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Der Telebasel Sonntags-Talk vom 6. Juni 2021.
Basel

Mindestlohn, Mindeststeuer und Homeoffice

Im Sonntags-Talk diskutieren Beat Jans, Andrea Strahm und Andreas Burckhardt über den Mindestlohn-Gegenvorschlag, die Mindeststeuer der G-7 und Homeoffice.

Gegenvorschlag Mindestlohn: Ist das der gute Kompromiss?

Kein Abstimmungsthema vom 13. Juni wird in Basel hitziger diskutiert als die Initiative für einen Mindestlohn von 23 Franken pro Stunde. Für Bürgerliche, Gewerbetreibende und Gastrounternehmer ist sie ein rotes Tuch. Sie gefährde Arbeitsplätze und höhle die Sozialpartnerschaft aus. Linke sagen, man müsse von einem 100 Prozent-Lohn leben können. 18’000 Menschen, die im Kanton einen tieferen Lohn erhielten, könnten dies nicht.

Im Schatten der Debatte fährt der Gegenvorschlag von Regierung und Parlament. Seine Befürworter halten ihn für den guten Kompromiss. Denn eine allfällige Anhebung auf 21 Franken pro Stunde sei zumutbar. Die Regierung schreibt zudem: «Der Gegenvorschlag respektiert die Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften. Denn Branchen mit einem allgemein verbindlichen Gesamtarbeitsvertrag unterliegen nicht dem kantonalen Mindestlohn.»

Telebasel fragt: Wäre der Gegenvorschlag der gute Kompromiss?

G7 beschliessen globale Mindeststeuer

Die NZZ schreibt: «Die Schweiz (…) hat auf internationalen Druck hin per Volksabstimmung Steuerprivilegien für bestimmte Gesellschaftsformen abgeschafft. Im Gegenzug haben die Kantone ihre Steuersätze zum Teil gesenkt, um attraktiv zu bleiben. Jetzt sagt die G-7 und in ihrem Gefolge wohl bald die G-20: Auch das geht nicht, ihr müsst die Steuern erhöhen. Derzeit verlangen in der Schweiz 18 Kantone weniger als 15 Prozent. Und Erträge aus Patenten und Lizenzen profitieren von einem zusätzlichen Abschlag.» Zu diesen 18 Kantonen gehört auch Basel-Stadt.

Die Doppelmoral der grossen Länder, so die NZZ, sei so störend, dass die Schweiz im Verbund mit Gleichgesinnten fast schon über ein Veto nachdenken müsste. Das Wort Steuerwettbewerb sei zum Unwort geworden.

Telebasel fragt: Bevormundung der Grossen oder endlich Steuergerechtigkeit?

Homeoffice: Zukunftsmodell oder Falle?

Seit dieser Woche gilt Homeoffice nicht mehr als Pflicht, nur noch als Empfehlung, sofern das Unternehmen sich zu wöchentlichen Covid-Tests verpflichtet. Die Homeoffice-Frage scheidet die Geister. Arbeitgeberverbände drängten auf eine Aufhebung der Homeoffice-Pflicht. Auch Angestellte fühlten sich von der Heimarbeit psychisch gestresst. Andere möchten dieses Arbeitsmodell nicht mehr missen. Der Basler Weltkonzern Novartis bot seinen Angestellten an, dauerhaft zuhause zu arbeiten, sofern sie dies wünschten. Büroflächen sollten sogar vermietet werden. So angenehm viele Angestellte Homeoffice auch empfinden: Laut Experten bedroht es auch Arbeitsplätze. Wer nicht im Büro präsent sei, verliere die Relevanz im Betrieb. Und wenn nur mehr ein Internet-Anschluss für eine Stelle erforderlich sei, dann könnten Firmen auch dazu übergehen, Personal in Kuala Lumpur anzustellen, selbstverständlich zu tieferen Löhnen.

Telebasel fragt: Ist Homeoffice das Arbeitsmodell der Zukunft oder eine Falle?

Zu Gast im Telebasel Sonntags-Talk vom 6. Juni 2021 sind:

  • Beat Jans, Regierungspräsident BS SP
  • Andrea Strahm, Fraktionspräsidentin Die Mitte BS
  • Andreas Burckhardt, ehem. VR-Präsident Baloise

2 Kommentare

  1. Es ist einfach nur ätzend und zynisch wenn sich Leute mit Millionenvermögen und Millionengehältern sich über einen Mindestlohn echauffieren. Zum Fremdschämen.Report

  2. Einfach 23 Chf pro Std reichen nicht zum Leben. ….

    deutet einfach hin das typische SP Berufe überzahlt sind.

    Es reicht doch einem Single zwischen 20 bis 30 Jahre auch 3200 bis 3500 CHF im Monat.

    Wenn jetzt sich ein Paar zusammen tut ist das ja schon 6400 bis 7000 CHF pro Monat.

    Ja also bei nur einem Einkommen in einem 4 Personen Haushalt reicht es wirklich nicht.

    Aber da gibt es ja auch noch 550 Chf Kindergeld.

    Was ja auch im Lohn ist was ja bedeutet
    das jemand mit Familie nur 3500 CHF bezahlt werden muss im Monat und ja dann auf über 4050 Chf kommt.

    Diese Familien Zulage zahlt ja auch nicht der Staat sondern jeder Arbeitnehmer von seinem
    Lohn.

    Dann wäre es ja besser das Kindergeld noch mal zu erhöhen. Und das mit einer Abgaben Erhöhung bei Haushalten über 10000 CHF.

    So scheint ja die wo absichtlich Lohn Dumping machen bei Familien ja gar nichts machen müssen
    weil sie ja eigentlich nur 19.00 CHF bezahlen müssen und können ja 4 CHF vom Kindergeld einrechnen.

    Oder wie soll man das Verstehen.

    Um an so was zudenken ist eben mal gut ein sogenanntes unterbezahltes Praktikum zumachen und dafür auch in Arbeiten Einsicht bekommt wo nicht Studiert wurden.
    Z.b ein Sozialarbeiter in die Buchhaltung / Lohnwesen…… auch wenn man dafür eben nicht ausgebildet ist und durch das einfach nicht sofort rentabel ist. Eine Einbildung ist halt keine Ausbildung.Report

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