Um bestrichene Brote rankt sich der Mythos, dass sie immer auf die Seite mit der Butter fallen. (Symbolbild: Keystone)
Basel

Weshalb landen Brotscheiben immer auf der bestrichenen Seite?

Brotscheiben fallen gefühlt immer auf die bestrichene Seite. Der Eindruck täuscht nicht: Die Gründe dafür sind wissenschaftlich belegt.

Ein gemütliches «Zmorge» mit feinem Brot kann sich schlagartig in Frust verwandeln: Fällt eine liebevoll mit Butter, Konfitüre oder Honig bestrichene Scheibe zu Boden, dann mit Sicherheit immer mit der klebrigen Seite nach unten.

Oder? «Jein», sagt die Forschung. Der Eindruck täusche. Ein bestrichenes Brot fällt nicht per se mit der beschmierten Seite nach unten. Das Problem ist aber die Tischhöhe: Denn die Brotscheibe dreht sich beim Fallen. Bei einer Höhe von durchschnittlich 80 Zentimetern fällt deshalb dann doch eine Mehrzahl der Brote, die zum Beispiel vom Tisch rutschen oder geschoben werden, mit der bestrichenen Seite auf den Boden. Dies, weil die Scheibe keine Zeit hat, sich mehr als ein halbes Mal zu drehen.

Dabei spielt auch die Grösse der Brote mit hinein: Studien nennen hier einen durchschnittlichen Wert von zehn bis 15 Zentimetern. Stimmen müssen also Winkel, Grösse und Fallhöhe der Brotscheibe, damit das Brot tatsächlich mit der Butterseite nach unten landet. Genau das besondere Verhältnis, das hier benötigt wird, ist in den meisten Haushalten gegeben.

Bei Büchern oder Münzen gilt die übrigens selber Regel: die Gegenstände drehen sich mehrfach, wenn sie runterfallen. Die Zahl der Drehungen variiert aber je nach Dicke und Grösse der Gegenstände und je nach Fallhöhe. Das belegt weiter: Das Ergebnis bei den Butterbroten wird nicht vom Aufstrich beeinflusst.

Murphys Gesetz wird viel zitiert

Dass das Ergebnis um die fallenden Brotscheiben gefühlt aber immer gleich ausfällt, hängt nicht nur mit den physikalischen Gegebenheiten von Brot und Tischhöhe zusammen. Das Phänomen wird auch oft mit Murphys Gesetz in Verbindung gebracht. Dieses besagt: «Alles, was schief gehen kann, geht schief.»

Der von dem US-Ingenieur Edward A. Murphy geprägte Satz ist inzwischen weltbekannt. Die pessimistische Annahme, dass alles, was schiefgehen kann, auch mit Sicherheit schiefgehen wird, wird mit der Häufigkeit, mit der ein Butterbrot auf die bestrichene Seite fällt, scheinbar bestätigt.

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