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Der Telebasel News-Beitrag vom 1. Juni 2021.
Basel

Tram-Chauffeurin nach erster Fahrt mit Radio: «Es hat die Laune gesteigert»

Janina Degen trat heute ihre erste Fahrt mit Radio an. Ab dem 1. Juni ist das im Drämmli-Führerstand erlaubt. Telebasel war dabei.

Normalerweise hört Janina Degen lieber Metal und Gothic. Bei der Fahrt mit dem Tram der Linie 14 ist jedoch das angesagt, was gerade im Lokalradio läuft. «Forevermore» von Anna Rossinelli erklingt aus den Boxen. Wobei es fast schon übertrieben ist, hier von Boxen zu sprechen. Nur dezent ist die Musik im Führerstand zu vernehmen. Die Klingeln, Signale und automatischen Ansagen übertönen immer wieder den Gesang der Basler Sängerin.

Trotzdem geniesst die Tramwagenführerin Janina Degen ihre allererste Fahrt mit musikalischer Untermalung: «Es war der Hammer. Es war herrlich und hat die Laune um das Zehnfache gesteigert», sagt sie gegenüber Telebasel. «Ich fahre so oder so immer gerne Tram, aber das ist ein spezielles Highlight».

Einsam im Führerstand

Radio im Tram-Führerstand ist schliesslich eine Premiere für die Schweiz. Auf vielseitigen Wunsch der BVB-MitarbeiterInnen hat die Gewerkschaft VPOD letztes Jahr eine Petition lanciert. Die Verkehrsbetriebe hatten Musikgehör für das Anliegen und erlaubten eine Versuchsphase ab dem 1. Juni. Mit Ausnahme der Stosszeiten ist nun musikalische Berieselung möglich. Janina Degen ist froh über diese Neuerung: «Man merkt schon, dass es im Führerstand sehr einsam sein kann, gerade in den Morgen- und Abendstunden, und so hat man doch etwas Unterhaltung».

Einjährige Pilotphase

Wie gesagt, der Lautstärkepegel ist niedrig. Schliesslich müssen die TramwagenführerInnen aufmerksam bleiben. Die Songs werden auf dem Display auch nicht angezeigt.

Trotzdem: Wie aber sieht es mit dem Radio als Ablenkungsquelle aus? Eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz gibt Entwarnung: Radiohören stelle kein Sicherheitsrisiko dar, so das Ergebnis. «Es ist wie beim Autofahren: Man kann sich konzentrieren», sagt Janina Degen.

Wie die BusfahrerInnen kommen nun also auch die Drämmli-KollegInnen in den Genuss des Radiohörens. Allerdings ist das noch nicht in Stein gemeisselt. Der VPOD und die BVB haben sich auf eine einjährige Pilotphase geeinigt. Nächstes Jahr entscheiden die Verkehrsbetriebe, ob die Erlaubnis definitiv bleibt.

3 Kommentare

  1. Finde ich gut.

    Ansonsten sind die Tramführer/innen doch sehr isoliert in der Führer Kabine.

    Was in einem PW gehen kann, muss auch in einem Tram möglich sein.

    Schon vor Jahren haben Untersuchungen ergeben, dass Mitarbeiter/innen mit Musik im Arbeitsalltag produktiver, ausgeglichener und motivierter sind.

    Sofern man Musik gerne hat……hahaha.Report

  2. Ich hoffe das auch alle anderen Schweizer Tramchauffeure in Zukunft Radio hören können. Es beeinflusst nur die Laune. Nicht aber die Konzentration.Report

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