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Der Telebasel News Beitrag vom 31. Mai 2021.
Region

Angeklagte schweigen im Metzerlen-Mordprozess

Elf Jahre nach einem tödlichen Raubüberfall in Metzerlen ging am Montag vor dem Richteramt Dorneck-Thierstein der Prozess gegen zwei Männer weiter.

Das Gericht tagt an einem geheimen Ort. Beide Angeklagten machten keine Aussagen. Der Raubüberfall hatte sich am 14. März 2010 in der an Frankreich angrenzenden Gemeinde Metzerlen ereignet. Ein 71-jähriger Schweizer, der damalige Gemeindepräsident von Metzerlen, wurde in seinem Haus schwer verletzt.

Die Angeklagten sollen ihn mit Kabelbindern gefesselt und mit einem kantig-stumpfen Gegenstand mindestens achtmal wuchtig auf den Kopf geschlagen haben. Der Lokalpolitiker starb vier Monate nach der Tat im Spital.

Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, erhofften sich die beiden Hauptangeklagten im Haus in Metzerlen Bargeld in Millionenhöhe zu erbeuten. Sie durchsuchten die ganze Liegenschaft – und stahlen schliesslich einen Haustür- und einen Autoschlüssel. Vermögenswerte fanden sie nicht.

Mitglieder einer Bande

Vor Gericht verantworten müssen sich ein 44-jähriger Serbe und ein 41-jähriger Holländer mit serbischen Wurzen. Beide Männer befinden sich in Haft. Sie sind wegen Mordes und bandenmässigen Raubes angeklagt. Sie gehörten offensichtlich einer Bande («Pink Panthers») an. Der Serbe und der Holländer machten vor Gericht am Montag keine Aussagen.

Gemäss Untersuchungsergebnis hatten die Beschuldigten einen Tipp erhalten, wonach es im Einfamilienhaus des Opfers grosse Vermögenswerte geben soll.

Den Strafverfolgungsbehörden gelang es nach eigenen Angaben, die mutmassliche Tippgeberin zu ermitteln. Allerdings ist die 51-jährige Schweizerin zwischenzeitlich verstorben. Daher wurde die Strafuntersuchung gegen sie eingestellt.

Auf der Suche nach der Wahrheit

Das Amtsgericht tagt aus Sicherheitsgründen an einem geheimen Ort unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Medienvertreter können den Prozess jedoch via Videoübertragung mitverfolgen.

Im Dezember war die Verhandlung unterbrochen und verschoben worden, nachdem der Verteidiger eines Angeklagten den Saal unter Protest verlassen hatte.

Der Verteidiger akzeptierte die Zustände der Gefangenschaft seines Klienten nicht. Bis zum Abbruch der Verhandlung ergaben sich keine grossen Fortschritte (Telebasel berichtete).

Zeuge belastet Angeklagte

Am ersten Prozesstag am Montag befragte das Gericht einen Zeugen aus dem Zeugenschutzprogramm. Der via Videokonferenz zugeschaltete Mann war für Prozessbeobachter kaum zu verstehen. Sinngemäss belastete er die beiden ihm bekannten Hauptangeklagten. Sie hätten ihm von der Tat berichtet. Der Zeuge fuhr früher wiederholt aus Serbien in die Schweiz.

Die beiden Angeklagten sollen im Februar 2010 auch eine Bijouterie in Wettingen AG überfallen und Beute im Wert von 856’000 Franken gemacht haben. Der Ladeninhaber und eine Frau wurden mit einer Schusswaffe bedroht und gefesselt.

Die Täter seien nicht nervös gewesen, sondern sehr professionell vorgegangen, sagte der Bijouteriebesitzer vor Gericht. Er konnte die Täter jedoch nicht identifizieren.

Der Prozess dauert mehrere Tage. Die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung werden ihre Anträge am Dienstag stellen. Die Urteile werden voraussichtlich am 14. Juni eröffnet.

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