfonds ohne einen Nachhaltigkeitsansatz, heisst es am Montag in der Studie.

Aber auch Schweizer Pensionskassen und Versicherungen setzen immer stärker auf das Thema Nachhaltigkeit. Die von diesen Asset Holdern gemeldeten nachhaltigen Anlagen liegen mittlerweile bei fast 556 Milliarden Franken und repräsentieren damit rund ein Drittel der gesamten verwalteten Anlagen dieser Institute. Insgesamt unterstreiche die Entwicklung im letzten Jahr die zunehmende Verbreitung nachhaltiger Anlagen, so SSF.

Anleger setzen immer stärker auf Impact Investing

Beim Investieren genügt es Anlegern und Investoren zudem mittlerweile nicht mehr, nur das Label Nachhaltigkeit auf ihren Fonds zu wissen. Die Kategorie «Impact Investing» legt mit 70 Prozent rasante Wachstumsraten hin. Diese höhere Gewichtung der Wirkung eines Investments zeigt sich laut SSF an den ergriffenen Massnahmen, wenn Beteiligungsfirmen gegen nachhaltige Normen verstossen.

Führte ein solcher Verstoss bislang in der Regel lediglich zu einem Ausschluss des entsprechenden Unternehmens aus dem Anlageuniversum, greifen mittlerweile Asset Owner und Vermögensverwalter verstärkt ein und suchen das Gespräch. «Der Dialogansatz begünstigt eine Verhaltensänderung weitaus effektiver, als dies reine Verkaufsstrategien vermögen», erklärt Timo Busch von Center for Sustainable Finance and Private Wealth (CSP) und Studienmitautor.

Eine Orientierungshilfe, welche Fonds das Thema Nachhaltigkeit umsetzen, bieten unabhängige Zertifikate und Labels. Auch hier wurde ein deutliches Wachstum festgestellt. Während 2019 noch lediglich sechs Prozent der gemeldeten nachhaltigen Fonds mit solchen Kennzeichnungen versehen waren, habe sich dieser Anteil per Ende 2020 mehr als verfünffacht, berichtet SSF.

Noch sei der Prozess hin zu einer einheitlichen und verbindlichen Definition des Prädikats «nachhaltig» bei Finanzprodukten aber noch nicht abgeschlossen. Insgesamt stimme aber der Trend positiv, dass die Entwicklung hin zu einem vollständig nachhaltigem Finanzsystem in vollem Gange sei.

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