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International

Brasiliens Spieler denken über Streik an Copa América nach

Brasiliens Fussball-Nati ist sportlich in der Spur. Und jetzt steht die Copa América im eigenen Land an. Doch wollen die Spieler am Ende gar nicht auflaufen?

Brasilien und Fussball ist und bleibt eine innige Liebesbeziehung. Und nach dem Debakel an der Weltmeisterschaft 2014 im eigenen Land (1:7-Klatsche gegen Deutschland im Halbfinal) hat sich bei der Nationalmannschaft einiges getan. Die «Seleção» wurde sportlich auf Vordermann gebracht, ist im Hinblick auf die bevorstehende Copa América (11. Juni bis 13. Juli) fussballerisch auf Kurs. Auch in der laufenden WM-Qualifikation läuft es: fünf Siege nach fünf Spielen.

Copa wird zum Spielball der Politik

Die Euphorie um die Copa América hält sich in Südamerika aber in Grenzen. Wegen der Corona-Pandemie sind die Planungen für den Wettbewerb zum Chaos verkommen. Eigentlich hätte das Turnier in Argentinien und Kolumbien stattfinden sollen. Wegen politischer Unruhen in Kolumbien einerseits und der ernsten Corona-Lage in Argentinien andererseits suchte der Verband aber kurzfristig nach einem anderen Gastgeber. Brasilien springt nun – auch unter dem Licht einer Charmeoffensive des umstrittenen Präsidenten Jair Bolsonaro – als Austragungsland ein. Doch der Entscheid birgt Zündstoff und könnte für Bolsonaro selbst zum Bumerang werden.

Denn in Brasilien grassiert das Coronavirus weiterhin stark. Am Freitag wurden  rund 34’000 Neuinfektionen verzeichnet, pro Tag sterben momentan zwischen 1’000 und 2’500 Menschen in Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion. Das Land ist mit bislang rund 471’000 Toten eines der am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Länder der Welt. Trotzdem soll hier ein kontinentales Fussballfest steigen.

«Wir haben eine Meinung, werden sie aber jetzt nicht äussern»

Dieser Entscheid des südamerikanischen Fussballverbands CONMEBOL und der Politik wird offenbar auch innerhalb der brasilianischen Nationalmannschaft diskutiert. So sollen einige Spieler am Turnier im eigenen Land nicht teilnehmen wollen. Mannschaft und Trainerstab tauschten ihre Meinungen hinter verschlossenen Kabinentüren aus. Nationalcoach Tite bestätigte dies an einer Medienkonferenz. Aber das Team will sich jetzt gegen aussen noch nicht äussern.

«Wenn einer spricht, sprechen alle Spieler, mit Tite, mit dem Trainerstab. Es muss einstimmig sein, alle zusammen», sagte Brasiliens Captain Casemiro nach dem WM-Quali-Spiel gegen Ecuador am Freitag. Die Spieler teilten ihre Meinungen aber bereits dem Präsidenten des brasilianischen Fussballverbands, Rogério Caboclo, mit. «Wir haben eine Meinung, werden sie aber jetzt nicht äussern», sagte auch Trainer Tite. Es wird davon ausgegangen, dass die Mannschaft dies nach dem WM-Quali-Spiel gegen Paraguay am nächsten Dienstag tun wird.

Nach der erfolgreichen Partie Brasiliens gegen Ecuador (2:0) ereignete sich zudem noch ein Zwischenfall um Superstar Neymar: Der brasilianische Ausnahmekönner wurde beim Teamhotel in Rio de Janeiro von einigen Fans frenetisch empfangen. Die Anhänger waren derart aufgeregt, dass sie sich regelrecht auf Neymar stürzten – und diesen beinahe umgrätschten. Der PSG-Star fasste sich danach ans Bein und begab sich leicht humpelnd ins Hotel. Über eine ernste Verletzung ist aber nichts bekannt.

WM-Qualifikation 2022, Südamerika

1. Brasilien 5 5 0 0 14 : 2 15
2. Argentinien 5 3 2 0 7 : 3 11
3. Ecuador 5 3 0 2 13 : 8 9
4. Paraguay 5 1 4 0 6 : 5 7

5. Uruguay 5 2 1 2 7 : 7 7

6. Kolumbien 5 2 1 2 9 : 11 7
7. Chile 5 1 2 2 7 : 7 5
8. Bolivien 5 1 1 3 8 : 13 4
9. Venezuela 5 1 0 4 3 : 9 3
10. Peru 5 0 1 4 4 : 13 1

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